Die Geschichte eines Sozialdemokraten im 19./20. Jahrhundert Eisenach/Essen

Namensgeber des Heinrich-Rabbich-Hauses in Essen-Heidhausen


Fachbuch, 2014
64 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Zusammenfassung

2. Vorwort
2.1 Der Familien-Name
2.2 Die Lebensbeschreibung.

3. Das Arbeiter-Proletariat auf der Suche nach eigenem Standpunkt.
3.1 Die Entwicklung des Einflusses eines Individuums..
3.2. Vom Bauern zum Ackerbürger und Angehörigen des Proletariats. .
3.3. Die sozialdemokratische Arbeiterbewegung, insbesondere in Eisenach.
3.4. Die sozialdemokratische Arbeiterbewegung in der Ära der Reaktionen.
3.5. Die sozialdemokratischen Bemühungen um einen parteilichen Vorrang.

4. Das Leben, vom Mechaniker-Lehrling zum revolutionären Arbeiter.
4.1 Kindheit und Jugend von Heinrich Rabbich..
4.2 Der Widerstandskämpfer.
4.2.1 Der Ruhraufstand.
4.2.2 Heinrich Rabbich in der Weimarer Republik.
4.2.3 Zum Dritten Reich.

5. Die Persönlichkeit als Handelnder und Betroffener.

Anlage 1

Anlage 2

Anlage 3

1. Zusammenfassung

Es gibt viele Opfer von Dogmatismus, Zwangsdiktaturen und Partei-Missionierungen. Ein Beispiel liefern uns die letzten 100 Jahre, in der die politischen Herrschaften wechselten, in der die Freiheit zu einem leeren oder anders als üblich interpretierten Begriff verkamen. Viele schöne Gedenkreden für die umgekommenen Feinde der demokratischen Freiheit täuschen nicht über den zähen Kampf einzelner gegen den Stil der Unterdrückung, gegen eine Diktatur der vermeintlichen Mehrheit hinweg. Nicht allen ist ein Denkmal gesetzt, bei Heinrich Rabbich wohl im Namen eines Heimes für die Jugend..

Heinrich Rabbich war einer derjenigen, die von Jugend an sich der sozialdemokratischen und kommunistischen Idee mit Einsatz ihres ganzen Wagemutes einsetzten und durch keine Drohung und Parteidisziplin von dieser Linie abzubringen waren. Nachfolgend wurde versucht, aus den überlieferten Daten und Unterlagen ein Bild zu gewinnen, was er als Mensch war und was er im Widerstand leistete, scheinbar öfter als Verlierer gegenüber der Polizeigewalt und dem Staat, wenn auch im Kaiserreich, in den Republiken jeweils anders, aber alle gegen eine bestimmte Denkrichtung, die als unablässig feindlich einer ordnungsgemäßen Volksauffassung hingestellt wurde.

Es wurde nicht aufgerechnet, welche juristischen Gründe zu den verschiedenen Verurteilungen von Heinrich Rabbich herhalten mussten und ob die Gerechtigkeit hier neutral angewendet wurde. Aber der Lebenslauf kann als Beispiel dafür gelten, welche Methodik im Einzelnen angewendet wurde. Heinrich Rabbich gilt als Gründer einer Arbeiterjugend, die sich das Adjektiv „sozialistisch“ zulegte und die auch heute noch weiterlebt, wenn auch anders in die gegenwärtige politische Landschaft eingebettet.

Heinrich Rabbich war im Ersten Weltkrieg gegen die militärische Auseinandersetzung, nicht nur, weil man für Frieden war, sondern für Völkerverständigung. Er hat aktiv in der Weimarer Republik gegen die Zerstörer des nach Abgang der Monarchie erbauten Staates und ihrer Regierung. Besonders zeichnete er sich im Gefolge des Kapp-Putsches, in der Roten Armee, im Kampf gegen die Separatisten des Rheinlandes aus. Mit seinen Partei-freunden war er schließlich machtlos gegen die Installation des Dritten Reiches. So eckte er immer wieder an. Dabei wurde seine Ehefrau euthanisiert und er entkam gerade noch dem Konzentrationslager, dafür büßte er mehrfach in Gefängnissen und Zuchthäusern.

Heinrich Rabbich ist Angehöriger eines thüringischen Geschlechtes[1] und damit im agnatischen Sinne mit einem Erbgut, einer in bestimmter Weise festgelegten Veranlagung ausgestattet. Von Belang ist, dass er vom Großvater her bereits mit dem sozialdemokra-tischen Gedankengut geimpft war; schließlich entsprang er einer von einem Kleinbauern und um die Lebensexistenz kämpfenden Familie. Das wird im Einzelnen erläutert. So konnte ein besonderer Einfluss der menschlichen und wirtschaftlichen Umgebung nicht ausbleiben. In seinem Sinne war das nicht von Nachteil; es gibt immer eine Gruppe von Menschen, die in unterer gesell-schaftlicher Schicht aufgewachsen sind. Er ging selbstbewusst und von der Richtigkeit seiner Auffassung überzeugt seinen Weg.

So ist dieser Bericht nicht nur eine Art Biographie, sondern auch ein Aufruf, seine Selbstbestimmung zu suchen und ihr treu zu bleiben.

2. Vorwort

2.1 Der Familien-Name

Im Internet heißt es zu Heinrich Rabbich[2], dass bis jetzt wenig bekannt sei. Andererseits gibt es im Rahmen der Familien-Forschung[3] einen Heinrich Rabich, der ein Abkömmling vom Stammvater der Linie B Simon Rabich ist. Davor ist dieser „Stamm“[4] noch über 100 Jahre über schriftliche Aufzeichnungen zurück zu verfolgen und schließlich bis zu der aus dem (germanischen) Familien-Namen etymologisch ableitbaren Herkunft im 9. Jahrhundert.

Die Verdoppelung des „b“ muss im 19. Jahrhundert erfolgt sein, denn in dieser Zeit gab es in den Kirchenbüchern verschiedene Schreibweisen wie Rabbich[5], Rabig, Rabbig usw., was entweder auf mündlicher ungenauer Übermittlung oder auf Nachlässigkeit des Schreibers beruhen kann[6]. Der Vater von Heinrich Rabbich, nämlich Richard Rabich, ist in den Akten des Standesamtes[7] und der Meldebehörden von Eisenach[8] unterschiedlich feststellbar, im Kir-chenbuch Ende des 19. Jahrhunderts von Sassendorf und in den Adreßbüchern nach 1890 von Essen immer als Rabbich. Vermutungen über den Anlass der Verdoppelung oder gar eine absichtliche Abhebung von Rabich und den Verwandten in Eisenach und Herda konnten weder gefunden noch gesichert werden. Andererseits ist die Veränderlichkeit des Nach-namens nichts Ungewöhnliches[9], insbesondere dann, wenn der Vokal a verkürzt wird.

2.2 Die Lebensbeschreibung.

Der Name Heinrich Rabbich wurde 1987 zu einer Namensgebung eines Jugendheimes be-nutzt, weil damit die frühe Herkunft einer Arbeiterjugend-Bewegung betont werden sollte.[10]

Dabei verfügte man über eine Sammlung von Berichten und insbesondere über Ergebnisse von Interviews mit Heinrich Rabbich, der 1985 in Halle/Saale verstarb, wofür sich der Stadt-historiker von Essen, Dr. Ernst Schmidt, besonders einsetzte.[11] Aber diese Unterlagen stellen nur Fragmente dar, die zusammengefügt werden müssen, um ein der Wirklichkeit einigerma-ßen gerecht werdendes Abbild zu ergeben.

Heinrich Rabbich hat einen irregulären Lebenslauf und ist gekennzeichnet durch viele Ein-schnitte durch das äußere Umfeld. Da ist bereits die Spaltung zwischen arm und reich, dann die in der Arbeiterjugendbewegung schlechthin, was besonders im sozialistischen Umfeld und gegenüber den christlich-sozialen Initiatoren sich verschiedentlich verfestigen konnte. Der unablässige Einsatz für die Sozialdemokratie und Gewerkschaft schuf Spannungen zwischen seinem Arbeitgeber und ihm und nach dem Ersten Weltkrieg zwischen den revolutionären Kräften in der Bevölkerung und den national-völkisch gesonnenen. Dieser Gegensatz führte zwangläufig zur Verfolgung und Nachstellung, ja zu Gerichtsprozessen, besonders in der Nationalsozialistischen Vergangenheit des Dritten Reiches.

Richard Rabich und sein Sohn Heinrich Rabbich haben Nachkommen, aber nicht alle waren und sind mit seiner Vergangenheit einverstanden[12], eine natürliche Folge davon, wenn man etwas in der Gesellschaft als Außenseiter bewirken will und dies dem allgemeinen Trott widerspricht. Insofern ist Heinrich Rabbich sowohl Mahner als auch ein Erinnerungs-Objekt.

Die nachfolgenden Ausführungen dienen der kognitiven Zuordnung von Heinrich Rabbich in das Geschehen der damaligen Zeit und der Unterscheidung zu den heutigen Gedankengängen und Wertungen. Sie sollen aufzeigen, wieweit der Mensch tatsächlich selbstbestimmt handeln kann und wieweit er jedes Mal ein Kind seiner Zeit ist. Insbesondere kann dadurch deutlich werden, wieweit der Idealismus, dem Wollen unter einer Idee, sich von einem realen Erfolg entfernen kann, wenn man ständig drangsaliert und als politischer Exot verdammt wird. Welches Gefühl kann einen dann bewegen, wenn man als gealterter Mensch erkennen muss, dass man nur wenig erreicht hat, dass man zufrieden sein muss, dass man sich selbst nicht untreu geworden ist.

3. Das Arbeiter-Proletariat auf der Suche nach eigenem Standpunkt.

3.1 Die Entwicklung des Einflusses eines Individuums..

Die Geschichte der Menschen ist zugleich eine der Institutionen, unter denen sich die Men-schen als Einzelwesen oder in Gruppen oder anderen organisatorischen Gebilden regieren oder regieren lassen. Das Wissen um den evolutionären Prozess ist gering; es stützt sich derzeit nur auf Beschreibungen des Ablaufes und auf das Geschilderte einzelner Fälle[13] und damit auf das Wirken einzelner Individuen und vielleicht ihrer engeren Umgebung. Einflüsse im evolutionären System werden vermutet und man sucht sie gerade in der Politik heraus zu finden oder ihnen beobachtend und analysierend beizukommen z.B. durch das Anwenden evolutionärer Prinzipien bzw. Methoden oder eine Deutung sozialökonomischer Vorstellun-gen. Ein wichtiges Merkmal der Evolution scheint zu sein, dass eine Variationsbreite von Möglichkeiten bereitgestellt wird, aus denen das Beste herausselektiert werden kann oder wird. Wir nennen das zuweilen das Anwenden der Methode von „Versuch und Irrtum“, wobei Fehlerbereiche toleriert werden können.

Die Menschen sind vielfältig und unterschiedlich in ihren körperlichen, geistigen Fähigkeiten sowie charakterlichen Eigenschaften angelegt, was beim Wahrnehmen, Erkennen von Gege-benheiten der jeweiligen Situation beginnt und in ihrem Entscheiden, Handeln und Verhalten sich vergegenständlicht. Lücken der Geistesarbeit werden ggf. durch plausible Hypothesen oder auch durch Glauben geschlossen, eine Ordnung[14] durch Institutionen wird als notwendig oder unabwendbar hingenommen oder man unterwirft sich ihr – u.U. aus Zweckmäßigkeits-gründen, wobei oft unklar ist, ob das System von oben „diktatorisch“ geleitet, „demokratisch“ zustande gekommen ist und wieweit es sich in einem stabilen Gleichgewichtszustand befin-det, d.h. wieweit das Management sich daran hält. Eines scheint gewiss: in der Gesellschaft herrschen idealisierende und realistische Vorstellungen über das, was gut für die Menschen ist und was ggf. besser zu machen wäre, und dass Zwietracht dem Menschen nur schadet[15], besonders, wenn es darum geht, eine Änderung in einem herrschenden politischen System herbeizuführen und dafür Mitstreiter benötigt.

