Die deutsche Sprache im Zeitalter der neuen Medien

Sprachverfall durch neue Kommunikationskanäle in sozialen Netzwerken?


Facharbeit (Schule), 2014
15 Seiten, Note: 12 Punkte

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung
1.1 Vorstellung und Ziel des Themas

2 Technische Mittel und Begrifflichkeiten
2.1 Instant Messenger (IM)
2.2 Web 2.0

3 Sprachverfall durch neue Kommunikationskanäle?
3.1 Status Quo in den Medien
3.2 Definition von Sprache
3.3 Sprachverhalten im Internet
3.4 Nutzung der Instant Messenger (IM)
3.5 Sprachliche Innovationen in der Internetkommunikation
3.6 Ergänzung oder Verdrängung anderer Arten der Kommunikation
3.7 Stand der Wissenschaft
3.8 Gründe für den Sprachwandel in den neuen Medien

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Vorstellung und Ziel des Themas

Ein Alltag ohne die neuen Medien ist nicht mehr vorstellbar: Täglich nutzen wir unsere Computer, versenden SMS, bewegen uns in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, WhatsApp, Instagram, Flickr und vielen mehr. Insbesondere das Web 2.0 und die sozialen Netzwerke haben sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Ständig werden es mehr. Täglich begegnen wir ihnen und bewegen uns selbst darin. Doch welchen Effekt hat dies auf unsere Sprache? Wie beeinflusst es unser Ausdrucksvermögen, wenn wir uns z.B. auf schmale 160 Zeichen begrenzen müssen, Abkürzungen suchen und finden, Emotionen durch Smileys ausdrücken? Wie gestaltet sich unsere Sprache, wenn wir tagtäglich mit vielmals falscher Rechtschreibung, unvollständigen Sätzen und fehlender Grammatik bei Facebook konfrontiert sind?

Das Hauptaugenmerk dieser Facharbeit liegt in der Frage, ob unter dem Einfluss der Kommunikationsmittel in sozialen Netzwerken die deutsche Sprache zunehmend negativ beeinflusst wird. Ich möchte ermitteln, wie diese Entwicklungen für die deutsche Sprache zu werten sind, wer überhaupt bestimmt, was gute Sprache ist und wie die Zukunftsaussichten für den Sprachgebrauch in den sozialen Netzwerken stehen. Dabei stützt sich diese Arbeit auf verschiedene Studien der Sprachwissenschaftler Angelika Storrer, Albrecht Plewnia Christa Dürscheid, Martin Haase, u.a.

Beschränken werde ich mich dabei in Hinblick auf den begrenzten Umfang dieser Arbeit auf die technischen Mittel Facebook-Messenger und WhatsApp-Messenger, die Umfragen zufolge derzeit (vgl. Internet World Business Magazin, 2013) die beliebtesten Applikationen für die Kommunikation in den Sozialen Medien sind.

Um sich der Fragestellung zu nähern, muss zunächst betrachtet werden, wie sich soziale Medien definieren und wie dort kommuniziert wird.

2 Technische Mittel und Begrifflichkeiten

2.1 Instant Messenger (IM)

„Der Ausdruck „Instant Message“ wurde von Paul A. Linebarger geprägt. Er beschrieb damit in seinen Science-Fiction-Geschichten aus den 1960er Jahren Nachrichten, die mit Überlichtgeschwindigkeit über interstellare Distanzen hinweg verschickt werden konnten.“ (Poczynek, 2010, S. 106)

Instant-Messaging (IM) bedeutet eine sofortige Übertragung von Nachrichten, bzw. Nachrichtensofortversand. Es ist eine Kommunikationsform, bei der sich in der Regel zwei oder mehr Teilnehmer via Textnachrichten, (ähnlich dem Chatten an PCs) miteinander unterhalten. Unter dem Begriff Instant-Messaging versteht man also das „Chatten“. Hierbei findet der Austausch von Kurz-/ Textnachrichten als Dialog in der Regel innerhalb von Sekunden statt - eine schnelle Internetverbindung aller Teilnehmer vorausgesetzt. Dieses Verfahren wird „Push-Verfahren“ genannt und beide Kommunikationsteilnehmer müssen über einen Web-Client miteinander verbunden sein. Die bekanntesten Clients sind derzeit der Facebook-Messenger und WhatsApp- Messenger. Christa Dürscheid und Karina Frick bezeichnen diese Kommunikationsformen als Keyboard-to-Screen-Kommunikation, weil sowohl eine Tastatur (für die Eingabe der Nachricht) als auch ein Bildschirm (zum Lesen der Nachricht) notwendig ist. (vgl. Dürscheid & Frick, S. 152) Sowohl der Facebook- als auch der WhatsApp-Messenger gehören in diese Kategorie.

