Internationale Bemühungen um "Nachhaltige Entwicklung" in den tropischen Regenwäldern


Hausarbeit, 2009
14 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil
2.1 Nachhaltige Entwicklung - Versuch einer Definition
2.2 Die tropischen Regenwälder und ihre Zerstörung
2.2.1 Der Beitrag Tropischer Regenwälder zur Lebensqualität
2.2.2 Geschwindigkeit und Ausmaß der Zerstörung
2.2.3 Ursachen der Zerstörung
2.3 Maßnahmen gegen die Zerstörung
2.3.1 Xaturnahe Bewirtschaftung und deren Zertifizierung
2.3.2 Internationale Bemühungen zum Schutz der Wälder - Was bisher erreicht wurde
2.3.3 Internationale Bemühungen zum Schutz der Wälder - Vor­schläge für eine Waldkonvention

3 Schluss

1 Einleitung

Die tropischen Regenwälder, also die immergrünen Wälder in Siid- und Mit­telamerika sowie in Ostasien, Australien und in Zentral- und Westafrika1, sind wichtiger Bestandteil des Ökosystems unserer Erde, Doch leider werden stetig große Flächen dieser Wälder vom Menschen bewusst zerstört. Da das Problem global ist, bedarf es einer Lösung auf der internationalen Ebene, In dieser Haus­arbeit wird die Notwendigkeit einer Lösung sowie die Schwierigkeiten und die bisherigen Erfolge der gemeinsamen Arbeit und Verhandlungen thematisiert. Da dieser Prozess noch lange nicht abgeschlossen ist, wird es auch darum gehen, zu welchem Ergebnis er führen könnte beziehungsweise sollte.

Bereits im Titel der Hausarbeit ist von der Nachhaltigen Entwicklung die Rede, Dieses Konzept, welches ich im folgenden Abschnitt erläutere, wird bei einer möglichen Lösung eine tragende Rolle spielen müssen, da sieh ein Großteil der tropischen Länder noch in der Entwicklung befindet,

2 Hauptteil

2.1 Nachhaltige Entwicklung - Versuch einer Definition

Der Begriff Nachhaltige Entwicklung2 ist bisher nicht auf eine, eindeutige Definiti­on gebracht worden. So seheiterte in Großbritannien eine ganze interministerielle Arbeitsgruppe an dem Versuch, XE auf einen Punkt zu bringen,3 In diesem Ab­schnitt möchte ich zeigen, welche Schwierigkeiten sieh bei der Definition von XE ergeben.

Die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung4 definierte XE in ihrem 1987 veröffentlichten Brundtland-Report als eine Entwicklung,

|,,,| die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen

Bedürfnisse zu befriedigen[...]5 6

In seinem Buch »Ein Mangel an Vernunft«|1| stellt der Wirtschaftsprofessor Wil­fried Beekermann jedoch fest, dass bereits die gegenwärtige Generation nicht alle ihre Bedürfnisse befriedigen könne, und demnach fraglich sei, warum dies für künf­tige Generationen anders sein soll,7 Außerdem würden beispielsweise Menschen unterschiedlicher Kulturen verschiedenen Bedürfnissen unterschiedliche Wichtig­keit beimessen. Demnach wäre schwer zu entscheiden, was den zukünftigen Gene­rationen erhalten bleiben müsse, damit diese ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen könnten. Diese Passage des Brudtland-Reports eigne sieh also nicht als Hand­lungsanleitung,8

Der Report wird konkreter, wenn er an anderer Stelle folgendes besagt:

Der Verlust von Pflanzen- und Tierarten kann die Optionen zukünfti­ger Generationen sehr einschränken; daher erfordert Nachhaltige Ent­wicklung die Bewahrung von Pflanzen- und Tierarten.9

Nach Beekermann ist dieses Konzept von XE abzulehnen, da es nicht akzeptabel sei, immense Kosten und Ressourcen aufzubringen um alle Pflanzen- und Tier­arten der Erde zu erhalten,10 Diese Kosten und Ressourcen solle man beispiels­weise lieber dafür verwenden, weltweiten Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Beekermann meint zu beobachten, dass auch viele Umweltschützer dies erkannt hätten, woraufhin sie ihr Konzept abschwächten. Diese »schwache« Nachhaltigkeit erlaube den Verbrauch einiger natürlicher Ressourcen, wenn eine angemessene Entschädigung, beispielsweise durch Investitionen in Sachkapital, etwa den Bau von Schulen oder Krankenhäusern, erfolge,11 Somit sei XE »|...| als dauerhafte Verbesserung (oder zumindest Aufrechterhaltung) der Lebensqualität |...|«12 zu verstehen. Um diese zu erreichen, dürfe auch natürliches Kapital, also beispielsweise eine bestimmte Tier- oder Pflanzenart, geopfert werden,13

