Wie schreibe ich eine Seminararbeit?

Ein kleiner Leitfaden für wissenschaftliches Schreiben


Fachbuch, 2014
32 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Themenfindung

Bearbeitung und Auswertung wissenschaftlicher Literatur

Ausarbeitung einer wissenschaftlichen Arbeit

Formale Anforderungen

Aufbau der Arbeit

Die Formatierung des Inhaltsverzeichnisses

Allgemeine Zitierregeln

Ein Zitationsstil

Einleitung – Hauptteil – Schluss

Das Literaturverzeichnis

Letzte Tipps

Nachwort

Weiterführende Literatur (Auswahl)

Vorwort

Herzlich Willkommen, liebe Studierende und Wissenschaftler!

Sie haben sich für dieses Buch entschieden, weil sie womöglich zum ersten Mal in Ihrer universitären Karriere eine Seminararbeit verfassen müssen und noch nicht ganz wissen wie und wo anfangen. Oder vielleicht haben Sie schon die ein oder andere Hausarbeit verfasst und möchten sich verbessern. Egal aus welchen Gründen, wenn Sie mehr über die Grundlagen von wissenschaftlichem Schreiben, Tipps zum Verfassen und nicht zuletzt formale Eigenheiten sowie insbesondere Zitierweisen erfahren möchten, dann bietet Ihnen dieses Buch einen guten ersten Schritt in die Welt wissenschaftlicher Arbeitstechniken. Hier wird das Rad nicht neu erfunden und manche Hinweise mögen Ihnen selbstverständlich sein. Doch gerade wenn Lehrstühle sich nicht die Mühe machen einen eigenen Leitfaden zu verfassen, bleiben simple Fragen ungeklärt. Und Ihre Seminararbeit sollte nicht daran scheitern, dass Sie nicht wissen, wie viel Abstand am rechten und linken Rand gelassen werden sollte.

Welche Qualifikation hat die Autorin?

Während meiner Zeit an zwei verschiedenen Universitäten habe ich selbst zahlreiche Hausarbeiten ebenso wie kurze Essays verfasst. Zudem auch zwei Abschlussarbeiten: eine Bachelor- sowie eine Masterarbeit. Besonders in meinen höheren Semestern merkte ich wie verunsichert die jungen Studierenden vor dem Verfassen ihrer ersten Arbeit waren. Daher entwarf ich in Zusammenarbeit mit meinem Lehrstuhl eine Art Leitfaden. Dieser dient als Grundlage für dieses Buch.

Warum sollten Sie gerade diesen Ratgeber lesen?

Bücher zu diesem Thema gibt es viele. Und ich rate Ihnen auch einen Blick in Ihre Universitätsbibliothek zu werfen. Dort werden Sie zahlreiche Abhandlungen über wissenschaftliches Schreiben, das Verfassen von wissenschaftlichen Abhandlungen und korrekte Zitierweisen finden. Meist haben diese Bücher unterschiedliche Schwerpunkte. Daher biete ich Ihnen einen Leitfaden anhand dessen Sie prüfen können, welcher Arbeitsschritt Ihnen vertraut ist und welcher Ihnen noch Probleme bereitet. Zudem kann ich als ehemalige Studentin einige Insidertipps geben, die so in Fachbücher vielleicht nicht aufgeführt werden (z.B. Erstellen eines automatischen Inhaltsverzeichnisses).

Aber nochmal: dies ist nur ein roter Faden zur Orientierung! Sie sollten es nicht versäumen sich die Zeit zu nehmen (vielleicht am Anfang eines Semester, wenn noch nicht zu viele Aufgaben anstehen) um sich gründlich in ausführlichere allgemeine Einführungen in methodische Fragen einzuarbeiten. Wenn Sie dies einmal sorgfältig gemacht haben, werden Sie den Rest Ihres Studienlebens davon profitieren und können mein Buch als Erinnerungsstütze benutzen.

