Dienstleistungsunternehmen in Deutschland sehen sich u.a. durch die zunehmende Öffnung der Märkte einem verstärkten Wettbewerb ausgesetzt. Dieser steigende Wettbewerb zwingt Dienstleistungsunternehmen, genau wie Industrienunternehmen, zunehmend zu einer kostengünstigeren Produktion ihrer Leistungen. Demzufolge steigt der Wunsch in vielen Dienstleistungsunternehmen nach aussagefähigen Kostenrechnungssystemen.
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick zur allgemeinen Bedeutung der Kostenrechnung und geht auf die Kosten und Leistungen im Dienstleistungsunternehmen ein. Dafür wird der Begriff "Leistung" definiert, sowie die Kosten und ihre Besonderheiten und Zurechnungsprobleme aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Die Bedeutung der Kostenrechnung
1.1. Allgemeine Funktionen der Kostenrechnung
1.2. Konkretisierung der allgemeinen Funktionen aus Sicht von Dienstleistungsunternehmen
2. Kosten und Leistungen in Dienstleistungsunternehmen
2.1. Definition von Leistungen
2.2. Erfassung und Ausweis der Kosten
2.3. Besonderheiten der Kosten in Dienstleistungsunternehmen
2.4. Zurechnungsprobleme von Kosten und Erlösen zu Leistungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Spezifika der Kostenrechnung im Dienstleistungssektor und analysiert, wie sich die dort vorherrschenden Besonderheiten – insbesondere Immaterialität, Integrativität und Leistungsverbundenheit – auf die Gestaltung von Kostenrechnungssystemen auswirken, um eine fundierte unternehmerische Entscheidungsunterstützung zu ermöglichen.
- Allgemeine Funktionen und Aufgaben der betrieblichen Kostenrechnung
- Herausforderungen bei der Definition und Messung von Dienstleistungsleistungen
- Strukturelle Besonderheiten der Kostenerfassung in Dienstleistungsunternehmen
- Die Rolle von Bereitschafts- und Leerkosten bei schwankender Nachfrage
- Problematiken der Kosten- und Erlöszurechnung aufgrund von Leistungsverbundenheit
Auszug aus dem Buch
2.3. Besonderheiten der Kosten in Dienstleistungsunternehmen
In Dienstleistungsunternehmen dominieren ganz eindeutig die Kosten der Leistungsbereitschaft bzw. die Bereitschaftskosten. Darunter sind Kosten zu verstehen, die unabhängig von der Inanspruchnahme der angebotenen Leistung entstehen. Damit ein Dienstleistungsunternehmen seine Kunden auch in Zeiten hoher Nachfrage zufrieden stellend bedienen kann, muss eine bestimmte Mindestgröße des Potentials ständig bereitgestellt werden. So kann die Deutsche Bahn nur dann umfassende Mobilität anbieten, wenn sie eine Vielzahl von Verbindungen zur Verfügung stellt, die nicht immer voll ausgelastet sein können. Ebenso verhält es sich mit den Bahnhöfen. Viele Bahnhöfe werden im Tagesdurchschnitt eher wenig in Anspruch genommen. Allerdings dürfen sie während der Stoßzeiten des Pendlerverkehrs nicht überfüllt sein, damit das Qualitätsempfinden des einzelnen Bahnreisenden nicht nachhaltig gestört wird.
In erster Linie fallen Bereitschaftskosten für Personal, Gebäude und Maschinen und zunehmend für Informations- und Kommunikationstechnik an. In vielen Fällen, wie bei Beratungsgesellschaften, im Handel oder bei Banken und Versicherungen, nehmen die Personalkosten einen erheblich größeren Kostenblock als in Industrieunternehmen ein. Es handelt sich dabei um Fixkosten, die der Dienstleister unabhängig von der produzierten und abgesetzten Leistungsmenge tragen muss und die (zumindest kurzfristig) nicht veränderbar sind. Bezogen auf die einzelne Leistung stellen die fixen Bereitschaftskosten gleichzeitig Gemeinkosten dar. Grund dafür ist, dass die kostenverursachenden Produktionsfaktoren für eine Vielzahl von Leistungen, nicht selten der unterschiedlichsten Art, genutzt werden, so dass diese Kostenblöcke den einzelnen Leistungen nicht unmittelbar zugerechnet werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einführung beleuchtet den Trend zur Dienstleistungsgesellschaft und den damit einhergehenden wachsenden Bedarf an fundierten Kostenrechnungssystemen in Dienstleistungsbetrieben.