Natürlich stehen einige natürliche Ressourcen, wie beispielsweise saubere Luft, in sehr direktem Zusammenhang zur Lebensqualität, Betrachtet man allerdings die miserablen Umweltbedingungen amerikanischer Städte im 19, Jahrhundert, die sieh jedoch weiter entwickeln und ihre Umweltbedingungen verbessern konn­ten, so zeigt sieh, dass ein schlechter Status Quo nicht gleich XE ausschließt.14

Dr, Gerhard de Haan, Professor für Umweltbildung an der Freien Universität Berlin15, fasste XE in einem Expertengutachten wie folgt zusammen:

|,,,| nachhaltige Entwicklung ¡stellt| ein gesellschaftliches Leitbild für die Zukunft dar, welches die Verbesserung der ökonomischen und so­zialen Lebensbedingungen der Menschen mit der Sicherung der na­türlichen Lebensgrundlagen in Einklang bringen soll,16

Bei meiner folgenden Betrachtung werde ich mich auf die beiden letztgenann­ten Definitionen beziehen und für diese den Begriff »schwaches« Konzept der XE oder einfach »schwaches« Konzept verwenden. Dies tue ich nicht etwa aus Überzeugung von diesem Konzept, sondern aus Überzeugung davon, dass dieses »schwache« Konzept der Nachhaltigkeit wohl jenes ist, auf das man sieh auf der internationalen Ebene am ehesten einigen könnte,

2.2 Die tropischen Regenwälder und ihre Zerstörung

2.2.1 Der Beitrag Tropischer Regenwälder zur Lebensqualität

In diesem Abschnitt werde ich darlegen, weshalb die tropischen Regenwälder auch nach dem »schwachen« Konzept der XE als unbedingt schützenswert einzustufen sind. Dabei werde ich, dem »schwachen« Konzept gemäß, idealistische Schutz­gründe außer Acht lassen und mich auf die folgenden vier Leistungen der Regen­wälder beschränken,

- Produktion von Brenn- und Bauholz,
- Schutz des Bodens tropischer Regionen vor Xährstoffentzug.
- Bereitstellung von Biodiversität17 beispielsweise für die medizinische For­schung.

[...]


1 f2l vgl. S. 121-122.

2 Im Folgenden mit XE abgekürzt.

3 flf vgl. S. 25.

4 Die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung war eine unabhängige Sachverständigen­kommission der Vereinten Nationen, die mit der »[...] Erstellung eines Perspektivberichts zu langfristig tragfälliger, umweltschonender Entwicklung im Weltmaßstab [...]« beauftragt worden war. (7 zitiert u. vgl. Geschichte - Der Weg von Stockholm nach Rio - Unsere ge­meinsame Zukunft.)

5 zitiert Geschichte - Der Weg von Stockholm nach Rio - Unsere gemeinsame Zukunft.

6 vgl. Geschichte - Der Weg von Stockholm nach Rio - Unsere gemeinsame Zukunft.

7 fl] vgl. S. 17.

8 fl] vgl. S. 18.

9 fl] zitiert S. 19.

10 Allerdings widerspricht Beckermann damit nicht bloß einem Vorschlag des Brudtland-Reports sondern sogar der Konvention zur Erhaltung der biologischen Vielfalt, welche die Vereinten Nationen bereits verabschiedet haben. Auf diese Konvention werde ich weiter unten noch eingehen.

11 fl] vgl. S. 19-20.

12 fl] zitiert S. 21.

13 fl] vgl. S. 21.

14 [11 vgl. S. 27.

15 vgl. Mitarbeiter - Prof. Dr. Gerhard de Haan - Zur Person.

16 zitiert S. 12.

17 »Biodiversität wird als Vielfalt des Lebens definiert, d. h. der Reichtum des Lebendigen, bezogen auf einen festgelegten zeitlichen oder räumlichen Abschnitt.«(2zitiert S. 129-130.)

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Internationale Bemühungen um "Nachhaltige Entwicklung" in den tropischen Regenwäldern
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Internationale Umweltpolitik
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
14
Katalognummer
V284482
ISBN (eBook)
9783656845553
ISBN (Buch)
9783656845560
Dateigröße
1172 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
internationale, bemühungen, nachhaltige, entwicklung, regenwäldern
Arbeit zitieren
Benjamin Klemen (Autor), 2009, Internationale Bemühungen um "Nachhaltige Entwicklung" in den tropischen Regenwäldern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284482

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