Es gibt ein Frankreich außerhalb Europas? Diese Frage hört man nicht selten, wenn man im Kreise der Familie oder mit Freunden auf das Thema der französischen Überseegebiete kommt. Und schließlich sind alle verwundert, dass es französisches Territorium sowohl im Atlantischen als auch im Indischen und im Pazifischen Ozean gibt.
In dieser Arbeit soll nun ein französisches Ferienparadies, ein Département Frankreichs in der Karibik, besonders betrachtet werden: Guadeloupe.
Nach einer Klärung der in diesem Zusammenhang wichtigen Begriffe wie F/francophonie und Abkürzungen wie D-ROM oder CTOM, soll Guadeloupe im ersten Hauptteil der Arbeit zunächst kurz allgemein vorgestellt werden. Um politische Gegebenheiten verstehen zu können, folgen diese nach einem knappen geschichtlichen Exkurs. Um das Département genauer kennenzulernen, folgen Betrachtungen des Bildungswesens, Informationen zur guadeloupischen Umwelt, Auseinandersetzungen mit den ökonomischen und kulturellen Gegebenheiten sowie mit den dort anzutreffenden Sprachen und Religionen. Zudem gibt es einen Diskurs zu den aktuellen Problemen auf der Insel. Dies soll letztlich auch den Eindruck, dass es sich bei Guadeloupe um ein wahres Paradies handelt, kritisch hinterfragen.
Im zweiten Hauptteil soll es ausführlich um das Thema „Guadeloupe“ im Französischunterricht gehen. In diesem soll geklärt werden, wie man sich als Lehrkraft zusammen mit den Schülern der Thematik nähern kann und in welchem Kontext dies überhaupt möglich ist. Des Weiteren sollen Hinweise zum Referat als Form der Leistungserbringung gebracht werden.
Alles in allem soll die Arbeit sowohl die positiven als auch die negativen Seiten der zu Frankreich gehörenden Inselgruppe Guadeloupe aufdecken.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Begriff der F/francophonie
3. Das Überseedépartement Guadeloupe
3.1. Allgemeine Informationen
3.2. Geschichtlicher Abriss
3.3. Politische Gegebenheiten
3.4. Bildungswesen
3.5. Umwelt
3.6. Ökonomie
3.7. Kultur
3.8. Sprachen
3.9. Religion
3.10. Aktuelle Probleme auf Guadeloupe
3.10.1. Streiks auf Guadeloupe
3.10.2. Der Chlordecon-Skandal
4. Guadeloupe im Französischunterricht
4.1. Erste Überlegungen
4.2. Planung der Unterrichtssequenz „La France d’outre mer“ für die Sek.II
4.2.1. Unterrichtsziele
4.2.2. Vorbereitung der Referate
4.2.3. Schülerreferat am Beispiel „Guadeloupe“
4.2.4. Sind die Unterrichtsziele erreichbar?
5. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Überseegebiet Guadeloupe jenseits seiner idyllischen Fassade als Ferienparadies kritisch zu beleuchten und Möglichkeiten für eine didaktisch sinnvolle Integration des Themas in den Französischunterricht aufzuzeigen.
- Allgemeine Informationen, politische Rahmenbedingungen und sozioökonomische Struktur des Départements.
- Analyse aktueller gesellschaftlicher Probleme wie der Generalstreiks von 2009 und des Chlordecon-Skandals.
- Didaktische Planung einer Unterrichtssequenz zur französischen Überseethematik für die Sekundarstufe II.
- Methodische Anleitungen zur Gestaltung von Schülerreferaten als Form der Leistungserbringung.
Auszug aus dem Buch
3.10.2. Der Chlordecon-Skandal
Die ARD-Rundfunkanstalt berichtete am 11.04.2010 in dem Magazin „Weltspiegel“ über Das Gift im Paradies. Bei dem Gift handelt es sich um Chlordecon. Bevor ich nun zur Bedeutung von Chlordecon für Guadeloupe komme, sollte zunächst geklärt werden, was unter der Verbindung überhaupt zu verstehen ist. Bei Chlordecon handelt es sich um ein Organochlor-Insektizid mit Kontaktgiftigkeit. Es zeigt eine Tendenz zur Akkumulation in Fischen, Säugetieren und Milch, das heißt, dass es in den Organismen angereichert wird, wenn diese mit ihm in Berührung kommen. Ob dieses Insektizid beim Menschen krebserregend wirkt und bei Schwangeren zu Fehlbildungen führt, sei noch nicht eindeutig nachgewiesen. Aber dem entgegen führt der französische Krebsforscher Professor Dominique Belpomme den Anstieg von Prostatakrebs, die erhöhte Zahl von Missbildungen bei Neugeborenen sowie Unfruchtbarkeit bei den Einwohnern Guadeloupes und auch Martinique auf die Insektizide zurück, die auf den karibischen Bananenplantagen eingesetzt wurden.
