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Primäre psychosoziale Prävention für Einsatzkräfte im Rettungsdienst

Mögliche Aspekte der Verbesserung der primären Prävention für Notfallsanitäter/Rettungsassistenten

Title: Primäre psychosoziale Prävention für Einsatzkräfte im Rettungsdienst

Term Paper , 2014 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Klaus Kenner (Author)

Psychology - Social Psychology
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Die Notfallsanitäter, als zukünftige Einsatzkräfte im Rettungsdienst sollen laut § 4 des Notfallsanitätergesetzes (NotSanG) diverse Aufgaben eigenständig durchführen und im Rahmen der Mitwirkung sogar heilkundliche Maßnahmen anwenden dürfen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sie sich zukünftig weitaus häufiger ohne Notarzt an der Einsatzstelle befinden und somit mehr Verantwortung tragen. Ihre Arbeit ist jetzt schon durch Zeit- bzw. Leistungsdruck am Einsatzort, die Konfrontation mit schwerwiegenden und tödlichen Verletzungen und Erkrankungen, die ständige Bereitschaft zum Einsatz, Schichtdienst, Misserfolge und ein fehlendes Feedback über Behandlungsverläufe gekennzeichnet. Hinzu kommen Interaktionen im sozialen Gefüge auf einer Rettungswache mit Kollegen und Vorgesetzten, die Konflikte bergen. Dies Alles stellen Belastungsfaktoren nicht nur im physischen, sondern auch im psychischen Sinne dar. (vgl. Bengel, 2004)
Die wichtigste Ressource einer Organisation, die es zu bewahren und zu vergrößern gilt, ist die Ressource Mensch, die durch ständig wiederkehrende Risiken und teilweise extreme Arbeitsbedingungen belastet wird (vgl. Mitchell, Everly, 2005).
Die primäre psychosoziale Prävention stellt dabei eine wichtige Säule zum Erhalt der Gesundheit und der Arbeitskraft dar.
In der folgenden Hausarbeit wird der Frage nachgegangen:
Wie kann der Notfallsanitäter/Rettungsassistent besser auf einen belastenden Einsatz vorbereitet werden?

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Entwicklung der primären Prävention im Kontext der PSNV

2.1 geschichtliche Entwicklung von Belastungsstörungen

2.2 geschichtliche Entwicklung der psychosozialen Notfallversorgung

3 Stress im Katastrophenschutz

4 Qualitätsstandards und Leitlinien der psychosozialen Notfallversorgung in Bezug auf primäre Prävention

4.1 Der Entstehungsprozess der Qualitätsstandards und Leitlinien

4.2 Ergebnisse in Bezug auf die primäre Prävention

5 Optimierungspotential der primären Prävention im Rettungsdienst

5.1 Soziale Beziehungen

5.2 Arbeitsorganisation

6 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Notfallsanitäter und Rettungsassistenten im Rahmen der primären psychosozialen Prävention besser auf psychisch belastende Einsätze vorbereitet werden können, um ihre Gesundheit und Arbeitskraft langfristig zu erhalten.

  • Entwicklung und historische Einordnung der primären psychosozialen Prävention (PSNV)
  • Theoretische Grundlagen zum Phänomen Stress und Resilienz im Katastrophenschutz
  • Analyse der Qualitätsstandards und Leitlinien zur PSNV für Einsatzkräfte
  • Identifikation von Optimierungspotenzialen in der Aufgaben-, Rollen- und Organisationsstruktur
  • Integration von Psychoedukation und Gesundheitsförderung im Rettungsdienstalltag

Auszug aus dem Buch

3 Stress im Katastrophenschutz

„Stress wird definiert als ein Zustand der Alarmbereitschaft des Organismus, der sich auf eine erhöhte Leistungsbereitschaft einstellt.“ (Gesundheitsberichterstattung des Bundes, 2014). Der österreichische Endokrinologe Hans Selye beschreibt 1926 erstmals den Begriff Stress als „ […] unspezifische Reaktion des Körpers auf jegliche Anforderung.“ (Selye, 1974). Er entnahm den Begriff der Physik, nachdem physischer Stress eine physische Belastung auf ein anderes Material ausübt (Hook’sches Gesetz). Eine gebräuchlichere Definition kommt von Everly 1989: „Stress ist eine Reaktion von Körper und Geist, die durch den Stressor mit der stressbedingten Krankheit eines Zielorgans in Beziehung steht.“ (Mitchel, Everly, 2005)

Die Leistungsfähigkeit unter Stress lässt sich mit dem Yerkes-Dodson-Gesetz sehr einleuchtend erklären (vgl. Abb.1). Sie nimmt zunächst getriggert durch einen Stressor proportional zur Anspannung zu, was man auch als Eustress bezeichnet. Das erklärt warum ein Mensch Stress benötigt, um leistungsfähig zu sein. Bleibt der Stressor jedoch konstant oder steigert er sich im Laufe der Zeit, erreicht der Mensch zunächst bei mittlerem Erregungsniveau seine höchste Leistungsfähigkeit, wobei diese im Anschluss stark abfällt und in die Phase des Distress umschlägt. (vgl. Mitchel, Everly, 2005)

Wann jedoch bei jedem einzelnen Menschen der Wendepunkt von Eustress zu Distress erreicht ist, hängt von der persönlichen Resilienz ab. Hans Selye sagt dazu: „Es kommt nicht darauf an, was einem Menschen zustößt, sondern darauf, wie er damit umgeht.“ (Mitchel, Everly, 2005)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die wachsende Verantwortung von Notfallsanitätern und die Notwendigkeit psychosozialer Prävention zur Bewältigung einsatzbedingter Belastungsfaktoren.