Da anfänglich in der Evolution die familiäre Bindung maßgebend für das Verhalten und Handeln des Individuums gegenüber der mit der ihn umgebenden Natur und insbesondere mit Menschen anderer Gemeinschaften war, ergab sich das Anpassen weitgehend in Eintracht und ohne große Überzeugungsarbeit. Das Können und sein Einfluss des Einzelnen waren sicht-bar und insgesamt im Vergleich mit den Leistungen anderer überschaubar; es ergab sich eine „natürliche“ Rangordnung. Mit der zunehmenden Zahl der Menschen in einer engeren geo-graphischen Verteilung taten sich Probleme in der Ordnung und Stellung unter der Vielzahl von Menschen innerhalb einer Population auf Es kam damit sowohl das Prinzip einer Machtausübung durch einzelne Gruppen oder Personen über die anderen Mitmenschen als auch das Bedürfnis strikten Einhaltens bestimmter Verhaltensregeln auf. So verlor das Individuum immer mehr an Einfluss auf das Gestalten seines persönlichen Lebens innerhalb der Gemeinschaft mit einer übergeordneten Ordnungsmacht. Die grundsätzliche eigene gedankliche Einstellung des Individuums gegenüber dem ihn betreffenden Geschehen geriet in Bedrängnis, über den Glauben an eine ganz hoch über ihm stehende Macht suchte er so etwas wie Gerechtigkeit zu gewinnen, was ihm das Leben und die Unbillen zu meistern bzw. zu ertragen half, aber ein Rest von Unverständnis blieb.[16] Das nutzen auch Parteien – jedoch unterschiedlich – aus, die SPD sah die Religionsausübung als eine Privatsache.[17]

Im Laufe der Geschichte wird Unterdrückung, Knechtschaft verschiedenster Art[18] usw. zu einem nicht geringen Merkmal menschlichen Daseins – und einzelne versuchen sich dessen - besonders in Notzeiten – tatkräftig zu erwehren. Sie müssen aber bald feststellen, dass eine solche Umwandlung in einer Population nur dann möglich zu sein scheint, wenn eine geeinte Kraft dies auch tatsächlich will, wenn sie erfolgreich eine Zentralgewalt dazu bringt, eine minimale Rechtsordnung und –sicherheit (für jedermann) zu gewährleisten.[19] Der Rütli-Schwur in Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“ ist ein Fanal-Symbol dafür.[20] Die freiheits-liebenden Bauern stehen hier einem Machtinteresse gegenüber, sie wollen keine streng ver-walteten Untertanen sein. Dieser Widerstreit erscheint auch in der „bürgerlichen“ Revolution 1798 in Paris, in denen von 1848/1849 in deutschen Staaten und in den Widerständen gegen Kollektivismus im 20. Jahrhundert. Selbst heute noch haben Menschen zuweilen das Gefühl, es wird über ihren Kopf her bestimmt und damit in das eigene Leben hineinregiert.

Über Jahrhunderte sind eine Reihe von Individuen im „Heiligen Römisches Reich Deutscher Nation“ zielorientiert auf eine nationale Einigung und Überwindung der Fürstenherrschaft und Kleinstaaterei fixiert, faktisch nach Volkssouveränität, politischer Freiheit und Selbst-bestimmung.[21] Diese Sehnsucht bestimmt1841 das Lied Hoffmann von Fallersleben, das am 11. August 1922 von dem sozialdemokratischen Rechtspräsidenten Friedrich Ebert zur Natio-nalhymne erklärt wird. In der 1. Strophe erscheint die brüderliche Einigung im Brennpunkt, in der zweiten die Tugenden der Deutschen wie Treue und in der dritten Strophe „Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland, danach lasst uns alle streben….“ Ein „Deutsches Volk“ musste als einheitlicher Begriff erst erdacht, dann im Volk – z.B. im Krieg gehen die napoleonische Unterdrückung - zum Bewusstsein gebracht und sodann als Forde-rung der Parteien zur Ziel-Parole formuliert werden.[22]

Es gibt viele Schriften über das Thema des Werdens von einem Volk[23], das Denken im Volk und das Volk als Ganzes in allen Facetten seiner Gesinnung, seiner Mündigkeit zur Selbstbe-stimmung und zum Revolutionieren.[24] Das Erzwingen eines Einordnens einer Minderheit unter die Obrigkeit eines in der Mehrheit stehenden „Volkes“, das durch Abstammung, kultu-rell gleicher Entwicklung usw. zusammengefunden hat, durchbricht den Gedanken einfacher begrifflicher Klarheit – und die geschichtliche Belastung von einzelnen Begriffen wie dem eines Führertums bringt keine volle Gedankenfreiheit, z.B. wenn man liest:

Jedes Volk muss regiert werden, seine Führer müssen es leiten, ihm seine wahren und dauernden Interessen deutlich machen, wenn nicht der Staat dem erbärmlichsten Despotismus und damit dem Zufall, der Willkür und Anarchie preisgegeben werden soll. Johannes Scherr[25]

Der Begriff Volk wird unterschiedlich gebraucht. So war z.B. ein „Volksheer“ das vom Napo-leonischen Joch befreiende militärische Mittel. Hier waren sowohl der Geist und der Mut als auch die Einsatzfreudigkeit eine andere als in einem Söldnerheer, wo Geld das Maß der Moti-vation ist. Kann das Volk aber seine Führungstruppe im Wert „richtig“ einschätzen? Das bezweifelte z.B. Napoleon. Weiß man, was das Volk wirklich will?[26] Will es die Freiheit und welcher Art soll sie sein? Will sie Gerechtigkeit in allen Lebensphasen und in gleicher Weise für jeden einzelnen in gleicher Weise? Die große Zahl einer Menschenmenge ist sicher keine Garantie für Weisheit und Vorausschau, denn die Menschen unterliegen Wunschvor-stellungen und Vorgaukelungen zukünftigen Wohl-Seins, das Gemeinwohl wird abgewogen gegen das des eigenen Wohlstandes und seiner Erhaltung oder Erzeugung.

Unzweifelhaft unterliegt die Realisierung von Volkssouveränität den Schwierigkeiten prak-tischer oder pragmatischer Abbildung über den Weg von Parteien oder über die öffentliche Meinungsbildung durch regierende Organe. Fast durchweg sind Querköpfe oder spezielle Eliten ausgeschaltet im Prozess der Abbildung, zumal zusätzlich noch Demagogen, Populi-sten und Agenten das Volk „aufklären“ oder es zu beeinflussen suchen. Aber im Prozess des Aufwachens vom Volk, hervorgerufen durch die Missstände infolge der Verarmung durch die Lohnsysteme, der Wandlung vom Handwerkergesellen zum Fabrikarbeiter im 19. Jahrhun-dert, haben gerade die Sozialdemokraten schon früh erkannt: ohne das Sammeln von Wegge-fährten, von Parteigenossen über Vorträge und damit Reiserouten von Rednern, über „Kon-gresse“, Versammlungen und unter Nutzung der parlamentarischen Möglichkeiten ist kein „Parteiprogramm“ zu konstitutionieren, wenn auch die Gefahr besteht, dass die Flügel im Partei-System auseinanderdriften und den Gesamt-Willen spalten.[27] Dieser Standpunk der Einheitsfront kommt in den Erinnerungen von Heinrich Rabbich mehrfach vor.

An sich gab es in der Geschichte – auch schon vor der Klassen- und Parteienbildung - immer wieder Ansätze zur Befreiung von Unterdrückung, zur Änderung entstandener Gewalten-Wirklichkeit, z.B. in der sogenannten Aufklärung, weil es Unterschiede im Dasein zwischen unterdrückenden und unterdrückten Menschen gab, die man als nicht natur- und ordnungs-gemäß empfand und auch als ungerecht. Für viele Unterdrückte war das der Inbegriff des Gegensatzes von Freiheit, denn dieser lag vor ihren Füßen; das spürte man.[28] Aber war nicht in diesen Bestrebungen bereits wieder das Unterordnen unter andere geistige Akteure, die das Gefühlte in Worte fassten und schließlich in Parolen gossen, ein Aufgeben einer eigenen gei-stigen Position? Bei einer Übermacht der institutionellen Regierung und der Verkümmerung auf formelle Abläufe nach einer erfolgten Wahl – das Volk bleibt außen vor - wie in unserem republikanischen Parlament[29] und auch derzeit in Europa als Verband europäischer Staaten (Regierungen)[30] geht das Individuum unter, es erfährt seine eigene Ohmacht des Handelns unmittelbar. Mancher Bundstagsabgeordnete muss das direkt erfahren.[31] Das Idealbild eines nur seinem Gewissen (und Können) unterworfenem Abgeordneten weist in der Wirklichkeit des Praktizierens so manche Mängel auf, was systemcharakteristisch und alternativlos zu sein scheint.

Nicht selten werden die vom Parlament dann zu akzeptierenden Lösungen fraktionsmäßig abgesprochen, es herrscht oft Fraktionszwang[32] und das Ergebnis eines Kompromisses unter den „Anführern“ wird präsentiert, ob es „bestens“ gestaltet ist, bleibt offen. In Europa würde das Programm der sächsischen Volkspartei von 1866 keinen Sinn mehr machen, wenn es heißt, die Feinde der deutschen Freiheit und Einheit unter allen Umständen und auf allen Gebieten zu bekämpfen und die Befreiung der Arbeit und der Arbeiter von jeglichem Druck und jeglicher Fessel anzustreben, denn über Geld und das Dasein bestimmen ja heute andere, fern von unten stehende (unbekannte) Personen. Die Verantwortungs-Personen ziehen sich in eine Anonymität zurück[33], weil man ja breit legitimiert sei.

In den letzten Jahrhunderten ist das Individuum in seiner Rechts- und Wirkungsstellung im sozialen Gefüge nicht unerheblich geändert worden, das Bild von ihm hat sich im Erschei-nungsbild und in der Realität gewandelt, schon durch die Einflüsse der Massen-Kommuni-kations-Technik, der Mobilitätsveränderung durch den Einsatz von durch Fremd-Energie angetriebenen Transportgeräten, durch die Umstrukturierung der Bildungs- und Kulturein-richtungen usw. Vor 150 Jahren mussten die Partei-Agitatoren bei jedem einzelnen Men-schen um seine Zustimmung und Mittätigkeit „werben“, nur einzelne konnten – gewisser-maßen abgesondert von der Masse[34] - eine höhere Bildungsstufe erreichen oder sich dem Kunstgenuss widmen. 1852 bestand der Staatsapparat zumeist aus „Gebildeten“ und Besit-zenden.[35]

Heute geschieht vieles unter Auflauf oder Aufruf von Masse mit an sie angepassten Bedin-gungen. Die öffentliche Meinung wird – zumindest teilweise – produziert. Der Staat wird so regiert, dass der Mensch sich nur in einem vorgegebenen Rechtsrahmen mit erheblichen Verpflichtungen wie monetären Abgaben bewegen kann, die Stimme des einzelnen wird relativiert, Außenseiter können sogar in Gefahr kommen, als unerwünschte Querulanten oder Terroristen verdammt zu sein.[36] Das bleibt nicht ohne Eindruck auf die Partei-Strategien; Macht ist von der Wähler-Stimmenzahl und dem Können der Parteiführung, von der „Gunst der Wähler“ abhängig, also muss man sich durch den Akt der Wahl eine Legitimation für eine Zeit beschaffen. Sich als Fehlentscheidungen herausstellende Aktionen müssen demgemäß z.B. kaschiert werden. Das scheint zu „klappen“, solange das Erinnerungs- und Wahrneh-mungsvermögen der Individuen nur eng begrenzt ist. Eine individuelle Geistes-Würde ist nur noch wenig Wert, der einzelne Mensch, das Individuum ist weitgehend machtlos. Er wird verwaltet und sozial betreut, wobei die Würde ein unbestimmter Begriff zu sein scheint.[37]

Systembedingt ist der Staatsregierungs-Apparat institutionell auf eine nach den Vorgaben der parteilich abgestimmten Regierung Ausführungsarbeit ausgerichtet und weniger auf eine der Wirtschaft und Industriemanagertums analoge Projekt-Tätigkeit, auch wenn sie von externen „Experten“ unterstützt wird. Daher ist die Regierung bei Großprojekten wie der Umgestal-tung der Staats-Energie-Versorgung oder einer Korrektur des Globalklimas nicht frei von Irrtümern oder Fehlern, die sich aber erst nach dem Anlauf anhand von vertaten Finanzmitteln als solche herausstellen können.[38] Die Ursachen liegen einmal in der Unfähigkeit der Men-schen, komplexe Geschehen in ihrer Tragweite überschauen und beurteilen zu können, in der Einsichtigkeit der Betrachtungsweise, in der emotionalen Beeinflussung usw., aber anderer-seits auch daran, dass man nicht über den Tellerrand der Partei hinausschaut, andere Meinun-gen seiner eigenen unterordnet und die Objektivitätseinstellung verliert, ja zuweilen, weil man glaubt, man sei menschlich schlau genug, dass man die Grenzen seiner Logik nicht mehr wahrnehmen müsste.[39]

3.2. Vom Bauern zum Ackerbürger und Angehörigen des Proletariats. .

Die Unterscheidung von (sozialen) Schichten in der Menschheit setzt die Bildung von begrifflich trennbaren Gruppen voraus, die in der Antike von geistigen Schöpfern erschaffen wurden. Die untere Schicht umfasste diejenigen, die für andere, in ihrer „gesellschaftlichen“ Stellung höher eingestuft wurden, „arbeiten“ musste, ohne das Gehirn im Kopf besonders anzustrengen und die faktisch auch kein Eigentum an Land hatten. In den von Germanen besiedelten Gebieten war der größte Teil damit beschäftigt, für die Nahrungsbedürfnisse zu sorgen, was später mit dem Begriff „Bauer“ belegt wurde. Nach Übernahme des Rechts-begriffes Grundeigentum entstand auch eine Grundherrschaft, wenn der „Bauer“ Land, was ihm nicht gehörte, gegen eine Abgabe bewirtschaftete. Im sächsischen Recht blieb der Besitz des Bauern“ im Erbfall ungeteilt, im fränkischen wurde er auf den männlichen Nachwuchs geteilt. Der über diese Anteile hinausgehende gemeindliche Besitz der Mark wurde nicht auf alle aufgeteilt, sondern war größenabhängig; der Anteil an der Gewannflur wurde zugeteilt.

