Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Didactics for the subject German - History of Literature, Eras

Über die Problematik des Epochenbegriffs

Ein Essay

Title: Über die Problematik des Epochenbegriffs

Essay , 2011 , 7 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

Didactics for the subject German - History of Literature, Eras
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Menschen haben das Bedürfnis, Vergangenes zu ordnen und somit überschaubar zu machen. Allerdings nur dann, wenn die Geschichte, die vergangenen Erlebnisse, uns noch, auf welche Art auch immer, tangieren. Ordnungs- und Orientierungssysteme sind zum Beispiel Einteilungen in Generationen oder Chroniken, aber das wohl am stärksten etablierte Konzept ist die Epochengliederung. Dabei gibt es die Problematik, dass keine Geschichtsschreibung alles, was passiert ist, gleichgewichtig verzeichnen kann, sondern es wird nach veränderlichen Relevanzkriterien geordnet und interpretiert. Epochen sind aus der Historie bekannt, aber auch in der Literaturgeschichte werden die letzten vergangenen 1500 Jahre periodisiert. Was sind Epochen? Wozu dienen sie? Wie genau sind epochale Zuordnungen? Und sind sie überhaupt sinnvoll? Auf diese Fragen sollen im Essay Antworten gefunden werden. Als Grundlage dafür soll zunächst der Epochenbegriff definiert werden:

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition des Epochenbegriffs

3. Merkmale literaturgeschichtlicher Epochen

4. Kriterien der Epochenabgrenzung

5. Daseinsberechtigung und Wandel des Epochenbegriffs

6. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Problematik und wissenschaftliche Funktionalität des Epochenbegriffs in der Literaturwissenschaft. Sie geht der Frage nach, inwieweit epochale Periodisierungen als notwendige Ordnungssysteme zu verstehen sind, obwohl sie zugleich als problematische, da konstruierte, zeitliche Einteilungen identifiziert werden müssen.

  • Etymologische und historische Herleitung des Epochenbegriffs
  • Differenzierung zwischen literaturinternen und literaturexternen Abgrenzungskriterien
  • Analyse der Epochen als wissenschaftliche Konstruktionen
  • Diskussion über die Notwendigkeit und den Nutzen von Epochenmodellen
  • Betrachtung des Wandels von Epochenkonzepten hin zu längerfristigen Perspektiven

Auszug aus dem Buch

Was zeichnet Epochen der Literaturgeschichte aus?

Literaturgeschichtliche Epochenbegriffe beschreiben, nebst Eckdaten, repräsentative Gemeinsamkeiten einer bestimmten Textgruppe in einem bestimmten Zeitraum. Dieser Korpus an Texten kann unterschieden werden von angrenzenden literarischen Werken, die charakteristisch für einen anderen Zeitraum sind. Signifikante Merkmale sind Textstrukturen (Einhaltung von Regeln, Verwendung von rhetorischen Figuren) und Wertevorstellungen (Geschlechtermuster, Darstellungsweisen, Normvorstellungen), die im Text auftreten. Allerdings sind nicht alle literarischen Werke aus einer „Epoche“ epochenspezifisch, es gibt auch stilistische Ausnahmen und Abweichungen. Diese Werke, die nicht paradigmatisch in die Epoche „passen“, werden oft nicht berücksichtigt. Neben Epochenschwellen, die Zeit einer immensen literarischen Veränderung, verläuft jede Epoche aufsteigend und danach absteigend, sie besteht aus Aufstieg, Blüte und Verfall.

