Die Finanzierung von Unternehmen. Maßnahmen der Liquiditätsplanung bei kleinen, mittelgroßen und großen Unternehmen


Studienarbeit, 2013

20 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

2 Der Zusammenhang zwischen Investition, Finanzierung und Liquidität

3 Liquiditätssteuerung im Unternehmen
3.1 Liquiditätsplanung – Definition
3.2 Liquiditätsanalyse
3.3 Kurzfristige Liquiditätsplanung
3.4 Langfristige Liquiditätsplanung

4 Gliederung der Unternehmen nach Größenklassen

5 Maßnahmen der Liquiditätsplanung in Unternehmen unterschiedlicher Größe
5.1 Liquiditätsplanung in kleinen Unternehmen
5.2 Liquiditätsplanung in mittleren Unternehmen
5.3 Liquiditätsplanung in großen Unternehmen

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: EU-Klassifizierung der Unternehmen

Abkürzungsverzeichnis

„Ein Unternehmen, das sich im finanziellen Gleichgewicht befindet, ist liquide“. Erichsen (2010), S. 171.

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Das Fortschreiten der Globalisierung und Digitalisierung stellt Unternehmen vor neuen Herausforderungen in Zeiten hoher Veränderungsdynamik und fordert v. a. Handlungen, die das finanzielle Gleichgewicht stabilisieren.

Um den Unternehmensfortbestand zu sichern, ist der Aufbau und Einsatz einer Finanz- und Liquiditätsplanung im Sinne einer effizienten Unternehmenssteuerung zwingend notwendig geworden. Besonders dem Liquiditätsmanagement kleiner und mittlerer Unternehmen kommt eine immer entscheidendere Bedeutung zu, da sie oft ihren Umsatz durch Eigen- und Fremdkapital vorfinanzieren müssen und somit ihre Liquidität und ihre Existenz gefährden. Eine gute Finanz- und Liquiditätsplanung erlaubt dem Unternehmer ein Blick in die Zukunft, um die Anfänge einer solchen Krise rechtzeitig zu erkennen.

1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

Der Fokus der vorliegenden Arbeit liegt auf der Bedeutung der Liquiditätsplanung als zwingende Voraussetzung für den Erhalt der Zahlungsfähigkeit, aus der Perspektive eines kleinen, mittleren und großen Unternehmens.

Diese Seminararbeit gliedert sich in 6 Kapitel, die im Folgenden kurz vorgestellt werden sollen. Während im Einleitungsteil das Augenmerk auf die Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit gerichtet wird, widmet sich das zweite Kapitel kurz der unterschiedlichen Finanzierungsarten und den Zusammenhängen zwischen Finanzierung, Investition und Liquidität, was zu der essentiellen Bedeutung der Liquiditätssteuerung für einen störungsfreien Ablauf des Betriebsprozesses und damit zu Kapitel 3 überleitet. Anhand der Einteilung nach Unternehmensgröße, mit der sich Kapitel 4 beschäftigt, befasst sich der fünfte Teil mit den Maßnahmen der Liquiditätsplanung in kleinen, mittleren und großen Unternehmen. Die Zusammenfassung und Erkenntnisse der vorliegenden Seminararbeit erfolgen im Kapitel 6.

2 Der Zusammenhang zwischen Investition, Finanzierung und Liquidität

Investitionen können als Maßnahmen, die die Produktions- und Absatzkapazität der Unternehmung im Zuge des Leistungserstellungsprozesses quantitativ und/oder qualitativ verändern respektive sichern, betrachtet werden. Aus finanzieller Sicht stellen Investitionen Kapitalverwendungsvorgänge dar, durch die liquide Mittel in gebundenes Kapital transformiert werden. Dieses muss zunächst einmal finanziert werden und dafür benötigtes Kapital zunächst vorhanden und verfügbar sein (Liquidität) „Die Finanzierungen umfassen alle Maßnahmen, die der Bereitstellung von Kapital (Geld oder geldwerter Güternutzungen) dienen“.1 Nach der Mittelherkunft wird zwischen Innenfinanzierung (interner (Eigen)Kapitalbeschaffung) und Außenfinanzierung (Mitteln aus unternehmensexternen Finanzierungsquellen) unterschieden. Der Kredit- und Beteiligungsfinanzierung als Außenfinanzierung, steht die Überschussfinanzierung aus Abschreibungen, Rückstellungen und zurückbehaltenen Gewinnen und Finanzierung aus Vermögensumschichtung als Innenfinanzierung gegenüber.2

