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Ökonomische Analyse umweltpolitischer Instrumente. Das Coase-Theorem

Anwendung in der Praxis, Möglichkeiten und Grenzen

Titel: Ökonomische Analyse umweltpolitischer Instrumente. Das Coase-Theorem

Hausarbeit , 2014 , 16 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Jana Zimmermann (Autor:in)

Politik - Klima- und Umweltpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ein Kurztrip an die Ostsee, ein Urlaub auf Mallorca, die lang ersehnte Reise zum Gardasee. Sie alle haben eines gemeinsam: Der Urlaub auf den man sich gefreut hatte, kann zum Albtraum werden. Anstelle von weißen Sandstränden und klarem, hellblauem Wasser findet man womöglich Baustoffe von der Baustelle einer neuen Hotelanlage, Abwasserrohre, die einen furchtbaren Geruch verströmen und eine Schnellstraße, die in unmittelbarer Nähe des Hotels verläuft und so eine Geräuschkulisse schafft, die alles andere als idyllisch ist. All diese Faktoren, der Lärm, das verschmutze Wasser, der verdreckte Strand, sind Folgen von umweltschädlichen Nebenprodukten, die von ganz unterschiedlichen Firmen stammen.
Für ein Unternehmen ist es der einfachste Weg, unliebsame Nebenprodukte einfach über die Umwelt zu entsorgen. Wenige oder gar keine Kosten, wenige oder gar keine Folgen – zumindest nicht für die Betreiber eines solchen Unternehmens. Was aber ist mit den Anwohnern eines Autobahnzubringers? Was mit einem Wohngebiet in der Nähe eines Fabrikgeländes? Möchten dort wohnende Personen immer die Abgase der Autos oder einer Fabrik inhalieren? Oder finden es Urlauber angenehm an einem zugemüllten, übelriechenden Strand zu liegen und in verschmutztem Meerwasser zu baden? Hier gibt es verschiedene Konflikte der Nutzungsrechte von Umweltgütern, die im Verlauf dieser Arbeit einmal unter die Lupe genommen werden.

Doch zunächst wird in dieser Arbeit erklärt, was eigentlich Umweltgüter sind und was sie – verglichen mit anderen Gütern – ausmacht. Weiterhin wird erläutert welche Rolle das Coase-Theorem hier einnehmen kann und welche Möglichkeiten und Grenzen in der Praxis gegeben sind. Hieraus erschließen sich verschiedene Folgen für den Staat, die in Auflagen, Abgaben und Lizenzen zusammengefasst werden. Abschließend gibt es einen Fazit mit Ausblick auf Handlungsmöglichkeiten, die Unternehmen sowie politische Institutionen betreffen können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Umweltgüter

3. Externe Effekte

4. Das Coase - Theorem

4.1 Verursacher Regel

4.2 Laissez - fair - Regel

5. Anwendung in der Praxis- Möglichkeiten und Grenzen

6. Folgen für den Staat

6.1 Auflagen

6.2 Abgaben

6.3 Zertifikate

7. Fazit

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen des Coase-Theorems und bewertet dessen Anwendbarkeit in der realen Umweltpolitik. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, unter welchen Bedingungen private Verhandlungen bei Umweltkonflikten zu pareto-optimalen Lösungen führen können und an welche Grenzen dieses Modell in komplexen, modernen Wirtschaftssystemen stößt.

  • Definition und ökonomische Klassifizierung von Umweltgütern
  • Analyse negativer externer Effekte in der Produktion
  • Das Coase-Theorem: Verursacher-Regel vs. Laissez-fair-Regel
  • Praktische Herausforderungen: Transaktionskosten und individuelle Wahrnehmung
  • Staatliche Instrumente: Auflagen, Abgaben und Emissionszertifikate

Auszug aus dem Buch

4 Das Coase-Theorem

Dass ein Staat Maßnahmen ergreifen sollte, damit externe Effekte entsprechend korrigiert werden können, ist in der Ökonomie weitestgehend anerkannt.

In seinem 1960 veröffentlichten Aufsatz „The Problem of Social Cost“ führt Ronald Coase jedoch ein Theorem ins Feld, welches besagt, dass das Problem unter bestimmten Umständen mithilfe von rein privaten Verhandlungen gelöst werden kann (vgl.: van Suntum 2005: S. 54). Nach dem Kriterium des Ökonomen Vilfredo Pareto ist ein Zustand dann optimal, „wenn von ihm ausgehend keine Änderung mehr möglich ist, die auch nur ein Mitglied der Gesellschaft besser stellen würde, ohne ein anderes schlechter zu stellen“ (vgl.: Endres 2007: S. 14f.). Ist ein Zustand nicht pareto - optimal, also einer der Beteiligten benachteiligt, werden nach Coase nun die betroffenen Personen -bei Aussicht auf eine Verbesserung der Situation - versuchen die Allokation soweit zu verändern, bis alle Personen zufrieden sind. Nach den Vorstellungen von Coase laufen die Verhandlungen der Beteiligten über die negativen externen Effekte, also die Emissionen. Bedingung dafür ist allerdings, dass der Staat vorab eine Zuweisung der Eigentumsrechte an der Ressource durch die emittiert wird, vorgenommen hat (vgl.: Endres 2007: S. 35).

