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Lese- und Schreibkompetenz. Frühes Lesen und Schreiben auf der Grundlage von Thomas Franzkowiak

Title: Lese- und Schreibkompetenz. Frühes Lesen und Schreiben auf der Grundlage von Thomas Franzkowiak

Seminar Paper , 2011 , 16 Pages , Grade: 1.7

Autor:in: Ena Weiss (Author)

German Studies - Linguistics
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Schriftsprachlichkeit lässt sich aus unserem gegenwärtigen Alltagsleben nicht mehr wegdenken. Wir nutzen sie zur ständigen Kommunikation miteinander, ob wir nun E-Mails schreiben und lesen, SMS tippen und empfangen oder einen Briefwechsel betreiben. Gleichzeitig erfüllt Schriftsprache den Zweck der Information: wir lesen und schreiben Bücher, recherchieren im Internet oder sehen Filme mit Untertiteln, um Dinge zu verstehen und unser Wissen weitergeben zu können. Auch zur Orientierung dient uns Schrift und Sprache, man denke nur an Navigationsgeräte, internetfähige Handys, Stadtpläne oder Wegweiser. Nicht zuletzt ist die Organisation zu erwähnen, die ohne Schriftsprachlichkeit nur schwierig möglich wäre. Anhand von Einkaufszetteln, Agenda oder Kalender planen und organisieren wir nahezu unser ganzes Leben - und all dies tun wir zumeist ohne bewusst darüber nachzudenken.
Wenn man sich einmal vor Augen führt, wie wichtig Lesen und Schreiben für unser Leben ist, kann man sich leicht vorstellen, wie schwer es die rund vier Millionen „funktionalen Analphabeten“ (T. Franzkowiak 2001: 3) in Deutschland haben, sich im Alltag zurecht zu finden. Lesen und Schreiben ist die Voraussetzung für persönlichen und beruflichen Erfolg. Da wir in unserer Gesellschaft permanent mit Schriftsprache konfrontiert werden, ist es naheliegend, dass auch Kinder im Laufe ihrer Sozialisation – und somit bereits vor ihrer Einschulung - diverse schriftsprachliche Erfahrungen sammeln. Untersuchungen haben ergeben, dass ein Großteil von Vorschulkindern bereits den eigenen Namen schreiben und lesen kann, Hinweisschilder, beispielsweise im Straßenverkehr, versteht und Markenlogos auf Verpackungen oder in Zeitschriften erkennt.
Die wichtigste Erkenntnis, die sich aus diesen Untersuchungen ergibt, ist, dass Schulanfänger nicht gleichzeitig Lernanfänger sind. Jedes Kind hat also bei seiner Einschulung die unterschiedlichsten Vorerfahrungen mit Schriftsprache. Daraus ergibt sich in der ersten Grundschulklasse zumeist ein gravierender Niveauunterschied bezüglich der Kenntnisse und Fertigkeiten der Schüler. Entwicklungsunterschiede von drei bis vier Jahren finden sich in beinahe jeder Klasse (T. Franzkowiak 2001: 4). Zum jetzigen Zeitpunkt sind Lehrer und Lehrpläne in der Regel (noch) nicht darauf ausgerichtet, auf diese verschiedenen Niveaus Rücksicht zu nehmen und die Kinder individuell zu fördern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. DIE BEDEUTUNG VON LESEN UND SCHREIBEN

2. WIE KINDER LESEN UND SCHREIBEN LERNEN

2.1 STUFENMODELLE

2.1.1 Stufe 1

2.1.2 Stufe 2

2.1.3 Stufe 3

2.1.4 Stufe 4

2.1.5 Stufe 5

2.1.6 Stufe 6

3. SPRACHERFAHRUNGSANSATZ

3.1. DIDAKTISCHE LANDKARTE

4. GRUNDVORRAUSETZUNGEN FÜR ERFOLGREICHE SCHREIB- UND LESEENTWICKLUNG

4.1 LESE- UND RECHTSCHREIBSCHWÄCHE (LRS)

4.2 PHONOLOGISCHE BEWUSSTHEIT

4.3 PRÄVENTIONSANSÄTZE UND FÖRDERMAßNAHMEN VON LRS

4.4 FÖRDERUNG FRÜHEN LESENS UND SCHREIBENS DURCH DAS SOZIALE UMFELD

5. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Schriftsprachenerwerb bei Kindern als individuellen, mehrstufigen Entwicklungsprozess und setzt diesen in den Kontext der aktuellen Schriftsprachenforschung sowie pädagogischer Ansätze. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie eine optimale Förderung aussehen kann, die den unterschiedlichen Entwicklungsständen der Kinder gerecht wird und auf einen "fiktiven Nullpunkt" im Unterricht verzichtet.

