Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Familie“ und zwar insbesondere mit den nachfolgenden Aspekten, die eine facettenreiche Annäherung an das Konstrukt „Familie“ ermöglichen sollen.
Der erste Teil der Arbeit befasst sich mit der Fragestellung „Was ist eine Familie?“. Ausgehend von dieser Fragestellung werden zu Beginn einige Definitionsversuche vorgestellt und der rechtliche Status der Familie geklärt. Des Weiteren sollen in diesem Abschnitt auch die Kennzeichen einer Familie nach Rosemarie Nave-Herz, einer deutschen Soziologin, sowie die unterschiedlichen Bindungsarten in Familien thematisiert werden.
Anschließend soll, beginnend bei den Hausgenossenschaften in der Antike, über die vorindustriellen Familienhaushalte und die bürgerliche Familie, schließlich zu den heutigen Familienformen geführt werden.
Nach der Betrachtung des historischen Wandels folgen einige sozialwissenschaftliche Theorien zur Familie, dazu gehört die strukturfunktionale Familientheorie nach Parsons, die interaktionistische Familientheorie sowie der systemtheoretische Familienansatz.
Inhaltsverzeichnis
1. Thematische Hinführung
2. Die Familie aus verschiedenen Blickwinkeln
2.1. Was ist eine Familie?
2.1.1. Definitionsversuche
2.1.2. Rechtlicher Status der Familie
2.1.3. Kennzeichen einer Familie nach Rosemarie Nave-Herz
2.1.4. Bindungsarten in Familien
2.2. Familien im historischen Wandel
2.2.1. Hausgenossenschaften in der Antike
2.2.2. Vorindustrielle Familienhaushalte
2.2.3. Die bürgerliche Familie
2.2.4. Die Familie heute
2.3. Sozialwissenschaftliche Theorien zur Familie
2.3.1. Die strukturfunktionale Familientheorie nach Parsons
2.3.2. Die interaktionistische Familientheorie
2.3.3. Der systemtheoretische Familienansatz
2.4. Aufgaben und Leistungen
2.4.1. Die Reproduktionsfunktion
2.4.2. Die Sozialisations- und Erziehungsfunktion
2.4.3. Die Platzierungsfunktion
2.4.4. Die politische Funktion
2.5. Demographische Entwicklung
2.5.1. Familien mit minderjährigen Kindern 2012
2.5.2. Anzahl der Eheschließungen seit 1950
2.5.3. Geburtenentwicklung seit 1950
3. Umsetzung im Unterricht
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das komplexe Konstrukt „Familie“ durch eine theoretische Annäherung, historische Betrachtung und demographische Analyse zu durchdringen, um daraus didaktische Impulse für den Grundschulunterricht abzuleiten. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf das Verständnis des Familienbegriffs im Wandel der Zeit sowie dessen praktische Umsetzbarkeit im schulischen Kontext.
- Facettenreiche Annäherung an den Begriff „Familie“
- Historischer Wandel familiärer Strukturen von der Antike bis heute
- Sozialwissenschaftliche Theorien und Funktionen der Familie
- Analyse der aktuellen familiendemographischen Entwicklung in Deutschland
- Didaktische Konzepte zur Behandlung des Themas „Meine Familie“ im Unterricht
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Definitionsversuche
Die erste Annäherung an den Begriff „Familie“ soll über einige Definitionsversuche erfolgen, an denen deutlich wird, dass es nicht einfach ist, eine Formulierung zu finden, die „die historische und kulturelle Vielfalt der Familienformen sowie deren Legitimationen und ideologischen Überfrachtungen berücksichtig[t]“1.