Die Freiheit, über seinen Besitz verfügen zu können, änderte sich im Laufe der Geschichte, vornehmlich im Mittelalter unterschiedlich, diejenigen, die nur ihre Arbeitskraft bzw. ihre Leistungsfähigkeit einem anderen „verkaufen“ konnten, wurden eine Funktion der Zahlungs-fähigen. Hierher gehören die Begriffe von Knechtschaft, Sklaverei und Proletariat. Einige Philosophen des 19. Jahrhunderts halten dieses Missverhältnis für eine Unterdrückung, die von der unterdrückten Klasse bekämpft und beseitigt werden sollte, wozu sie aufrufen. Manche glauben, das ginge nicht ohne „Revolution“, andere sehen da Probleme.[40].

Bauern in einer Stadt können berechtigterweise Ackerbürger genannt werden, wenn die Kriterien dazu erfüllt werden, .d.h. es liegt tatsächlich eine Stadt vor und die überwiegende Zahl der Einwohner sind „Bauern“.[41] Selbst Eisenach als eine seit Ausgang des Mittelalters Residenzstadt hatte solche, aber keiner weiß, ab wann sie nur noch in der Minderheit waren. Im Zuge der gewerblichen und industriellen Entwicklung schwand ihr Anteil, der Anteil der-jenigen, die ihre Existenz nicht mehr durch Gewerbe oder Bauerntum sichern konnten, wurde größer, z.T. war er in der Manufaktur oder Fabrik als Tagelöhner und Fabrikarbeiter zu fin-den; wo sie für Lohn in Sachen und Geld arbeiteten, auf deren Höhe sie jedoch nur bedingt Einfluss hatten. Die Wanderung in die Stadt und die sich ergebenden sozialen Schichten sind unbekannt, zumal die Menschen aus der Umgebung bei Bedrängnis der die befestigten Stätten als Zuflucht benutzten und dann dort verblieben. So hat seit dem 13. Jahrhundert Eisenach Stadtrechte, aber ist erst 1596 offiziell eine Residenzstadt und damit Sitz der herrschaftlichen „Regierung“, was einen Verwaltungsapparat bedingt. In den umgebenden Ortschaften bzw. Ämtern gab es keine ausgesprochenen Stätten mit Bevölkerungszuwächsen. Für die „Land-stadt“ Berka an der Werra z.B. gibt es sogar eine Besonderheit, sie war von 1354 bis 1742 Verwaltungssitz zweier Herren (Thüringen und Hessen), aber hatte dafür kein eigentliches Zentrum, die Verwaltungen arbeiteten nebeneinander. Die Verwandtschaft der Familien-mitglieder Rabich gehörte so z.B. zu verschiedenen Ämtern; die Lage ihres Ackerlandes bestimmte ihre Zugehörigkeit.

Weil Jahrhunderte lang Eisenach Residenzstadt war, gab es (eindeutige) Arbeiter - im eigentlichen Sinne als Handarbeiter[42] - bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts in Eisenach mit seinen 10 Tausend Einwohnern nur wenige, jeder einzelne der arbeitenden Untertanen musste seine Rechte für sich bei seinem „Gebieter“ durchsetzen, selbst der einem Hand-werksmeister Unterworfene. So inszenieren einige in der hiesigen Farbenfabrik 1848 einen Aufstand, faktisch ohne Erfolg. Die Arbeiter gehören nicht zu den 40 Bürgern, die Anfang März 1848 eine Bürgerversammlung abhalten, in der sie demokratische Freiheiten und Steuergerechtigkeit fordern[43] und Deputierte an die Regierung von Sachsen-Weimar-Eisenach abordnen. Arbeiter im sozialen Elend sind damals vornehmlich solche in den Farbenfabri-ken[44], den Ziegeleien und teilweise textilen Manufakturen[45], der Brauerei (1873, später Aktienbrauerei). Auch die 1862 errichtete Gasfabrik und das 1892 errichtete Elektrizitäts-werk beschäftigt einige, ansonsten kann man solche noch stark verstreut als Hauspersonal, in Gaststätten, im Gewerbe, im Kleinhandel und bei der Eisenbahn[46] antreffen, wodurch z.B. die Postkutschen sterben, man benötigt nun hierfür keine Pferde mehr. Genannt werden können noch eine Herdfabrik, eine für Schuhleisten, eine Fensterfabrik. Als erster Großbetrieb wird gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Kammgarnspinnerei[47] und um 1896 eine Fahrzeugfa-brik[48] genannt. Allerdings gibt es über die Verteilung der Arbeiter auf die einzelnen Gruppen und über ihre Bereitschaft, ernsthaftes Wollen und entschiedenes Vorgehen die soziale Lage zu ändern, für Eisenach keine spezifische Untersuchung, aber fast jedermann weiß: die Zivilcourage hat ihre Grenzen, wenn die Existenz womöglich in Gefahr gerät.

Ein Widerstand muss – wie historisch immer wieder belegt, wenn er erfolgreich sein soll –sorgfältig organisiert werden. In der Sprache von Parteien heißt das, Propaganda so zu treiben, dass die Angesprochenen von der Richtigkeit des Verkündeten „überzeugt“ sind und sich einreihen in die Kampfbereiten. Zu den Vorbereitungen gehören eine planende Gruppe und ein Publikationsorgan. So entsteht z.B. im August 1867 ein Thüringer Wahlverein, so beschließt die Sächsische Volkspartei 1868 die Herausgabe einer Politischen Zeitung[49]. Die Lassalleaner halten am 15.11.1868 in Eisenach eine erste öffentliche Arbeiterversammlung ab, wo Beitragslisten ausgelegt werden. Man nutzt die allgemeine Stimmung, denn es beginnt das Murren über die äußeren Zwänge, man sehnt sich nach ökonomischer bzw. politischer „Freiheit“. Angeblich wird von den Machern (damals) die Aufgeschlossenheit des Eisenacher Proletariats gegenüber den brennenden Fragen der proletarischen Befreiungskampfes be-grüßt.[50] Aber die Arbeiterschaft Eisenachs scheint gespalten zu sein in Lasselleaner und linksmarxistisch ausgerichtete Arbeiter. Das zeigt sich krass am 05.08.1869 in der öffentlich aufgerufenen „Großen öffentlichen Arbeiterversammlung“[51], wo mehr als 100 Anhänger von Lassalle die von August Bebel und Wilhelm Liebknecht programmierte Veranstaltung aufflie-gen lassen wollen[52]: Die Lassellaner stört die hohe Anzahl von Delegierten Eisenacher Arbe-iter, weil sie Mandate von Arbeitervereinigungen anderer Orte bekommen haben.

Wegen der Krawalle wird die Vorversammlung (des Großen Kongresses) geschlossen und es wird eine für den nächsten Tag zum Hotel „Zum Mohren“ einberufen, die Lassellaner schließt man einfach aus, indem man ihnen ihre Mandate zurück gibt. Die das deutsche Proletariat zersplitternden Ursache war eine getrennte Organisation allen Einigungsversuchen vorzu-ziehen.[53] Eisenach offenbart mit dieser Versammlung deutlich die Tendenz zu einer radikalen Abschaffung von Klassen, zur Beseitigung des Privateigentums als Ursache einer Verknech-tung hin zu einer Herrschaft des Proletariats, einer über Jahrhunderte nachgeeifertes Fern-ziel, das jedoch auf der Strecke bleibt.[54] Die Eisenacher Parteigruppe (marxistischer Prägung) bleibt klein, sie umfasst um 1870 nur 25 bis 30 Mitglieder.[55] Gegenbewegungen von Seiten des Staates und andersdenkender Arbeiter konnten in der Grundtendenz nicht ausbleiben; alle Störer staatlicher Regierungsgewalt müssen in Schranken gehalten werden.

1875 zählt man in Eisenach, 1664 Häuser, 16164 Einwohner und 3433 Haushalte, wo ggf. für „Dienstpersonal“ ebenfalls Arbeiten anfallen und erledigt werden müssen. Ein Bild über das reale Kulturleben gewinnt man vielleicht dadurch, dass man als Maßstab auch andere ähnliche Bewegungen ins Auge fasst, z.B. dass im Juni 1874 der Nationalliberale Reichsverein (Eise-nach) 460 Mitglieder verzeichnet, ebenso wird ein Volksbildungs-Verein[56] stark besucht, deren Vorläufer Arbeiterbildungsvereine[57] sind, deren spezielles Ausmaß der Existenz in Eisenach jedoch unbekannt ist. Wenn die oft genannten historischen Philosophen Marx und Engels noch hoffen konnten, die Notwendigkeit von Klassenbewusstsein und revolutionärem Druck werde durch den sozialen Zwang in Bewegung gesetzt, so schwindet diese Hoffnung in den nächsten Jahrhunderten mit Fortschreiten der Teilnahme an selbstbestimmter Zeitverfü-gung und besserem Arbeitsethos gewaltig; es geht dann nicht mehr um die Arbeiter-Klasse; denn der Unterschied zum Angestellten und zum Geistesarbeiter wird kleiner und kleiner. So gilt grundsätzlich auch für die Umgebung von Eisenach und das mittlere Werratal um Ger-stungen und Berka der ansonsten in Thüringen in Erscheinung tretende Wandel, zunächst insbesondere der einer Landflucht infolge der geringer werdenden Erbmasse zur Verteilung an Söhne - diese müssen sich bei anderen z.B. als Knechte verdingen - , Handwerksberufe ergreifen, sich als Soldaten melden oder gar „auswandern“, wenn es ihnen nicht gelingt, im Heimatlichen eine Erbtochter zu finden und dessen Land zu übernehmen. Manche der Söhne müssen sich zweimal umorientieren, wenn der Handwerksberuf nicht mehr genug Brot bringt.

Beispiel für diesen Wandel ist das über 500 Jahre alte Bauerngeschlecht und seit dem 16. Jahrhundert dokumentierte Familien-Geschlecht Rabich[58], insbesondere das der Stammlinie B mit Johann Wilhelm Rabich, * 1823[59] und der 1869 Mehrfach-Delegierter auf der Grün-dungsversammlung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) in Eisenach ist. Was hat ihn wohl dazu bewogen, sich aktiv in dieser Richtung zu engagieren? Er ist der Sohn eines Soldaten der Garnison in Eisenach, der 1847 stirbt und dessen Mutter bereits in seinem 12. Lebensjahr 1835 gestorben ist. Vermutlich entspricht daher seine Kindheit in der Garnison beim alleinerziehenden Vater (von Beruf Kellergehilfe) nicht dem, was man im Regelfall erwarten würde[60], man kann nur annehmen, dass sich sein Patenonkel Johann Wilhelm, * 1793, verheiratet 1830, der 1857 Bürger von Eisenach wurde, um ihn gekümmert hat. Daten dazu ließen sich nicht finden, aber auch dieser ist sicher kein glänzender Ersatz, weil dieser Postillion und Kutscher ist, die Pferde zu versorgen hat und häufig abwesend ist. Deshalb ist es nicht verwunderlich, wenn Johann Wilhelm noch als 40jähriger 1863, als sein Sohn Richard geboren wird, im Kirchenbuch als Tagelöhner[61] und zugleich als Hefehändler geführt wird, ehe er 1864 als Schankwirt[62], 1866 auch als Zuckerbäcker, dann 1875 Restau-rator, 1886 mit Flaschenbierhandel usw. genannt wird. Er erwirbt sogar 1879 von einem Hefemalzmeister etwas Ackerland. Er ist also kein sogenannter „Fabrikarbeiter“, er rechnete sich nur von Stellung und Einkommen her zu den Arbeitern.