Ronald Coase hat seinen Grundgedanken des Coase - Theorems anhand von einem Beispiel verdeutlicht:

Der Viehzüchter V führt seine Herde über das Feld des Getreidebauern G. Da die Tiere das Feld zertrampeln, einen Teil des Getreides fressen und der Getreidebauer G davon einen Schaden bei der Ernte hat, der Viehzüchter V dafür jedoch nicht aufkommen muss, ist dies der externe Effekt. Der Getreidebauer G muss also für den Schaden selbst aufkommen, obwohl der Viehzüchter V indirekt der Verursacher ist. Coase zufolge treten der Getreidebauer G und der Viehzüchter V nun so lange in private Verhandlungen über den externen Effekt „Zertrampeln des Feldes und Fressen des Getreides“, bis ein pareto - optimaler Zustand erreicht ist. Zunächst muss aber entschieden werden, wem hier welche Eigentumsrechte (oder Umweltrechte) zuzuordnen sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik von Umweltverschmutzung durch unternehmerische Aktivitäten ein und skizziert die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Coase-Theorem.

2. Umweltgüter: Dieses Kapitel definiert Umweltgüter und unterscheidet sie von privaten, öffentlichen und freien Gütern sowie deren speziellen Funktionen wie der Deponiefunktion.

3. Externe Effekte: Hier werden negative externe Effekte als Beeinträchtigungen Dritter definiert und anhand eines praxisnahen Beispiels verdeutlicht.

4. Das Coase - Theorem: Das Kapitel erläutert das theoretische Kernmodell von Coase zur Lösung externer Effekte durch private Verhandlungen bei definierter Eigentumsrechtslage.

5. Anwendung in der Praxis- Möglichkeiten und Grenzen: Die Analyse zeigt auf, warum das Coase-Theorem bei vielen Akteuren und hohen Transaktionskosten in der Realität schwer umzusetzen ist.

6. Folgen für den Staat: Dieser Abschnitt beschreibt staatliche Interventionsmöglichkeiten in Form von Auflagen, Abgaben und Zertifikaten als Ergänzung zu den theoretischen Ansätzen.

7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Modell von Coase zwar eine wichtige theoretische Basis bietet, in der modernen Klimapolitik jedoch meist durch staatliche Regulierung ergänzt werden muss.

Schlüsselwörter

Coase-Theorem, Umweltgüter, Externe Effekte, Pareto-Optimum, Eigentumsrechte, Verursacher-Regel, Laissez-fair-Regel, Transaktionskosten, Umweltpolitik, Auflagen, Abgaben, Zertifikate, Klimawandel, Emissionshandel, Marktwirtschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der ökonomischen Analyse von Umweltbelastungen und der Frage, wie diese durch marktwirtschaftliche Mechanismen oder staatliche Eingriffe reguliert werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Theorie der Umweltgüter, die Entstehung externer Effekte, das Coase-Theorem sowie die praktische Anwendung umweltpolitischer Steuerungsinstrumente.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Untersuchung der Anwendbarkeit des Coase-Theorems in der realen Praxis und die Erörterung der Möglichkeiten und Grenzen, die sich bei dessen Umsetzung ergeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen ökonomischen Analyse, die durch die Anwendung von Fallbeispielen und den Vergleich etablierter ökonomischer Konzepte (Pareto-Optimum, Eigentumsrechte) untermauert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen nach Ronald Coase, die Bedingungen für private Verhandlungen, die Problematik von Transaktionskosten sowie staatliche Instrumente wie Auflagen und Zertifikate.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Coase-Theorem, Externe Effekte, Umweltökonomie, Eigentumsrechte, Pareto-Optimum und umweltpolitische Instrumente gekennzeichnet.

Warum sind Eigentumsrechte für das Coase-Theorem so wichtig?

Eigentumsrechte sind die Grundvoraussetzung, da Verhandlungen erst dann stattfinden können, wenn klar definiert ist, wer das Recht zur Ressourcennutzung besitzt und wer ggf. für eine Beeinträchtigung entschädigt werden muss.

Warum scheitern private Verhandlungen in der Realität oft?

Sie scheitern häufig aufgrund hoher Transaktionskosten, der Schwierigkeit, eine große Anzahl von Betroffenen zu koordinieren, und mangelnder Informationen über die tatsächlichen Präferenzen der Individuen.

Wie unterscheidet sich die "Verursacher-Regel" von der "Laissez-fair-Regel"?

Bei der Verursacher-Regel hat der Geschädigte das Recht auf Entschädigung, während bei der Laissez-fair-Regel der Verursacher die Rechte besitzt, wodurch der Geschädigte für eine Minderung der Emissionen zahlen muss.

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Details

Titel
Ökonomische Analyse umweltpolitischer Instrumente. Das Coase-Theorem
Untertitel
Anwendung in der Praxis, Möglichkeiten und Grenzen
Hochschule
Universität Kassel
Note
2,0
Autor
Jana Zimmermann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
16
Katalognummer
V293897
ISBN (eBook)
9783656916772
ISBN (Buch)
9783656916789
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ökonomische analyse instrumente coase-theorem anwendung praxis möglichkeiten grenzen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jana Zimmermann (Autor:in), 2014, Ökonomische Analyse umweltpolitischer Instrumente. Das Coase-Theorem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293897
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Leseprobe aus  16  Seiten
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