3 Liquiditätssteuerung im Unternehmen

Der Begriff der Liquidität lässt sich definieren als die Fähigkeit der Unternehmen, alle zwingend fälligen Zahlungsverpflichtungen gesetzlicher, vertraglicher oder wirtschaftlicher Art zu jedem Zeitpunkt uneingeschränkt erfüllen zu können.3 Um auf dem Markt bestehen und wachsen zu können, muss sie jederzeit, auch kurzfristig ausreichend gegeben sein. Vor diesem Hintergrund gehören Planung, Controlling und Sicherstellung der Liquidität zu den Existenzvoraussetzungen der Unternehmen aller Ordnungsklassen.

Im Rahmen der Liquiditätssteuerung werden die Ausgaben und Einnahmen bezogener Zahlungsströme periodenweise gegenübergestellt und saldiert. Bei Liquiditätsüberdeckung greift das Rentabilitätskriterium ein, indem die Liquiditätsüberschüsse mittels liquiditätsschaffender Maßnahmen zins- und gewinnbringend angelegt werden. Dagegen müssen bei festgestellten finanziellen Engpässen liquiditätserhaltende Maßnahmen eingeleitet werden. Hier greift das Liquiditätskriterium vor dem Rentabilitätskriterium ein, um den Fortbestand des Unternehmens nicht zu gefährden.4

Zu den wichtigen Maßnahmen bei gefährdeter Liquiditätslage gehören:

Verschiebung bzw. Aussetzung von Investitionen

Gewinneinbehaltung und Aussetzung der Privatentnahmen

Veräußerung nichtbetriebsnotwendiger Vermögensgegenstände

Eigenkaptalzufuhr z. B durch Aufnahme neuer Gesellschafter

Forderungsabtretung (Factoring)

Nutzung von Miete, Leasing, oder Sale & Lease-Back-Transaktion

Aufnahme von Bankkrediten wie z.B. Darlehen oder Kontokorrent

Zu den wichtigen Maßnahmen bei ungefährdeter Liquiditätslage zählen:

Intensivierung der Investitionstätigkeit

Verstärkung der Skontonutzung bei Lieferanten

Schuldentilgung bzw. Tilgungszahlungen gegenüber dem Banksektor erhöhen oder vorverlegen

Leasings und Kreditformen sollen vermieden werden

3.1 Liquiditätsplanung – Definition

Die Liquiditätsplanung ist ein betriebswirtschaftliches Werkzeug zur Gewährleistung eines permanenten liquiden Vermögens, einer gesicherten Existenz und langfristigen Überlebens eines Unternehmens. Alle Risiken auszuschließen, wird wohl kaum gelingen, aber eine laufende Überwachung der Zahlungsbereitschaft unterstützt das Unternehmen bei der rechtzeitigen Erkennung von Deckungslücken, schafft Zeit um Gegenmaßnahmen einzuleiten und legt die richtigen Finanzierungswege fest.5

Wie präzise ein Liquiditätsplan ist, hängt von dem festgelegten Zeithorizont ab, da die Genauigkeit mit zunehmender Zeitperiode abnimmt, und von der zuverlässigen Verfügbarkeit und Qualität der Finanzbuchhaltungsdaten.6.

Die Liquiditätsplanung ist eng mit der Liquiditätsanalyse und ihrem Kennzahlenbericht verbunden, was zum nächsten Kapitel überleitet.

