Wie kann die deutsche Sprache vor dem Verfall geschützt werden? Analyse und Interpretation der Reportage "Deutsch for Sale" von Mathias Schreiber


Essay, 2011
8 Seiten, Note: 1
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Zunehmende Popularität moderner Medien lässt die deutsche Sprache in Vergessenheit geraten

2 Analyse und Interpretation der Reportage „Deutsch for Sale“ von Mathias Schreiber und anschließende Erörterung der Frage, welche Maßnahmen gegen eine Bedrohung der deutschen Sprache möglich sind
2.1 Erschließung und Interpretation der Reportage „Deutsch for Sale“
2.1.1 Sprachschwund als globales Phänomen (Z. 1-7)
2.1.2 Vernachlässigung der deutschen Sprache, sowohl international als auch national (Z. 8-18)
2.1.3 Moderne Medien und „Vielrederei“ als Mitursachen für die Dekadenz der Sprache (Z. 19-36)
2.1.4 Wachsende Unsicherheiten beim Umgang mit Grammatik (Z. 37-54)
2.1.5 Englische Sprache als Katalysator der Dekadenz (Z. 55-75)
2.1.6 Gründe für die Übernahme englischer Sprachfetzen in deutscher, nationalsozialistischer Geschichte begraben (Z. 76-87)
2.1.7 Bemühungen um den Schutz der deutschen Sprache (Z. 88-99)
2.2 Erörterung der Frage, welche Maßnahmen gegen eine Bedrohung der deutschen Sprache möglich sind
2.2.1 Verstärktes Lernen der deutschen Sprache
2.2.2 Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit zur Förderung der deutschen Identifikation mit sich selbst

3 Veränderung der Sprachbilder als Chance auf globalen Zusammenhalt

1 Zunehmende Popularität moderner Medien lässt die deutsche Sprache in Vergessenheit geraten

„Fernsehen verblödet, Chatrooms machen einsam und Computerspiele machen unsere Kinder aggressiv“, so die provozierenden Worte des medienkritischen Journalisten und Buch-Autors David Pfeifer. Vor allem heranwachsende Jugendliche verbringen immer mehr Zeit mit mdernen Medien, Handys, Fernsehen oder dem Internet. Amerikanische Psychologen berichten sogar von Jugendlichen, die an der sogenannten „Facebook-Depression“ leiden. Doch bei all der Modernisierung der globalen Welt bleibt ein ganz wichtiger Bestandteil unserer deutschen Gesellschaft auf der Stre title="">[1] Der Reportage „Deutsch for Sale“ von Mathias Schreiber, erschienen am 02.10.06 in der Zeitschrift „Der Spiegel“, liegt genau diese Fragestellung zugrunde: Gibt es die deutsche Sprache bald nicht mehr?

2 Analyse und Interpretation der Reportage „Deutsch for Sale“ von Mathias Schreiber und anschließende Erörterung der Frage, welche Maßnahmen gegen eine Bedrohung der deutschen Sprache möglich sind

2.1 Erschließung und Interpretation der Reportage „Deutsch for Sale“

Der Artikel handelt von der sich stetig weiter drehenden Abwärtsspirale, in der sich die deutsche Sprache befindet. Schreiber macht vor allem die modernen Medien und die zunehmende Orientierung an der englischen Sprache für „die ‚jämmerliche Situation‘ der Sprache“[2] verantwortlich.

