Das italienische Parteiensystem


Hausarbeit, 2001

18 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0. Einführung

1. Das Parteiensystem in Italien
1.1. Die Geschichte Italiens
1.1.1 Entwicklung des Einheitsstaates
1.1.2. Der Faschismus in Italien
1.2. Parteienstatus
1.3. Allgemeine Grundzüge des Parteiensystems

2. Die Parteien der „ersten Republik“
2.1. Democrazia Cristiana
2.2. Partito Socialisto Italiano
2.3. Partito Comunista Italiano

3. Zusammenfassung der erarbeiteten Punkte
3.1. Der lange Machterhalt der DC
3.2. Probleme des Parteiensystems der „ersten Republik“

4. Parteien der „zweiten Republik“
4.1. Forza Italia
4.2. Democratici di Sinistra
4.3. Lega Nord
4.4. Alleanza Nazionale
4.5. Die Bündnisse

5. Zusammenfassung der erarbeiteten Punkte
5.1. Gründe für die Kurzlebigkeit von Regierungen und Parteien
5.2. Die neuen Parteien im Überblick

6. Strukturwandel und Realität
6.1. Welche Änderungen brachte der Strukturwandel wirklich
6.2. Italien im Wahljahr

7. Literaturverzeichnis

Einführung

Im Rahmen des Proseminars: „ Systemvergleich: Griechenland – Italien – Spanien“ habe ich

mich in Form eines Referates und dieser Hausarbeit näher mit dem Parteiensystem Italiens beschäftigt. Das Besondere am italienischen Parteiensystem ist sowohl die 40jährige Alleinherrschaft der Democrazia Cristiana, als auch die Zäsur am Anfang der 90er Jahre. Nach dem jahrzehntelangen Machterhalt der Christdemokraten, gewannen seit 1990 immer mehr neue Parteien an Bedeutung, während die einstige Volkspartei zerfiel. Trotz dieses Wechsels blieben jedoch viele der alten Strukturen bestehen.

Schon immer kennzeichnete Italiens Parteienlandschaft eine starke Fragmentierung und Polarisierung, sowie überdurchschnittlich häufige Regierungswechsel. Gründe hierfür lassen sich weit zurückführen, deshalb behandelt der erste Teil der Arbeit die Geschichte Italiens, besonders das „risorgimento“ und die Entwicklung des Faschismus in der ersten Hälfte des

20. Jahrhunderts. Des weiteren werden die allgemeinen Grundzüge und die Entwicklung der italienischen Parteien dargestellt, sowie deren Status in der Verfassung.

Teil zwei geht auf bekannte Phänomene der politischen Kultur in Italien ein, wie den Klientelismus oder den Transformismus, außerdem werden die relevanten Parteien der „ersten Republik“ vorgestellt, die Ergebnisse in Teil drei zusammengefasst und im Zusammenhang betrachtet. Von diesen Parteien ist heute keine mehr existent und so werden im vierten Teil die Parteien der „zweiten Republik“ besprochen. Dabei wird, wegen ihrer Bedeutung für das heutige Parteiensystem, ein besonderes Augenmerk auf die Lega Nord gelegt. Im Anschluss beschäftigt sich die Arbeit mit den Gründen für die häufigen Regierungswechsel, sowie mit bestehenden und gewandelten cleavages.

Abschließend fasst Teil sechs die Ergebnisse nochmals kurz zusammen und beleuchtet was sich nun wirklich in der sogenannten „zweiten Republik“ geändert hat. Ferner wird noch ein Blick auf die bevorstehenden Parlamentswahlen im Frühjahr 2001 geworfen.

Bewegung der nationalen „Wiederauferstehung“ (risorgimento)

Das heute bestehende Parteien- und Regierungssystem entstand in den Jahren von 1943 bis 1945. Um aber die heutigen Strukturen und Probleme verstehen und erklären zu können, ist es nötig die Entwicklung des italienischen Einheitsstaates kurz zu erläutern.

Mitte des 19. Jahrhunderts begannen sich verschiedene Volkskreise, sowie politische und kulturelle Bewegungen zusammenzuschließen, um für die Einheit Italiens zu kämpfen. Italien war zu dieser Zeit auf mehrere Souveräne verteilt. Im Norden herrschten das Königreich Sardinien-Savoyen und Österreich, in Rom der Papst, diverse Großherzogtümer in Mittelitalien und die Bourbonen im Süden des Landes. Diese Zerteilung, die im Jahre 1815 auf dem Wiener Kongress beschlossen wurde, wurde immer mehr in Frage gestellt und kritisiert. Besondere Unterstützung fand man hier durch das Piemont, das industriell und ökonomisch sehr hoch entwickelt und somit überaus mächtig war. Die Bewegung der „Wiederauferstehung“, das sogenannte „risorgimento“ war geboren. Ziel dieses Nationalbündnisses, bei dem das Großbürgertum und die Großagrarier des Südens die politische Vorherrschaft hatten, war, eine einheitliche Sprache, Kultur und Literatur durchzusetzen. Diesem Bündnis schlossen sich bald Bauernmassen, Industrieproletariat und die Mittelschicht an. Durch militärische Erfolge gegen die französischen Besatzungstruppen im Süden, eine Volksabstimmung in Mittelitalien und nicht zuletzt durch das politische Vorgehen des Königreichs Sardinien- Savoyen im Piemont erlangte man im Jahr 1861 die nationale Einheit, die vom Parlament von Sardinien-Savoyen erklärt wurde. Die Staatsform war nun streng zentralistisch, wobei das Piemont das Zentrum darstellte. Es kam zu einer ökonomischen Dreiteilung des Landes: dem hochentwickelten Norden mit seiner Industrie, dem Zentrum und dem damals schon rückständigen Süden, in dem Großbauern vorherrschten. Die angestrebte kulturelle Einheit wurde nicht erreicht, wenn man z.B. sieht, dass bis zum Ende des 19. Jahrhunderts 78% der Süditaliener Analphabeten waren.[1] Ein Grund hierfür mag sein, dass die Einigung sehr schnell vollzogen wurde und so keine „Staatsverwaltung“ aufgebaut werden konnte, die der Vielschichtigkeit des Landes und seiner Bewohner entsprach.[2]

Es kam zu großen Spannungen zwischen Kirche und Staat, bei denen die Kirche durch Papst Pius IX. ihren Angehörigen die politische Partizipation verbot. Diese Aspekte, zusammen mit der Vorherrschaft des Großbürgertums und der Großagrarier prägten den politischen sowie den gesellschaftlichen Fortgang des Landes nachhaltig.[3]

[...]


[1] Helmut Drüke, Italien. Leske und Budrich, Opladen 2000, Aufl.2, S 205-207

[2] Ernst Ulrich Große, Günter Trautmann, Italien verstehen. Primus Verlag. Darmstadt 1997, S. 5

[3] Drüke, Italien. S. 205-207

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Das italienische Parteiensystem
Hochschule
Universität Augsburg  (Institut für Politikwissenschaften)
Veranstaltung
Systemvergleich: Italien-Spanien-Griechenland
Note
1,3
Autor
Jahr
2001
Seiten
18
Katalognummer
V2848
ISBN (eBook)
9783638117234
Dateigröße
567 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Parteiensystem, Systemvergleich, Italien-Spanien-Griechenland
Arbeit zitieren
Beate Sewald (Autor:in), 2001, Das italienische Parteiensystem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2848

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