Das Ziel der Entwicklung eines Jugendlichen ist eine angemessene Sozialisation.
Nun wird ein Jugendlicher durch verschiedene Institutionen innerhalb der Gesellschaft sozialisiert: Die Schule, die Familie, Freunde (peers), evl. noch Vereine und allgemein dadurch dass und wie er sich innerhalb der Gesellschaft oder Gesellschaftsgruppen bewegt.
Die Frage die sich mir nun stellt ist folgende: Wie kann in adäquater Weise ein positiver Sozialisationsprozess gefördert werden?
Da Kinder und Jugendliche einen Großteil ihrer Zeit in der Schule verbringen scheint es mir logisch mit dieser Fragestellung den Fokus auf die Schulen zu legen. Hier werden die SchülerInnen zum einen durch die Lehrer sozialisiert aber doch zum Großteil durch die MitschülerInnen.
In Deutschland werden Mädchen und Jungen –anders als in anderen Länder Europas- an den meisten Schulen gemeinsam unterrichtet. Statistiken zufolge steigen Gesellschaftskrankheiten- wie Suchtverhalten, Depressionen etc. dramatisch an.
Diese Krankheiten haben alle ihre Wurzeln in der Kindheit bzw. Jugend der betroffenen Personen und sind Hinweise auf eine unzureichende Lösung von Entwicklungsaufgaben, also könnte ein Hinweis auf die Ursache dahin gehen, dass in den Schulen etwas schief läuft. Aber was?
Hat es möglicherweise etwas mit der Koedukation zu tun? Diese Frage möchte ich in meiner Hausarbeit behandeln und versuchen sie zu beantworten: Ist Koedukation sinnvoll oder nicht?
Um diese Fragestellung soziologisch begründen zu können gehe ich zunächst auf die soziologische Entstehung von Geschlechtern und mögliche divergierende Sozialisationsprozesse ein. Danach diskutiere ich, inwiefern ein koedukatives Schulsystem für die Sozialisationsziele förderlich oder eben hinderlich sein kann. Abschließend gebe ich ein Fazit und erläutere Fragen, die dabei noch offen bleiben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition von Geschlecht
3. Inwiefern ist ein koedukatives Schulsystem für die Sozialisationsziele förderlich oder hinderlich? Sollten Mädchen und Jungen zusammen oder getrennt unterrichtet werden?
4. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen koedukativem Unterricht und den Sozialisationszielen von Kindern und Jugendlichen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob ein gemeinsamer Unterricht von Mädchen und Jungen tatsächlich sinnvoll für deren Entwicklung ist oder ob geschlechtsspezifische Benachteiligungen durch eine Trennung vermieden werden könnten.
- Soziologische Grundlagen der Geschlechtsdefinition
- Einfluss von Sozialisationsinstanzen wie Schule und Familie
- Chancen und Risiken der Koedukation
- Geschlechtsspezifische Erwartungen und Leistungsunterschiede
- Kritische Analyse von Schulsystemen
Auszug aus dem Buch
3. Inwiefern ist ein koedukatives Schulsystem für die Sozialisationsziele förderlich oder hinderlich? Sollten Mädchen und Jungen zusammen oder getrennt unterrichtet werden?
Ein großer Nachteil an Schulen, in denen Jugendliche koedukativ unterrichtet werden, ist natürlich der, dass das andere Geschlecht vom Unterricht ablenkt. Sie entdecken in der Jugendphase ihre eigene Sexualität und wollen natürlich auch über das andere Geschlecht alles wissen. Dies kann allerdings auch positiv gewertet werden, denn durch Abgrenzung zum anderen Geschlecht fällt es natürlich leichter, die eigene Sexualität klar zu definieren.
Außerdem kann an koedukativen Schulen der Umgang mit dem anderen Geschlecht besser eingeübt werden. In der späteren Berufswelt sind die Geschlechter auch nicht getrennt, also ist das möglichst frühe Erlernen eines partnerschaftlichen Umgangs miteinander durchaus sinnvoll. Was Interessenlagen betrifft so sind diese bei Jungen und Mädchen oft unterschiedlich. An koedukativen Schulen könnte dies aber als Vorteil gewertet werden, denn aus unterschiedlichen Interessen ergeben sich auch unterschiedliche Meinungen. Bei Diskussionen in der Schule können den SchülerInnen so andere Sichtweisen nahegebracht werden, was wiederum ein gegenseitiges Geschlechterverständnis erleichtert.