Die Tatsache, dass das einzelne Individuum eigentlich nichts grundsätzliches zu ändern vermag, ist im Herrschaftsgebiet Sachsen-Weimar-Eisenach nicht nur dem Volk, sondern auch den Adeligen, dem landsässigen Landadel, sondern auch den Regierenden klar, gerade zur Zeit der französischen Revolution sind sie besorgt, dass die Revolutions-Idee auch nach Thüringen übergreifen könnte und lassen sich über die jeweils waltende Gesinnung ihrer Untertanen berichten. Wenn auch kein tätlicher Aufstand gegen die Obrigkeit Platz greift, so reift in den Menschen jedoch der Unwille, den Fürsten allgegenwärtig zu huldigen, besonders in der Zeit nach dem Sieg der Völkerschlacht über Napoleon und die Abkehr des Rheinbun-des vom übermächtigen Franzosen. Es wächst eine nationale Gesinnung heran, die sich in örtlichen (bürgerlichen) Gruppen zusammenfindet.[63] Um die Lage von Armut und Existenz-Not von Arbeitern, der Unterschicht, kümmert man sich bei den Bürgern nur am Rande; man „spendet“ oder organisiert „Hilfen“. Da kommen gerade die Verkünder von Botschaften, wie man das generell ändern könne, zur rechten Zeit und die „Propheten“ rufen zur Sammlung derer auf, die der Unterdrückung überdrüssig sind, seien es nun die Arbeiter oder die länd-lichen Kleinbauern[64] usw. Dem Historiker wird nicht klar, ob man sich über die Risiken und Chancen einer erfolgreichen Wandlung durch die Sammlung von Menschen im Klaren war.

Die bereits seit dem 1830er Jahren größtenteils unter bürgerlich-liberaler Führung etablier-ten Arbeiterbildungsvereine wollen die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Probleme des von Karl Marx mit Blick auf die zahlenmäßig explodierende und zunehmend verarmende In-dustriearbeiterschaft begriffliche eingeführten Proletariats nicht lösen, zu der Mitte des 19. Jahrhunderts bereits nahezu die Hälfte der deutschen Bevölkerung gehören.[65] 1863 wurden Stimmen laut, eine eigenständige politische Vertretung der Arbeiterschaft zu gründen.[66]

Der sozialistisch-marxistische Flügel mit August Bebel und Wilhelm Liebknecht mit Sitz im Reichstag des Norddeutschen Bundes votierten für die Verbreitung ihrer Ideen, wodurch sie in Gegensatz zu den gemäßigteren kamen. Die beiden prägten auch das Eisenacher Programm 1869. Da beide Flügel unter staatlichen Repressionen zu leiden hatten und die Massen weni-ger zur SDAP liefen[67], einigten sich beide 1875 zur Sozialistischen Arbeiterpartei SAP. Pro-gramme sollten die Zielorientierung der Mitglieder erleichtern, aber die Praxistests erwiesen immer wieder eine innewohnende Streitkultur, die selbst am Ende des 20. Jahrhunderts nicht ausgerottet ist.[68]

Streit gehört zur Sozialdemokratie wie Hefe zum Bier. Denn Streit ist nur ein böseres Wort für Debatte, für Diskussion, für das Ringen um die beste Idee. So wie im August 1869, als sich in Eisenach die erste Partei gründet, die den Begriff Sozialdemokratie im Namen trägt: die SDAP.[69]

Diese Spannung zwischen Idee und Wirklichkeit, Programm und Praxis hat uns geformt. Sie ist für uns Antrieb oder Ausweis, je nachdem, ob wir unser Handeln pragmatisch oder pro-grammatisch verstehen. Das heißt: Wir sind innerhalb eines Jahrzehnts so etwas wie „real-existierende Sozialdemokraten“ geworden. Die über hundert Jahre ältere Partei hat uns praktisch eingeholt.[70]

3.3. Die sozialdemokratische Arbeiterbewegung, insbesondere in Eisenach.

Die geistigen Revolutionäre des 19. Jahrhunderts sind sehr ungleich in ihrer Kritik der Miss-stände, die durch die Hungersnot um 1847 verschärft wurde und deren schrecklichen Folgen Arbeits- und Trostlosigkeit sind, von einem Nichtwissen, wie es weiter gehen soll. Johannes Scherr schildert mit beißender Kritik einige Strömungen dieser Zeit mit seiner schriftstelleri-schen Meisterschaft, er skizziert die Fürsten nicht als die überragenden Menschen, sondern als Wesen mit Ausbeuter- und Unterdrückungs-Manier.[71] Er selbst war Demokrat und Verfech-ter nationaler Einigung und Befreiung 1848.[72] Die Bezeichnung bürgerlich-demokratisch drückt hier aus, dass die Arbeiter eigentlich zu dieser Zeit – und über die nächsten Jahrzehnte - hier im Allgemeinen noch keine Stimme erheben konnten, es waren die besser Gebildeten, die die herrschenden Zustände verurteilten. Das Leben der einfachen Handwerksgesellen und ländlichen Arbeiter war von Not in vielerlei Beziehung geprägt, für ein Nachdenken war wenig Zeit, in vielen Orten war es für die einzelnen faktisch unmöglich, offen zu protestieren und zu streiken, denn wovon sollten sie bei Verlust der Arbeitsstelle die Familie ernähren, was sollte morgen sein?[73]

In der Zeit, in der es noch wenig „Fabrikarbeiter“ und in Thüringen nur an vereinzelten Orten gab, konnte nur eine Vereinigung von (örtlichen) Arbeitervereinen entstehen. An der Spitze standen Zentralkomitees in Berlin und später in Leipzig. Das Ziel war die Integration der Arbeiter in die politische Demokratie.[74] Unsere Brüder, die Arbeiter, mögen es wohl wissen, wir verwerfen den Aufruhr und protestieren gegen jede Unordnung. Wir verschwören uns nicht gegen die bestehende Regierung, wir wollen nur, dass man uns einen Platz einräumt in dem gemeinsamen Vaterlande.[75]

Die geistigen Köpfe.

Karl Marx promoviert 1841 an der Universität Jena über ein philosophisches Thema. Ge-meinsam mit dem Fabrikantensohn Friedrich Engels gründet er 1847 den „Deutschen Arbei-terverein“. Er kommt über eine Abwandlung bisheriger philosophischer Denkweisen zu der Auffassung, dass das Denken geprägt wird von den Lebensumständen, d.h. die beherrschte Klasse, z.B. die der arbeitenden Menschen, hat andere Gedanken als die der herrschenden; die herrschenden Gedanken sind weiter Nichts als der ideelle Ausdruck der herrschenden mate-riellen Verhältnisse.[76] Um sich davon zu befreien, muss die Grundlage des Herrschens, das Privateigentum oder deren Kapital (den Eigentümern) weggenommen, die Herrschenden müssen enteignet werden, denn sie profitieren immer weiter von den Ergebnissen anderer, insbesondere der arbeitenden Klasse, die sich zwangläufig immer weiter in dieser Unge-rechtigkeit übt. Die Glaubensrichtung des Marxismus nimmt als mit dieser Lehre, die in mehreren Schriften verbreitet wird, da ihren Anfang.[77] Aber die davon erfassten Menschen lebten nicht selten nicht nur weit auseinander, sondern mussten sich erst mit dieser unge-wohnten gedanklichen Umwälzung vertraut machen oder damit „belehrt“ werden; was dann Agenten wahrnehmen. Sie trugen diese Denkweise als Verheißung ins Land, ihnen genügte jedoch oft schon das Fanal einer besseren Weltverkündung, anders – aber im Prinzip ähnlich wie die des Christentums, obwohl 1874 Wilhelm Hohoff sich mit August Bebel manche Re-deschlacht lieferten:

"Christentum und Sozialismus stehen sich gegenüber wie Feuer und Wasser“[78],

vielleicht aber gerade, weil sie beide dogmatisch propagiert wurden und werden.

1875 kritisiert Karl Marx das Programm von Gotha bei der Vereinigung der beiden Partei-Arbeiter-Flügel, insbesondere erklärt er, wie er sich eine kommunistische Gesellschaft vor-stellt.[79] Bis 1891 wird diese Kritik unterdrückt. Bei Karl Marx ist jeder nach seinen Fähigkeiten einzusetzen, jedem nach seinen individuellen Bedürfnissen zu helfen. Er differenziert die Verhältnisse sehr und stellt sich faktisch geistig über die Welt des Gedan-kengutes von einfachen Programm-Machern. Seine Vorstellung fußt auf der Entwicklung der Gesellschaft zu einer Reife, ehe man sich an harte Einschnitte im Staatswesen wagt. Letztendlich fürchtet er die negativen Folgen überhasteter Umwälzung; der bürgerliche Rechtshorizont dürfe erst zum Schluss überschritten werden.

August Bebel wird oft als Wegweisender sozialdemokratischer Arbeiterbewegung genannt. Er wurde in Leipzig als 22jähriger Zweiter und von 1865 bis 1872 Erster Vorsitzender des dortigen Gewerblichen Bildungsvereins. Er bildete sich intensiv weiter, wurde Mitglied des vorbereitenden Ausschusses für einen überregionalen Deutschen Arbeitertag, hielt aber die Arbeiter damals als noch nicht für eine politische Arbeit für reif.[80] Bebel orientierte sich dann weiter und engagierte sich nun in dem neu gegründeten Arbeiterverein. Als 24jähriger wird er auf dem Vereinstag des Vereinstages Deutscher Arbeitervereine (VDAV) stellvertretender Vorsitzender des Dachverbandes. Schließlich kann er 1864 als Drechselmeister eine eigene Werkstatt eröffnen. Daneben musste er sich zwangsläufig mit den Schriften Lassalles ausein-andersetzen und darüber hinaus mit denen von Marx und Engels.[81] Darüber hinaus kommt er 1865 mit dem 14 Jahre älteren Wilhelm Liebknecht zusammen[82], von dessen Grundthese, dass der politische und soziale Kampf der Arbeiter eine Einheit sei, er sich überzeugen ließ. Bebel sprach sich für eine großdeutsche Lösung aus. 1866 gründeten Liebknecht und Bebel die Sächsische Volkspartei.[83] In der Präambel des Programms verpflichten sie sich dazu, „[…] die Feinde der deutschen Freiheit und Einheit unter allen Umständen und auf allen Gebieten zu bekämpfen […]“. Sie fordern „[…] das unbeschränkte Selbstbestimmungsrecht des deutschen Volkes […]“, die Förderung des „[…] allgemeinen Wohlstands […]“ und „[…] die Befreiung der Arbeit und der Arbeiter von jeglichem Druck und jeglicher Fessel […]“. Bereits nach 3 Jahren wird sie schon wieder aufgelöst.

Die (linksmarxistische) Nachfolgepartei wird 1869 in Eisenach die Sozial-demokratische Arbeiterpartei (SDAP). Bebel kann hier bei den jahrelangen Vorbereitungen, Vortragsreisen usw. dazu sein rednerisches Talent und seine organisatorischen Fähigkeiten voll ausspielen, vielleicht gerade, weil er von seiner 1866 geheirateten Ehefrau weitgehend unterstützt und von anderen Dingen freigehalten wird und weil er jung und dynamisch und gewillt ist, die innerparteilichen sowie die wettbewerbsstörenden Quertreibereien als Antrieb für unab-lässiges Vorangehen umwertet. Eine von hemmenden Organisationen getrennte Arbeit war vorzuziehen, um sich der das deutsche Proletariat zersplitternden Ursachen zu entledigen.[84]

Die Redegewandtheit von Bebel beruht wohl weniger auf einem logischen Argumentieren, sondern auf dem glaubwürdigen Vortragen der Zielsetzung „Befreiung von Unterdrückung“, des Herstellens von realer Gerechtigkeit; es ist also mehr das Nutzen von einer Grund-stimmung des Gefühls einer ungerechten Benachteilung in der Gesellschaft unter seinen Zuhörern.[85] Schließlich kommt es auf den Erfolg an, im Fall der Gewinnung von Mitarbei-tern[86], von Partei-Mitgliedern, im Parlament um das Durchsetzen eines politischen partei-strategischen Vorhabens und die muss hier anders sein: man muss andere erst von dem besseren Konzept überzeugen, wenn diese überhaupt für so etwas zugänglich sind, wobei das Überzeugen mehr das vorteilhafte Herausstellen von zu beseitigender Ungerechtigkeit ist. Bebel muss in Thüringen bei seiner Vortragsreise (mit Liebknecht) Juni 1869 durch 12 Städte feststellen, dass das Interesse, z.B. in Eisenach am 13.06. nur „schwach“ ist; er kritisiert die Teilnahmslosigkeit der Arbeiter Eisenachs, weil er gehofft hatte, mehr Arbeiter dieser Stadt zur Versammlung anzutreffen.[87] So ist die abschließende Resolution mehr eine Bekundung der „Führer“ der „demokratischen Arbeitervereine“ Thüringens[88]:

Zur gemeinsamen Arbeit für die Lösung der sozialen Frage ist es nicht nur erforderlich, dass die Spaltungen unter den verschiedenen Fraktionen der demokratischen Arbeitervereine mit der gesamten demokratischen Partei geeint seien, dass namentlich die bei gemeinsamen politischen Angelegenheiten, insbesondere bei Wahlen, die demokratische Partei und die demokratischen Arbeitervereine zusammen gehen.[89]

Die Arbeiter in der Partei.

