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Kopenhagener Schule und Human Security

Ein Vergleich

Title: Kopenhagener Schule und Human Security

Term Paper , 2013 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: B.A. Alexander Wittwer (Author)

Politics - General and Theories of International Politics
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Im Februar 2013 veröffentlichte ein Team von Wissenschaftlern um Anne-Marie Slaughter einen Essay-Band, das den Klimawandel als mitverantwortlich für den Arabischen Frühling sieht. Der Bericht des Center for American Progresses (CAP) sieht destabilisierende Effekte wie etwa explodierende Nahrungsmittelpreise in Ägypten, Dürren in Libyen und Syrien oder die fortschreitende Wüstenbildung im Sudan als mitverantwortlich für den Arabische Frühling mit bisher mehr als 30.000 Toten.
Mit der Versicherheitlichung von Problemen befassen sich die Konzepte der Kopenhagener Schule, der
Human Security sowie das Konzept der Pariser Schule.
Doch nach welchem Konzept ist der Klimawandel erfolgreich versicherheitlicht und welche Konsequenzen ergeben sich daraus? Welche Vorteile bietet die Kopenhagener Schule gegenüber der Human Security, und wo sind ihre Grenzen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Der Klimawandel als Auslöser für den Arabischen Frühling

2.1 Der Sicherheitsbegriff

2.2 Die Erweiterung des Sicherheitsbegriffs

3. Versicherheitlichung nach dem Konzept der Kopenhagener Schule

3.1 Die Versicherheitlichung des Klimawandels am Beispiel der Klimaflüchtlinge

3.1.1 Der Begriff „Klimaflüchtling“

3.1.2 Der Elitensprechakt

3.1.3 Das relevante Publikum

3.1.4 Politischer Ausnahmezustand

4 Das Konzept der Menschlichen Sicherheit (human security)

4.1 Klimawandel und Migration als Problem Menschlicher Sicherheit

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht und vergleicht die theoretischen Konzepte der „Kopenhagener Schule“ sowie der „Human Security“ im Kontext des Klimawandels und dessen sicherheitspolitischen Implikationen. Dabei wird analysiert, inwiefern der Klimawandel unter den jeweiligen Paradigmen als Sicherheitsbedrohung konstruiert wird und welche politischen Konsequenzen sich daraus ergeben.

  • Vergleich zwischen staatzentrierter Versicherheitlichung und individuumsorientierter menschlicher Sicherheit
  • Analyse von Elitensprechakten und deren Akzeptanz bei relevanten Publika
  • Untersuchung des Phänomens der klima-bedingten Migration als Sicherheitsrisiko
  • Kritische Reflexion politischer Ausnahmezustände im Kontext des Klimawandels
  • Diskussion über Wirksamkeit und Grenzen der beiden Sicherheitsansätze

Auszug aus dem Buch

3. Versicherheitlichung nach dem Konzept der Kopenhagener Schule

Die Theorie der Securitization wurde Anfang der 1990er Jahre von den Vertretern der Kopenhagener Schule (u.a. Barry Buzan, Ole Waever und Jaap de Wilde) entwickelt um die Unzufriedenheit mit dem bis dahin vorherrschenden Sicherheitsbegriff auszudrücken. Die Kopenhagener Schule lehnt einen substantiellen Sicherheitsbegriff ab und ersetzt ihn durch einen Akteurs orientierten, situativen und diskursiven Sicherheitsbegriff. Es wird untersucht in welcher sozialen Konstruktion ein Problem zu einem Sicherheitsthema wird.

Nach Buzan und Waever geschieht dies durch so genannte „security speech acts“, der Benennung eines Problems als Sicherheitsproblem durch einen Elitensprechakt. Ein Problem gilt dann als versicherheitlicht, sobald es als Sicherheitsproblem artikuliert und infolgedessen als Notstand behandelt wird, ohne vorherrschende (demokratische) Regeln und Verfahren zu beachten. Die Artikulation eines Sicherheitsproblems erfolgt dabei stets durch einen versicherheitlichenden Akteur („securitizing actors“) welcher eine gewisse Autorität vorweisen, oder mit gewissen Entscheidungsbefugnissen, wie zum Beispiel Amts- oder Befehlsgewalten, ausgestattet sein muss.

Während des Sprechakts wird eine existentielle Bedrohung („existential threat“) durch den versicherheitlichenden Akteur benannt, gegen die ab einem bestimmten „point of no return“ nicht mehr in ausreichendem Maße gehandelt werden kann. Somit fordert und rechtfertigt der versicherheitlichenden Akteur außerordentliche Maßnahmen, die über übliche politische Vorgehensweisen hinaus gehen („extraordinary measures”) und gültige Regeln und Normen brechen.

Von einer erfolgreichen Versicherheitlichung kann nur dann gesprochen werden, wenn ein relevantes Publikum ein Thema als existentielle Bedrohung akzeptiert. Im Fokus der Kopenhagener Schule steht also nicht die Frage, ob eine Bedrohung tatsächlich existiert, sondern welche Konsequenzen sich aus einem Elitensprechakt ergeben, wie etwa der Akzeptanz von außerordentlichen Maßnahmen durch ein relevantes Publikum, denen es unter gewöhnlichen Umständen nicht zugestimmt hätte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Der Klimawandel als Auslöser für den Arabischen Frühling: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und diskutiert den Klimawandel als potenziellen destabilisierenden Faktor in internationalen Konflikten.

