„Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg“ von Richard Wagner. Die Bedeutung und Entwicklung in Akt II, Szene IV


Hausarbeit, 2011

17 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehungsgeschichte der Oper

3. Inhalt der Oper
3.1 Inhaltliche Zusammenfassung
3.2 Bewertung des Inhalts

4. Musikalische Merkmale: Akt II Szene IV
4.1 Einordnung der Szene in die Handlung
4.2 Textbedeutung
4.3 Besetzung und Stimmart
4.4 Leitmotive
4.5 Dynamische Ausarbeitung
4.6 Bedeutung des Opernchores

5.Wagner im Musikunterricht – Möglichkeiten und Grenzen

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Richard Wagner war einer der bekanntesten Komponisten seiner Zeit. Aber was genau machte ihn und seine Werke zu etwas Besonderem? Wagner war bekannt für seine oft herausragende Kompositionstechnik, er verstand sich gut darauf spezielle Stimmungen zu erzeugen und insbesondere mit der Dynamik zu spielen. Allgemein waren seine Stücke oft sehr effektvoll und ohne Frage eindrucksvoll. Doch nicht nur seine Art des Komponierens machte Wagner zu einer herausragenden Persönlichkeit seiner Zeit sondern vielmehr auch seine Taten. Er war ein Rebell, der sich jederzeit für seine politischen Wünsche einsetzte ohne Rücksichtnahme auf Verluste.

Eine seiner bekanntesten Opern war „Tannhäuser“. Es handelt sich hierbei zwar erst um seine fünfte Oper und seine Kompositionstechnik war zu diesem Zeitpunkt teils noch nicht so ausgereift, aber trotz allem wurde sie zu einer international bekannten Oper, die überall auf der Welt aufgeführt wurde. Wagner leitete diese Oper in unzähligen Städten in Deutschland (z.B. Dresden, Leipzig, München, Schwerin usw.), aber auch in Paris, Wien und New York an. „Tannhäuser“ stellte ihn nie vollends zufrieden, er arbeitete das Stück unzählige Male um, sodass man etwa drei verschiedene Fassungen dieser Oper zählen kann.1

Diese Arbeit wird sich im Folgenden genauer mit Akt II Szene IV des Stückes auseinandersetzen. Jene ist besonders wegen ihres Chores und der so unterschiedlichen und interessanten Leitmotive beliebt, durch welche es dem Komponisten Richard Wagner sehr gut gelang, die verschiedensten Stimmungen in einem einzigen Stück festzuhalten. Zunächst wird näher auf die Entstehung von „Tannhäuser“ eingegangen und im Anschluss versucht die Frage zu beantworten, warum, wo und wie die Oper entstanden ist und inwiefern der biographische Hintergrund des Komponisten zu diesem Zeitpunkt damit in Verbindung stand. Danach folgen eine Erläuterung des Inhalts der Oper sowie eine Bewertung dessen in Hinblick auf typische Themen Wagners. Anschließend widmet sich die Arbeit Akt II Szene IV näher. Hierbei wird diese auf musikalische Merkmale, wie Besetzung und Stimmart, Leitmotive, Dynamik und Bedeutung des Opernchores in der Szene, untersucht. Des Weiteren folgt eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Text der Szene. Alsdann werden die Möglichkeiten und Grenzen, die im Musikunterricht beim Behandeln des Themas Wagner und seiner Werke insbesondere in Hinblick auf Akt II Szene IV bestehen, präzisiert.

2. Entstehungsgeschichte der Oper

„Tannhäuser“ ist die fünfte Oper Wagners, die gemeinhin als große romantische Oper in drei Akten bezeichnet wird. Sie entstand von 1843-1845 und wurde letztlich am 19. Oktober 1845 in Dresden uraufgeführt.2 Aber wie kam es zu ihrer Entstehung und womit beschäftigte sich der Komponist zu jener Zeit? Genau diese Fragen werden in folgendem Kapitel erläutert.

Zunächst einmal stellt sich die Frage, wie Wagner zu der letztendlichen Fassung seiner Geschichte von „Tannhäuser“ fand. Zu dieser Zeit befand sich der Komponist in Paris. Dort widmete er sich erst einem anderen Projekt namens „Die Sarazenin“, verwarf diese Idee aber wieder. Außerdem komponierte er das Auftragswerk „Die Berge zu Falun“, welches aus einer Geschichte E.T.A. Hoffmanns entstand. Kurz darauf stieß er bei Heinrich Heine auf das Lied des „Tannhäusers“, wodurch sein erstes Interesse geweckt wurde. In einem Volksbuch über „Tannhäuser“ fand er danach erstmals eine Verbindung zwischen der Geschichte „Vom Sängerkrieg auf der Wartburg“ und der des „Venusbergs“. So verband sich auch für Wagner diese Geschichte. Trotz allem fehlte ihm noch der entscheidende Teil der Geschichte, der ihm die Möglichkeit bot, die Kontrahentin der Venus und die Erlöserin des verfluchten Tannhäusers zu entwickeln. Samuel Lehrs half ihm dabei, indem er ihm weitere interessante Abhandlungen und historische Schriften über die Wartburg gab. 1842 reiste Wagner auf Grund von Schwierigkeiten mit der Aufführung des „Rienzi“ wieder von Paris nach Dresden zurück. Daraufhin wurde diese Oper gekürzt, um die Uraufführung zu ermöglichen.3

