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Partizipation und Datenschutz bei der Bürgerbeteiligung

Title: Partizipation und Datenschutz bei der Bürgerbeteiligung

Essay , 2013 , 20 Pages , Grade: 1,4

Autor:in: Daniel Reiss-Gerwig (Author)

Law - Data protection
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Weder die vollständige Geheimhaltung noch die vollständige Transparenz sind mit unserem Modell einer freien Gesellschaft vereinbar. Die vollständige Transparenz eines Bürgers gegenüber dem Staat kann den Bürger an der Persönlichkeits-entfaltung hindern. Alleine das Wissen, dass man „beobachtet“ wird, kann zu (vermeintlich) sozial erwünschtem Verhalten anhalten. Gleichzeitig verhindern fehlende Informationen die Bildung einer eigenen Meinung. In unserer repräsentativen Demokratie werden zahlreiche Entscheidungen von dafür bestimmten Gremien getroffen. In den letzten Jahren gibt es jedoch einen eindeutigen Trend zu mehr direkter Demokratie in Form von Bürgerbeteiligung. Unter der Überschrift ePartizipation werden die Informations-, Diskussions- und Entscheidungsprozesse teilweise in das offene Internet verlagert. Dies erfordert auch eine Umstellung der Informationsversorgung. Während Gremien auch nichtöffentlich tagen und Hintergrundinformationen gezielt an die Gremienmitglieder verteilt werden ist dies bei einer Diskussion in der breiten Öffentlichkeit nicht möglich. Das Thema Datenschutz ist hier ein ständiger Begleiter

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Datenschutz als Phänomen der 1980er Jahre ?

Abgrenzung des Schutzbereiches

Verfahrensschutz

Besonderheiten bei elektronischen Partizipationsverfahren

Der sich beteiligende Bürger

Sonderproblem Wahlen

Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der zunehmenden Digitalisierung von Partizipationsprozessen in der Kommunalpolitik und der Wahrung datenschutzrechtlicher Grundrechte. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie Bürgerbeteiligung durch moderne digitale Werkzeuge gefördert werden kann, ohne dabei die informationelle Selbstbestimmung und den Schutz sensibler Daten zu gefährden.

  • Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung in der modernen Verwaltung
  • Herausforderungen der elektronischen Partizipation und Transparenz
  • Rechtliche und technische Anforderungen an Online-Bürgerbeteiligung
  • Authentizitätsrisiken und Pseudonymität bei digitalen Beteiligungsformaten
  • Grenzen des E-Votings bei bindenden kommunalpolitischen Entscheidungen

Auszug aus dem Buch

Besonderheiten bei elektronischen Partizipationsverfahren

Als Besonderheit der ePartizipation im Vergleich zu klassischen Beteiligungsverfahren ist der weltweite Zugriff und die automatische Recherchierbarkeit zu nennen. So können auch bei öffentlichen Anhörungen die Haltungen der einzelnen Personen ermittelt werden. Dies setzt jedoch die Anwesenheit bei allen Anhörungen, verbunden mit der Möglichkeit, die Betroffenen zu identifizieren, voraus. Damit ist dies mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Da die Anhörung wie auch die Bürgerversammlung nur einem geschlossenen Personenkreis (zum Beispiel allen Einwohnern) offen steht, kann ein Außenstehender diesen Weg nicht wählen.

Bei einer „virtuellen“ Anhörung (zum Beispiel in einem online-Forum) ist häufig eine Suche nach Personen, teilweise sogar weltweit und ohne jedwede Begrenzung über Internet-Suchmaschinen, möglich. Daher können bestehende gesetzliche Regelungen zur Offenlegung (z.B. an der „Gerichtstafel“) nicht ohne weiteres auf das Internet übertragen werden. So legt § 2 der Verordnung zu öffentlichen Bekanntmachungen in Insolvenzverfahren im Internet beispielsweise fest, dass zwei Wochen nach der Erstveröffentlichung die Daten nur mit einer Mindestkombination an Suchmerkmalen gefunden (dies ist vergleichbar mit einer gezielten Nachfrage nach einem Einzelfall) und technische Maßnahmen gegen das Auslesen des kompletten Datenbestandes getroffen werden müssen (entspricht einer Verhinderung des Abschreibens der Aushangtafel).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es wird die historische Entwicklung der Slogans zwischen Geheimhaltung und Transparenz beleuchtet und der aktuelle Trend zur ePartizipation in der öffentlichen Verwaltung skizziert.

