Bedeutungsbeziehungen und Sinnrelationen bei den Sprachwissenschaftlern Sebastian Löbner und John Lyons


Hausarbeit, 2015

11 Seiten

J. C. (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Synonymie

3. Hyponymie

4. Opposition und Kontrast

5. Fazit

Literaturverzeichnis

„Bedeutungsbeziehungen“1 und „Sinnrelationen“2 bei Sebastian Löbner und John Lyons

1. Einleitung

Von semantischen Beziehungen bzw. von Bedeutungsbeziehungen spricht man, wenn man in unserem Sprachsystem die Beziehungen und ihre Bedeutungen zwischen den Wörtern betrachtet. Die Lexeme können sich nicht nur gleichen oder unterscheiden, sondern auch über- bzw. unterordnen und stehen so in verschiedenen Beziehungen zueinander. Es gibt zahlreiche semantische Relationen, die hier nicht alle im selben Umfang bearbeitet werden können. Nicht nur die meist schwierige Einordnung in eine Kategorie, sondern auch die Möglichkeit, wie zwei Wörter in einer Beziehung stehen können sind zahlreich, wobei man jedoch nicht außer Acht lassen darf, dass dieses umfangreiche Thema hier nur am Rande behandelt werden kann.

Die vorliegende Seminararbeit beschäftigt sich mit der Frage nach den verschiedenen Bedeutungsbeziehungen allen voran die Synonymie, die Hyponymie und Heteronymie, die Opposition, der Kontrast und die Antonymie, wobei es noch zahlreiche andere Bedeutungsbeziehungen gibt. Ich habe mich für die oben genannten entschieden, um einen Einblick in Bedeutungsbeziehungen bei Sebastian Löbner und John Lyons zu zeigen. Hierbei ist vor allem die unterschiedliche Herangehensweise der beiden Wissenschaftler interessant.

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in fünf Teile. Sie beginnt mit einer einleitenden Begriffserklärung zu semantischen Beziehungen, welche als Hintergrundinformationen dienen soll. Daran anschließend werden die Begriffe Synonymie, Hyponymie, Heteronymie, Opposition, Kontrast und Antonymie in Hinblick auf Löbner und Lyons betrachtet und erläutert. Zunächst dient zu jedem Begriff ein Beispiel als Einleitung des jeweiligen Begriffs, welcher daran anschließend skizziert wird. Hierbei stehen jedoch nicht nur die oben genannten Begriffe im Vordergrund, sondern auch der unterschiedliche Aufbau der Kapitel „Bedeutungsbeziehungen“ (Sebastian Löbner S.117-151) und „Sinnrelationen“ (John Lyons S.281-305). Am Ende dieser Arbeit soll ein schlüssiges Fazit gezogen werden, bei welchem noch einmal der Vergleich beider Wissenschaftler und deren Erklärungen, der verschiedenen Bedeutungsbeziehungen aufgegriffen werden soll.

2. Synonymie

Nach Löbner ist die einfachste Bedeutungsbeziehung die Synonymie.3

Zwei Wörter sind synonym, wenn sie dieselbe Bedeutung haben. In unserem Beispiel haben die Wörter „Sonnabend“ und „Samstag“ dieselbe Bedeutung und sind in diesem Satz gegeneinander austauschbar. Die Synonymie gehört, so wie die Hyponymie, zu den „grundlegenden Bedeutungsbeziehungen“.4 Dies ist auch der Grund, warum Löbner diese beiden Begriffserklärungen bzw. Bedeutungsbeziehungen an den Anfang seines Kapitels „Bedeutungsbeziehungen“ setzt. Interessant ist im Vergleich, dass Lyons dies nicht tut, sondern sein Kapitel „Sinnrelationen“ mit der „Opposition“ und dem „Kontrast“ beginnt.5 Dies werden wir jedoch an anderer Stelle vertiefen. Die Begriffserklärung der Synonymie bietet uns keine Überleitung zum Begriff der Hyponymie, da die Synonymie eine „Gleichstellung“ eines Wortes aufzeigt, wo hingegen die Hyponymie eine Über- bzw. Untergeordnete „Stellung“ eines Wortes aufzeigt. Löbner schließt an die Synonymie die Hyponymie, durch eine Begriffserklärung dieser.

3. Hyponymie

Nach Löbner definiert sich die Bedeutungsbeziehung der Hyponymie wie folgt: „A ist genau dann ein Hyponym von B, wenn A ein Unterbegriff von B ist und wenn die Bedeutung von B Teil der Bedeutung von A ist.“6 In unserem Beispiel wird deutlich, dass ein Pudel eine Hunderasse ist und somit dem eigentlichen Begriff bzw. der eigentlichen „Klasse“ Hund untergeordnet ist, da dieser Hund auch ein Dackel, Dalmatiner, Labrador oder eine andere Hunderasse sein könnte. Hyponym bezeichnet in diesem Fall also den Unterbegriff, wo hingegen der Oberbegriff als Hyperonym bezeichnet wird. Interessant ist, dass Löbner nach der Synonymie die Hyponymie als weiterführende Herangehensweise an semantische Relationen gewählt hat. Zugleich stellt sich die Frage nach seiner Motivation hierzu, wo doch die Antonymie als „Gegensatz“ zur Synonymie vielleicht verständlicher gewesen wäre. Auch die geringe Länge seiner Ausführung zu den bereits genannten Begriffen ist im Vergleich zu John Lyons erstaunlich und dennoch in sich schlüssig.

