Zunächst soll eine Aufklärung und deren Bedeutung über die genannten Sinnsysteme Religion und Zivilreligion erfolgen, unter Berücksichtigung einer Gesellschaft, der paradoxerweise ein sinkender Stellenwert von Religion attestiert wird, aber gleichzeitig ein steigender Trend der Bedeutung von Religion innerhalb der nationalen Öffentlichkeit festgestellt wird. Wie ist diese komplexe Angelegenheit zu deuten? Zudem soll die vorliegende Arbeit als einen Teilbereich der Politikwissenschaft, nämlich im Rahmen der theoretischen Politik, Ansätze verfolgen in denen die Interaktion zwischen politischen System und Religion als politikwissenschaftliche Querschnittsaufgabe gewährleistet und verstanden wird. Am Ende soll die theoretische Frage im Rahmen der theoretischen Politik beantwortet werden, ob die Zivilreligion die ja ein Spannungsverhältnis mit der Politik eingeht, eine notwendige Konstante im liberalen Staate bildet.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Theoretische Vorüberlegung
- Bestimmung des Politikbegriffes
- Schnittstelle von Politik und Religion
- Definition u. Differenzierung von Religion u. Zivilreligion
- Säkularisierung und Religion
- Theoretische Einordnung von Zivilreligion
- Rolle der Zivilreligion innerhalb der Demokratie (Niklas Luhmann)
- Was ist Demokratie?
- Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit befasst sich mit der Frage, ob Zivilreligion eine Notwendigkeit in liberalen Demokratien darstellt. Sie untersucht den Zusammenhang von Politik und Religion im Kontext der Säkularisierung und beleuchtet die Rolle der Zivilreligion innerhalb des demokratischen Systems. Dabei werden insbesondere die Gedanken von Niklas Luhmann und Papst Franziskus herangezogen.
- Der Begriff der Zivilreligion und seine Abgrenzung von Religion
- Die Herausforderungen der Säkularisierung für die Religion
- Die Rolle der Zivilreligion in der demokratischen Ordnung
- Das Verhältnis von Kirche und Staat in liberalen Demokratien
- Die Frage nach einer „Ersatzreligion“ in säkularen Gesellschaften
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung stellt die Problematik der Spannungen zwischen direkter Demokratie und Sinnstiftung in der heutigen Zeit dar und führt den Leser in das Thema der Zivilreligion ein.
- Theoretische Vorüberlegung: Dieser Abschnitt definiert den Politikbegriff und beleuchtet die Schnittstelle zwischen Politik und Religion.
- Definition u. Differenzierung von Religion u. Zivilreligion: Hier werden die Begriffe Religion und Zivilreligion definiert und voneinander abgegrenzt. Zudem wird die Bedeutung der Säkularisierung für die Religion und die theoretische Einordnung der Zivilreligion behandelt.
- Rolle der Zivilreligion innerhalb der Demokratie (Niklas Luhmann): In diesem Kapitel wird die Rolle der Zivilreligion innerhalb der Demokratie aus der Sicht von Niklas Luhmann beleuchtet. Dabei wird auch die Frage, was Demokratie ist, näher betrachtet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit fokussiert auf die Schlüsselwörter Zivilreligion, Säkularisierung, Demokratie, Politik, Religion, Kirche und Staat, sowie die Gedanken von Niklas Luhmann und Papst Franziskus. Im Zentrum stehen die Spannungen zwischen säkularen und religiösen Werten in liberalen Demokratien und die mögliche Rolle der Zivilreligion als Vermittlungsinstanz.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter Zivilreligion?
Zivilreligion bezeichnet religiöse Elemente, Symbole und Rituale in einer Gesellschaft, die der politischen Gemeinschaft Sinn und Zusammenhalt geben, ohne an eine spezifische Konfession gebunden zu sein.
Ist Zivilreligion in einer liberalen Demokratie notwendig?
Es wird debattiert, ob ein rein säkularer Staat ohne ein gemeinsames Sinnsystem (wie z.B. Verfassungspatriotismus als Form der Zivilreligion) langfristig stabil bleiben kann.
Wie stehen Säkularisierung und Religion heute zueinander?
Trotz sinkender Mitgliederzahlen in Kirchen gibt es einen Trend zur Rückkehr der Religion in die nationale Öffentlichkeit und politische Debatten.
Was sagt Niklas Luhmann zur Rolle der Zivilreligion?
Aus systemtheoretischer Sicht betrachtet Luhmann, wie Religion und Politik als unterschiedliche Teilsysteme interagieren und ob Zivilreligion eine Brücke zur Sinnstiftung schlagen kann.
Was ist der Unterschied zwischen Religion und Zivilreligion?
Religion bezieht sich auf das Transzendente und individuelle Heil, während Zivilreligion auf die Heiligung politischer Werte und die Integration des Staates ausgerichtet ist.
- Arbeit zitieren
- Jaroslav Kostenko (Autor:in), 2013, Zivilreligion in liberalen Demokratien. Eine Notwendigkeit?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/296095