2.1.1 Sprachschwund als globales Phänomen (Z. 1-7)

In der Einleitung seiner Reportage[3] macht der Autor deutlich, dass die Dekadenz der Sprache keinesfalls ein rein deutsches Phänomen darstellt, sondern durchaus als globales Problem zu betrachten ist. Diese These belegt er durch die Anführung wissenschaftlicher Statistiken („[es gibt heute] rund 6500 Sprachen [...]. 273 davon werden von einer Million Menschen und mehr gesprochen“)[4] und Prognosen, die besagen, im schlimmsten Fall seien 80% der Sprachen „vom Aussterben bedroht“[5]. Durch das schon sehr frühe Einbauen fundierter Beweise möchte Schreiber bereits in der Einleitung dem Leser zeigen, dass er ein ernstzunehmender Journalist ist, der sich auf Tatsachen und nicht auf Hörensagen beruft. Die rhetorische Frage am Ende des Abschnitts, die die Frage aufwirft, ob auch die deutsche Sprache vom Aussterben bedroht sei[6], dient dazu, einen Spannungsbogen aufzubauen. Dem Leser wird die Antwort auf die Frage nicht direkt in den Mund gelegt, vielmehr muss er sich diese im Laufe des Artikels selbst beantworten. Ebenfalls provokant wird der Text mit der These „Mit dem Tod jeder Sprache stirbt eine Welt“[7] eingeleitet. Diese Aussage vereint gleichzeitig eine Personifikation und eine Hyperbel, wobei letztere abermals als ein Element des Spannungsaufbaus angesehen werden kann. Durch diese provokante These wird der Leser beinahe bildhaft aufgefordert bejahend zu nicken oder entrüstet den Kopf zu schütteln.

2.1.2 Vernachlässigung der deutschen Sprache, sowohl international als auch national (Z. 8-18)

Schreiber beruft sich im zweiten Abschnitt[8] auf Literaturgrößen der Vergangenheit, wie zum Beispiel Immanuel Kant (Begründer der Aufklärung: ca. 1720-1785), Johann Wolfgang von Goethe, der gemeinsam mit Schiller zur sogenannten Weimarer Klassik zählt und Thomas Mann, der für das 1901 veröffentlichte Werk „Die Buddenbrooks“ sogar den Literaturnobelpreis erhielt, und bedauert die Tatsache, dass sowohl international weniger Interesse am Deutschen besteht (seit 2000 lernten bis 2005 20% weniger Menschen deutsch), als auch national. Schreiber bezeichnet dies sarkastisch als die „Lust der Deutschen an der Vernachlässigung und Vergröberung des eigenen Idioms“[9]. Diese Aussage greift den Leser zwar nicht aggressiv an, der Sarkasmus täuscht aber nicht darüber hinweg wie ernst dem Autor das Anliegen ist, das dahinter steckt: Der Deutsche vernachlässigt das eigene Kulturbild. Der Fachbegriff Idiom kann hier synonym für Sprache oder Lexik verwendet werden uns ist nicht nur ein kleiner Baustein der insgesamt sehr komplexen Sprache des Autors. Schreiber verwendet eine betont ausgeprägte Hochsprache mit fachbegrifflichen Einflüssen, um sich somit in eine gegensätzliche Position zu dem von ihm kritisierten Sprachverfall zu bringen. Er betont damit, dass Hochsprache immer noch „funktioniert“ und einer allgemeinen Hinwendung zu einem Kauderwelsch der Umgangssprache nicht nachgegeben werden darf.

[...]


[1] Anm. des Autors: Alle verwendeten Zitate beziehen sich auf folgenden Artikel: Schreiber, Mathias: Deutsch for Sale. In: Der Spiegel, Nr. 40/2006, S. 182ff.

[2] Z. 28f.

[3] Z. 1-7

[4] Z. 2f.

[5] Z. 7

[6] Vgl. Z. 7

[7] Z. 1

[8] Z. 8-18

[9] Z. 18

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Wie kann die deutsche Sprache vor dem Verfall geschützt werden? Analyse und Interpretation der Reportage "Deutsch for Sale" von Mathias Schreiber
Note
1
Jahr
2011
Seiten
8
Katalognummer
V284618
ISBN (eBook)
9783656849001
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprache, Sprachverfall, Anglizismen, Deutsch, Spiegel, Deutsch for Sale
Arbeit zitieren
Anonym, 2011, Wie kann die deutsche Sprache vor dem Verfall geschützt werden? Analyse und Interpretation der Reportage "Deutsch for Sale" von Mathias Schreiber, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284618

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