Nicht nur Löbner, auch Lyons spricht an späterer Stelle seines Kapitels über die Hyponymie. Hierzu fasst er seinen vorangegangenen Abschnitt über die Opposition und den Kontrast noch einmal zusammen und kommt ohne große Überleitung zu den Hyponymen, wobei er die Klasseninklusion, welche häufig diskutiert wird anzweifelt, da damit einhergehend, nicht immer eine klare Einteilung von Hyponymen und Heteronymen fest gelegt werden kann.7 „ Wenn wir die Extension* von Lexemen betrachten, dann würden wir sagen, daß das superordinierte Lexem inklusiver ist; aber was die Intension* von Lexemen angeht, so ist das Hyponym inklusiver.“8 Als Beispiel für seine Ausführung nimmt er die Tulpe, welche definierende Eigenschaften einer Blume aufweist und bestimmte zusätzliche, welche sie von Rosen, Osterglocken usw. unterscheidet.9 „Hyponymie ist durch eine einseitige Implikation definierbar“,10 so Lyons weiter. Interessant ist, dass er feststellt, dass die Definition der Hyponymie durch eine unilaterale Implikation ermöglicht, die Synonymie als zweiseitige oder symmetrische Hyponymie zu definieren.11 Hier entsteht, anders als bei Löbner, ein Zusammenhang bzw. eine Überleitung der einen semantischen Relation zu einer anderen semantischen Relation. Lyon scheint sich nicht mit Begriffserklärungen auseinander zusetzen bzw. aufzuhalten, sondern versucht komplexe Gedankengänge miteinander zu verknüpfen und bezieht andere Wissenschaftler als Untermalung mit ein. Widmen wir uns nun dem größeren Teil der Ausführungen Lyons im Kapitel der „Sinnrelationen“.

4. Opposition und Kontrast

Wo Löbner mit der Synonymie in seinem Kapitel zu den Bedeutungsbeziehungen beginnt, beginnt Lyons mit der Opposition und dem Kontrast. Auffällig sind zunächst seine, im Vergleich zu Löbner, langen Erklärungen zu diesen Begriffen, woraus man schließen kann, dass für ihn diese semantischen Relationen besonders wichtig zu sein scheint.

„Die Behandlung wird verhältnismäßig informell und manchmal etwas spekulativ sein“12, so Lyons. Seine Ausführungen beginnen mit dem „Gegensatz“ der „Opposition“. Er benennt Trier als jemanden, der behauptet hat, dass das Gegenteil in gewisser Weise im Geist des Sprechers und Hörers während eines Äußerungsaktes gegenwärtig ist.13 Damit setzt er voraus, dass in einem gegeben Satz, wie in unserem Beispiel, der Bedeutungsgegensatz automatisch allgegenwärtig ist. Also denken wir bei „gutem“ Wetter automatisch an dessen Gegensatz, nämlich „schlechtes“ Wetter. Wobei hier das Subjektiv Wetter bzw. der Kontext nicht ausschlaggebend ist. Wenn wir das Adjektiv „gut“ hören, haben wir seinen Gegensatz „schlecht“ automatisch präsent.

[...]


1 Löbner, Sebastian: Semantik. Eine Einführung, Berlin 2003, S.116.

2 Lyons, John: Semantik. Band 1, München 1980, S. 281.

3 Löbner, Sebastian: Semantik. Eine Einführung, Berlin 2003, S.117.

4 Ebd. S.116.

5 Lyons, John: Semantik. Band 1, München 1980, S.281.

6 Löbner, Sebastian: Semantik. Eine Einführung, Berlin 2003, S.118.

7 Vgl. Lyons, John: Semantik. Band 1, München 1980, S.301.

8 Ebd.

9 Vgl. Ebd.

10 Vgl. Ebd. S.302.

11 Vgl. Ebd.

12 Ebd. S.281.

13 Vgl. Ebd.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Bedeutungsbeziehungen und Sinnrelationen bei den Sprachwissenschaftlern Sebastian Löbner und John Lyons
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Germanistisches Institut)
Veranstaltung
Proseminar Semantik
Autor
Jahr
2015
Seiten
11
Katalognummer
V295422
ISBN (eBook)
9783656931942
ISBN (Buch)
9783656931959
Dateigröße
378 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Semantische Relationen, Bedeutungsbeziehungen, Semantik, Linguistik, sebastian Löbner, John Lyons
Arbeit zitieren
J. C. (Autor), 2015, Bedeutungsbeziehungen und Sinnrelationen bei den Sprachwissenschaftlern Sebastian Löbner und John Lyons, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295422

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