Auch können sich hier Schüler und Schülerinnen gegenseitig über Schwächen hinweghelfen indem sie sich gegenseitig unterstützen. Dies kann allerdings auch ins Gegenteil umschlagen wenn beispielsweise Konkurrenzkämpfe entstehen. Es gibt sehr viel Literatur über Mädchenschulen und –gerade von feministischer Seite- wird oft angeführt, dass Mädchen geschützt werden müssen und dass sie an mono-edukativen ja so viel bessere Chancen mit Blick auf eine gute Karriere haben. Nur wenige Stimmen bekräftigen, wie wichtig Monoedukation vielleicht für Jungen sein könnte. Sie bleiben öfter sitzen und haben höhere Schulabbrecherquoten als die Mädchen. Es stellt sich also die Frage ob nicht die Jungen die eigentlichen Verlierer im koedukativen System sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Sozialisation von Jugendlichen ein und stellt die zentrale Frage nach der Sinnhaftigkeit der Koedukation in deutschen Schulen.
2. Definition von Geschlecht: Dieses Kapitel erläutert, dass Geschlecht soziologisch betrachtet kein feststehendes Merkmal ist, sondern das Ergebnis komplexer Zuschreibungsprozesse innerhalb der Gesellschaft.
3. Inwiefern ist ein koedukatives Schulsystem für die Sozialisationsziele förderlich oder hinderlich? Sollten Mädchen und Jungen zusammen oder getrennt unterrichtet werden?: Hier wird kritisch diskutiert, wie sich koedukative Unterrichtsformen auf das Sozialverhalten, die Leistungsfähigkeit und die Geschlechterrollen von Schülern und Schülerinnen auswirken.
4. Fazit: Das Fazit reflektiert die Komplexität der Thematik und stellt fest, dass die Ursachen für Sozialisationsprobleme tiefer in der gesellschaftlichen Struktur liegen als nur im schulischen System.
Schlüsselwörter
Sozialisation, Koedukation, Geschlechterrollen, Schule, Jugendliche, Geschlechtsspezifische Erwartungen, Identitätsbildung, Monoedukation, Sozialverhalten, Gesellschaft, Schulsystem, Entwicklungsaufgaben, Interaktion, Erziehung, Geschlechterverständnis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Prozess der Sozialisation von Jugendlichen und untersucht, welche Rolle die Schule als Institution dabei spielt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die soziologische Definition von Geschlecht, die Dynamik koedukativer Schulen und die Auswirkungen von geschlechtsspezifischen Sozialisationsprozessen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu erörtern, ob die Koedukation ein förderliches oder hinderliches Modell für die Sozialisationsziele von Schülern und Schülerinnen darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine soziologische Auseinandersetzung mit der Thematik geführt, die auf theoretischen Überlegungen und der Diskussion bestehender Literatur und Statistiken basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definition von Geschlecht und debattiert die Vor- und Nachteile von getrenntem versus gemeinsamem Unterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sozialisation, Koedukation, Geschlechterrollen, Identitätsbildung und Schule.
Sind Jungen im aktuellen System benachteiligt?
Der Autor wirft die Frage auf, ob Jungen aufgrund höherer Schulabbrecherquoten und häufigerem Sitzenbleiben die eigentlichen Verlierer des koedukativen Systems sein könnten.
Warum ist das Fazit zur Koedukation nicht eindeutig?
Das Fazit bleibt offen, da die soziale Realität und die individuellen Entwicklungsaufgaben zu komplex sind, um sie pauschal auf ein Schulmodell zurückzuführen.
Spielt die Gesellschaft eine Rolle für die Probleme in der Schule?
Ja, der Autor vertritt die Ansicht, dass die Wurzeln der Sozialisationsprobleme primär in der Gesellschaft und nicht ausschließlich im Schulwesen liegen.
- Quote paper
- Jana Zimmermann (Author), 2010, Sozialisation in der Kindheit und Jugendentwicklungsaufgaben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293893