Bei seiner Rückkehr kam der Komponist am Rhein vorbei und sah die Wartburg bei Eschenbach. Einer der Bergrücken wurde in seiner Phantasie zum Hörselberg, der später insbesondere den Schauplatz des dritten Aktes der Oper inspirierte.4

Am 22.06.1842 begab sich Wagner während eines Besuchs bei seiner Mutter in Teplitz nach Schreckenstein und schrieb dort, beeinflusst durch die Gegend, seinen ersten Prosaentwurf der Oper, die noch den Titel „Der Venusberg“ hatte. Am 08.07.1842 beendete er dann die Zweitschrift des Prosaentwurfs unter Einbezug der mittlerweile entdeckten fehlenden dritten Geschichte, nämlich die der „Heiligen Elisabeth“. Wagner verzeichnete bis dato einige Probleme mit seinen anderen Opern „Rienzi“ und „Der fliegende Holländer“, weshalb er sich verschuldete. Die Sängerin Wilhelmine Schröder-Devrient, die Wagners erste Senta in „Der fliegende Holländer“ und erste Venus in „Tannhäuser“ wurde, lieh ihm schließlich 1000 Taler, um die Schulden begleichen zu können und verhalf ihm außerdem zu seinem ersten Gespräch mit Franz Liszt. Das Geld reichte Wagner allerdings nicht aus, um alle seine Gläubiger, unter anderem in Paris, auszuzahlen.5

1843 wurde „Der fliegende Holländer“ erstmals uraufgeführt, der trotz seines Erfolges schon nach vier Vorstellungen abgesetzt wurde. Im Mai vollendete Wagner die Dichtung des „Tannhäusers“. Im etwa gleichen Zeitraum entstand „Das Liebesmahl der Apostel“, welches im Juli Uraufführung feierte. Im Januar 1844 entstand die Orchesterskizze zum ersten Akt des „Tannhäusers“, von September bis Oktober schließlich die des zweiten Akts, komponiert auf einem Weingut in Loschwitz. Im Dezember folgte dann die Orchesterskizze des dritten Akts. Im April 1845 beendete Wagner die Partitur des „Tannhäuser“ und schickte einen Entwurf nach Berlin. Nun begannen auch vermehrt seine Arbeiten an den Opern „Die Meistersinger von Nürnberg“ und „Lohengrin“. Bei den Proben zum „Tannhäuser“ im September kristallisierten sich einige Schwierigkeiten mit der Rolle der Venus und der Besetzung der Chöre, die sowohl gute Sänger als auch Darsteller sein mussten, heraus. Trotz allem kam es am 19.10.1845 dann zur Uraufführung des „Tannhäusers“ in Dresden. Das Publikum reagierte sehr verwirrt auf dieses Stück und auch die Fachleute waren zunächst einmal zwiegespaltener Meinung darüber.6

[...]


1 H.-J. Bauer, Reclams Musikführer Richard Wagner, Reclam Verlag, Stuttgart 1992, S. 149-154.

2 E. Rappl, Wagner Opernführer, Gustav Bosse Verlag, Regensburg 1967, S. 23.

3 M. Gregor-Dellin, Richard Wagner, R. Piper & Co. Verlag, München 1980, S. 167-170.

4 M. Gregor-Dellin, Wagner Chronik, Reihe Hanser 97, Carl Hanser Verlag, 1972, S. 32.

5 M. Gregor-Dellin, Richard Wagner, R. Piper & Co. Verlag, München 1980, S. 176-183.

6 M. Gregor-Dellin, Wagner Chronik, Reihe Hanser 97, Carl Hanser Verlag, 1972, S. 34-39.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
„Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg“ von Richard Wagner. Die Bedeutung und Entwicklung in Akt II, Szene IV
Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
17
Katalognummer
V286310
ISBN (eBook)
9783656865728
ISBN (Buch)
9783656865735
Dateigröße
461 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tannhäuser, Sängerkrieg, Wartburg, Wartburgkrieg, Richard Wagner
Arbeit zitieren
Nadine Lames (Autor), 2011, „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg“ von Richard Wagner. Die Bedeutung und Entwicklung in Akt II, Szene IV, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286310

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