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Akteure und Einflussfaktoren in der Umweltaußenpolitik der USA. Hintergründe einer mangelhaften Beteiligung am internationalen Klimaschutz

Title: Akteure und Einflussfaktoren in der Umweltaußenpolitik der USA. Hintergründe einer mangelhaften Beteiligung am internationalen Klimaschutz

Seminar Paper , 2009 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Moritz Witte (Author)

Politics - Region: Middle and South America
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Spätestens seit der ersten Umweltkonferenz der Vereinten Nationen in Stockholm im Jahr 1972 ist der internationale Klimaschutz nicht mehr nur eine Angelegenheit der Wissenschaft, sondern auch Gegenstand der Politik (vgl. Brühl, 2000, S.368). Strategien und Maßnahmen zur Verminderung des Klimawandels haben seitdem einen immer höheren Stellenwert in der nationalen und internationalen Politik erlangt. Die Gründung von Ausschüssen wie des IPCC oder Regimebildungen wie des Kyoto-Protokolls zeigen, dass man sich weltweit durchaus des Problems der Klimaveränderung bewusst ist und dass man bereit ist, diesem Problem gemeinsam entgegen zu wirken (vgl. Matthes, 2005, S.26). Vor diesem Hintergrund ist es schwer nachvollziehbar, warum sich ausgerechnet eine führende (Wirtschafts-) Macht wie die USA, an den internationalen Bemühungen zum Erhalt der Umwelt nur zögerlich beteiligt oder diesen sogar entgegenwirkt.
Ausgehend von der Hypothese, dass die Klimaschutzpolitik der USA nur geringfügig vom US-Präsidenten beeinflusst wird und dass es sich dabei vielmehr um eine Vielzahl von Entscheidungsmechanismen und Einflüssen verschiedenster Akteure handelt, möchte ich im Rahmen dieser literaturanalytischen Hausarbeit die Frage klären, warum die USA in den letzten zwei Jahrzehnten keine Führungsrolle mehr in der internationalen Klimaschutzpolitik übernommen haben.
Um meine Hypothese zu untermauern, werde ich mich schwerpunktmäßig zunächst auf den Präsidenten und seine Rolle in der US-Umweltschutzpolitik konzentrieren. Anschließend werde ich den Kongress als machtvollen Akteur genauer betrachten und mich zuletzt zwei ebenfalls sehr einflussreichen Faktoren, nämlich den Interessengruppen und der amerikanischen Lebensweise widmen. Bei den jeweiligen Darstellungen geht es mir vor allem darum aufzuzeigen, inwiefern eine Beteiligung der Vereinigten Staaten an internationalen Klimaschutzmaßnahmen behindert oder sogar verhindert wurde. Einige sehr positive Entwicklungen der letzten Jahre, wie beispielsweise die Umweltschutzmaßnahmen des Staates Kalifornien werde ich in meiner Arbeit deshalb nicht näher beleuchten. Den Abschluss meiner Seminararbeit bildet das Fazit, in welchem ich die wichtigsten Aspekte noch einmal zusammenfasse und eine abschließende Antwort auf die in der Einleitung formulierte Frage gebe.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.Nationale Einflussfaktoren in der amerikanischen Umweltschutzpolitik

2.1 Die Rolle des Präsidenten

2.2 Die Rolle des Kongresses

2.3 Der Einfluss von Interessengruppen

2.4 Die amerikanische Lebens- und Denkweise

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Gründe für die zögerliche Haltung und die mangelnde internationale Führungsrolle der Vereinigten Staaten in der Klimaschutzpolitik über die letzten zwei Jahrzehnte. Dabei wird der Hypothese nachgegangen, dass diese Entwicklung nicht allein auf das Handeln der jeweiligen Präsidenten zurückzuführen ist, sondern aus einem komplexen Geflecht nationaler Entscheidungsmechanismen und verschiedener Einflussfaktoren resultiert.

  • Die Rolle der US-Präsidenten in der nationalen und internationalen Umweltpolitik
  • Der Einfluss des US-Kongresses und seine legislative Gestaltungsmacht
  • Die Macht und Arbeitsweise verschiedener Interessengruppen aus Industrie und Wirtschaft
  • Die Bedeutung der amerikanischen Lebens- und Denkweise für umweltpolitische Reformen

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Rolle des Präsidenten

Bis in die 90er Jahre nahmen die USA auf Regierungsebene eine umweltpolitische Vorreiterrolle und Führungsposition ein (vgl. Donner, 2008, S.5). Präsident Nixon bezeichnete sich sogar noch als „Umweltpräsident“ und sicherte dem 1972 ins Leben gerufenen VN-Umweltprogramm UNEP über 70 Mio. Dollar für UNEP-Operationen zu. Diese Vorreiterrolle verloren die USA jedoch spätestens 1992, nachdem die Bush-Administration den Verhandlungen zur Klimarahmenkonvention in Rio eine klare Absage erteilte. Präsident Bush wollte sich weder auf genaue Reduktionsziele und Zeitpläne festlegen lassen, noch wollte er irgendeiner Form von Technologie oder Finanztransfers zustimmen.