2.2 Web 2.0

Der Begriff des Web 2.0 steht für unser derzeitiges Internet, ebenfalls bekannt unter dem Synonym „Social Web“ (Ruhnkehl, 2012). Es definiert sich in Abgrenzung zum früheren Web 1.0 - „World Wide Web“ mit reinen Verbindungen von Informationen, hin zum Web 2.0 - „The Social Web“, zur Verbindung von Menschen untereinander im Internet. „Künftig soll Technik intelligenter werden, um dem Individuum noch bessere Vernetzungs- und Informationsmöglichkeiten zu bieten“ (Ruhnkehl, 2012, S. 17)

Die Entwicklung des Internets bewegt sich durch Zunahme von intelligenter Informationsvernetzung und Steigerung durch sozialer Verbindungen von dem Web 1.0 über das Web 2.0 hin zum Web 3.0 - „The Semantic Web“, welches Wissen verbindet und auf das Web 4.0 - „The Relationsship Web“, also der Verbindung von Intelligenz, zu. (vgl. Ruhnkehl, 2012, S. 10 ff)

Die Kommunikation steht daher im derzeitigen Web 2.0 komplett im Fokus der Anwender und Anbieter. Alle kommunizieren standortunabhängig über das Internet auf diversen Plattformen. Die gesellschaftliche Bedeutung der Web 2.0 - Anwendungen lässt sich durch ihre Mitgliederzahlen, der Beliebtheit und der Häufigkeit der Nutzung belegen. Facebook ist das größte soziale Netzwerk mit 728 Millionen Nutzern weltweit im 3. Quartal 2013 (vgl. Kirch, 2014)

Anfang Oktober 2014 übernahm der Social-Media-Gigant Facebook den Nachrichtendienst WhatsApp mit ca. 600 Millionen Nutzern weltweit und vergrößert so sein Einflussgebiet als Branchenprimus erneut. Besonders in Deutschland ist dieser Kurznachrichtendienst die beliebteste App und ist auf fast jedem Handy installiert: 32 Millionen der Deutschen nutzen sie - im Gegensatz zu 27 Millionen, welche die Messenger-Funktion von Facebook verwenden. (vgl. Fiene, 2014)

3 Sprachverfall durch neue Kommunikationskanäle?

3.1 Status Quo in den Medien

Die Behauptung, dass die deutsche Sprache durch die neuen Medien einem massiven Wandel mit einhergehender Verarmung ausgesetzt sei, taucht immer wieder in den Medien auf.

„Twitter, Anglizismen und Abkürzungen wie ‚HDL’ gefährden die Sprachkompetenz ganzer Generationen“ (Die Welt Online, 2012) betitelte am 21.12.2012 Die Welt einen Artikel über ein Interview mit dem Rechtsschreibrats-Vorsitzenden Hans Zehetmair über das deutsche Sprachgut. Dieser bemängelt: „Eine junge Generation schreibt heute - um ihre Liebe zum Ausdruck zu bringen - keine Briefe mehr, sondern ,HDL‘- ,Hab dich lieb‘.“ Die große Sorge, die in dem Interview zur Sprache kam, stellt die Schreibfähigkeit insbesondere bei Jugendlichen auf die Probe. Zehetmair geht sogar soweit und stellt 20% der Jugendlichen als Analphabeten dar. (vgl. Die Welt Online, 2012)

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die deutsche Sprache im Zeitalter der neuen Medien
Untertitel
Sprachverfall durch neue Kommunikationskanäle in sozialen Netzwerken?
Note
12 Punkte
Autor
Jahr
2014
Seiten
15
Katalognummer
V289357
ISBN (eBook)
9783656896524
ISBN (Buch)
9783656896531
Dateigröße
786 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Facharbeit für die Abiturnote im Grundfach Deutsch (P4) - Besondere Lernleistung (BeLL)
Schlagworte
Facebook, WhatsApp, Neue Medien, Sprachwandel, Sprachverfall, Jugendsprache, Instant, Messaging, Chat, Facharbeit, Gymnasium, Sprache in Medien, Medien
Arbeit zitieren
Ronny Gerloff (Autor), 2014, Die deutsche Sprache im Zeitalter der neuen Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/289357

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