Die Darstellung des Nationalsozialismus im Film „Das Leben ist schön“


Referat (Ausarbeitung), 2011
10 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Abriss allgemeiner Informationen zum Film

3. Zur Handlung
3.1. Kurze Handlungsübersicht
3.2. Einordnung in den geschichtspolitischen Kontext

4. Die Darstellung des NS

5. Wie verträglich sind Komik und KZ?

6. Fazit

7. Literaturliste

1. Einleitung

„Das Leben ist schön“, in Anlehnung an das berühmte Zitat Leo Trotzkis kurz vor seinem Tod, konzipierte Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller Roberto Benigni 1998 den gleichnamigen italienischen Film „La vita è bella“. Benigni veranlasste seine absolute Grundüberzeugung, dass das Lachen und der Humor ein Hilfsmittel für das Leben sei, zu dieser Titelwahl, die nicht zuletzt im Laufe des Films beim Rezipienten einige Verwirrung stiftet. Jene Verwirrung bedient eben auch die Grundfrage nach der prinzipiellen Vereinbarkeit von (Tragik-)Humor und Holocaust, die der Film in einer besonders intensiven und selten so konträren Art und Weise ausgelöst hat. Gerade zur Auflösung dieses Spannungsverhältnisses wird es auch im Laufe der Arbeit von großer Wichtigkeit sein auf die Grundideen Benignis und seiner Vorstellung vom Nutzen des Humors einzugehen.[1]

Neben diesem Strang werde ich mich im Folgendem zudem explizit mit der Darstellung des Nationalsozialismus (NS) im vorliegenden Spielfilm auseinandersetzen, wo man nicht umhin kommt, auf die grundlegende Wahrnehmung eben jener Darstellung in der Öffentlichkeit einzugehen. Wie werden die Deutschen dargestellt? Welches Bild wird vom NS grundlegend transportiert? Genau diese Fragen gilt es dabei zu beantworten. Strukturell werde ich auf zunächst einen kurzen Überblick über die Basics sprich Eckdaten, Erfolge und Darsteller geben, woraufhin eine kurze Handlungsübersicht und geschichtspolitische Einordnung folgt. Die nächsten beiden Kapitel widme ich den dargelegten Grundfragen dieser Arbeit, bevor ich abschließend im Fazit eine Antwort auf die Frage finden möchte, welche Position ich hinsichtlich des Filmkonzepts Benignis vertrete.

Anzufügen ist, dass die Auswahl dieser beiden Schwerpunktthemen in Abstimmung mit meiner Referatspartnerin erfolgt ist. Da sie einen besonderen Fokus auf die Rezeptionsgeschichte gelegt hat, werde ich diese nur soweit in Darstellung einbeziehen, wie es zur Beantwortung meiner beiden Leitthemen von Nutzen ist. Zudem möchte ich kein explizites Reflexionskapitel des Referats einbauen, auch wenn ich im Laufe der Arbeit den einen oder anderen Kommentar aus der – so viel sei gesagt – außerordentlich konstruktiven Plenumsdiskussion aufnehmen werde. Da die Literatur zum Film selbst doch sehr spärlich ist, werde ich vorrangig unsere persönliche Wahrnehmung darstellen und versuchen daraus argumentativ standhafte Thesen zu bilden.

2. Abriss allgemeiner Informationen zum Film

Wie bereits angesprochen werde ich nun die wesentlichen Basics rund um den Film in aller Kürze präsentieren. Die Dreharbeiten zum Film begannen und endeten 1997, in welchem Jahr auch die Veröffentlichung des Films erfolgte (deutscher Kinostart am 12.November 1998). Das Drehbuch entstand in Kooperation von Roberto Benigni und Vincenzo Cerami. Für die Produktion zeigen sich Elda Ferri und Gianluigi Braschi verantwortlich. Die Regie übernahm ebenfalls Roberto Benigni. Der Film umfasst eine Gesamtlänge von 124 Minuten.[2]

Die drei Hauptrollen der Familie Oreficie spielen Roberto Begnini (Vater Guido), Nicoletta Braschi (Mutter Dora) und Giorgio Cantarini (Giosuè). Vor allem für Roberto Benigni bedeutete „Das Leben ist schön“ den Durchbruch in der internationalen Filmwelt und führte ihn zu einem außerordentlichen Bekanntheitsgrad.

Der Film spielte weit über 200 Millionen US-Dollar ein avancierte damit zum erfolgreichsten italienischen Film aller Zeiten.[3] Der außerordentliche Erfolg gipfelte schließlich in der Auszeichnung mit 3 Oscars 1999 für den besten Hauptdarsteller, besten ausländischen Film und die beste Musik (bei 7 Nominierungen), der Nominierung für zwei Grammys im Jahr 2000 und der Auszeichnung mit dem deutschen Film 1999 für den besten ausländischen Film.[4]

3. Zur Handlung

3.1. Kurze Handlungsübersicht

Der Jude Guido Orefice zieht im Jahr 1938 in [5] die Stadt Arezzo, um einen Buchladen zu eröffnen. Dabei trifft er immer wieder – durch Zufall oder Absicht – auf Dora, die allerdings vor ihrer Hochzeit mit einem italienischen, den Faschismus unterstützenden, Bürokraten steht. Durch zahlreiche „liebenswürdige“ Aktionen schafft es Guido letztlich Doras Herz zu erobern und sie bekommen wenige Zeit später ihren gemeinsamen Sohn Giosuè. Neben diesem Handlungsstrang wird auch schon mit Beginn die Judenverfolgung in der italienischen Stadt Arezzo thematisiert. So kommt es zu vielen Vorfällen, wie Übergriffe auch jüdische Läden oder auch Gewaltakte wie Hauseinbrüchen oder Körperverletzung.