2 Entwicklung der primären Prävention im Kontext der PSNV: Darstellung der historischen Entwicklung von Belastungsstörungen und der psychosozialen Notfallversorgung sowie der Abgrenzung zu sekundären Präventionsansätzen.

3 Stress im Katastrophenschutz: Erläuterung physiologischer und psychologischer Stressreaktionen sowie der Bedeutung der persönlichen Resilienz für Einsatzkräfte.

4 Qualitätsstandards und Leitlinien der psychosozialen Notfallversorgung in Bezug auf primäre Prävention: Beleuchtung des Konsensus-Prozesses zur Vereinheitlichung von Standards und die Bedeutung der Vorbereitung durch Aus- und Fortbildung.

5 Optimierungspotential der primären Prävention im Rettungsdienst: Analyse der Arbeitsbedingungen, Strukturen und sozialen Beziehungen mit dem Ziel, psychische Belastungen durch gezielte Maßnahmen zu reduzieren.

6 Zusammenfassung und Ausblick: Synthese der Ergebnisse und Plädoyer für eine stärkere Verankerung der Psychoedukation und Gesundheitsvorsorge im neuen Berufsalltag des Notfallsanitäters.

Schlüsselwörter

Primäre Prävention, Psychosoziale Notfallversorgung, PSNV, Rettungsdienst, Notfallsanitäter, Stress, Resilienz, Posttraumatische Belastungsstörung, PTBS, Arbeitsorganisation, Psychohygiene, Crisis Ressource Management, Einsatznachsorge, Notfallpsychologie, Gesundheitsschutz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die primäre psychosoziale Prävention für Einsatzkräfte im Rettungsdienst und analysiert, wie Notfallsanitäter und Rettungsassistenten präventiv vor psychischen Belastungen geschützt werden können.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die psychologische Grundlagenforschung, die Analyse aktueller Qualitätsstandards, die Auswirkung von Arbeitsstrukturen auf die Mitarbeitergesundheit sowie Möglichkeiten der Gesundheitsförderung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Forschungsfrage lautet: Wie kann der Notfallsanitäter bzw. Rettungsassistent besser auf einen belastenden Einsatz vorbereitet werden?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis aktueller Forschungsergebnisse, Leitlinien zur psychosozialen Notfallversorgung und arbeitsrechtlicher Vorgaben Schlussfolgerungen zur Präventionsoptimierung zieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine theoretische Stressanalyse, eine Untersuchung der aktuellen Qualitätsstandards sowie eine detaillierte Betrachtung des Optimierungspotenzials in Arbeitsumgebung und sozialem Gefüge.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind primäre Prävention, PSNV, Rettungsdienst, Resilienz, Stressbewältigung, Arbeitsorganisation und die psychosoziale Gesundheit der Einsatzkräfte.

Welche Rolle spielen die "Algorithmen" in der Argumentation des Autors?

Der Autor führt an, dass standardisierte Algorithmen nicht nur der medizinischen Qualität dienen, sondern durch die Reduzierung kognitiver Überforderung auch eine entlastende Wirkung auf das Personal an der Einsatzstelle haben.

Warum wird die Einführung des Notfallsanitätergesetzes als Chance gesehen?

Das neue Gesetz wird als Chance begriffen, da es durch die erweiterte Ausbildung und den Fokus auf berufliches Selbstverständnis und Gesundheitsvorsorge eine höhere Handlungskompetenz zur Bewältigung von Krisensituationen ermöglicht.

Welche Bedeutung hat das CRM für den Einsatzalltag?

Das Crisis Ressource Management (CRM) wird als wichtiges Werkzeug zur frühzeitigen Erkennung und Vermeidung menschlicher Fehler empfohlen, wobei der Autor eine stärkere bundesweite Etablierung fordert.

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Details

Title
Primäre psychosoziale Prävention für Einsatzkräfte im Rettungsdienst
Subtitle
Mögliche Aspekte der Verbesserung der primären Prävention für Notfallsanitäter/Rettungsassistenten
Grade
1,0
Author
Klaus Kenner (Author)
Publication Year
2014
Pages
20
Catalog Number
V287915
ISBN (eBook)
9783656883548
ISBN (Book)
9783656883555
Language
German
Tags
PSNV Rettungsdienst Katastrophenschutz Bevölkerungsschutz Konsensusprozess Psychologie Prävention Notfallvorsorge Notfallsanitäter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Klaus Kenner (Author), 2014, Primäre psychosoziale Prävention für Einsatzkräfte im Rettungsdienst, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287915
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