Wichtiger Hinweis: Es gibt Fakultäten, die ihre eigenen Vorgaben für das Verfassen von Hausarbeiten ausgearbeitet haben. Diese finden Sie für gewöhnlich auf der Homepage Ihres Lehrstuhls. Dort sollten Sie sich in jedem Fall informieren und nach Hinweisen suchen. Doch Sie sehen schon das grundsätzliche Problem dahinter: Es gibt keine einheitliche und bindende Lösung für formale Vorgaben insbesondere für Zitierweisen. Daher kann ich Ihnen hier auch nur eine Möglichkeit aufzeigen. Sollte Ihr Lehrstuhl andere Vorgaben machen, sollten Sie sich dringend daran halten. In den meisten Fällen sind Lehrstühle jedoch recht offen bezüglich der formalen Ausarbeitung. Wichtig dabei ist nur, dass innerhalb einer Arbeit die Formalien nicht variieren. Der erste Grundsatz lautet also: bleiben Sie in Ihrer Ausarbeitung einheitlich und konsequent!

Genug der einleitenden Worte. Stürzen wir uns ins Vergnügen! Denn ja, wenn man erstmal weiß, wie der Hase läuft, dann kann eine Seminararbeit richtig viel Spaß machen!

Themenfindung

Endlich! Das Semester ist geschafft! Wenn da nur nicht diese Seminararbeiten noch anstehen würden… und die Frage: worüber eigentlich schreiben?

Viele Studierende machen sich erst am Ende des Semesters Gedanken welches Thema sie bearbeiten könnten. Nun werde ich Ihnen einen Tipp geben, den Sie schon oft gehört haben und der Ihnen womöglich sogar schon aus dem Hals raushängt: Fangen Sie rechtzeitig an sich ein Thema zu suchen!

Ich werde Ihnen erklären warum:

1 . Ein gutes Thema ist die halbe Arbeit.

Sie kennen das: wenn Sie Spaß an einer Arbeit haben, dann fällt sie Ihnen leicht. Wenn Sie sich nicht dafür begeistern können, dann kommen Sie auch nicht voran und quälen sich nur damit. Daher ist es unglaublich wichtig sich schon vor dem Schreiben Gedanken über sein Thema zu machen. Man muss ja auch nicht gleich anfangen, sobald man das Thema hat. Aber es verschafft auch ein besseres Gefühl für die letzten Prüfungswochen, wenn dadurch kein zusätzlicher Stress entsteht.

2. Der Dozent macht halt auch Urlaub.

In der vorlesungsfreien Zeit ist alles anderes: Die Dozenten antworten auf Mails (noch) langsamer als während der Vorlesungen und ihre Sprechstunden sind auf ein Minimum heruntergefahren. Auch Sie gönnen sich freie Zeit und wenn man bedenkt wie viele Hausarbeiten korrigiert werden wollen, dann auch zu Recht. Das bedeutet für die Studierenden: schlechte Kommunikationsmöglichkeiten. Und Sie sollten Ihr Hausarbeitsthema immer mit dem Dozenten absprechen, wenn auch nur kurz per Mail oder nach einem Seminar.

3. Eine längere Recherchezeit entspannt.

Die Recherche ist meist die größte Arbeit. Es muss viel Literatur durchforstet werden und manches davon womöglich sogar umsonst. Wenn Sie unter Zeitdruck stehen, ziehen Sie eventuell eine nur mäßig geeignete Sekundärliteratur heran. Die Qualität Ihrer Arbeit steigt und fällt jedoch mit der zugrundeliegenden Literatur! Also lohnt es sich in jedem Fall für die Recherche mehr Zeit einzuplanen.

Die meisten Seminararbeiten entwickeln sich aus Referaten. Daher liegt der ideale Zeitpunkt zur Festlegung eines Themas meiner Erfahrung nach in der Phase der Ausarbeitung jenes Referates. Denn dabei lesen Sie sich ohnehin in die Literatur ein und auch der Dozent ist zu diesem Zeitpunkt am besten auf dem Laufenden. Scheuen Sie sich aber auch nicht davor einen Schwerpunkt abseits des Referatsthemas zu suchen, wenn Sie schon beim Referat merkten, dass Sie damit nicht klar kommen. Sprechen Sie mit ihren Dozenten darüber! Viele nutzen diese Möglichkeit nicht. Aber der Austausch mit dem Dozenten ist nur von Vorteil für Sie! Denn auch die Professoren wollen gute Arbeiten lesen und keiner legt es darauf an jemanden nicht bestehen zu lassen. Besonders von den jüngeren Studierenden erwartet auch noch niemand, dass alles von alleine geht.