2.1 Der Sicherheitsbegriff: Hier wird die historische und konzeptionelle Entwicklung des Sicherheitsbegriffs innerhalb der Politikwissenschaft von einer staatzentrierten hin zu einer subjektiven Perspektive nachgezeichnet.

2.2 Die Erweiterung des Sicherheitsbegriffs: Das Kapitel erläutert den Übergang vom klassischen militärischen Fokus hin zur Einbeziehung gesellschaftlicher und menschlicher Dimensionen sowie der vernetzten Sicherheit.

3. Versicherheitlichung nach dem Konzept der Kopenhagener Schule: Die theoretischen Grundlagen der „Securitization“ durch Elitensprechakte und die Rolle des relevanten Publikums werden hier dargelegt.

3.1 Die Versicherheitlichung des Klimawandels am Beispiel der Klimaflüchtlinge: Anhand des Begriffs der Klimaflüchtlinge wird die praktische Anwendung der Theorie der Kopenhagener Schule untersucht.

4 Das Konzept der Menschlichen Sicherheit (human security): Das Kapitel stellt das UNDP-Konzept der menschlichen Sicherheit vor, welches das Individuum und seine Freiheit von Not und Furcht in den Fokus rückt.

4.1 Klimawandel und Migration als Problem Menschlicher Sicherheit: Hier wird diskutiert, wie der Klimawandel unter dem Aspekt der menschlichen Sicherheit politisiert wird und welche Gefahren dies birgt.

5 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer vergleichenden Synthese der beiden Konzepte und einer kritischen Bewertung ihrer Anwendbarkeit auf den Klimawandel.

Schlüsselwörter

Kopenhagener Schule, Human Security, Versicherheitlichung, Klimawandel, Klimaflüchtlinge, Sicherheitspolitik, Elitensprechakt, Migration, Internationale Beziehungen, Umwelt, Existenzielle Bedrohung, Politisierung, Sicherheit, Globale Politik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Die Hausarbeit untersucht, wie der Klimawandel in der internationalen Politik als Sicherheitsrisiko konstruiert wird, und vergleicht dazu zwei zentrale theoretische Ansätze: die Kopenhagener Schule und das Konzept der Human Security.

Welche Themenfelder werden primär behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Versicherheitlichungstheorie, der menschlichen Sicherheit, dem Phänomen der klimabedingten Migration sowie der Rolle internationaler Organisationen wie dem UN-Sicherheitsrat bei der Benennung globaler Bedrohungen.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Ziel ist es zu klären, welches der beiden Konzepte den Klimawandel „erfolgreicher“ versicherheitlicht und welche Vor- sowie Nachteile sich durch die Einordnung des Klimawandels in den Sicherheitsdiskurs für die internationale Politik ergeben.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf der Literaturarbeit und der Anwendung bestehender theoretischer Rahmenbedingungen (Kopenhagener Schule und Human Security) auf aktuelle Fallbeispiele und Dokumente basiert.

Welche inhaltlichen Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil analysiert Elitensprechakte in Bezug auf den Klimawandel, die Akzeptanz durch relevante Publika, die Genese des Begriffs der „Klimaflüchtlinge“ und die sicherheitspolitische Instrumentalisierung menschlicher Notlagen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Zentrale Begriffe sind Versicherheitlichung (Securitization), Kopenhagener Schule, Human Security, Klimawandel, Klimaflüchtlinge und globale Sicherheitsarchitektur.

Warum wird der Begriff „Klimaflüchtling“ kritisch betrachtet?

Die Arbeit weist darauf hin, dass der Begriff zwar genutzt wurde, sich aber in der internationalen Politik und den Genfer Flüchtlingskonventionen kaum rechtlich durchsetzen konnte, da der Klimawandel meist nur als einer von vielen Migrationsgründen („threat multiplier“) gilt.

Wie unterscheidet sich die Kopenhagener Schule von der Human Security in der Bewertung des Klimawandels?

Während die Kopenhagener Schule den Fokus auf die soziale Konstruktion einer existenziellen Bedrohung durch politische Akteure legt, konzentriert sich die Human Security auf das Individuum und dessen Freiheit von Not und Furcht, was zu unterschiedlichen politischen Handlungsempfehlungen führt.

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Details

Title
Kopenhagener Schule und Human Security
Subtitle
Ein Vergleich
College
Martin Luther University  (Institut für Politikwissenschaft & Japanologie)
Course
Einführung in die Critical Security Studies
Grade
2,0
Author
B.A. Alexander Wittwer (Author)
Publication Year
2013
Pages
14
Catalog Number
V286714
ISBN (eBook)
9783656871828
ISBN (Book)
9783656871835
Language
German
Tags
Critical Security Studies Kopenhagener Schule Versicherheitlichung Human Security
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Alexander Wittwer (Author), 2013, Kopenhagener Schule und Human Security, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286714
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