Es ist immer schwierig, als Historiker die richtigen Gesinnungs-Relationen unter den Arbei-tern Thüringens und besonders unter denen mit Wohnsitz in Eisenach herauszufinden. Wer ist nun zu dieser Zeit schon klassenbewußt und damit fortschrittlich[90], wenn er denn überhaupt weiß, was man darunter (heute) versteht, nach zumal z.B. zur 150 Jahre SPD–Feier im Leipziger Gewandhaus in den Festreden kein Wort über die Gründung der SDAP in Eisenach 1869 zu finden ist, aber über die Gründung der ADAV 1863, nichts über die Querelen auf der Generalversammlung am 01.03.1869 in Elberfeld, den Zwist zwischen Liebknecht, August Bebel und dem ADAV-Präsidenten[91] und schon gar nicht etwas über die Einigung 1875 in Gotha zu einer revolutionären Partei.[92] Bis Ende der 1870er Jahre waren die Arbeiter reform-orientiert eingestellt, weil sie sich dadurch eine Verbesserung ihrer Lebenssituation und sozialen Lage erhofften.[93] Diese Verallgemeinerung übersieht jedoch gänzlich die ungeheu-ren Verschiedenheiten der individuellen Lebens-Situationen und die der Bereitschaft, hier aktiv an einer Änderung zu arbeiten und diese auch bewirken zu wollen.

So kann man nicht ohne weiteres sagen, dass in Eisenach ein deutliches Übergewicht der Anhänger Bebels über diejenigen der von Lassalle gibt, die vom Redner Carl Wilhelm Tölcke aus Berlin am Gegenkongreß am 08.08.1869 im Gasthaus „Zum Schiff“ angefeuert wurden

Bebel und Liebknecht sind nicht wert, dass man sich weiter mit ihnen beschäftige.“ Kehrt denen den Rücken zu. [94] In der hiesigen Zeitung äußert man sich zum Verlauf: Trotz der zündenden Reden, denen viele Eisenacher zuhörten, haben wir nicht bemerken können, dass sich auch nur eine kleine Zahl Arbeiter den dort zugesprochenen Ansichten zugeneigt gezeigt hätten.[95] Offensichtlich kamen die Meinungen der Lassellaner bei ihnen einfach nicht an[96], aber sie gaben trotz ihrer geringen Mitgliederzahl dort von 8 bis 10 noch nicht gleich auf.[97]

Die Eisenacher Parteigruppe der Anhänger Bebel-Liebknecht sollen 25 bis 30 gewesen sein, zu denen auch Johann Wilhelm Rabich gehörte und später sein 1863 geborene Sohn Richard. Diesen Eisenachern aber sagt man nach: infolge des Zusammengehens mit den Demokraten waren die Sozialdemokraten Eisenachs über einen langen Entwicklungsprozess mit kleinbürgerlich-demokratischen Anschauungen behaftet.[98] So betätigten sich die Demokraten bei der Diskussion über die Beschlüsse vom Basler Kongress der Internatio-nalen Arbeiterassoziation am 17.09.1869 im Gasthaus „Schiff“ als Verfechter und Vertei-diger des Privateigentums an Produktionsmitteln. Die Eisenach Sozialdemokraten erkannten bei diesen Auseinandersetzungen noch nicht die Notwendigkeit sich für immer von der klein-bürgerlichen Demokratie zu lösen.[99] So der Kommentar aus der DDR-Zeit von 1981.

Durch das Fehlen einer entschlossenen Führung mit klaren revolutionären Grundsätzen konnte die Ortsgruppe der SDAP in Eisenach sich nicht ideologisch festigen und organisa-torisch zusammenwachsen und trat deshalb teilweise selbständig und dann wieder als eine Gruppe im „Sozialdemokratischen Arbeiter- und Volksverein“ auf.[100] Zu bedenken ist dabei, dass der deutsch-französische Krieg 1870/71 innerhalb der SDAP eine Krise herbeiführte. August Bebel und Wilhelm Liebknecht von der Sächsischen Volkspartei enthalten sich bei der Abstimmung im Norddeutschen Reichstag der Stimme, die ADAV stimmt dagegen. Nach der Gefangennahme von Napoleon stimmen dann am 28.11.1870 alle sozialdemokratischen Abgeordneten gegen weitere Kriegskredite. Nach dem Prozess 1872 vor dem Leipziger Schwurgericht landen Bebel und Liebknecht für mehrere Monate wegen Hochverrats auf der Festung Hubertusberg.

Auch in Eisenach rumort es, es kommt schließlich zur Abtrennung und Spaltung vom Volksverein. Zahlenmäßig lässt sich festhalten: im August 1871 auf dem Kongress der SDAP in Dresden werden aus Eisenach 22 Parteigenossen vertreten[101], auf dem 1872 in Mainz dann (angeblich) 45, wo der Parteiausschuss für Eisenach sogar einen Vertrauensmann bestimmt.[102] Nun setzt eine vermehrte Agitation der Arbeiterführerschaft der SDAP in Eisenach ein. Genosse Barowky tritt aus dem Eisenacher Volksverein aus, weil sich im Volksverein der Advokat Dr. Creuznacher als vortragendes Mitglied betrachte, aber dazu in der Eisenacher Zeitung[103] erklärt hat: meinem Gefühl nach bin ich Sozialdemokrat. Da ich aber gewohnt bin, nicht eher zu etwas mich zu bekennen, als bis ich es auch mit dem Verstand ergriffen und mir angeeignet habe, so bemühe ich mich ernstlich, die wissenschaftlichen Prinzipien jener Sozialdemokraten zu studieren. Es ist mir bisher nicht gelungen, mich von deren Richtigkeit zu überzeugen. Die Folge hiervon: ich kann mich nicht zu jener Partei bekennen.

Es wird daher auf dem 5. Kongress gefordert: Die Eisenacher Mitglieder der SDAP sollten eine eigene Parteiorganisation gründen. Barowsky wird – wenn auch nicht uneingeschränkt - Wortführer der Sozialdemokraten Eisenachs.

Bei den innerparteilichen Auseinandersetzungen und der Offensive der konservativen und reaktionären Kräfte im politischen Leben war es offensichtlich geworden, dass die Organi-sation der Partei SDAP dringend allgemein und auch in Eisenach insbesondere schlagkräftig gestaltet werden musste. Dazu bot der von Nürnberg nach Eisenach verlegte 5. Kongreß vom 23. bis 27. August 1873 Gelegenheit, auf dem 71 Delegierte aus 133 Orten 9273 Mitglieder vertreten, so der Vertreter Eisenachs Leinhos 26 Mitglieder. Nur ein energisches Zusammen-treten der Arbeiter könne hier weiter helfen, weil die herrschende Klasse die ausreichende Bildung der Arbeiter verhindere[104] und letztlich mehr Parteimitglieder nötig seien, um die Reichtstribüne mit Propagierung demokratischer und sozialistischer Ideen bessere nutzen zu können.[105] Ein langwieriger Prozess infolge der Abspaltung vom Volksverein hat endlich am 28.08.1873 dazu geführt, die Sozialdemokraten Eisenachs aus der Isolierung und damit aus den Fesseln der Burgeoisie zu befreien.[106] Die späte Trennung vom liberalen Bürgertum be-wirkte aber, dass die Arbeiterbewegung Eisenachs auch oft Schwankungen unterworfen war.

3.4. Die sozialdemokratische Arbeiterbewegung in der Ära der Reaktionen.

Im Reichstagswahlkampf 1874 tat sich in Eisenach der aus Berlin dorthin zugezogene Schuh-macher Giffey, zugleich ein bekannter Wahlagitator, besonders hervor. Er klagt den preußisch-deutschen Militärstaat an, der versuche, durch Terrormaßnahmen die revolu-tionäre Arbeiterbewegung aus der Welt zu schaffen oder zum Schweigen zu verurteilen.[107]

Bei einer Wahlbeteiligung von 61,2 % kamen dann die SDAP und ADAV zusammen auf 6,8 % der Stimmen und gewannen 9 Mandate (6 SDAP und 3 ADAV) gegenüber 2 bei der vori-gen Wahl. Die Nationalliberalen erreichten jedoch 38,8 % und 154 Mandate. Nach der Wahl erhöht die Obrigkeit ihren Druck auf die beiden linksgerichteten Parteien, Versammlungen werden verboten, in München sogar die SDAP gänzlich verboten; sie bedrohe die religiösen und gesellschaftlichen Grundlagen des Staates. In der Eisenacher Zeitung[108] tönt es:

Es kann nun nicht mehr bezweifelt werden, dass die durch ihre staatsgefährlichen und insbe-sondere reichsfeindlichen Tendenzen bekannte Sozialdemokratische Partei auch in unserer guten Stadt Eisenach ihr Haupt zu erheben wagt.

Für Eisenach sieht das Kampfergebnis des Wahlkreises so aus: 10 179 gültige Stimmen, davon entfielen auf den Kandidaten der Arbeiter 955, der der Nationalliberalen 861, allein Wilhelm Liebknecht erhielt 490 Stimmen. Das bedeutet eine erhebliche Abweichung gegen-über dem Ergebnis im ganzen Land. Der Agitator Giffey war daher den staatlichen Organen ein Dorn im Auge, es erfolgt bei ihm eine Hausdurchsuchung und er wird verhaftet. Am 05.08.1874 beginnt die Hauptverhandlung vor dem Eisenacher Kreisgericht gegen ihn und 16 seiner Genossen, Giffey erhält wegen Widerstandes gegen die Gesetze und Aufreizung ver-schiedener Klassen 3 Monate Gefängnis. Nun muss man in Eisenach beraten, wie es weiter gehen soll. Auf dem Kongress der SDAP in Koburg 1874 werden (nur) noch 40 Mitglieder aus Eisenach vertreten.

Am 12.01.1875 gründet man, um den Kontakt untereinander in Eisenach wegen der „Ver-folgung“ nicht abreißen zu lassen, eine Leseverein, später Arbeiterleseverein. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis ist Giffey trotzdem unverdrossen im Widerstand tätig, weshalb er am 05.02.1875 erneut vor Gericht steht und dann zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt wird. Unbeeindruckt davon finden weiter Versammlungen statt. Aber man sieht ein, dass die einzelnen Arbeiterbewegungen sich vereinen müssen, was im Mai 1875 in Gotha stattfindet. Über die Ergebnisse wird auf einer Versammlung am 05.06.1875 in Eisenach berichtet. Bei aller Freude über die vollzogene Vereinigung wurde übersehen, dass das Gothaer Programm weit unter dem Niveau des Eisenacher Programms lag, das trotz seiner Mängel ein revolu-tionäres Programm gewesen ist.[109]

Unbeeindruckt von den polizeilichen Maßnahmen versucht man weiterhin die Arbeiterklasse von der Richtigkeit marxistischer Lehre missionarisch zu belehren. Man will für den 13.11. 1875 eine Arbeiterversammlung einberufen, aber diese wird wegen aufreizender Tendenz und des mit dem Strafgesetzbuch kollidierenden Inhalts eines von dem Schuhmacher Giffey gehaltenen Vortrags polizeilich aufgelöst. Giffey wird deshalb am 13.01.1876 zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Danach bereiste er wegen des Reichstagswahlkampfes zu Vorträgen im Kreis Eisenach herum, um für den Kandidaten Wilhelm Liebknecht zu werben. Dieser stellt sich am 30.12. 1876 in der Gastwirtschaft „Unter den Linden“ Katharinenstraße 22, seinen Wählern vor. Im Reichstagswahlkampf 1877 erreicht Liebknecht von 10 312 gültigen Stim-men 1167, also einen Stimmenzuwachs von über 200 Stimmen gegenüber 1874. In den Gemeinden Ruhla, Creuzburg, Berka/Werra, Kittelstaal und Stedtfeld scheint er eine große Anhängerschaft gehabt zu haben. Als Folge davon erhöht sich die Verfolgungsintensität, man agiert aber weiter – wenn auch illegal. Einige aber passen sich dieser, der neuen Situation an. Davon unabhängig wird 1878 ein Sozialdemokratischer Wahlverein gebildet. Die Gelder für die Wahlagitation konnten nur mit großer Opferbereitschaft für die Sache der Arbeiterklasse zusammengebracht werden. Man meint, dass Wilhelm Liebknecht daher nur noch 254 Stim-men auf sich vereinen konnte. Den Sozialdemokraten ist es im Reichstag 1906 gelungen, für Abgeordnete die Zahlung von Diäten durchzubringen[110], allerdings nicht die Abschaffung des Mehrheitswahlrechts.[111].

Das im Reichstag Oktober 1878 verabschiedete Sozialistengesetz erlaubte es nunmehr, die letzte Organisation der Sozialdemokraten Eisenach durch die Landespolizeibehörde zu verbieten.[112] Bei den Reichstagswahlen sah die Stimmenzahl im Eisenacher Kreis daher folgendermaßen aus:

1881 29, 1884 153, 1887 352, 1890 691.