Datenschutz als Phänomen der 1980er Jahre ?: Das Kapitel hinterfragt die Aktualität des Datenschutzes angesichts gesellschaftlicher Debatten und technischer Herausforderungen wie Big Data.

Abgrenzung des Schutzbereiches: Hier wird der juristische Rahmen der informationellen Selbstbestimmung dargelegt und die Abwägung zwischen Transparenz, Geschäftsgeheimnissen und Persönlichkeitsrechten thematisiert.

Verfahrensschutz: Dieser Abschnitt behandelt die Zweckbindung von Daten bei behördlichen Prozessen und die Risiken der automatisierten Datenverarbeitung für den Einzelnen.

Besonderheiten bei elektronischen Partizipationsverfahren: Das Kapitel analysiert die Herausforderungen durch weltweite Recherchierbarkeit und die Notwendigkeit technischer Schutzmaßnahmen bei Online-Beteiligung.

Der sich beteiligende Bürger: Fokus auf das Vertrauen der Bürger in datenschutzkonforme Systeme und die Integration von Social Media unter Wahrung der Persönlichkeitsrechte.

Sonderproblem Wahlen: Die Problematik der elektronischen Stimmabgabe bei bindenden Wahlen wird analysiert, wobei die verfassungsrechtliche Anforderung der öffentlichen Überprüfbarkeit im Vordergrund steht.

Zusammenfassung: Fazit und Handlungsempfehlungen zur technischen und organisatorischen Ausgestaltung von Beteiligungsprozessen unter Einhaltung datenschutzrechtlicher Vorgaben.

Schlüsselwörter

Bürgerbeteiligung, ePartizipation, Datenschutz, Informationelle Selbstbestimmung, Transparenz, Pseudonymität, E-Voting, Grundgesetz, Verwaltung, Öffentlichkeitsbeteiligung, Datensicherheit, Zweckbindung, Digitale Demokratie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, die entstehen, wenn Verwaltungsprozesse und Bürgerbeteiligung in den digitalen Raum verlagert werden, insbesondere im Hinblick auf den Datenschutz.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themen umfassen die informationelle Selbstbestimmung, die Risiken der elektronischen Datenverarbeitung, die Anforderungen an sichere Partizipationsplattformen und die Problematik digitaler Wahlen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Bürgerbeteiligung technisch und organisatorisch so gestaltet werden kann, dass demokratische Teilhabe möglich ist, ohne die Rechte auf Privatsphäre und Datenschutz zu verletzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer juristischen und politikwissenschaftlichen Analyse sowie der Auswertung aktueller Leitfäden, Rechtsprechung und fachlicher Literatur zur ePartizipation.

Welche Schwerpunkte werden im Hauptteil gesetzt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Schutzbereichen, die spezifischen Anforderungen an digitale Verfahren, Fragen der Benutzeridentifikation (Pseudonymität) und die besondere Hürde elektronischer Wahlen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Bürgerbeteiligung, informationelle Selbstbestimmung, Transparenz und die verfassungsrechtlichen Grenzen digitaler Instrumente.

Warum stellt das "Sonderproblem Wahlen" eine besondere Hürde dar?

Wahlen sind der Kern der Demokratie. Das Bundesverfassungsgericht verlangt, dass alle wesentlichen Schritte für den Bürger ohne besondere Fachkenntnisse nachvollziehbar sein müssen, was bei komplexen kryptographischen E-Voting-Verfahren derzeit nicht gegeben ist.

Welche Rolle spielt die "2-Click-Lösung" in der Arbeit?

Sie wird als ein technischer Ansatz diskutiert, um Social-Media-Anbieter datenschutzkonform in kommunale Beteiligungsplattformen zu integrieren und den ungewollten Datentransfer zu verhindern.

Wie bewertet der Autor das Spannungsfeld zwischen Transparenz und Datenschutz?

Es wird betont, dass es sich nicht um ein absolutes "Entweder-Oder" handelt, sondern um ein auszubalancierendes Regel-Ausnahme-Verhältnis, bei dem die informationelle Selbstbestimmung als grundrechtsgleiches Recht stets gewahrt bleiben muss.

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Details

Title
Partizipation und Datenschutz bei der Bürgerbeteiligung
Grade
1,4
Author
Daniel Reiss-Gerwig (Author)
Publication Year
2013
Pages
20
Catalog Number
V284316
ISBN (eBook)
9783656846116
ISBN (Book)
9783656846123
Language
German
Tags
partizipation datenschutz bürgerbeteiligung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Reiss-Gerwig (Author), 2013, Partizipation und Datenschutz bei der Bürgerbeteiligung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284316
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