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Sind Savants die Zukunft der menschlichen Evolution? Eine neurobiologische Betrachtung des Savant-Syndroms

Titel: Sind Savants die Zukunft der menschlichen Evolution? Eine neurobiologische Betrachtung des Savant-Syndroms

Facharbeit (Schule) , 2015 , 35 Seiten

Autor:in: Felicitas Anna Ottilie Neumann (Autor:in)

Biologie - Neurobiologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Unter dem Gesichtspunkt der heutigen Gesellschaftsstruktur, die auf Leistung und Karriere basiert, fällt ein kleiner Teil der Bevölkerung mit verblüffenden Fähigkeiten auf – die Savants. Savants bringen sich über Nacht Klavierspielen bei, sprechen 20 Sprachen oder kennen den Inhalt von 12.000 Büchern auswendig. Um ihre Fähigkeiten werden Savants beneidet, denn es scheint, als habe man mit diesen bessere Voraussetzungen, um in dieser Gesellschaftsstruktur Erfolg zu haben. Erst auf den zweiten Blick werden auch die mit den Fähigkeiten der Savants einhergehenden Defizite wahrgenommen. In Anbetracht der Entwicklung von Gesellschaft und Gentechnik frage ich mich, ob Savants die Zukunft der menschlichen Evolution sind. Die Forschung über Savants ist verhältnismäßig jung und deshalb noch nicht sehr umfangreich. Mittelpunkt der Forschung ist weniger die Entwicklung passender Hilfestellungen für Savants, sondern mehr das Ziel, das menschliche Gehirn besser zu verstehen. So ist es nicht überraschend, dass unter den wichtigsten Auftraggebern dieser Forschung Organisationen wie die NASA sind. Die meisten Publikationen, die als Quellen für diese Arbeit fungieren, sind deshalb in englischer Sprache verfasst und auf viele hat man gar nicht oder nur gegen Bezahlung Zugriff. Es existiert kein umfassendes deutsches Werk über das Savant-Syndrom, vor allem keines aus neurobiologischer Perspektive. Die meisten gehen vom psychologischen Standpunkt aus, was meiner Meinung nach nicht die ideale Herangehensweise an dieses Syndrom ist. In dieser Arbeit werde ich zunächst eine Definition des Savant-Syndroms aufstellen und versuchen, die wichtigsten neurobiologischen Erkenntnisse darüber zusammenzutragen, ehe ich mich der Beantwortung meiner Forscherfrage widme. Diese Arbeit soll als Anstoß für weitere fachlich fundiertere deutsche Ausarbeitungen über das Savant-Syndrom dienen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Beschreibung und Definition des Savant-Syndroms

3 Fallbeispiele

3.1 „Congenital and present at birth“-Savants

3.1.1 Henning Breuß

3.1.2 Kim Peek

3.2 „acquired and developed“ Savants

3.2.1 Jason Padgett

3.2.2 Daniel Tammet

4 Ätiopathogenetische Hypothesen zum Savant-Syndrom

4.1 Rechshemisphärische Kompensation

4.2 Automatisierte savant skills: prozedurales Gedächtnis

4.3 Erklärungsmodelle für einzelne savant skills

4.3.1 Eidetisches Gedächtnis

4.3.2 Synästhesie

4.3.3 Tonhöhengedächtnis

4.4 Das genetisch verankerte Gedächtnis und Wissensvererbung

4.5 Latente savant skills

4.6 Eigenes Modell

5 Savants und ihre Rolle in der menschlichen Evolution

5.1 Beeinträchtigungen von Savants

5.2 Vorteile der Savants

5.3 Beantwortung der Forscherfrage

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen des Savant-Syndroms aus einer neurobiologischen Perspektive und geht der Forschungsfrage nach, ob Savants als eine an die moderne Leistungsgesellschaft besser angepasste Form der menschlichen Evolution betrachtet werden können.

  • Neurobiologische Ursachen und Erklärungsmodelle des Savant-Syndroms
  • Analyse der rechtshemisphärischen Kompensation und des prozeduralen Gedächtnisses
  • Untersuchung spezifischer Fähigkeiten wie Eidetik, Synästhesie und Tonhöhengedächtnis
  • Rolle des Savant-Syndroms in der menschlichen Evolution
  • Diskussion über das Potenzial und die künstliche Selektion von Begabungen

Auszug aus dem Buch

4.1 Rechshemisphärische Kompensation

Über die Ursachen, die Entstehung oder die Entwicklung solcher kognitiven Beeinträchtigungen wird viel spekuliert. Da sich die meisten Fälle des Savant-Syndroms durch solche kognitiven Beeinträchtigungen auszeichnen, die durch linkslaterale Gehirnanomalien hervorgerufen werden, beziehen sich die geläufigsten Theorien zur Ätiologie des Savant-Syndroms auf eine Schädigung der linken Hemisphäre durch Schäden am Frontal,- oder Temporallappen, teilweise auch durch Schäden am Balken. Im Zuge dessen sind savant skills, vorrangig von autistic savants, meistens Funktionen der rechten Gehirnhälfte, während ihre am schlechtesten entwickelten Fähigkeiten die Funktionen der linken Gehirnhälfte betreffen.