Die Ursachen über diesen Stimmenzuwachs sind nur vermutbar; möglicherweise weiterhin große Unzufriedenheit bei vielen Arbeitnehmern im Eisenacher Kreis – nicht unbedingt nur Arbeiter – und das gilt für das ganze Land. Die Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands wurde 1890 stärkste Partei mit 19.2 % der Wählerstimmen (und damit einem Zuwachs von 9.6 %), aber nur mit 35 Sitzen, die nur 8.8 % im Reichstag relativ ausmachen.[113] Vergleichs-weise sei erwähnt, dass 1903 gegenüber 1898 die Sozialdemokraten bei den Reichstagswah-len bei einer Wahlbeteiligung von 76 % 4,5 % mehr bei den Wählerstimmen erreichten, aber nur 81 Sitze, gefolgt von der Zentrumspartei mit 19,7 % der Stimmen und 100 Sitzen, also diese Fraktion war größer als die größte Partei, der SPD.

1889 hatte sich in Eisenach eine neue Ortsgruppe der SAPD gegründet. Das Fehlen einer entschlossenen Führung mit klaren revolutionären Grundsätzen erschwerte es, die Eisena-cher Parteiorganisation ideologisch zu festigen und organisatorisch zusammenzufassen.[114] Die Bedingungen für einen gezielten Kampf der Arbeiter im Sinne der Funktionäre wurden mit dem Außerkrafttreten des Sozialistengesetzes 30.09.1890 wieder besser, der Grund für eine Radikalisierung[115] entfiel[116], dennoch blieb die Sozialdemokratie in Deutschland negativ integriert.[117] Die Grundhaltung der Arbeiter blieb jedoch bis zum Ersten Weltkrieg kritisch abwägend, z.T. feindlich gegenüber dem Staat – und das, obwohl der Reichskanzler Bismarck Verbesserungen der sozialen Lage gesetzlich verankerte und deshalb als „zu arbeiterfreund-lich“ gescholten wurde.[118] Die Lösung der sozialen Frage war den Menschen äußerst wichtig, weil hier in Thüringen die Handwerkerdichte sehr hoch war; die Großbetriebe/Fa-briken waren dünn gesät. Manch einer schloss sich aus individueller Verdrossenheit gewissen Scharfmachern an. Die Parteilage blieb in Thüringen unübersichtlich, neben einem konserva-tiven Partikularismus gab es einen national- und einen linksliberalen Teil mit Tendenz zu einem Anschluss an Preußen. Besonders zog die Idee und Überzeugungskraft einer nicht-preußisch orientierten Regionalpartei des arbeitenden Volkes. Ob man sie vergleichend als Basisorganisation von unten bezeichnen kann, sei dahin gestellt.[119]

Die Thüringer Sozialdemokraten orientierten sich im innerparteilichen Streit von 1891 an der vom Parteivorsitzenden August Bebel politisch geführten und von Karl Kautsky[120] theo-retisch begründeten zentristischen Mehrheitsströmung.[121] Die Thüringer standen hinter Wilhelm Liebknecht, wenn dieser bei der Einbringung des Entwurfs des Parteiprogramms auf dem Erfurter Parteitag dazu aufrief, sich vor „anarchistischen Tollheiten“ ebenso zu hüten, wie „den Kampf opportunistischer Regierungspolitik“ zu vermeiden. Was später in der SPD und in der Wissenschaft als großer Widerspruch Theorie-Praxis ausgemacht wurde, gehörte im zeitgenössischen Bewusstsein der breiten Mehrheit der Partei durchaus zusammen.

Wenn heute gelobt wird, dass die SADP von 1878 bis 1890 vom preußischen Staat mit seinem Kanzler Bismarck durch die sogenannten „Sozialistengesetze“ aufs Schärfste bekämpft und unterdrückt wurde und die Partei eine vorbildliche illegale Arbeit und Masseneinfluss unter der Arbeiterschaft erlangte und damals zur größten und bedeutendsten revolutionären Arbei-terpartei der Welt wurde[122], so ist dies hauptsächlich den damals erbärmlichen Lebensver-hältnissen zu verdanken.[123] So konnte Wilhelm Bock in Gotha bereits am 08.04.1917 eine USPD[124] gründen, einen linken Partei-Flügel mit besonders harten Forderungen kommuni-stischer Art, die ihren (kriminellen) Ausdruck nach dem Ende des 1. Weltkrieges fanden.[125]

Der Interessenkonflikt zwischen der Arbeitnehmerschaft und den Unternehmern muss nicht, wie die Reden zweier Arbeiter auf der Wahlversammlung am 18.087.1867 in Essen beweisen, nicht existieren: es ist selbstverständlich, dass gute Arbeit auch gut bezahlt würde, und wer nichts leiste, auch nichts verdiene und das ganze System Lassalles haltlos sei.[126] Und ein zweiter Arbeiter fügt dann hinzu: die wahren Interessen des Arbeiters gingen immer mit dem Arbeitgeber, erfülle der Arbeiter seine Pflicht, so werde es ihm immer gut gehen. Hier werden die bestehenden Arbeits- und Eigentumsverhältnisse als leistungsgerechte Ordnung charak-terisiert. Trotz solcher Meinungen erreichte die ADAV (in Essen) einen hohen Stimmenanteil, der jedoch von Manipulationen gekennzeichnet war und deshalb in einer Nachwahl wieder-holt werden musste. In der speziellen Wahlagitation zielte nun der ADAV auf die Krupp-Arbeiterschaft[127] in punkto Akkord-Entlohnung mit den „unerhörten“ Lohnabzügen[128], die jedoch begründete Lohnstrafen waren, aber offenbar einer Willkür der Meister bzw. Betriebs-beamten unterlägen. Die Freistellung zum Wahlgang konnte nur über Urlaubsbeantragung erreicht werden. Weitere Bedrängungen der Arbeiter im Bandwalzwerk seitens der Betriebs-leitung zeugen von dem Bestrebungen, die aktiven ADAV-Mitglieder herauszuhalten.

Die Richtungskämpfe in der Arbeiterbewegung wirken sich auch in Essen aus, vier Fünftel der ADAV-Mitglieder traten 1869 aus, allerdings ist zu berücksichtigen, dass das Krupp-Unternehmen dieser Gruppierung dem Grunde nach feindlich gegenüber stand; solche Mit-gliedschaft war unerwünscht. Die Polizei schloss am 06.02.1870 den Essener Zweigverein ADAV, der noch 58 Mitglieder hatte. Trotz mancher Rückschläge blieb eine Reihe von Sozialdemokraten ihrer Grundeinstellung treu, wenn auch jetzt durch die Bildung katholischer Arbeitervereine zusätzlich beeinträchtigt. Einige aber zahlten bei Entlassung oft mit langer Arbeitslosigkeit.[129]

In einem anonymen Schreiben vom 17.09.1871 baten mehrere Arbeiter[130] Herrn Friedrich Krupp um zeitliche Verbesserungen und um Lohngerechtigkeit, auf die am 10.10.1871 der Firmenchef indirekt und generell Stellung bezog: Niemand dürfe es wagen, gegen ein wohl-wollendes Regiment sich zu erheben, und eher ist alles in die Luft zu sprengen, alles zu op-fern, als Arbeiterbegehren nachzugeben unter dem Druck von Streik.[131] Die Betriebsleitung wird angewiesen, äußerste Vorsicht in der Kontrolle des Verhaltens der Arbeiter und Meister walten zu lassen und jeden sofort herauszuschmeißen, der Miene macht, sich zu beteiligen bei irgendeinem Verband, der feindlich ist gegen Arbeitgeber-Kapital. Hier standen die Meister offensichtlich näher zu den Arbeitern als zur Betriebsleitung. Der Schwager von Krupp, Be-triebsleiter Prokurist Eichhoff fand es 1871 unbehaglich, wenn die verschiedenen Streiks in Deutschland, namentlich in Köln und Nippes und neuerdings in Chemnitz, wo nicht weniger als 6500 Arbeiter Streik gemacht haben sollen, ihn ängstlich machen.[132] Krupp findet 1874 zur Betriebsleitung hinsichtlich der Sozialdemokraten folgende Worte[133]:

Es ist zu empfehlen ein vorsichtiges Zusammengehen mit diskreten Leuten, damit wir sie aus der Reihe der Arbeiter und Beamten ausrotten. Keiner dieser Bande, auch nicht der Geschick-teste und Unentbehrlichste darf bleiben, weil jeder ein Todfeind ist und der Meist-Angesehene der Gefährlichste.

Die Sozialdemokraten bohren zwar weiter in der Unerträglichkeit des langen Arbeitstages und der Notwendigkeit eines zehnstündigen. Aber Krupp selbst bleibt bei seiner Haltung, sich von Arbeitnehmern nichts abtrotzen zu lassen. Ich unterziehe mich nicht aus Durst nach Gewinn der Mühe und Arbeit.[134] Die Arbeiterführer verabscheut er, wenn sie denn nicht zufrieden wä-ren, sollten sie kündigen und anderen Platz machen.[135] Diese Äußerung musste vielen als Selbst-Überhebung erscheinen und manchem, über die menschliche Arbeitskraft eigen verfü-gen zu dürfen. Im wirtschaftlichen Verteilungskonflik befand sich die Arbeiterschaft eindeutig in der schwächeren Position.[136] Aber für die Sozialdemokraten war diese Art Überheblichkeit ein Motor ihrer Agitation, die bei den Arbeitern durchaus auch Unbehagen über diese Funk-tionäre erweckte, und sie benutzen sie in der Presse. Sie argumentieren, dass die von Krupp gestellten Wohnungen letztlich seine Pflicht und Schuldigkeit sind, den herbeigezogenen Menschen ein Obdach zu geben.[137]

Die Eisenacher Mitglieder dürften weniger gewesen sein als die der ADAV, die 1874 in Essen 101 betrug. Trotzdem gingen die Sozialdemokraten von einer nicht unbeträchtlichen Zahl von Sympathisanten aus. Die Vereinigung in Gotha 1875 änderte die Schwierigkeiten der Einflussnahme. Zwei lokale Parteizeitungen waren nun ihr Publikationsorgan, das zuweilen selbst im Krupp-Werk den Arbeitern in der Pause vorgelesen werden konnte. Der Organisationsschwerpunkt scheint 1876 bei den Drehern und Schlossern in den mechani-schen Werkstätten gelegen zu haben.[138] Bei der Reichstagswahl 1877 erhielten die Arbeiter-kandidaten einen beachtlichen Anteil der Krupp-Arbeiterschaft. Der christlich-soziale Kandi-dat ging mit sozialdemokratischer Hilfe als Sieger aus der Stichwahl am 23.01.1877 hervor. Die katholische Arbeiterbewegung in Essen lehnte sich somit an die Zentrumspartei an. Insgesamt war das zentrale Wahlkomitee mit den geringen Wahlerfolgen der Sozialdemo-kraten im Rhein-Ruhr-Gebiet unzufrieden. Die Unternehmensleitung Krupp veranlasste eine gezielte Beobachtung der sozialdemokratischen Aktivitäten in ihren Werksbereichen, denn die unternehmerische Strategie der exemplarischen Arbeiterentlassungen erfüllte bei der Bekämpfung der Arbeiterbewegung meist den gleichen Zweck[139] wie ein andersartiger Druck.-

In Krupps Erklärung vom 15.03.1877 findet sich folgender Satz: In der mildesten Form geht die Lehre der Sozialisten dahin, das Eigentum des einzelnen zu beschränken, es ihm teilweise zu nehmen. Die Gesamtheit oder größere Genossenschaften sollen es besitzen und der einzelne Arbeiter Anteil am Gewinn haben. Wenn das Werk unter die Herrschaft der Sozialisten käme, würde das an Personen gebundene Vertrauen unweigerlich verlorengehen und anstelle des Vertrauens würde Misstrauen treten.[140] Bei den Arbeitern herrsche politi-scher Analphabetismus; hiermit könnten sie sich selbständig kaum auseinandersetzen. Im Sinne von Krupp waren die meisten Arbeiter von Agitatoren verführte Mitläufer. Die Sozialdemokraten reagierten scharf und verrissen diese Erklärung extrem, was wiederum die Unternehmensleitung zu Gegen-Aktivitäten veranlasste. Der Firmeninhaber forderte, unver-züglich mit Handeln und Entlassungen zu beginnen.[141] Das könne aber formal nach den allge-meinen Regeln stattfinden. Man verfügte ein Verbot des Lesens von den Firmenchef herab-würdigenden Zeitungen am 18./19.04.1877 und drohte bei Zuwiderhandlungen Entlassungen an. Das erhöhte die bereits um sich greifende Arbeitslosigkeit, besonders in den mechani-schen Werk-Stätten – selbst bei bereits länger beschäftigten. Das wirkte bei den Stammar-beitern sehr deprimierend. Die Sozialdemokraten setzen nun eine Hilfe für Parteigenossen ein. Nicht alle fanden an anderer Stelle Arbeit. Der Trend zu einer Massenbewegung war gestoppt, was durch die Sozialistengesetze weiter vergrößert wurde.