1. Die Bedeutung der Kostenrechnung: Das Kapitel definiert die grundlegenden Aufgaben wie Dokumentation, Planung, Steuerung, Kontrolle und Konfliktregelung und konkretisiert deren Anwendungsspezifika im Dienstleistungssektor.
2. Kosten und Leistungen in Dienstleistungsunternehmen: Hier werden die zentralen Begriffe und die Herausforderungen bei der Erfassung, der Analyse von Kostenbesonderheiten sowie der Zurechnung von Kosten und Erlösen bei Leistungsverbundenheit behandelt.
Schlüsselwörter
Kostenrechnung, Dienstleistungsunternehmen, Leistungsbereitschaft, Bereitschaftskosten, Kostenstellenrechnung, Kostenträgerrechnung, Immaterialität, Integrativität, Leistungsverbundenheit, Fixkosten, Leerkosten, Nutzkosten, externe Faktoren, Prozesskostenrechnung, Entscheidungsunterstützung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die theoretischen und praktischen Grundlagen der Kostenrechnung mit einem spezifischen Fokus auf die Besonderheiten von Dienstleistungsunternehmen.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentrale Themen sind die Funktionen der Kostenrechnung, die Besonderheiten der Kostenarten- und Kostenstellenrechnung in Dienstleistungsbetrieben sowie die Problematik der Zurechnung von Kosten und Erlösen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Kostenrechnungssysteme gestaltet sein müssen, um trotz der hohen Individualität und Immaterailität von Dienstleistungen aussagekräftige Informationen für das Management zu liefern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender betriebswirtschaftlicher Theorien zur Kostenrechnung und deren kritischer Übertragung auf den Dienstleistungssektor.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Funktionen der Kostenrechnung, die Erfassung von Kosten, die Besonderheiten der Kostenbeeinflussbarkeit durch externe Faktoren und die Zurechnungsprobleme thematisiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Dienstleistungsunternehmen, Bereitschaftskosten, Integrativität, Immaterialität und Leistungsverbundenheit.
Warum spielt die Leistungsbereitschaft eine so große Rolle bei Dienstleistungen?
Da Dienstleistungen meist nicht auf Lager produziert werden können, müssen Dienstleister Kapazitäten für Spitzenbedarfe bereithalten, was zu hohen fixen Bereitschaftskosten führt.
Welchen Einfluss hat der Kunde auf die Kostenstruktur?
Durch die Integrativität wirkt der Kunde aktiv am Prozess mit, was je nach Art der Mitwirkung zu Kostensenkungen, Kostenneutralität oder Kostenerhöhungen führen kann.
Was bedeutet Leistungsverbundenheit in diesem Kontext?
Leistungsverbundenheit tritt auf, wenn mehrere Leistungen gemeinsame Kosten oder Erlöse verursachen, was eine eindeutige Zurechnung auf einzelne Leistungen erschwert.
Wie kann mit dem Problem der fehlenden Messbarkeit umgegangen werden?
Der Autor schlägt vor, durch eine modular aufgebaute Kostenrechnung und Komplexitätsreduktion (z.B. Klassenbildung bei Leistungen) eine Balance zwischen Genauigkeit und Wirtschaftlichkeit zu finden.
- Arbeit zitieren
- Diplom-Betriebswirt Timo Werner (Autor:in), 2006, Die Bedeutung der Kostenrechnung. Welche Kosten und Leistungen gibt es im Dienstleistungsunternehmen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283690