  • Phasenmodelle des Lese- und Schreiblernprozesses
  • Der Spracherfahrungsansatz und die Didaktische Landkarte
  • Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Lese- und Schreibentwicklung
  • Phonologische Bewusstheit als entscheidender Faktor
  • Prävention und Förderung bei Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS)

Auszug aus dem Buch

2.1 Stufenmodelle

Um den Prozess des Lese- und Schreiberwerbs zu veranschaulichen, wurde im Laufe der letzten Jahre eine Reihe von Stufenmodellen entwickelt. Anhand dieser Modelle lässt sich der jeweilige Stand der Denkentwicklung nach bestimmten Kriterien einschätzen (T. Franzkowiak 2001: 6). Zeitpunkt und Dauer der einzelnen Entwicklungsstufen lassen sich nicht exakt bestimmen, da sie individuell auftreten und teils in unregelmäßiger Schrittfolge stattfinden (T. Franzkowiak 2001: 6). Der theoretische Hintergrund der derzeitig vorliegenden Stufenmodelle lässt sich einerseits auf Piagets Theorie der kognitiven Entwicklung zurückführen, andererseits sind Einflüsse aus der Modellierung von Leseprozessen der kognitiven Psychologie erkennbar (G. Scheerer-Neumann in H. Günther und O. Ludwig 1996: 1155). Trotz Unterschieden in Bezeichnungen und im Detail, finden sich dominante Übereinstimmungen unter den bekanntesten Stufenmodellen. In der folgenden Erläuterung werden sechs Entwicklungsstufen voneinander unterscheiden (vgl. Abb. 1). In einigen Modellen wird auch eine Stufe 0 angegeben, diese bezeichnet den Zustand vor dem eigentlichen Schriftsprachenerwerb, auch „Präliteral-symbolische Phase“ genannt (T. Franzkowiak 2001: 7).

Zusammenfassung der Kapitel

1. DIE BEDEUTUNG VON LESEN UND SCHREIBEN: Dieses Kapitel erläutert die zentrale Rolle der Schriftsprache in unserer Gesellschaft und verdeutlicht, dass Schulanfänger aufgrund ihrer Vorerfahrungen nicht als gleichartige Lernanfänger betrachtet werden können.

2. WIE KINDER LESEN UND SCHREIBEN LERNEN: Hier werden Stufenmodelle des Schriftsprachenerwerbs vorgestellt, die verdeutlichen, wie Kinder durch Beobachtung und Hypothesenbildung den Weg zum Lesen und Schreiben finden.

3. SPRACHERFAHRUNGSANSATZ: Dieses Kapitel stellt den Spracherfahrungsansatz vor, der den Fokus auf die individuellen Erfahrungen des Kindes legt und mit der "Didaktischen Landkarte" praktische Lernfelder aufzeigt.

4. GRUNDVORRAUSETZUNGEN FÜR ERFOLGREICHE SCHREIB- UND LESEENTWICKLUNG: Das Kapitel definiert organische und kognitive Voraussetzungen für den Lernerfolg und diskutiert Symptome, Ursachen und Präventionsansätze für die Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS).

5. FAZIT: Die Zusammenfassung betont die Notwendigkeit einer individuellen Förderung, die den Schriftsprachenerwerb als aktiven und motivierten Prozess begreift, und fordert entsprechende pädagogische Rahmenbedingungen.

Schlüsselwörter

Schriftsprachenerwerb, Lese- und Schreibkompetenz, Stufenmodelle, Spracherfahrungsansatz, Didaktische Landkarte, Phonologische Bewusstheit, LRS, Schriftsprachlichkeit, Leseverständnis, Schreibentwicklung, Schulanfänger, Frühlesetraining, Kognitive Entwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Prozess, wie Kinder Lesen und Schreiben lernen, und beleuchtet dabei wissenschaftliche Stufenmodelle sowie pädagogische Ansätze zur individuellen Förderung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Entwicklungsphasen des Schriftsprachenerwerbs, die Bedeutung der phonologischen Bewusstheit, die Prävention von LRS sowie die Möglichkeiten des sozialen Umfelds, Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass der Schriftsprachenerwerb individuell verläuft und der Schulunterricht flexibel auf die unterschiedlichen Entwicklungsstände der Kinder reagieren sollte, anstatt von einem fiktiven "Nullpunkt" auszugehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse bestehender Fachliteratur und Forschungsarbeiten, insbesondere von Thomas Franzkowiak, basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der Stufenmodelle, die Vorstellung des Spracherfahrungsansatzes, die Analyse notwendiger körperlicher und kognitiver Grundvoraussetzungen sowie die Diskussion über LRS-Prävention.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Schriftsprachenerwerb, Stufenmodelle, Didaktische Landkarte, phonologische Bewusstheit und individuelle Förderung beschreiben.

Warum wird im Dokument kritisch vom "Fibeltrott" gesprochen?

Der Begriff kritisiert die Praxis, alle Schulanfänger nach einem starren, einheitlichen System zu unterrichten, ohne die individuellen Vorerfahrungen und Entwicklungsunterschiede der Kinder zu berücksichtigen.

Welche Rolle spielt das soziale Umfeld beim Schriftsprachenerwerb?

Das soziale Umfeld leistet einen wesentlichen Beitrag, indem es durch Vorlesen, das Einbinden in Alltagsaktivitäten und die Bereitstellung von Schriftmaterialien den Kindern erste, spielerische Zugänge zur Schrift ermöglicht.

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Details

Title
Lese- und Schreibkompetenz. Frühes Lesen und Schreiben auf der Grundlage von Thomas Franzkowiak
College
Technical University of Berlin  (Geisteswissenschaften)
Course
Grundlagen der Linguistik
Grade
1.7
Author
Ena Weiss (Author)
Publication Year
2011
Pages
16
Catalog Number
V283017
ISBN (eBook)
9783656835714
ISBN (Book)
9783656835721
Language
German
Tags
lese- schreibkompetenz frühes lesen schreiben grundlage thomas franzkowiak
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ena Weiss (Author), 2011, Lese- und Schreibkompetenz. Frühes Lesen und Schreiben auf der Grundlage von Thomas Franzkowiak, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283017
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