[...]


[1] http://www.familie-rabich.de/

[2] http://www.falconpedia.de/index.php5?title=Heinrich_Rabbich

[3] http://www.grin.com/de/e-book/212547/ahnen-und-familienforschung-eines-thueringischen-geschlechts http://www.archiv.sachsen.de/cps/bestaende.html?oid=12.02&file=22273.xml

[4] http://de.wikipedia.org/wiki/Stammbaum Genealogische Weitergabe über Vererbung, zumeist aus den überlieferten Daten rekonstruiert und damit nicht immer verlässlich.

[5] http://www.rechtschreibung-kinderschreibung.de/orthografie/konsonantenverdopplung2.htm

http://odl.vwv.at/deutsch/odlres/res4/KzV_RS1.htm Verkürzte Vokalsilbe des „rab“ und des Dimunitivs.

[6] Garnisonkirche Eisenach, hier war ein Nachvollzug seitens des Großvaters nicht möglich. Anlage 1.

[7] Standesamt Eisenach vom 08.10.1888 Nr. 527, verstorben Halle/Saale Nr. 832/1985 Fleischer Richard Rabbich, evgl., kann auch anderes gelesen werden. Ehefrau Louise Rabbich, geb. Frerk, evgl.

[8] Bürgerbuch Eisenach 1830-1900, fol. 364- im Jahr 1887.

[9] http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Familiennamen

[10] http://www.falken-essen.de/service/download/druckversion.pdf http://www.derwesten.de/staedte/essen/not-der-arbeiterjugend-id1918761.html http://www2.wir-falken.de/uploads/FREUNDSCHAFT_3_2003.pdf http://www.dhm.de/archiv/ausstellungen/lebensstationen/1_94.htm Hier Bild Heinrich Rabbich

[11] http://www.jugend1918-1945.de/thema.aspx?s=5591 http://www.essen.de/rathaus/aemter/ordner_41/stadtarchiv/geschichte/Geschichte_ArchivErnstSchmidt.de.html http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Schmidt_%28Autor%29 http://detlefsnotizblog.blogspot.de/2011/04/haus-der-essener-geschichtestadtarchiv.html

[12] siehe Anlagen.

[13] http://www.muenchner-wissenschaftstage.de/content/e160/e707/e728/e1101/filetitle/VPatzelt_ger.pdf Mersch, Petzer. Systemische Evolutionstheorie. 2012. ISBN 978-3-8482-2738-9 http://www.mersch.com/molmain/main.php?docid=126#mol272 5 Metz, Tino Georg Konrad. Unordnung der Ordnung. Anmerkungen zur Protologik des Beobachtens. Dissertation Universität Münster. 2007. Frankfurt/Main. Peter Lang. 2009 6 Disjuncta nocebunt. Wahlspruch auf dem Siegel des Notars und Registrators Johann Peter Rabich (1627 bis 1695), Sekreträr beim Kardinal in Fulda, sein Vater Sebastian war Hofhandschuhmacher (1500-1662). Concordia res parvae crescunt, discordia maxumae dilabuntur. Sallust, bellum Jugurthum 10,6.

[16] http://www.amazon.de/Warum-Mensch-sich-Gott-erschuf/dp/378312896X http://www.welt.de/debatte/kommentare/article112208093/Die-Macht-der-religioesen-Ordnung.html http://www.humanistische-union.de/themen/srw/huschrift21/detail/back/trennung-von-staat-und-kirche/article/historische-anmerkungen-zum-staat-kirche-verhaeltnis/ http://www.spiegel.de/einestages/80-jahre-reichskonkordat-pakt-zwischen-vatikan-und-ns-regierung-a-951201.html http://www.tagesspiegel.de/wissen/konkordatslehrstuehle-kirche-macht-staat/6632500.html

[17] https://www.spd.de/spd-webapp/servlet/elementblob/457384/content

[18] http://de.wikipedia.org/wiki/Schuldknechtschaft http://de.wikiquote.org/wiki/Knechtschaft

[19] http://www.geschichte-schweiz.ch/alte-eidgenossenschaft-1291.html

[20] http://www.blauenarzisse.de/index.php/rezension/item/4309-friedrich-schiller-wilhelm-tell http://www.swissinfo.ch/ger/tell-im-ausland--freiheitssymbol-oder-terrorist-/628554

[21] http://de.wikipedia.org/wiki/Lied_der_Deutschen unter Rechtsstaatlichkeit.

[22] http://www.comlink.de/cl-hh/m.blumentritt/agr130s.htm#A9 Wilhelm Liebknecht und August Bebel zur großdeutschen Lösung im Gegensatz zu Lasaalles Kleinstaaterei im 19. Jahrhundert. http://de.wikipedia.ortg/wiki/Sächsische_Voplkspartei Abschnitt Geschichte der Partei, 2. Absatz.

[23] http://de.wikipedia.org/wiki/Volk http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/103_4_Loetzsch.pdf

[24] http://www.teachsam.de/deutsch/d_literatur/d_litgesch/jako/litge_jako_txt_1.htm http://gutenberg.spiegel.de/buch/deutsche-kultur-und-sittengeschichte-band-iii-die-neue-zeit-7701/10

[25] 1817 bis 1886, Historiker, demokratischer Abgeordneter in Württemberger Kammer, musste nach der Revolution 1848 1849 in die Schweiz fliehen.

[26] http://www.lzt-thueringen.de/files/er_wille_des_volkes.pdf

[27] http://www.spd-bildung.de/leipziger-koepfe/august-bebel/

[28] http://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/19.%20Jahrhundert_Barrierefrei_1.pdf S.10ff.

[29] http://www.grin.com/de/e-book/279752/das-parlament-als-entscheidungsgremium-in-der-deutschen-bundesrepublik Siehe auch: http://www.grin.com/de/e-book/86096/hat-der-politiker-die-tugend-ehrlichkeit

[30] http://de.wikipedia.org/wiki/Demokratiedefizit_der_Europ%C3%A4ischen_Union

[31] http://www.sueddeutsche.de/politik/nach-kritik-am-maulkorb-fuer-bundestagsabgeordnete-rederechts-plaene-sollen-entschaerft-werden-1.1333561

[32] http://de.wikipedia.org/wiki/Fraktionsdisziplin https://www.freitag.de/autoren/cyterion/meinungskiller-fraktionszwang

[33] http://de.wikipedia.org/wiki/Deindividuation http://www.ekir.de/kk-an-der-ruhr/service/C3BB755022504EF291D5D4C99B57C9E1.php

[34] http://de.wikipedia.org/wiki/Individuum http://de.wikipedia.org/wiki/Masse_%28Soziologie%29

[35] http://www.verfassungen.de/de/th/thueringen-swe16.htm

[36] http://www.welt.de/debatte/article13842438/Die-Rechte-des-Individuums-und-die-Macht-der-Masse.html

[37] https://www.openpetition.de/petition/online/mehr-respekt-anerkennung-und-wuerde-fuer-pflegebeduerftige-und-pflegekraefte http://www.spd.de/aktuelles/125378/20141112_sterbehilfe.html

[38] http://wattsupwiththat.com/2014/11/10/on-the-elusive-absolute-global-mean-surface-temperature-a-model-data-comparison/ http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/ueber-die-schwer-fassbare-absolute-globale-mittlere-temperatur-ein-vergleich-von-daten-mit-modellen/

[39] http://pagewizz.com/klimaerwaermung-war-nur-ein-irrtum-forscher-sprechen-von-einem-fehler/ http://ruhrkultour.de/falsche-voraussagen-beim-klimawandel-das-ipcc-gesteht-irrtum-ein/ http://www.eike-klima-energie.eu/ http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/wir-sollten-etwas-streichen-die-energiewende/ http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/erfolgskontrolle-der-energiewende-politik/ http://www.energiewende-richtig.de/

[40] http://www.thur.de/philo/proletariat.htm

[41] http://de.wikipedia.ortg/wiki/Ackerbürger letzter Satz.

[42] Im weitesten Sinne derjenige, der durch Einsatz seiner körperlichen Kräfte Arbeiten verrichtet. Zusätzliche Angaben zur Charakterisierung sind statistisch nicht gesichert.

[43] Herm, R. 1981, S. 14/15

[44] 1832 Bleiweißfabrik

[45] Spinnerei 1809, für Wollgarn 1812 (ein Zeitalter der Schafhalterei), 1832 erste mechanische Spinnerei mit ca. 200 Arbeiter. 1861/2 Spinnerein mit Dampfmaschinenantrieben, 1865 Erneuerung, Krempelei, Kämmerei, 1869 neuer Spinnsaal. 1869 noch Kinder bis zu 6 h/d beschäftigt, ab 14 Jahren voll. Kammgarnspinnerei 1884 auf Aktienbasis.

[46] 1847 Anschluss nach dem Osten, 1849 nach Hessen und Werratalbahn 1859. ES gab in der Zeit des Eisenbahnbaues eine erhebliche Anzahl von Bauarbeitern dafür. Sie beteiligen sich gerade 18.01.1849 in einer Demonstration auf dem Rathausplatz in Eisenach, mit Hilfe der Bürgerwehr mussten sie den Platz räumen.

[47] http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Eisenacher_Kammgarnspinnerei 200 Jahre Kammgarnspinnerei in Eisenach 1733 bis 1933. – Die Kammgarnspinnerei Eisenach GmbH. 1924 – Entwicklungsgeschichte der Kammgarnspinnerei in Eisenach: Eisenach: Kühner. Norddt. Woll- und Kammgarn-Industrie-AG. 1933 1865 wurde die Anzahl der Spinnmaschinen erhöht, nach dem Bau einer Kraftanlage 1870/71 erreichte man die Zahl von 7200 Spindeln, Ende der 70iger Jahre 15200 Spindeln. Die Arbeitsproduktivität wurde gesteigert.

[48] Hier erfolgt 1897 ein Streik wegen Nichteinhaltens von Lohnversprechen.

[49] 1869 in Jena.

[50] Herm, Rolf, S. 34/35

[51] Eisenacher Tageblatt vom 31.07.1869,

[52] Herm, Rolf. S. 38 unten.

[53] Herm, Rolf, S. 41 Eisenacher Tageblatt vom 10.08.1869. Hier der Teil mit 262 Delegierten, davon aus Eisenach 71, aber nur 2 direkt ls Vertreter von Eisenach., S. 44. Wilhelm Rabich (Rabbich) ist Eilnehmer.

[54] Siehe hierzu in: Herm, Rolf. S. 44ff. und Fußnoten 45 und 46, Diktatur des Proletariats und S. 50 Fn. 52

[55] Herm, Rolf. S. 51 Demnach konnte hier nur Johann Wilhelm Rabich dazu gehören..

[56] In gewisser Weise gehört in Eisenach der der Verein der Fabrik- und Handarbeiter dazu (1856), der Fortbil-dungsverein für Handwerksgesellen von 1860 sowie der Verein „Grimmelbach“ vom Tagelöhner und Tüncher Heinrich Schneider 1867 und 1877u der Volksbildungsverein ist hierzu zu zählen.

[57] http://www.fes.de/archiv/adsd_neu/inhalt/stichwort/sdap.htm Lassalleaner 1864.

[58] http://www.grin.com/de/e-book/212547/ahnen-und-familienforschung-eines-thueringischen-geschlechts S.27

[59] Taufpate ist sein Onkel

[60] Eichelberger, Carsten. Garnisongemeinde und Stadt. Die soziale Verflechtung der Weimarer Soldaten um 1810. 2004. Historisches Institut Universität Jena/Prof. Dr. G. Schmidt. Von Eisenach gibt es eine solche Betrachtung über das spezielle Sozialmilieu nicht.

[61] http://www.knechte-tagelöhner-wanderhändler.de/DE/start.htm?PHPSESSID=95071c0f1c57fa5fc2da85a692ed6ad6

Im Allgemeinen ging es dem Fabrikarbeiter mit geregelten Bedingungen (Fabrikordnung) besser. Teilweise Fabrikantenkrankenkasse, Hilfsvereine usw. Näheres unter: Herm,R. S. 9ff. und in: Rabich, Adalbert, http://books.google.de/books/about/Die_Regionalgeschichte_von_D%C3%BClmen_und_U.html?id=Y_RfKbG0KAcC&redir_esc=y hier Textilindustrie in Dülmen, ähnliche Bedingungen.

[62] Katharinenstraße 41/43, bis 1887 (Gasthof Reichsapfel), vermutlich in Pacht. Sein Sohn Richard wohnt 1888 Katharinenstraße 36. Die Wohnungswechsel sind nicht eigens untersucht.

[63] http://www2.uni-jena.de/ereignis/teilprojekte-dateien/a02/a2-beschreibung.html

[64] http://de.wikipedia.org/wiki/Bauernstand. Marx sieht zwischen armer ländlicher Bevölkerung und der Arbeiterschaft eine Verbindung; sie können sich nicht vertreten, sie müssen vertreten werden.