Darüber hinaus widersetzte er sich allen Ansätzen, die eine Neu- bzw. Umstrukturierung der Wirtschaft vorsahen und die nicht marktbasiert waren. Sein Hauptargument gegen entsprechende Maßnahmen war, dass der Treibhauseffekt noch nicht hinreichend wissenschaftlich erwiesen sei und dass neben weiteren Klimaforschungen auch eine ökonomische Kosten-Nutzen Bewertung, sowie sozialwissenschaftliche Forschungen in Bezug auf die Auswirkungen des Klimawandels notwendig seien. Weitere Bedenken äußerte er hinsichtlich übermäßiger Kosten möglicher Reduktionsmaßnahmen von Treibhausgasen, sowie am Vorsorgeprinzip (vgl. Brühl, 2000, 368ff). Wenngleich diese Blockadehaltung Präsident Bushs nicht allein dafür verantwortlich war, dass die Verhandlungen von Rio weniger erfolgreich als erwartet ausfielen, so führte sie jedoch dazu, dass die USA einerseits ihre Führungsrolle im internationalen Klimaschutz verloren und dass sich andererseits die Spannungen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern vergrößerten (vgl. Brühl, 2000, S.369).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Inkompatibilität nationaler Regulierungsstandards und formuliert die Hypothese, dass die US-Klimapolitik primär durch ein komplexes Geflecht verschiedener Akteure und nicht nur durch den Präsidenten bestimmt wird.

2.Nationale Einflussfaktoren in der amerikanischen Umweltschutzpolitik: Dieses Hauptkapitel analysiert vier zentrale Einflussgrößen: die präsidentielle Führung, die Rolle des Gesetzgebers, den Einfluss von Lobbygruppen sowie die gesellschaftliche Mentalität.

2.1 Die Rolle des Präsidenten: Das Kapitel beschreibt den Wandel von einer umweltpolitischen Vorreiterrolle hin zu einer Blockadehaltung der US-Präsidenten seit den 90er Jahren.

2.2 Die Rolle des Kongresses: Es wird untersucht, wie der Kongress durch seine Ratifizierungskompetenz und parteipolitische Interessen den Handlungsspielraum der Regierung maßgeblich einschränkt.

2.3 Der Einfluss von Interessengruppen: Das Kapitel beleuchtet, wie Wirtschafts- und Industrielobbyisten gezielt auf politische Entscheidungsprozesse einwirken, während Umweltverbände vermehrt in der Kritik stehen.

2.4 Die amerikanische Lebens- und Denkweise: Die Analyse zeigt auf, dass der traditionelle „way of life“ und die Sichtweise auf natürliche Ressourcen als unendliche Güter bisher ein tiefgreifendes umweltpolitisches Umdenken erschwerten.

3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die US-Klimaschutzpolitik ein komplexes Zusammenspiel von Akteuren ist, wobei ein positiver gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Wandel in den letzten Jahren Hoffnung für zukünftige Führungsrollen bietet.

4. Literaturverzeichnis: Aufgelistete Quellen zur Analyse der US-Klimapolitik.

Schlüsselwörter

Klimaschutzpolitik, USA, Umweltschutz, Präsident, Kongress, Interessengruppen, Lobbyarbeit, Treibhausgase, Kyoto-Protokoll, Klimarahmenkonvention, Unilateralismus, Energiepolitik, Emissionsreduktion, Umweltaußenpolitik, Nachhaltigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Faktoren, die dazu geführt haben, dass die USA in den letzten zwei Jahrzehnten ihre einstige Führungsrolle im internationalen Klimaschutz aufgegeben haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung konzentriert sich auf vier Hauptbereiche: das Handeln der Präsidenten, die Macht des Kongresses, den Einfluss von Interessengruppen und die amerikanische Lebensweise.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu ergründen, warum die USA international als klimapolitisch zögerlich oder ablehnend wahrgenommen werden und welche Akteure dabei eine Rolle spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturanalytische Hausarbeit, die den aktuellen Forschungsstand zu den genannten Einflussfaktoren auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die spezifischen Rollen von Exekutive, Legislative, Lobbyorganisationen und das gesellschaftliche Wertesystem der USA kritisch hinterfragt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Klimaschutzpolitik, Unilateralismus, Lobbyarbeit und institutionelle Einflussfaktoren charakterisiert.

Welchen Einfluss hatte der Kongress konkret auf das Kyoto-Protokoll?

Der Kongress verweigerte die Ratifizierung und setzte durch Resolutionen wie die „Byrd-Hagel“-Resolution ein deutliches Signal, das den Handlungsspielraum des Präsidenten massiv begrenzte.

Hat sich die amerikanische Einstellung zum Klimaschutz verändert?

Ja, in den letzten Jahren ist ein Wandel erkennbar, da zunehmend auch US-Unternehmen und Teile der Bevölkerung das Problem der Erderwärmung und die Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen anerkennen.

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Details

Title
Akteure und Einflussfaktoren in der Umweltaußenpolitik der USA. Hintergründe einer mangelhaften Beteiligung am internationalen Klimaschutz
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (Institut für Internationale Politik)
Course
Proseminar Internationale Beziehungen: Internationale Klimapolitik
Grade
1,0
Author
Moritz Witte (Author)
Publication Year
2009
Pages
15
Catalog Number
V295862
ISBN (eBook)
9783656937876
ISBN (Book)
9783656937883
Language
German
Tags
Klimapolitik USA Klimaschutz Kyoto-Protokoll Interessengruppen Umweltschutz Lobbyismus Amerika Kongress International
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Moritz Witte (Author), 2009, Akteure und Einflussfaktoren in der Umweltaußenpolitik der USA. Hintergründe einer mangelhaften Beteiligung am internationalen Klimaschutz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295862
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