In der Ihnen vorliegenden Hausarbeit befasse ich mich im ersten Teil mit einer exemplarischen Textanalyse des Romans "Dies ist kein Liebeslied" von Karen Duve.
Meine Stellenangaben im Verlauf des Textes beruhen auf Inhalten des Buches "Dies ist kein Liebeslied" von Karen Duve in der 1. Auflage von 2004.
In "Dies ist kein Liebeslied" rekapituliert die 30-jährige, übergewichtige Anne Strelau auf einem Flug nach London zu dem Mann, in den sie seit zwölf Jahren verliebt ist, ihr bisheriges Leben, welches bislang von unerfüllten Wünschen, Hoffnungen, Freund- und Liebschaften, sowie Nahrungsentzug und Drogenmissbrauch geprägt war.
Eine genaue Textanalyse schließt an.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Pop-Literatur und Adoleszenzroman
2. Hauptteil
2.1 Struktur
2.2 Sprache und Stil
3. Anne Strelau
3.1 Annes Beziehung zu sich selbst
3.1.1 Annes Verständnis von Liebe und Sexualität
3.1.2 Annes Verhältnis zu ihrem Körper
3.2 Anne in ihrer Familie
3.2.1 Annes Beziehung zu ihrer Mutter
3.2.2 Annes Beziehung zu ihrer Vater
3.2.3 Annes Beziehung zu ihrer Schwester
3.3.Annes Beziehung zu ihren Freunden
4. Intertextuelle Bezüge im Roman
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das intertextuelle Verhältnis zwischen Karen Duves Roman „Dies ist kein Liebeslied“ und den klassischen Bildungsromanen „Die Leiden des jungen Werther“ von Johann Wolfgang Goethe sowie „Der arme Heinrich“ von Hartmann von Aue.
- Analyse des Genres Pop-Literatur und Adoleszenzroman
- Untersuchung der psychologischen Entwicklung und Selbstwahrnehmung der Protagonistin Anne Strelau
- Einfluss familiärer Strukturen und sozialer Umfelder auf das Individuum
- Intertextuelle Vergleiche und Parallelen zwischen den literarischen Werken
Auszug aus dem Buch
2.2 Sprache und Stil
„Dies ist kein Liebeslied gehört zu jener aggressiven Art Literatur, die vor allem trügerisch ist … vulgär, spielerisch und subversiv.“ (Finger 1999, oA) Die Sprache, die die Autorin ihrer Protagonistin verleiht, ist eher schnoddrig und brutal. Karen Duve übertreibt, kontrastiert und überzeichnet, dabei setzt sie Stilmittel wie z.B. Metaphern, Paradoxen und Antithesen ein. Sie verwendet Kombinationen, die der Leser nicht erwartet. (Diesmal brach ich ihm nicht das Herz, sondern bloß das Schlüsselbein. 45) Brechen wird hier als Metapher angewandt, zum einen für das Brechen des Schlüsselbeins zum anderen für das gebrochene Herz. Sie verwendet einfache Satzkonstruktionen, die sie mit unerwarteten sprachlichen Ausreißern kombiniert.
(Ich schloss kurz die Augen, und als ich sie wieder öffnete, war alles um mich herum viel deutlicher, viel heller, und der Sparglobus meines Bruders leuchtete. So musste es sein, wenn man im Lichtblitz einer Atombombe stand, kurz bevor der Rauchpilz aufstieg und alles verglühte. 167) So wird beispielsweise ein Musikstück, welches für die Protagonisten positiv ist, mit einer Atombombe verglichen, die durchgehend negativ konnotiert ist. Auch bei den Themen Liebe und Sexualität verwendet Duve oft Metaphern. (Genau genommen war Liebe auch bloß eine Krankheit, die man willentlich herbeiführte. Und sie ließ sich verhindern indem man den Infektionsherd mied. 166), (Hemstedt beugte sich aus seinem Sessel zu mir herüber und streichelte mit den Fingerrücken sachte über meine Wange. Ich habe einmal eine Geschichte gelesen, in der jemand sich an einem Kaktus verletzt. Es ist ein ganz besonderer Kaktus, wenn man einen seiner Stacheln in der Haut hat und man zieht ihn nicht sofort heraus, dann arbeitet sich der Stachel ganz von selbst durch den Körper vor, bis zum Herzen, und wenn er das Herz erreicht hat, stirbt man. So eine Berührung war das. 198)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema der Textanalyse von Karen Duves Roman und Einordnung in das Genre der Pop-Literatur.
2. Hauptteil: Analyse der narrativen Struktur, der Sprache sowie der Verwendung von Intertextualität im Roman.
3. Anne Strelau: Untersuchung der Persönlichkeit der Hauptfigur, ihrer Identitätsprobleme sowie ihrer familiären und freundschaftlichen Beziehungen.
4. Intertextuelle Bezüge im Roman: Erläuterung der Referenzen zu Goethes „Werther“ und Hartmann von Aues „Der arme Heinrich“.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der intertextuellen Bezüge und der Einordnung der Protagonistin als Parallelfigur zu klassischen Helden.
Schlüsselwörter
Karen Duve, Dies ist kein Liebeslied, Adoleszenzroman, Pop-Literatur, Werther, Der arme Heinrich, Intertextualität, Identitätssuche, Bulimie, Körperbild, Familiendynamik, Selbstwahrnehmung, Literaturanalyse, Bildungsroman, Sozialisation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine Textanalyse des Romans „Dies ist kein Liebeslied“ von Karen Duve und untersucht, wie die Autorin Themen und Motive klassischer Bildungsromane verarbeitet.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Fokus stehen die Themen Adoleszenz, Identitätsfindung, das Verhältnis zum eigenen Körper, familiäre Spannungen sowie die Rolle der Pop-Literatur.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit Karen Duve explizite oder implizite Bezüge zu den Werken „Die Leiden des jungen Werther“ und „Der arme Heinrich“ in ihrem Roman aufnimmt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine exemplarische Textanalyse und vergleichende Literaturwissenschaft, um Parallelen zwischen den Charakteren und der Struktur der Romane herauszuarbeiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der erzählerischen Struktur, dem sprachlichen Stil, der psychologischen Entwicklung von Anne Strelau sowie der detaillierten Untersuchung intertextueller Anspielungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Pop-Literatur, Identitätskonflikte, Intertextualität, Bildungsroman-Motivik und die psychologische Verfasstheit der Protagonistin.
Wie beeinflusst Annes Verhältnis zu ihrem Körper ihr Verhalten?
Die Protagonistin koppelt ihr Selbstwertgefühl stark an ihr Gewicht; diese Fixierung führt zu einer sozialen Isolation und bestimmt ihr Handeln sowie ihre Beziehungen zu Männern maßgeblich.
Warum werden „Der arme Heinrich“ und „Werther“ als Vergleich herangezogen?
Sie dienen als Parallelfiguren zur Protagonistin, da sie ebenfalls mit gesellschaftlicher Ablehnung, körperlichen oder emotionalen Leiden und einer gescheiterten persönlichen Bildung kämpfen.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2013, Karen Duves „Dies ist kein Liebeslied“. Vergleich mit Hartmann von Aues "Der Arme Heinrich" und Goethes "Die Leiden des Jungen Werther", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287117