3.2 Liquiditätsanalyse

Die Liquiditätsanalyse ist ein Überwachungs- und Beurteilungsinstrument des finanziellen Gleichgewischtes im Unternehmen. Zugrundgelegt werden die Liquiditätsgrade 1, 2 und 3, deren Daten aus der externen Finanzbuchhaltung kommen, und das Ziel haben, Aussagen über die Finanzlage eines Unternehmens mittels Analyse des kurzfristigen Gleichgewichtes zu treffen. Sie gewähren Informationen darüber, ob und in wie weit das kurzfristige Fremdkapital der Höhe und Fristigkeit nach, mit den Zahlungsmittelbeständen und sonstigen kurzfristigen Deckungsmitteln übereinstimmen. Lücken und Ursachen werden herbei aufgedeckt Zur Beurteilung kurzfristiger Liquidität werden folgende Kennzahlen herangezogen: Für die Liquidität 1. Grades (Barliquidität) werden die liquiden Mitteln eines Unternehmen mit den kurzfristigen Verbindlichkeiten ins Verhältnis gesetzt. Nach der sogenannten goldenen Finanzierungsregel sollten mindestens 20% der kurzfristigen Verbindlichkeiten durch liquide Mittel gedeckt sein. Bei der Liquidität 2. Grades wird die Summe aus liquiden Mitteln und Forderungen ins Verhältnis gesetzt. Herbei müssen die kurzfristigen Verbindlichkeiten durch die Summe aus liquiden Mitteln und Forderungen vollständig gedeckt sein. Die Liquidität 3. Grades setzt die Summe aus liquiden Mitteln, kurzfristigen Forderungen und Vorräten mit dem kurzfristigen Fremdkapital in Verhältnis. Herbei sollte das Umlaufvermögen mindestens doppelt so groß sein wie die kurzfristigen Verbindlichkeiten.7

Zwar können über diese Kennzahlen Aussage über die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens getroffen werden, die tatsächliche Liquiditätslage und ihre Fortführung können jedoch aufgrund der Ungenauigkeit der einbezogenen Daten nicht sicher dargestellt werden, deshalb werden zuzüglich weitere Liquiditätsplanungsinstrumente in Betracht gezogen.8

3.3 Kurzfristige Liquiditätsplanung

Im Allgemeinen umfasst die kurzfristige Liquiditätsplanung einen Betrachtungshorizont von einem Jahr und kann wöchentlich, monatlich oder sogar täglich erstellt werden. Ihre Hauptfunktion liegt in der Frühwarnung, Überwachung der Einnahmen- und Ausgabenströme innerhalb einer bestimmten Planperiode und Prüfung, ob die Voraussetzungen für die langfristigen Liquiditäts- und Finanzierungsziele gewährleistet werden.

Um von einer zeitpunktgenauen Erfassung der erwarteten Zahlungsströme, und flexibleren Handlungsspielräume bei der Einhaltung der Zahlungsverpflichtungen zu profitieren, streben Unternehmen im Normalfall eine monatliche und quartalweise Einteilung der kurzfristigen Finanzplanung an.9

[...]


1 Schierenbeck/Wöhle (2012), S. 375.

2 Vgl. Schierenbeck/Wöhle (2012a), S. 378.

3 Vgl. Hölscher (2010), S. 223.

4 Vgl. Schierenbeck/Wöhle (2012b), S.578.

5 Vgl. Haunerdinger/Probst (2006), S. 21.

6 Vgl. Zaitsava (2010), S. 30.

7 Vgl. Schierenbeck/Wöhle (2012), S. 797.

8 Vgl. Selbmann (1999), S. 47.

9 Vgl. Wolke (2008), S. 192 f.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Die Finanzierung von Unternehmen. Maßnahmen der Liquiditätsplanung bei kleinen, mittelgroßen und großen Unternehmen
Hochschule
Fachhochschule Südwestfalen; Abteilung Meschede
Note
2,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
20
Katalognummer
V294164
ISBN (eBook)
9783656920878
ISBN (Buch)
9783656920885
Dateigröße
530 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
finanzierung, unternehmen, maßnahmen, liquiditätsplanung
Arbeit zitieren
Said Mhamka (Autor), 2013, Die Finanzierung von Unternehmen. Maßnahmen der Liquiditätsplanung bei kleinen, mittelgroßen und großen Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294164

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