Die Heilung der blutflüssigen Frau. Exegese zu Mk 5,21-43


Quellenexegese, 2014

44 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Übersetzungsvergleich

2.Textanalyse
2.1 Kontextanalyse
2.2 Textabgrenzung
2.3 Sprachlich-syntaktische Analyse
2.4 Semantische Analyse
2.5 Narrative Analyse
2.6 Pragmatische Analyse
2.7 Feststellung der Kohärenz

3.Literarkritik

4 Formkritik

5 Redaktionskritik und Überlieferungsgeschichte

6 Traditionsgeschichte

7 Wirkungsgeschichte

8 Hermeneutische Reflexion

Literarturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Internetseiten

Einleitung

Die folgende Exegese bezieht sich auf das Markusevangelium Kapitel 5 Vers 21- 431. Grundlegend beziehe ich mich in meiner Arbeit auf die Mitschriften der Vor- lesung aus dem WS 2013/14 bei Herrn Prof. Dr. Wolfgang Weiß: „Die Theologie neutestamentlicher Schriften - Überblick und Schlüsseltexte“ sowie die Mitschrif- ten aus dem Seminar „Methoden der Exegese neutestamentlicher Texte“. Zur Auswahl für die Exegese standen verschiedene Evangelientexte wobei mir die o. g. Perikope thematisch am meisten zugesagt hat. Für die Exegese habe ich ei- nen Text gesucht, der nach meiner Überzeugung auch in der heutigen Zeit rele- vant ist. Dementsprechend konnte ich mich, nach oberflächlicher Betrachtung der Doppelperikope, mit dem Charakter der blutflüssigen Frau identifizieren. Darüber hinaus, hat nach Abschluss dieser Ausarbeitung der Text die Intention den Glau- ben an Jesus zu vermitteln, wodurch dieser eine völlig andere Bedeutung be- kommt als vorerst angenommen. Letztendlich hat die Tatsache, dass diese Exege- se ohne Verwendung von Altgriechisch geschrieben wurde, das zielführende Schreiben erschwert.

Um die Doppelperikope zu verstehen und den Inhalt zu filtern wurde in dieser Ausarbeitung mit einer Übersetzung begonnen. Hierfür wurden drei Bibelüberset- zungen zu Rate gezogen. Darauf folgt eine Textanalyse aller wichtigen Inhalte des Textes. Hierbei wurde zuerst der Kontext der Geschichte betrachtet, nachfolgend der Text abgegrenzt und sprachlich-syntaktisch analysiert. Darauf folgen eine semantische Analyse der Sinnlinien sowie eine narrative und pragmatische Auseinandersetzung mit dem Text. Ein Zwischenfazit zeigt daraufhin die Kohä- renz des Textes an. Anschließend daran folgen für die Exegese wichtige Inhalte wie die Literarkritik, Formkritik, Redaktionskritik und die damit einhergehende Überlieferungsgeschichte. Abschließend folgen die Traditionsgeschichte, die Wirkungsgeschichte und eine hermeneutische Reflexion welche zusätzlich als Schlussbemerkung agiert. Im Anhang befindet sich neben einer Erklärung zum selbstständigen Abfassen dieser Arbeit, Kopien der verwendeten Internetseiten.

1 Übersetzungsvergleich

Aufgrund meiner Studienausrichtung Lehramt für Realschulen, wurden zur Über- setzung drei deutsche Übersetzungen verglichen und ausgewertet. Neben der El- berfelder Bibel von 19052, der Züricher Einheitsübersetzung von 2007 3, wurde ebenfalls die Luther Bibel von 1984 4 betrachtet. Für die Bearbeitung wurde zu aller Erst eine Tabelle zum Vergleich erstellt, um im Anschluss daran, einen flie- ßenden Text zu erstellen. Anhand der farblichen Unterlegung wird ersichtlich in- wiefern sich die Texte vergleichen lassen oder diese voneinander abweichen. Die gelb unterlegten Versteile beinhalten Wörter, die in allen Übersetzungen gleich sind. Hierbei kann es vorkommen, dass sie Sätze identisch vom Satzbau sind oder nur vom Tempus voneinander abweichen. Gegebenenfalls ist die Satzstellung unterschiedlich, aber im Sinnzusammenhang sind die gleichen Wörter wiederzu- finden. Die blau unterlegten Wörter und Versteile sind nur in der Elberfelder- und in der Züricher Einheitsübersetzung wiederzufinden. Dies gilt ebenso für den Vergleich der Einheitsübersetzung mit der Lutherübersetzung (grün unterlegt) und den Vergleich mit der Elberfelder und der Lutherübersetzung (pink unterlegt). Folgende Legende stellt die Zusammenhänge für den weiteren Verlauf gekürzt dar:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Für die nachfolgende eigene Übersetzung wurden die identischen Textteile über- nommen. Für Verspassagen in denen keinerlei Übereinstimmung zu finden war, wurde die für den Sinn bestenfalls passende Form einer der oberen Übersetzungen verwendet. Mit Ausnahme von Vers 29, 30 und 42. Hierbei gibt es eine Überein- stimmung des Wortes sogleich in der Einheitsübersetzung, sowie in der Luther- übersetzung. Die Elberfelder hingegen verwendet das Wort alsbald, welches be- zeichnend für den sprachlichen Stil des Verfassers ist5, weshalb die Wahl darauf fiel, dieses Wort im Kontext zu verwenden. Darüber hinaus wurde sich trotz der Übereinstimmung von Vers 22 in der Elberfelder und der Einheitsübersetzung für die aramäische Schreibweise des Namens Jaïrus entschieden, welche statt des lateinischem i ein Trema6 verwendet. Bei dem Namen handelt es sich um eine Abwandlung des Hebräischen7 Wortes Jaïr und bedeutet der Licht verbreitende8. Weiterhin wird dem Namen Jaïrus eine symbolische Bedeutung zugeschrieben. Demnach bedeutet dieser „er (=Gott) wird erwecken“9. Hieraus ergibt sich allein durch die Namensgebung des Synagogenvorstehers eine Vorschau auf den weite- ren Verlauf der Erzählung. Aus dem obigen Vergleich der drei Übersetzungen ergibt sich dementsprechend folgende Übersetzung, welche als Grundlage für den weiteren Verlauf dieser Exegese dient:

Heilung der blutflüssigen Frau - Auferweckung der Tochter des Jaïrus

21 Und als Jesus im Boot wieder an das jenseitige Ufer hinübergefahren war, versammelte sich eine große Volksmenge bei ihm; und er war am See.

22 Da kommt einer von den Synagogenvorstehern mit dem Namen Jaïrus, und als er ihn sieht, fällt er ihm zu Füßen

23 und bat ihn sehr und sprach: Meine Tochter liegt in den letzten Zügen: Komm und leg ihr die Hände auf, damit sie gerettet werde und lebe.

24 Und er ging mit ihm, und eine große Volksmenge folgte ihm und drängte sich um ihn.

25 Und da war eine Frau, die seit zwölf Jahren mit dem Blutfluss behaftet war,

26 und hatte vieles erlitten unter vielen Ärzten und all ihre Habe aufgewandt und hatte keinen Nutzen davon gehabt, es war schlimmer mit ihr gewor- den.

27 Als sie von Jesus hörte, kam sie in der Volksmenge von hinten und berühr- te sein Kleid;

28 denn sie sagte sich: Wenn ich nur seine Kleider anrühre, werde ich geret- tet.

29 Und alsbald versiegte die Quelle ihres Blutes, und sie spürte es am Leibe, dass sie von der Plage geheilt war.

30 Und alsbald spürte Jesus, dass eine Kraft von ihm ausgegangen war, und wandte sich in der Volksmenge um und sprach: Wer hat meine Kleider be- rührt?

31 Und seine Jünger sprachen zu ihm: Du siehst, wie die Volksmenge sich um dich drängt, und sagst: Wer hat meine Kleider berührt?

32 Und er schaute umher, um sie zu sehen, die das getan hatte.

33 Die Frau, voll Furcht und Zittern, wissend, was ihr geschehen war; sie kam und fiel vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit.

34 Er aber sprach zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dich gerettet; gehe hin in Frieden und sei gesund von deiner Plage.

35 Noch während er redete, kommen sie von dem Synagogenvorsteher und sagen: Deine Tochter ist gestorben! Was bemühst du den Meister noch?

36 Jesus hörte was geredet wurde, und spricht zu dem Synagogenvorsteher: Fürchte dich nicht; glaube nur!

37 Und er ließ niemanden mit sich gehen außer Petrus und Jakobus und Jo- hannes, den Bruder des Jakobus.

38 Und sie kommen in das Haus des Synagogenvorstehers, und er sieht ein Getümmel und wie sie weinen und heulen.

39 Und er geht hinein und spricht zu ihnen: Was lärmt und weint ihr? Das Kind ist nicht gestorben, sondern es schläft.

40 Und sie verlachten ihn. Er aber treibt alle hinaus, nimmt den Vater des Kindes und die Mutter und die bei ihm waren mit und geht hinein, wo das Kind lag.

41 Und er ergriff die Hand des Kindes und spricht zu ihm: Talita kum! Das heißt: Mädchen, ich sage dir, stehe auf!

42 Und alsbald stand das Mädchen auf und wandelte umher, denn es war zwölf Jahre alt. Und sie waren fassungslos vor Entsetzen.

43 Und er gebot ihnen streng, dies niemanden wissen zu lassen, und sagte, sie sollten ihr zu essen geben.

2 Textanalyse

In den folgenden Unterkapiteln wird der vorab übersetzte Text Mk 5,21-43 in seinen Einzelteilen betrachtet und analysiert. Untersucht werden die sprachliche Struktur, die Intention und die damit verbundene Kohärenz.

[...]


1 Im nachfolgenden mit Mk 5,2-43 abgekürzt

2 Im nachfolgenden Elberfelder genannt.

3 Im nachfolgenden Einheitsübersetzung genannt.

4 Im nachfolgenden Luther genannt.

5 Seminar Weiß

6 Trema: Bedeutung ï

7 Stephan Dibowski, Jairus. Bedeutung und Herkunft, Mannheim 2012. Gefunden am 12.05.14 unter http://www.familienbande24.de/vornamen/jungs/Jairus/seite3.html

8 Andreas Hardt/ Dietrich Runkel/ Burkhard Wandhoff, Jairus, Wiehl 2014. Gefunden am 12.05.2014 unter http://www.bibelkommentare.de/index.php?page=dict&article_id=2952

9 Joachim Gnilka, Das Evangelium nach Markus, Neukirchen-Vluyn 2010, 211.

Ende der Leseprobe aus 44 Seiten

Details

Titel
Die Heilung der blutflüssigen Frau. Exegese zu Mk 5,21-43
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Institut für evangelische Theologie und Religionspädagogik)
Veranstaltung
Exegese des Neuen Testaments
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
44
Katalognummer
V283971
ISBN (eBook)
9783656838272
ISBN (Buch)
9783656838289
Dateigröße
826 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
heilung, frau, exegese
Arbeit zitieren
B. A. Tessa Ostermann (Autor), 2014, Die Heilung der blutflüssigen Frau. Exegese zu Mk 5,21-43, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283971

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