[65] http://de.wikipedia.org/wiki/Proletariat hier: Das Arbeiterproletariat der Industriellen Revolution.

[66] http://www.magazin-forum.de/news/das-war/sozialdemokratische-arbeiterpartei-%E2%80%93-die-%E2%80%9Eeisenacher%E2%80%9C VDAV - SDAP

[67] http://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeiner_Deutscher_Arbeiterverein Fußnote 18.

[68] http://www.presseportal.de/print/447901-hans-jochen-vogel-lassalle-als-ratgeber-der-spd.html

[69] http://www.150-jahre-spd.de/meilensteine/85952/1869_gruendung_der_sdap.html

[70] http://library.fes.de/pdf-files/bueros/erfurt/01921.pdf W. Thierse, Bundestagspräsident 12.10.2001

[71] http://syndikalismusforschungvt.wordpress.com/2011/08/15/sprachgewalt-johannes-scherr-ein-burgerlicher-demokrat/

[72] http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Revolution_1848/1849

[73] http://www.lerntippsammlung.de/Arbeiter-im-19-.-Jh-.-.html Nur allgemeine Beschreibung. http://www.dhm.de/archiv/ausstellungen/streik/html/streikgruende1.html Streiks nur in Ballungsgebieten.

[74] http://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeine_Deutsche_Arbeiterverbrüderung Sie wurde als Brutstätte kommunistischer Ideen von der Obrigkeit verfolgt, 1850 Verfolgung, 1854 verboten.

[75] November 1848 Born, zitiert nach Grebing in – siehe vorige Fußnote. Nr. 3

[76] http://de.wikipedia.org/wiki/Die_deutsche_Ideologie , S.2, Auszug.

[77] http://de.wikipedia.org/wiki/Marxismus Beteiligt daran: Friedrich Engels, der davon in Wuppertal bei den Textilarbeitern redet. Vgl. dazu: http://www.grin.com/de/e-book/165104/die-regionalgeschichte-von-duelmen-und-umgebung-teil-2 Textilindustrie in Dülmen 19. saec.

[78] http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Hohoff http://www.laizistische-sozis.eu/inhalte-menu/meinung/3-spd-christentum In diesem Bereich gibt es historische eine Reihe von Anpassungen.

[79] http://de.wikipedia.org/wiki/Kritik_des_Gothaer_Programmm

[80] http://de.wikipedia.org/wiki/August_Bebel unter „Anfänge politischen Handelns“, Fußnote 8.

[81] http://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Lassalle 1825 bis 1864.

[82] http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Liebknecht 1826 – 1900. Liebknecht soll nach dere Darstellung von Heinrich Rabbich persönlicher Freund von Wilhelm Rabich, Eisenach gewesen sein, der 1869 in Eisenach mehrere Vereine auf der Gründungsversammlung als Delegierter vertrat (nicht als Eisenacher).

[83] http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A4chsische_Volkspartei. Ziele waren u.a. das allgemeine, gleiche uind direkte Wahlrecht und die Bildung von Produktionsgenossenschaften.

[84] Herm, Rolf. Aus der Geschichte der Arbeiterbewegung der Stadt und des Kreises Eisenach, Teil 1. Hrsg. Kreiskommission zur Erforschung der Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung beim Sekretariat der Kreisleitung der SED, Pädagogisches Kreiskabinett Eisenach und EISENACH-Information. 1981, S. 41

[85] http://www.streitkultur.net/debatte/warum-debattieren/

[86] http://www.matschnig.com/files/Wirkung.Immer.Ueberall.pdf

[87] Herm, R. 1981, S. 30, 2. Absatz am Ende.

[88] Demokratisches Wochenblatt vom 26.06.1869 = Herm, R. 1981, S. 29 (Fotokopie).

[89] Herm, R. S. 30, Fußnote 37: hier vorgesetzt: sozialdemokratische Arbeitervereine. Protokoll über die Verhandlungen des Allgemeinen sozialdemokratischen Arbeiterkongresses in Eisenach,, S. 76. Leipzig: F. Thiele. 1869. siehe Fußnote 42. [Archiv des Instituts für Marxismus-Leninismus Berlin.]

[90] Herm, S. 31 u.

[91] http://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeiner_Deutscher_Arbeiterverein Wiederereinigung und innere Konflikte.

Siehe auch: Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. Chronik. Teil 1. Von den Anfängen bsi 1917. Berlin: Dietz. 1965. hier Auseinandersetzung, S. 35-37 und S. 127 http://dietz-verlag.de/isbn/9783801204310/Deutsche-Sozialdemokratie-in-Bewegung-1848-ndash-1863-ndash-2013-Der-ergaenzende-Begleitband-zur-Ausstellung-150-Jahre-SPD

[92] Weidemann, Jörg. http://www.mlpd.de/2013/kw22/150-jahre-spd-2013-von-einer-revolutionaeren-arbeiterpartei-zur-willfaehrigen-geschaeftsfuehrung-der-monopole

[93] http://www.bpb.de/apuz/169571/zwischen-freier-assoziation-und-moralischem-staat?p=all Absatz 2.

[94] Herm, Rolf. S. 49, Fußnote 48. Kongreßbericht im „Eisenacher Tageblatt“ 3(1869)185 10.08.1869.

[95] Herm, Rolf. S.- 49. Fußnote 50. Eisenacher Tageblatt 3(1869)187 v. 12.08.1869. Vgl.

[96] Herm, Rolf, S. 49. Fußnote 51: Demokratisches Wochenblatt 1869, Nr. 35. 28.08.1869,

[97] Herm, Rolf. S. 50

[98] Herm, Rolf. S. 51 Ende des 1. Absatzes.

[99] Herm, Rolf, S. 51, Ende des 2. Absatzes.

[100] Herm, Rolf, S. 54

[101] http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialdemokratische_Arbeiterpartei_(Deuitschlands) Insgesamt 56 Delegierte aus 81 Orten sind anwesend.

[102] Herm, Rolf, S. 56

[103] 24.7.1873

[104] Herm, Rolf. S. 58. Fn. 55 Bericht von der Volksversammlung am 23.08.1873 in der „Sonne“. Eisenacher Zeitung 3(18l73), Nr.203 v. 30.08.1873.-

[105] Herm, Rolf, S. 62

[106] So der Kommentar von Herm, Rolf, S. 65.

[107] Herm, Rolf, S. 66

[108] 3(1873) Nr. 304, 31.12.1873

[109] Herm, Rolf. S. 70 So der Kommentar zu Zeiten der DDR. Siehe hierzu die Ausführungen zur 150-Jah-Feier der SPD. Siehe a.a.O. zitiert.

[110] Über die Wahlfinanzierungen gibt es keine Unterlagen.

[111] http://de.wikipedia.org/wiki/Reichstagswahl_1903

[112] Herm, Rolf, S. 73 http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialistengesetz Fn. 68 Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung in acht Bänden. Bd.1, S. 355 http://dietz-verlag.de/programm/liste/bibliographie-zur-geschichte-der-deutschen-arbeiterbewegung/10

[113] http://de.wikipedia.org/wiki/Reichstagswahl_1890

[114] Herm, Rolf. S. 77 So der Kommentar aus der ZUeit der DDR.

[115] Beisüpielö: Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg.. Siehe Haltung bei der Bewilligung Kredite 1914. Grebing, Helga. Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. München. 1970, S. 119.-

[116] Rovan, Joseph. Geschichte der deutschen Sozialdemokratie. Frankfurt/Main. Fischer. 1980, S. 51 ISBN-13 978-3596234332.

[117] Roth, Guenther. The Social Democrats in Imperial Germany. Totowa/NJ. 1963.ZHitat 12 in Reinhardt, Max.

[118] https://www.dhm.de/lemo/kapitel/kaiserreich/innenpolitik/sozialgesetzgebung.html

[119] Schmidt, Jürgen. Zi8vilgesellschaft und nichtbürgerliche Trägerschaften. Das Beispiel der frühen deutschen Arbeiterbewegung. WZB Discussion Paper SP IV/2004-502, Berlin, 2004, 6. Zitiert von Ruidolph, K. 2011.

[120] http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Kautsky 1854-1938. Philosoph; trat 1874 der SDAP bei. Kehrt 1890 von London, wo er mit Friedrich Engels kooperierte, nach Deutschland zurück. 2010 wurde in Berlin-Friedenau von der Sozialistischen Jugend Deutschlands sein altes Haus in Luise und Karl Kautsky benannt. Die Arbeiterjugend in Essen verdankt die SJD das Heinrich-Rabbich-Haus in Essen-Heidhausen, der als Gründer den Namen gab. Insofern gibt es eine Verbindung zu Heinrich Rabich, dem Engel von Wilhelm Rabich (SDAP) in Eisenach. http://www.derwesten.de/staedte/essen/als-rabbich-rebellierte-id1920178.html

[121] Rudolph, Karsten. Frühgeschichte der Arbeiterbewegung in Thüringen. In Blätter zur Landeskunde Thrüin-gen. Landeszentrale für politische Bildung Thüringen. 2011 (92) .

[122] Weidemann, Jörg. In: 150 Jhre SPD – von einer revolutionären Arbeiterpartei zur willfährigen Geschäftsführung der Monopole.

[123] In Thüringen gab es besonders armselige Wohnverhältnisse und örtliche Drangsalierungen. In einer Großstadt zeichnet Zille das Bild charakteristisch. http://www.giesau.com/jan/download/arbeiterwohnen.pdf http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Zille Sein Milljöh Bilder aus der Unterschicht in Berlin.

[124] http://de.wikipedia.org/wiki/Unabh%C3%A4ngige_Sozialdemokratische_Partei_Deutschlands Eine Zeitlang bestehen Beziehungen zwischen der USPD und der Spartakusgruppe (Vorläufer der Kommunisten). 14.12.1918

[125] http://de.wikipedia.org/wiki/Morde_von_Mechterst%C3%A4dt siehe hierzu: Ehrt, Adolf. Bewaffneter Aufstand! Enthüllungen über den kommunistischen Umsturzversuch am Vorabend der nationalen Revolution. Berlin-Leipzig: Eckart-Verlag. 1933 Abschnitt I. System und Geschichte des Kommunismus in Deutschland.

[126] Paul, Johann. Alfred Krupp und die Arbeiterbewegung. Dissertation Universität Köln 1984. Düsseldorf: Schwann, 1987. = Düsseldorfer Schriften zur neueren Landesgeschichte und zur Geschichte Nordrhein-Westfa-lens, Bd. 19. ISBN 3-491-18131-3 S. 142, Reichstagskandidat Hasenclever. Fn. 69 EZ Nr. 193, 20ß.08.1867.

[127] Beschäfdtigte bei Krupp: 1887 18 TSd., 1913 40 Tsd. 1918 150 Tsd. http://www.krupp-guertel.de/ansichtssachen/wie_krupp_essen_praegte.de.html

[128] Paul, S. 145 und SD (Social Demokrat) 01.03.1868 Nr. 27. Kruppsche Gußstahlfabrik.

[129] http://www.zeit.de/2001/10/Sollen_sie_doch_Steine_klopfen

[130] Paul,jpohjann S. 173

[131] Paul, Johann S. 175. hier auch HA Krupp WA IX d 498, S.5 (Historisches Archiv, Werksarchiv).

[132] Paul, Johann. Fn.9 S.- 176 WA IX d 498, S.6

[133] Paulk Johann S. 180, Fußnote 19. HStD RD 15906, S. 201 Hauptstaatsarciv Düsseldorf.

[134] Paul, Johann. S. 186

[135] Paul Johann S. 188. und 281ff. An die Belegschaft vom 24.06.1872

[136] Paul, Johann, S. 193 HStD Landgericht Aachen 1/97, Fn. 49

[137] Paul, Johann S. 196/197., S.286ff Gegenerklärung zu Krupp vom. 24.06.1872

[138] Paul, Johannes. S. 211

[139] Pul, Johann S. 228

[140] Paul, Johann S. 229 Fn. 96

[141] Paul, S. 237, Fußnote 128 HA Krupp WA IX a 210.

Ende der Leseprobe aus 64 Seiten

Details

Titel
Die Geschichte eines Sozialdemokraten im 19./20. Jahrhundert Eisenach/Essen
Untertitel
Namensgeber des Heinrich-Rabbich-Hauses in Essen-Heidhausen
Autor
Jahr
2014
Seiten
64
Katalognummer
V285675
ISBN (eBook)
9783656857167
ISBN (Buch)
9783656857174
Dateigröße
854 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
geschichte, sozialdemokraten im, jahrhundert, eisenach/essen, namensgeber, heinrich-rabbich-hauses, essen-heidhausen
Arbeit zitieren
Dr.-Ing. Adalbert Rabich (Autor), 2014, Die Geschichte eines Sozialdemokraten im 19./20. Jahrhundert Eisenach/Essen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285675

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