So definiert Richter beispielsweise die Familie als „eine Lebensgemeinschaft, die überwiegend aus Eltern und Kindern besteht [und] [...] auf Abstammung oder entsprechender Fürsorge- und Erziehungsverantwortung [beruht].“2 Anhand dieser Definition wird deutlich, dass zu einer Familie sowohl Eltern als auch Kinder gehören, die in einem speziellen Verhältnis zueinander stehen. Dies zeigt auch der Definitionsversuch von Böhnisch und Lenz, bei dem dieses spezielle Verhältnis noch durch den Begriff der Generationen genauer charakterisiert wird, denn bei ihnen heißt es: „Das zentrale Kennzeichen von Familien ist die Zusammengehörigkeit von zwei (oder mehreren) aufeinander bezogenen Generationen, die zueinander in einer El-ter-Kind-Beziehung stehen.“3
Zusammenfassung der Kapitel
1. Thematische Hinführung: Der Abschnitt erläutert die Zielsetzung der Arbeit und gibt einen Überblick über die behandelten Schwerpunkte von der Theorie bis zur Unterrichtspraxis.
2. Die Familie aus verschiedenen Blickwinkeln: Dieses Kapitel analysiert das Konstrukt „Familie“ durch Definitionen, historischen Wandel, sozialwissenschaftliche Theorien, ihre Funktionen und aktuelle demographische Daten.
3. Umsetzung im Unterricht: Der Teil widmet sich der praktischen Anwendung des Themas im Sachunterricht der Grundschule unter Berücksichtigung des bayerischen Lehrplans und didaktischer Ansätze.
Schlüsselwörter
Familie, Familienformen, Wandel, Sozialisation, demographische Entwicklung, Strukturfunktionalismus, Systemtheorie, Reproduktion, Erziehungsfunktion, Grundschule, Sachunterricht, Lebensgemeinschaft, Geburtenrate, Eheschließung, Generationen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine umfassende Analyse des Konstrukts „Familie“, indem sie historische, soziologische und demographische Perspektiven vereint, um ein fundiertes Verständnis für diese Lebensform zu entwickeln.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Familie, den historischen Wandel der Familienstrukturen, klassische soziologische Familientheorien, die gesellschaftlichen Funktionen der Familie sowie die aktuelle demographische Lage.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, eine theoretische Basis zum Familienbegriff zu schaffen, um daraus fundierte Anregungen für die Behandlung des Themas „Meine Familie“ im Grundschulunterricht abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse soziologischer und pädagogischer Fachliteratur sowie der Auswertung demographischer Statistiken des Statistischen Bundesamts.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die definitorische Annäherung, die historische Betrachtung, die Darstellung relevanter Theorien, eine Analyse der Familienfunktionen sowie eine statistische Auswertung aktueller Entwicklungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Familie, Familienformen, Sozialisation, Demographie, Generationenverbundenheit und didaktische Umsetzung im Sachunterricht.
Wie unterscheidet sich die „bürgerliche Familie“ von den „Hausgenossenschaften“?
Während die Hausgenossenschaften eine Notgemeinschaft mit Fokus auf ökonomischen Nutzen und patriarchaler Herrschaft waren, zeichnet sich die bürgerliche Familie durch die Trennung von Privat- und Arbeitsleben sowie das Ideal der auf Liebe basierenden Lebensgemeinschaft aus.
Warum ist die „Platzierungsfunktion“ der Familie problematisch?
Sie ist problematisch, da die Familie zur Vererbung sozialer Ungleichheit beitragen kann, da der soziale Status nach wie vor stark mit dem Bildungserfolg korreliert und die Platzierung häufig indirekt über die soziale Schicht erfolgt.
Welche Rolle spielt das Grundgesetz für die Familie?
Artikel 6 des Grundgesetzes stellt die Familie unter den besonderen Schutz des Staates, was unter anderem steuerliche Vergünstigungen, Kindergeld und die staatliche Aufsicht über die elterliche Erziehungspflicht umfasst.
Was wird unter dem „Pillenknick“ verstanden?
Der Pillenknick bezeichnet die drastische Abnahme der Geburtenzahlen in Deutschland nach dem Geburtenmaximum des „Babybooms“ im Jahr 1964.
- Arbeit zitieren
- Tanja Mai (Autor:in), 2014, Die Familie aus verschiedenen Blickwinkeln, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284167