Danach folgt ein Zeitsprung in das Jahr 1943 als die Deutschen in Italien einmarschieren. Im Zuge der Judendeportationen wird die gesamte Familie außer Dora abtransportiert. Dora beharrt jedoch darauf, gegen den Willen der Reichsarmee mit abgeführt zu werden. Die Szenerie wechselt nun vollständig und der Rest des Plots spielt im Konzentrationslager (KZ). Um seinen Sohn vor den bevorstehenden Gräueltaten zu schützen, erklärt Guido, dass es sich um ein Spiel handele, bei dem es einen echten Panzer zu gewinnen gebe. In vielen prekären Situationen versucht Guido diesen Schein zu wahren und überwindet sie mit List, Einfallsreichtum und Glück. Als 1945 der Einmarsch der Amerikaner bevorsteht, kommt es zu Massenerschießungen. Guido schafft es dabei, einen sicheren Ort für Giosuè zu finden, wird jedoch selbst erschossen. Schließlich endet der Film mit der Wiedervereinigung von Giosuè und Dora und der Sohn hat tatsächlich die Panzerfahrt als Hauptpreis gewonnen.

3.2. Einordnung in den geschichtspolitischen Kontext

Im faschistischen Italien herrscht der Diktator Benito Mussolini, der eng mit dem Deutschem Reich und Adolf Hitler zusammenarbeitet. Im Laufe der 1930er Jahre kommt es gerade im Landesinneren zu einer scharfen Radikalisierung und Stilisierung der Rassenproblematik, was sich primär in der sozialen Ausgrenzung und Verfolgung von Juden äußert. So wird 1938 auch das sogenannte Rassengesetz (manifesto della razza) beschlossen, das dem umfangreichen Schutz der italienischen Rasse dienen soll und vor allem im Schulkontext eine große Rolle spielt. Dies wird beispielsweise in Szene 19 und folgende, dem Schulbesuch des Inspektors, thematisiert.[6] 1939 werden die Beziehungen mit den Deutschen durch vielerlei Verträge weiter intensiviert und gipfeln in dem Kriegseintritt 1940, durch den sich Italien vollständig abhängig vom Deutschen Reich macht. Mit dem Scheitern Italiens 1943 kommt es zur Besetzung Norditaliens durch die Reichsarmee, wo bereits 1942 mit dem Bau von Konzentrationslagern begonnen wurde – so auch das Renicci di Anghari in der Nähe von Arezzo, auch wenn sich Benigni einem direktem Bezug auf dieses Lager verweigert.[7]. 1945 wird schließlich Italien durch die Alliierten befreit.[8]

[...]


[1] Vgl. Hanck, Frauke (1998): „Für die Liebe braucht man Mut – Lachen hilft“. Ein Gespräch mit Roberto Benigni. In: Benigni, Roberto/ Cerami, Vincenzo: Das Leben ist schön. S.195 f.

[2] Fachochschule Hannover: Film und Geschichte. Das Leben ist schön (Ita, 1998). Abzurufen unter: http://www.geschichte-projekte-hannover.de/filmundgeschichte/holocaust_im_film/populaere-spielfilme/das-leben-ist-schoen.html (05.04.2011).

[3] The Internet Movie Database. Abzurufen unter: http://www.imdb.com/title/tt0118799/business (05.04.2011).

[4] The Internet Movie Database. Abzurufen unter: http://www.imdb.com/title/tt0118799/awards (05.04.2011).

[5] Im Sinne einer besseren Nachvollziehbarkeit werde ich neben der Filmstelle auch die jeweiligen Textstellen nach dem gleichnamigen und zum Film erschienen Buch zitieren. Zudem bezeichne ich die Szenen mit einer selbst gewählten Überschrift, die jedoch keiner offiziellen Benennung entspricht.

[6] Vgl. Benigni, Roberto: Das Leben ist schön. Italien(1997). TC: 00:23:09. oder Benigni, Roberto/ Cerami, Vincenzo: Das Leben ist schön. S.53 ff.

[7] Vgl. Hanck, Frauke (1998): „Für die Liebe braucht man Mut – Lachen hilft“. Ein Gespräch mit Roberto Benigni. In: Benigni, Roberto/ Cerami, Vincenzo: Das Leben ist schön. S.196 f.

[8] Vgl. Woller, Hans (2010): Geschichte Italiens im 20.Jahrhundert. S.153 ff.

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Details

Titel
Die Darstellung des Nationalsozialismus im Film „Das Leben ist schön“
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Die Darstellung des Nationalsozialismus in Spielfilmen
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
10
Katalognummer
V288936
ISBN (eBook)
9783656891765
ISBN (Buch)
9783656891772
Dateigröße
451 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Das Leben ist schön, Spielfilm, Roberto Benigni
Arbeit zitieren
Marius Hummitzsch (Autor), 2011, Die Darstellung des Nationalsozialismus im Film „Das Leben ist schön“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288936

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