Bei „congenital and present at birth“ Savants werden diese kognitiven Beeinträchtigungen vermutlich vermehrt durch Entwicklungsstörungen hervorgerufen; auch genetische und neurochemische Faktoren werden vermutet.

Simon Baron-Cohen geht beispielsweise davon aus, dass solchen Schädigungen der linken Hemisphäre eine Testosteronvergiftung während der Embryonalentwicklung zugrunde liegen. Er beobachtete, dass sich die linke Hemisphäre im Embryonalzustand langsamer entwickelt als die rechte, wodurch sie länger für Testosteron angreifbar ist. Sind erhöhte Werte des Hormons im Mutterleib vorhanden, kann dies die linke Hemisphäre schädigen. Baron-Cohen konnte dies durch Messungen vor allem bei Autisten bestätigen, die allerdings nicht immer auch eine Inselbegabung hatten.

Für diese Hypothese spricht, dass sechs von sieben Savants männlich sind, aber die Bestätigung von Baron-Cohens Hypothese durch aussagekräftige Studien ist wegen des o.g. Mangels an Teilnehmern schwierig.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Savants in der modernen Gesellschaft und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der menschlichen Evolution.

2 Beschreibung und Definition des Savant-Syndroms: Dieses Kapitel definiert den Begriff „Savant-Syndrom“ und grenzt ihn von allgemeiner Begabung sowie kognitiven Beeinträchtigungen ab.

3 Fallbeispiele: Anhand bekannter Persönlichkeiten wie Henning Breuß, Kim Peek, Jason Padgett und Daniel Tammet werden verschiedene Ausprägungen des Syndroms veranschaulicht.

4 Ätiopathogenetische Hypothesen zum Savant-Syndrom: Der Hauptteil analysiert verschiedene neurobiologische Erklärungsansätze wie die rechtshemisphärische Kompensation, das prozedurale Gedächtnis und spezifische Fähigkeiten.

5 Savants und ihre Rolle in der menschlichen Evolution: Das abschließende Kapitel bewertet die gesellschaftliche Rolle der Savants, ihre Beeinträchtigungen sowie Vorteile und beantwortet die Forschungsfrage.

Schlüsselwörter

Savant-Syndrom, Inselbegabung, Neurobiologie, rechtshemisphärische Kompensation, Autismus, Eidetisches Gedächtnis, Synästhesie, Tonhöhengedächtnis, Evolution, prozedurales Gedächtnis, kognitive Beeinträchtigung, Gentechnik, Wissensvererbung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Savant-Syndrom und untersucht dieses aus einer neurobiologischen Perspektive, um das Verständnis dieses Phänomens zu vertiefen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Definition des Syndroms, neurobiologische Erklärungsmodelle (wie die rechtshemisphärische Kompensation), Fallstudien sowie die Rolle von Savants in der menschlichen Evolution.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob Savants als eine an die heutige Gesellschaftsstruktur besser angepasste Gruppe von Menschen angesehen werden können und ob sie die Zukunft der menschlichen Evolution repräsentieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse der vorhandenen Fachliteratur, dem Studium von Fallbeispielen und der Entwicklung eines eigenen Erklärungsmodells für die Genese der savant skills.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Ätiopathogenese, indem er Theorien zu Gehirnanomalien, dem prozeduralen Gedächtnis, eidetischen Fähigkeiten, Synästhesie und genetischen Einflussfaktoren diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Savant-Syndrom, Inselbegabung, Neurobiologie, rechtshemisphärische Kompensation, Autismus und Evolution.

Wie unterscheidet die Autorin zwischen den verschiedenen Arten von Savants?

Die Autorin bezieht sich auf Darold A. Treffert und unterscheidet primär zwischen talented savants und prodigious savants sowie zwischen angeborenen („congenital and present at birth“) und erworbenen („acquired and developed“) Savants.

Welche Bedeutung hat das prozedurale Gedächtnis für die Arbeit?

Das prozedurale Gedächtnis wird als zentrale Instanz vorgeschlagen, auf die Savants bei der Ausführung ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten zurückgreifen, da sie oft nicht bewusst erklären können, wie diese Leistungen zustande kommen.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sind Savants die Zukunft der menschlichen Evolution? Eine neurobiologische Betrachtung des Savant-Syndroms
Autor
Felicitas Anna Ottilie Neumann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
35
Katalognummer
V294916
ISBN (eBook)
9783656928416
ISBN (Buch)
9783656928423
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Savants Savant-Syndrom Inselbegabung Kim Peek savant skills Rechtshemisphärische Kompensation Jason Padgett Daniel Tammet Eidetisches Gedächtnis Synästhesie Tonhöhengedächtnis Absolutes Gehör Fotografisches Gedächtnis core savant skill prodigious talented Darold A. Treffert Allan W. Snyder Begabung Hyperlexie Balken Querbahn Kleinhirn linkslateral rechtslateral Gehirnanomalien unbeeinflussbare Epilepsie Dendritenbildung prozedurales Gedächtnis Autismus Williams-Beuren-Syndrom Planum temporale TMS Frontallappendemenz inherited skills
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Felicitas Anna Ottilie Neumann (Autor:in), 2015, Sind Savants die Zukunft der menschlichen Evolution? Eine neurobiologische Betrachtung des Savant-Syndroms, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294916
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Leseprobe aus  35  Seiten
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