Bei den Epochenbegriffen handelt es sich also, wie bei dem Gattungsbegriff, um Gruppenbeziehungen nach dem Prinzip der Äquivalenz und der Opposition, in der Literaturwissenschaft auch als Klassembildung beschrieben. Dabei geht es nicht nur um eine systematische, sondern ebenfalls um eine historische Konstruktion. Diese ist problematisch, da sich Literatur nicht autonom entwickelt, sondern von diversen gesellschaftlichen, politischen und sozialen Umständen und Ereignissen abhängt. „Konstitutiv für die Epochenbegiffe ist die Korrelation mit der außerliterarischen Wirklichkeit.“ Da man diese Gegebenheiten nur in einem gewissen Radius verfolgen konnte/kann, sind Epochenbegriffe eng an die Vorstellung von Nationalliteraturen geknüpft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das menschliche Bedürfnis zur Ordnung von Geschichte und Aufwerfen der zentralen Fragestellung nach der Sinnhaftigkeit von Epochenbegriffen.

2. Definition des Epochenbegriffs: Herleitung der griechischen Wurzel „epoché“ und Erläuterung der Bedeutungswandlung des Begriffs als abgrenzbarer Zeitrahmen im Rückblick.

3. Merkmale literaturgeschichtlicher Epochen: Diskussion darüber, was eine Epoche durch Textstrukturen, rhetorische Mittel und gesellschaftliche Normen definiert und wo die Grenzen dieser Konstrukte liegen.

4. Kriterien der Epochenabgrenzung: Gegenüberstellung von literaturinternen (ästhetischen) und literaturexternen (politisch-sozialen) Kriterien der Periodisierung sowie deren Problematik.

5. Daseinsberechtigung und Wandel des Epochenbegriffs: Erörterung des Nutzens von Epochen für die wissenschaftliche Verständigung trotz ihrer Relativität und Ausblick auf modernere, längerfristige Beschreibungsmodelle.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Epochen als unverzichtbare, wenn auch konstruierte Ordnungsinstrumente für das Verständnis literarischer Zusammenhänge.

Schlüsselwörter

Epochenbegriff, Periodisierung, Literaturgeschichte, Epochengliederung, Literaturwissenschaft, Epochenschwelle, Konstruktion, Intertextualität, Literaturkritik, historische Einordnung, Nationalliteratur, ästhetische Kriterien, kultureller Kontext, Kanonisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Problematik und der Anwendung des Epochenbegriffs in der germanistischen Literaturwissenschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören die Definition von Epochen, deren Abgrenzungskriterien, die Rolle als wissenschaftliche Konstruktion sowie ihre Funktion für die historische Einordnung von Literatur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, warum wir trotz der Problematik, dass Epochen nie „ganz passen“, auf solche Ordnungssysteme angewiesen sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um einen essayistischen Ansatz, der auf literaturwissenschaftlicher Fachliteratur und theoretischen Diskursen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Kriterien der Epochenbildung, unterscheidet zwischen internen und externen Faktoren und diskutiert den Wandel der Beschreibungsmodelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Epochenbegriff, Periodisierung, Literaturgeschichte, Konstruktion und literarische Kultur.

Warum kann die Epoche der „Weimarer Klassik“ als problematisch gelten?

Der Text weist darauf hin, dass diese Bezeichnung eine spätere Erfindung des 19. Jahrhunderts ist, die sich eher aus dem Stil der Autoren als aus einer objektiven zeitlichen Trennung ableitet.

Wie definiert der Autor das Verhältnis zur Epoche?

Das Verhältnis wird als ambivalent beschrieben: Wir benötigen Epochen zur Verständigung, wissen aber gleichzeitig, dass sie als Konstrukte die Realität niemals vollständig und fehlerfrei abbilden können.

Excerpt out of 7 pages  - scroll top

Details

Title
Über die Problematik des Epochenbegriffs
Subtitle
Ein Essay
College
University of Hamburg  (Institut für Germanistik 1)
Course
Geschichte der deutschsprachigen Literatur von 1600 bis zur Gegenwart im Überblick
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2011
Pages
7
Catalog Number
V286266
ISBN (eBook)
9783656864585
ISBN (Book)
9783656864592
Language
German
Tags
Epoche Epochenbegriff Literaturgeschichte Begriff der Epoche
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2011, Über die Problematik des Epochenbegriffs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286266
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  7  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint