Aron Jakovlevič Gurevič in der spätsowjetischen Wissenschaft


Hausarbeit (Hauptseminar), 2014
23 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung
1.1. Themenstellung
1.2. Gang der Untersuchung und Forschungsstand

2. Gurevičs Einflussrahmen
2.1. Sowjetische Historiographie
2.2. Annales-Bewegung
2.3. Bachtins Einflüsse

3. Die Person Gurevič
3.1. Gurevičs wissenschaftlicher Werdegang
3.2. Gurevičs bedeutendste Werke
3.3. Gurevičs wissenschaftliches Theorieverständnis
3.4. Gurevičs Gegenwartsbezug und seine westliche Sicht

4. Analyse von Gurevičs „Mittelalterliche Volkskultur“
4.1. Einordnung und Quellenauswahl
4.2. Obsessive, heidnische Heiligenverehrung
4.3. Hagiographie als Kircheninstrument
4.4. Gurevičs Verknüpfung zur Gegenwart

5. Zusammenfassung

Bibliographie

1. Einführung

1.1. Themenstellung

Das Leben des Mediävisten Aron Jakovlevič Gurevič war eingebettet in die sowjetische Wissenschaftslandschaft, in der bis zum Ende der 1980er Jahre das eigenständige Denken als gefährlich galt (Hösler 1995, 88). Aus dieser sowjet-konformen, rückständigen und demoralisierten Forscherzunft, stach Gurevič neben Jurij Lotman und Boris Uspenskij positiv hervor. In einer Zeit, in der in Gurevičs (1990, 15) Worten die „Politik der Sekretäre […] unsere Wissenschaft zu Provinzialismus und Gefängnisdasein verdammt“ hat, gingen von ihm Impulse aus, die sich auch nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 für die Mittelalterforschung als fruchtbar erwiesen (Hösler 2006, 4). Dabei wurde Gurevičs wissenschaftlicher Werdegang von den zwei damals vorherrschenden, mächtigen Strömungen der Geschichtsschreibung bestimmt: der marxistischen Theorie und der histoire nouvelle (Bois 1994, 290). Des Weiteren ließ sich Gurevič in seinen Abhandlungen vom russischen Literaturwissenschaftler und Kunsttheoretiker Michail Bachtin inspirieren. Mit Hilfe dieser Einflüsse erarbeitete sich Gurevič seine eigene, ganz besondere Arbeitsweise um die sozialen Erscheinungen des Mittelalters mit Hilfe von immateriellen Kategorien und weniger wie damals üblich mit rein ökonomischen Faktoren zu beleuchten. Auch versuchte er stets seine Forschungen zur Vergangenheit mit der Gegenwart kritisch zu verknüpfen.

Die vorliegende Arbeit beschreibt Gurevičs Einflussrahmen, stellt seinen wissenschaftlichen Werdegang dar und analysiert anhand seines Werkes „Mittelalterliche Volkskultur“ den Gegenwartsbezug und die Kritik an der sowjetischen Wissenschaftslandschaft. Dabei wird folgenden drei Leitfragen nachgegangen:

1. Welche Einflüsse prägten Gurevičs Theorieverständnis nachhaltig?
2. Aus welchen Gründen stach Gurevič aus der damaligen sowjetischen Forscherzunft positiv hervor?
3. Lassen sich in seinem Werk „Mittelalterliche Volkskultur“ kritische Töne gegenüber dem sowjetischen Wissenschaftsverständnis ausfindig machen?

1.2. Gang der Untersuchung und Forschungsstand

Nach obigen Leitfragen ist auch diese Arbeit gegliedert. In Kapitel 2 wird zunächst Gurevičs Einflussrahmen erschlossen. Dazu wird die sowjetische Historiographie im Zeitraum von der Oktoberrevolution 1917 bis zum Ende des 20. Jahrhunderts kurz skizziert. Schließlich werden die Wirkungen der Annales-Bewegung und Bachtins auf den sowjetischen Forscher wiedergegeben. Kapitel 3 ist dem Werdegang Gurevičs gewidmet. Es werden seine wissenschaftliche Entwicklung, seine bedeutendsten Werke und dessen kritischer Bezug zur Gegenwart herausgearbeitet. In Kapitel 4 wird Gurevičs 1981 erstmals erschienenes Werk „Mittelalterliche Volkskultur“ analysiert. Im Fokus stehen dabei die Einordnung seiner Untersuchung in sein Gesamtwerk, seine besondere Quellenauswahl, ein kurzer inhaltlicher Umriss sowie die im Werk enthaltene kritische Verknüpfung zur Gegenwart. Kapitel 5 gibt schließlich eine kurze Zusammenfassung. In der gesamten Arbeit wird deskriptiv-analytisch vorgegangen.

Der Stand der Forschung und Literatur für diese Analyse ist insgesamt als positiv zu beurteilen. Durch Gurevičs exponierte Stellung, auch in der westlichen Wissenschaftslandschaft, existiert eine Fülle an Literatur. Es liegen zahlreiche Interviews selbst in bekannten deutschen Printmedien vor (Ebner 1996; Ott 1994). Auch wurden seine bedeutendsten Werke in die deutsche Sprache übersetzt. Zusätzlich erschien zwei Jahre vor seinem Tod seine Autobiographie История историка, die auf über 280 Seiten seine persönliche Entwicklung umfangreich wiedergibt. Des Weiteren erschien im Jahre 2010 der Sammelband Saluting Aron Gurevich. Essays in History, Literature and Other Related Subjects mit aufschlussreichen Aufsätzen zum sowjetischen Forscher (Mazour-Matusevich, Korros 2010a).

2. Gurevičs Einflussrahmen

2.1. Sowjetische Historiographie

Im Zuge der Oktoberrevolution 1917 wurde die sowjetische Geschichtswissenschaft unter der Leitung des Marxisten und Historikers Michail Pokrovskij als Legitimationswissenschaft des neuen Staates etabliert. Den Hochschulen kam zugleich die Aufgabe zu, Kader für den Aufbau des Kommunismus bereitzustellen (Bürgel 2007, 15). Nach dem Tod Pokrovskijs im Jahre 1932 verordnete Iosif Stalin der Historiographie höchstpersönlich sein sowjetpatriotisches Geschichtsbild, welches die Eliten und Werktätigen aller Republiken der UdSSR als „Patrioten ihres großen Sowjetlandes“ zu einen hatte (Oberländer 1967, 62–64). In Folge dessen erhielt die Geschichtswissenschaft eine zentralistische Struktur, die sich in den 1940er Jahren verfestigte. Damit verarmte die sowjetische Historikerzunft zunehmend. Sie wurde wissenschaftlicher Kommunikation und Forschung entwöhnt sowie international isoliert. Nach Stalins Tod 1953 wurde die Eigeninitiative der Historiker Anna Pankratova und Eduard Burdžalov die sowjetische Historiographie wieder zu professionalisieren von der Parteiführung vier Jahre geduldet, bis sie schließlich 1957 unterbunden wurde. Als im Sommer 1960 die KPdSU-Führung schließlich selbst Maßnahmen für den Ausbau und die Verbesserung von Forschung und Lehre ergriff, entstanden Freiräume für die beteiligten Intellektuellen der Zeit, die als šestidesjatniki bezeichnet wurden. Diese hinterfragten kritisch die sowjetische Geschichtsschreibung der damaligen Zeit. Nachdem in den Jahren von 1968 bis 1974 diese hinterfragende Forschungsarbeit sukzessive unterdrückt wurde, fiel die Geschichtswissenschaft der Sowjetunion beinahe wieder auf den Stand der 1950er Jahre zurück (Hösler 2006, 1–4). Erst während der zweiten Hälfte der Ära Leonid Brežnevs verlagerten sich die Akzente „von einer früher marxistisch orientierten zu einer dezidiert a-ideologischen“ Wissenschaft, die sich zunehmend zu organisieren begann und sich nicht mehr gegen einzelne Unzulänglichkeiten, sondern gegen die manifesten Grundlagen des Sowjetsystems richtete (Schlögel 1984, 183–185). Der Höhepunkt dieser Bewegung war wohl der öffentlich geführte Historikerstreit zu Beginn des Jahres 1987. Der Rektor des Moskauer Instituts für Geschichte und Archivwesen Juri Afanas’ev veröffentlichte in der Zeitung Moskovskie Novosti einen Artikel, der sich für Pluralismus und Offenheit in der Geschichtswissenschaft aussprach (Afanas’ev 1988). Afanas’evs Wirkung war enorm, die Resonanz bemerkenswert. Davies (1991, 202) attestierte sogar, dass mit seinen Äußerungen der eigentliche Beginn der Perestrojka datiert werden kann. Er war somit Michail Gorbačevs Umstrukturierung der sowjetischen Geschichtswissenschaft ein halbes Jahr voraus und beeinflusste des Weiteren dessen Sinneswandel wesentlich.

Alles in allem war die sowjetische Historikerzunft bis in diese Jahre der Perestrojka größtenteils gelähmt, demoralisiert, reaktionär und verknöchert. Gleichzeitig stiegen in dieser Umbruchsphase die Ansprüche der Bevölkerung an die Geschichtswissenschaft. Karl Schlögel (1987) stellte bezeichnend fest: „Moskau liest – aufmerksam, konzentriert. Es ist, als ob ein Volk ein zweites Mal lesen lernte.“ An diesem Scheideweg waren es jedoch die Lieder-, Filmemacher, Journalisten und Schriftsteller und weniger die Wissenschaftler, die das Zepter der Erneuerung an sich rissen (Hösler 2006, 23–24). So verglich der sowjetische Schriftsteller Andrej Turkov die Literatur mit der Infanterie, „die, ohne das Eintreffen der Hauptstreitmacht [der Historiker, AR] abzuwarten, heldenhaft die vor ihr liegenden Hindernisse überwindet“[1]. Der Historiker Jurij Poljakov gestand ebenfalls kurze Zeit später ein, dass „die Schriftsteller seit langem den Historikern voraus sind und die entscheidenden Fragen aufwerfen.“[2] (Davies 1991, 201; Hösler 2006, 4–6) Aufgrund dieser beschriebenen Entwicklungen stellte auch Gurevič selbst kritisch in einem Zeitungsinterview im Jahre 1996 fest, dass die Rückständigkeit der sowjetischen Historiographie weit in die russische Geschichtsschreibung überdauerte:

Während der Perestrojka schliesslich [sic] waren die meisten sowjetischen Historiker nicht deswegen unfrei, weil sie vom Staat kontrolliert wurden, sondern weil sich bei ihnen eine Mittelmässigkeit [sic] der Gedanken entwickelt hatte – sie waren innerlich nicht frei. Deshalb wurde in den achtziger Jahren zwar aus den Schubladen der Poeten, Schriftsteller und Philosophen eine Menge bis dahin unbekanntes Material gezogen. In den Schreibtischen der Historiker fand sich jedoch nichts. Und seither brachten die russischen Historiker in der Regel auch nichts besonders Originelles oder Neues zustande. Es gibt bei uns keine ernsthafte Erneuerung der Geschichtswissenschaft. (Ebner 1996)

2.2. Annales-Bewegung

Hingegen versuchte die Annales-Bewegung[3] eine neue Art der Geschichtsschreibung zu schaffen, deren Einfluss noch heute wirksam ist. Dabei war diese neue Historiographie in erheblichem Maße das Werk einer Gruppe, die der 1929 in Straßburg gegründeten Zeitschrift Annales[4] verbunden war. Im Zentrum dieser Gruppe standen und stehen Marc Bloch, Fernand Braudel, Georges Duby, Lucien Febvre, Jacques Le Goff sowie Emanuel Le Roy Ladurie. Die wesentlichen Vorstellungen, die von dieser Gruppe ausgingen und dem Projekt Annales zugrunde liegen, lassen sich wie folgt zusammenfassen. Erstens: Analytische und problemorientierte Geschichtsschreibung statt konventioneller Beschreibung von historischen Ereignissen. Zweitens: Erfassung des menschlichen Handelns in seiner gesamten Breite statt primär politischer und wirtschaftlicher Geschichte. Drittens, um die beiden Ziele zu erreichen: Zusammenarbeit mit anderen wissenschaftlichen Disziplinen (Burke 1991, 7–8). Oder in Febvres Worten: „Historiker, seid Geographen! Seid auch Juristen und Soziologen und Psychologen!“ (Febvre 1953, 32)

Dabei ist der Beitrag dieser nouvelle histoire auf die Mittelalterforschung insgesamt herausragend (Burke 1991, 110). Dies liegt auch darin begründet, dass Bloch als einer der beiden Gründungsväter der Annales-Bewegung sich in seinen Forschungen auf das Mittelalter fokussierte (Burke 1991, 20). Bloch war es auch, der mit seinem Werk Les rois thaumaturges einen wegweisenden Beitrag zur Mentalitätengeschichte leistete (Burke 1991, 22–23). Später kamen die Mediävisten Duby und Le Goff hinzu (Burke 1991, 77). Alle drei versuchten anhand massenhafter Kulturphänomene die Spuren der kollektiven Mentalität, sprich des kollektiven Unbewusstem zu ergründen. Denkmuster und Vorstellungen ganzer Epochen samt sozialer Gruppen wurden dadurch zum Gegenstand dieser Forschungsrichtung. Wobei hier der Schwerpunkt gleichfalls auf dem Mittelalter lastete (Raphael 1997, 188–189).

Rückblickend unterstrich Gurevič wie wichtig die nouvelle histoire für sein Forschungsvorhaben war:

Für mich ist die ‚Annales‘-Schule immer noch die wichtigste. Ihr Verdienst besteht vor allem darin, dass sie die Erforschung der Geschichte ‚von innen heraus‘ verfolgt. Das heisst: in der Geschichte wirken nicht irgendwelche sozialen, ideologischen Abstraktionen – sondern es handeln Menschen mit ihrer Denkweise, ihren Wertvorstellungen und Verhaltensweisen. Auch wenn man die Wirtschaftsgeschichte verstehen will, ist es notwendig zu wissen, welche Weltbilder die entsprechenden Menschen hatten. (Ebner 1996)

Besonders hob Gurevič Bloch hervor. Er bezeichnete ihn 1990 in einem Interview als den größten Historiker des Jahrhunderts (Scholze-Irrlitz 1994, 77). Dies überrascht nicht, denn Gurevič bevorzugte die erste und dritte Generation der Annales-Bewegung. Diese befasste sich im Einklang mit Gurevičs Geschichtsauffassung mehr mit der Mentalitäts- und Kulturgeschichte und weniger mit der Wirtschaft und der materiellen Welt wie die mittlere Generation der nouvelle histoire um Braudel und Labrousse. Dabei ist anzumerken, dass der Dialog zwischen der Annales-Bewegung und Gurevič asymmetrisch verlief. Einerseits betrachtete sich Gurevič als Anhänger der Bewegung und veröffentlichte beispielsweise 1983 ein Buch über diese und führte 1989 gar den Vorsitz über die erste Annales-Konferenz auf russischem Boden in Moskau. Andererseits verneinten die Franzosen laut Burke (2010, 72 und 78) mit Ausnahme von Le Goff die Zugehörigkeit Gurevičs zu der Gruppe allzeit.

2.3. Bachtins Einflüsse

Neben diesen beiden Strömungen wirkten auch die Einflüsse eines einzelnen Wissenschaftlers, des russischen Literaturwissenschaftlers und Kunsttheoretikers Michail Bachtin, stark auf Gurevičs wissenschaftliche Arbeitsweise. Gurevič beschreibt in seiner Autobiografie den Einfluss Bachtins als revolutionär. Vor allem sein Werk Творчевства Франсуа Рабле и народная культура Средневековья и Ренессеанса, welches 1965 erstmals erschien, wirkte nachhaltig auf Gurevič: „Я помню то впечатление разорвавшейся интеллектуальной бомбы, которое она произвела и на меня, и на моих друзей, и вообще на всех ее читателейю.“ (Gurevič 2004, 189) So war es in Gurevičs Worten Bachtin, der das Verständnis der народной културы, also der Volkskultur als Erster in die mittelalterliche Sphäre als Ganzes einführte:

Понятие «народная культура» было введено в гуманитарную мысль прежде всего под влияниям Бахтина. Конечно, и до него на Западе существовали работы, в которых говорилось о специфической религиозности простонародья. Но она рассматривалась как некоторое остаточное явление, нечто маргинальное, периферийное, естественно, заслуживающее известного внимания, но не включавшееся в концепцию средневековой культуры, взятой в целом. (Gurevič 2004, 189)

Dies verwundert nicht. Den Bachtin war es, der in Rabelais’ Roman „Gargantua und Pantagruel“ eine Enzyklopädie der Volkskultur in der Lachkultur der Massen erkannte und analysierte. Dadurch versuchte er mit Hilfe des Sozialverhaltens und Bewusstseins der Menschen den „inoffiziellen“ Bereich der Mittelalterkultur zu ergründen (Gurevič 1997, 42). Bachtin gab in seiner Untersuchung wieder wie Rabelais in seinem Roman die gelebte Sprache der Lachkultur des Volkes in die verschriftete Hochkultur der Literatur transponierte und dadurch karnevalisierte. Dabei wurde Bachtins Werk niemals nur als literarische Studie in Hinblick auf die Renaissance in Frankreich gelesen, sondern auch als apokryphe Auseinandersetzung mit der stalinistischen Kultur in der Sowjetunion der damaligen Zeit (Sasse 2010, 157–158). Dies hängt wohl auch mit Bachtins Vita zusammen, die von Verhaftung wegen „konterrevolutionärer Tätigkeit“, Verbannung nach Kazachstan und der Verweigerung der Doktorwürde gekennzeichnet ist (Sasse 2010, 158–160). Vollständig rehabilitiert wurde Bachtin erst acht Jahre vor seinem Tod (Sasse 2010, 216–221). Dennoch war die Wirkung Bachtins auf die Intellektuellen seiner Zeit enorm. Auf Gurevič wirkte nicht nur Bachtins Werk über Rabelais wegweisend, sondern auch die semiotische Theorie Bachtins. Ferner begeisterte sich Gurevič für die von Bachtin beschriebene Dialogizität:

[...]


[1] Leider lässt sich die genaue Quellenangabe mit meinen zur Verfügung stehenden Mitteln nicht ausfindig machen. Gewiss ist nur, dass seine Aussage in der Литературная Газета vom 08.07.1987 abgedruckt wurde. Das oben aufgeführte Zitat wird gemäß den Ausführungen von Davies (1991, 201) verwendet.

[2] Auch hier gilt Ähnliches. Die genaue Quellenangabe lässt sich für mich nicht ermitteln. Die Aussage Poljakovs wurde in der Литературная Газета vom 29.07.1987 abgedruckt. Das oben aufgeführte Zitat wird gemäß den Ausführungen von Davies (1991, 201) geführt.

[3] Man spricht auch von der Annales-Schule und seit den siebziger Jahren auch von der nouvelle histoire (Raphael 1997, 187). Der Begriff der Schule übersieht sowohl die Entwicklungen, die im Laufe der Zeit stattgefunden haben, als auch die Differenzen zwischen den einzelnen Gruppenmitgliedern. In der dritten Generation nach 1968 sehen manche Beobachter gar eine intellektuelle Zersplitterung innerhalb dieser Gruppierung. (Dosse 1987). Weswegen man nicht von einer Schule, sondern eher von einer Bewegung sprechen sollte.

[4] So lautet die Kurzfassung des Zeitschriftentitels. Erschienen ist die Zeitschrift seitdem unter folgenden fünf Titeln: Annales d´histoire économique et sociale (1929–39), Annales d´histoire sociale (1939–42; 1945), Mélanges d´histoire sociale (1942–44), Annales: économies, sociétés, civilisations (1946–94), Annales: histoire, science sociales (1994–jetzt).

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Aron Jakovlevič Gurevič in der spätsowjetischen Wissenschaft
Hochschule
Universität Passau  (Lehrstuhl für Slavische Literaturen und Kulturen)
Veranstaltung
Gegenwärtige Ost- und Ostmitteleuropaforschung. Theorien und Methoden
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
23
Katalognummer
V287341
ISBN (eBook)
9783656877646
ISBN (Buch)
9783656877653
Dateigröße
689 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mediävistik, Mediävist;, Aron Jakovlevič Gurevič, sowjetische Wissenschaftslandschaft, histoire nouvelle, marxistische Theorie, Mittelalter, Mittelalterliche Volkskultur, sowjetische Forscherzunft, Historiker, Annales-Bewegung, Bachtin, Sowjetunion, Pokrovskij, Stalin, šestidesjatniki, Geschichtswissenschaft, Juri Afanas’ev, Michail Gorbačevs, Le Goff, Bloch, Gurevic, Gurjewitsch, Gurewitsch, Gurevitsch, Gurjevitsch, Heiligenverehrung, Hagiographie, Mentalität, Mentalitäten Forschung
Arbeit zitieren
Andrej Richter (Autor), 2014, Aron Jakovlevič Gurevič in der spätsowjetischen Wissenschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287341

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