Fakt ist, dass die Schädlichkeit dieses Insektizids bereits seit 1979 bekannt ist und ein internationales Abkommen zur Begrenzung persistenter organischer Schadstoffe aus selbigem Jahr ein vollständiges Verbot des gefährlichen Pestizids vorsieht. Im französischen Mutterland wurde es aber erst 1990 verboten, auf den Antillen noch drei Jahre später. Verwendet wurde es aber hinter vorgehaltener Hand bis 2002 und so sind bis heute Böden und Gewässer verseucht. Der Verzehr der Bananen von verseuchten Plantagen sei aber unbedenklich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, Guadeloupe als französisches Überseegebiet im Kontext einer "Francophonie" zu betrachten, und skizziert den Aufbau der Arbeit.
2. Der Begriff der F/francophonie: Dieses Kapitel definiert den Begriff Francophonie sowohl als politische Organisation als auch als Gesamtheit der globalen französischsprachigen Sprachgemeinschaften.
3. Das Überseedépartement Guadeloupe: Ein umfassender Überblick über geographische, historische, politische, ökonomische und kulturelle Gegebenheiten der Insel, ergänzt durch eine kritische Betrachtung aktueller Probleme wie Streiks und Umweltbelastungen.
4. Guadeloupe im Französischunterricht: Dieses Kapitel widmet sich der praktischen Umsetzung des Themas im Unterricht, inklusive didaktischer Planung, Zielsetzung und methodischer Hinweise zur Referatsgestaltung.
5. Schlussbemerkung: Ein Resümee der Arbeit, das die Notwendigkeit unterstreicht, Schülern ein differenziertes Bild französischer Überseegebiete und ihrer kulturellen Besonderheiten zu vermitteln.
Schlüsselwörter
Guadeloupe, Überseedépartement, Frankreich, Französischunterricht, Francophonie, Chlordecon, Bananenplantagen, Kolonialgeschichte, didaktische Planung, Schülerreferat, soziale Kompetenz, Karibik, Umweltbelastung, interkulturelle Kompetenz, Kreolische Sprache.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine umfassende Analyse des französischen Überseedépartements Guadeloupe und erörtert, wie dieses Thema didaktisch aufbereitet im Französischunterricht behandelt werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit deckt politische Strukturen, Geschichte, Wirtschaft, kulturelle Besonderheiten sowie aktuelle ökologische und soziale Krisen ab.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein differenziertes Bild von Guadeloupe zu vermitteln, das über das Klischee eines Ferienparadieses hinausgeht und Lehrkräfte bei der Unterrichtsgestaltung unterstützt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf Fachliteratur, offiziellen Regierungsdokumenten und aktuellen Medienberichten basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Vorstellung der Insel (Teil 1) und eine didaktische Planung für den Unterricht, inklusive methodischer Hinweise zu Schülerreferaten (Teil 2).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist charakterisiert durch Begriffe wie Guadeloupe, Überseedépartement, Francophonie, Didaktik, interkulturelle Kompetenz und soziale Probleme.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Lehrers bei der Vermittlung?
Die Lehrkraft soll den Schülern helfen, über den Kontext der Francophonie Interesse an der Thematik zu entwickeln und ihre Medienkompetenz zu schärfen.
Welche Bedeutung hat der "Chlordecon-Skandal" in diesem Zusammenhang?
Er dient als exemplarisches Beispiel für die sozialen und ökologischen Konflikte, die aus der historischen kolonialen Abhängigkeit resultieren.
- Quote paper
- Michèle Eichberg (Author), 2010, Das Überseedépartement Guadeloupe und seine Vermittlung in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284195