Grundsätzlich sollten Sie Ihren Dozenten immer innerhalb des Seminars nach seinen formalen Vorstellungen befragen. Manche bestehen beispielsweise darauf, dass das Thema als Frage formuliert wird. Dies ist vor allem für die ersten Hausarbeiten zu empfehlen, weil es davor schützt abzuschweifen und den Fokus zu verlieren.

Sie wissen einfach nicht worüber Sie schreiben sollen?

Dann nutzen Sie alle Recherchemöglichkeiten, die Sie haben: Nutzen Sie OPAC, googeln Sie sich querbeet durchs Internet und lassen Sie sich von Arbeiten anderer Studierender inspirieren. Es gibt Internetplattformen, die bereits benotete Hausarbeiten zum Kauf anbieten. Meist genügt das Lesen der Preview einer Arbeit um einen neuen Ansatz zu finden. Tauschen Sie sich mit Ihren Kommilitonen aus, beobachten Sie wer bei Ihrem Referat besonders mitarbeitet und sprechen Sie ihn an. Lassen Sie ihre Eindrücke aber auch mal sacken und setzten sich nicht unter Druck (Sie haben ja rechtzeitig angefangen). Und wenn Sie dann immer noch nicht wissen, worüber Sie schreiben sollen, dann gehen Sie in die Sprechstunde Ihres Professors. Spätestens er wird Ihnen zu einem guten Thema verhelfen, ganz besonders wenn er merkt, dass sie sich schon viele Gedanken gemacht haben.

Bearbeitung und Auswertung wissenschaftlicher Literatur

Nun haben Sie also ein Thema und können sich munter in die systematische Informationssuche stützen. Richtig! Das Schlagwort lautet ‚systematisch‘. Sie wollen schließlich zeitsparend arbeiten. Also wie finden Sie heraus, ob und was die von Ihnen ermittelte Literatur taugt?

1. Schritt: Überblick verschaffen!

Dazu reicht es häufig Titel, Untertitel, Erscheinungsdatum, Inhaltsverzeichnis, Vorwort, Einleitung und Schlusskapitel näher unter die Lupe zu nehmen. Schon dort werden Sie erkennen inwieweit ihr Thema erfasst wird, wie aktuell die Ausarbeitung ist und welche Fragestellungen bearbeitet werden.

2. Schritt: Fragenkatalog erstellen!

Sie suchen Sekundärliteratur, weil sie Antworten haben möchten. Also müssen Sie zuvor wissen, was Ihre Fragen sind. Was suchen Sie? Welche Themenfelder sollen bearbeitet werden? Welche Zusammenhänger wollen Sie näher erklärt bekommen? Umso besser Sie darüber Bescheid wissen, was Sie suchen, umso besser gelingt Ihnen die Suche im OPAC und umso schneller können Sie nützliche von unnützer Literatur unterscheiden. Manchmal reicht es sich Gedanken über diese Fragen zu machen. Allerdings schadet auch eine schriftliche Fixierung nie! Diese bietet den Vorteil, dass ihr Kopf freier arbeiten kann (weil er keine Angst haben muss, etwas zu vergessen) und sie können später immer wieder darauf zurückgreifen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Wie schreibe ich eine Seminararbeit?
Untertitel
Ein kleiner Leitfaden für wissenschaftliches Schreiben
Autor
Jahr
2014
Seiten
32
Katalognummer
V286742
ISBN (eBook)
9783656870951
ISBN (Buch)
9783656870968
Dateigröße
451 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wissenschaftliches Schreiben, Seminararbeit, Hausarbeit, Grundlagen wissenschaftlicher Arbeit, formale Anforderungen, Arbeitstechniken, Zitieren in wissenschaftlichen Arbeiten, Zitationsstil
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Cathrin Clemens (Autor), 2014, Wie schreibe ich eine Seminararbeit?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286742

Kommentare

  • Gute Arbeit. Sie zeigt, wie man mit einer Seminararbeit umgehen kann. Heute machen Seminararbeiten den Studenten weltweit zu schaffen. Wie schreibt man denn eine Seminararbeit? Eine Anwort auf diese Frage finden Studenten, Schüler in diesem Buch. FLORIANT SOH aus Kamerun.

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