Die Situation psychisch-kranker Menschen aus Sicht der Menschenrechte. Von der Antike bis zu Freud


Seminararbeit, 2014
13 Seiten

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Die Menschenrechte - Human Rights
1.1. Die Geschichte der Menschenrechte
1.2. Die 30 Menschenrechte der Vereinten Nationen

2. Die historische Situation psychisch kranker Menschen
2.1. Die Antike - Griechen und Römer
2.2. Mittelalter und Renaissance
2.3. 17. , 18. und 19. Jahrhundert
2.4. Die Jahrhundertwende - 20. Jahrhundert

3. Reflexion & Resümé

4. Literaturverzeichnis

Einleitung

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.“

Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen

Wie der historische Teil dieser Arbeit aufzeigt, waren viel Zeit und Aufwand zur Etablierung der Grundrechte von Menschen erforderlich, um Machtmissbrauch und Kriegen Einhalt zu gebieten. Scheint das Ideal der Gleichheit aller Menschen noch in weiter Ferne, so sind diesbezüglich im Vergleich zu vergangenen Epochen doch enorme Errungenschaften gelungen.

Da im Rahmen der Lehrveranstaltung „Behinderung und Menschenrechte“ die Aufgabe gestellt wurde, eine Arbeit über jenes Thema zu gestalten, fiel meine Wahl darauf, einen historischen Streifzug durch vergangene Epochen bis hin zur Wende des 20. Jahrhunderts - wo bekanntlich angesehene und wirksame Therapiekonzepte entwickelt wurden -zu unternehmen, in dem die soziale sowie die medizinische Behandlung psychisch kranker Menschen - also „geistig Behinderter“ - im Fokus der heutigen Menschenrechte beleuchtet wird. Trotz der massiven Errungenschaften im Bereich der Menschenrechte, der Medizin und der Forschung werden auch noch im 21. Jahrhundert psychisch Kranke stigmatisiert und ausgegrenzt. Diese Arbeit soll aufzeigen, inwieweit Menschenrechte aus heutiger Sicht einst verletzt wurden und damit einen Beitrag zur weiteren Reduktion von Ungleichheiten leisten:

Inwieweit wurden im historischen Verlauf die heutigen geltenden Menschenrechte (Human Rights) psychisch kranker Menschen verletzt?

Die Menschenrechte und ihre Entstehung werden im Kapitel 1 beschrieben, während sich Kapitel 2 mit den Lebenslagen psychisch Kranker durch die verschiedenen Zeitalter befasst. Der Begriff „psychisch krank“ wird nicht genau definiert. Er richtet sich nach dem Verständnis der jeweiligen Epochen. Das Kapitel 3 schließt die Arbeit mit einem Resümé und einem Ausblick.

1. Die Menschenrechte - Human Rights

1.1. Die Geschichte der Menschenrechte

Die Durchsetzung der ersten Menschenrechte lässt sich bis 39 v. Chr., zur Eroberung von Babylon durch den ersten altpersischen König Kyros den Großen, zurückverfolgen. Jener Herrscher schenkte den Sklaven die Freiheit, allen Menschen das Recht der freien Religionswahl und stellte Rassengleichheit her. Die Rechte wurden auf einem Tonzylinder mit Keilschrift aufgezeichnet - die erste Charta der Menschenrechte war geschaffen. Sie umfasst die vier ersten Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. (vgl. de.humanrights.com)

Der Gedanke der Menschen- oder Naturrechte breitete sich stetig aus und es entstanden weitere Dokumente wie die Magna Carta (1215), die die Grundlage der Menschenrechte bildet, die Petition of Right (1628), die vor behördlicher Willkür schützt, die Verfassung der USA (1787), die Französische Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte (1789) mit der Forderung nach „Freiheit, Eigentum, Sicherheit und Widerstand gegen Unterdrückung“ und die US Bill of Rights (1791). Einen weiteren Meilenstein stellte die erste Genfer Konvention 1864 dar, die den Schutz verwundeter feindlicher Soldaten gewährleistete. Um die Welt schließlich vor weiteren Kriegswirren zu bewahren, trafen sich 1945 Delegierte aus 50 Ländern zur Konferenz der Vereinten Nationen. 1948 entstand die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, eine internationale Magna Carta für die gesamte Menschheit, bestehend aus dreißig Artikeln. (vgl. de.humanrights.com)

1.2. Die 30 Menschenrechte der Vereinten Nationen

Menschenrechte sind Rechte, die jede Person aufgrund seines Menschseins besitzt und daher allgemein gültig. Sie beruhen auf dem Prinzip der Achtung vor dem Einzelnen, auf würdevoller Behandlung jedes Menschen. Aber nur sehr wenige Leute kennen alle ihre Rechte. (vgl. de.humanrights.com) Deshalb werden die dreißig Menschenrechte im Folgenden in ihrer Kernaussage angeführt:

Artikel 1: Alle Menschen sind frei und gleich geboren.

Artikel 2: Jeder Mensch hat Anspruch auf dieselben Menschenrechte ohne jegliche Diskriminierung.

Artikel 3: Jeder Mensch hat das Recht auf Leben, Freiheit, und Sicherheit. Artikel 4: Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden.

Artikel 5: Niemand darf Folter, grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung/Strafe unterworfen werden.

Artikel 6: Jeder Menschen hat das Recht, überall als rechtsfähig anerkannt zu werden.

Artikel 7: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz.

Artikel 8: Jeder Mensch hat Anspruch auf wirksamen Rechtsschutz, wenn seine Grundrechte verletzt wurden.

Artikel 9: Niemand darf willkürlich festgenommen, in Haft gehalten oder des Landes verwiesen werden.

Artikel 10: Jeder Mensch Anspruch auf ein faires Verfahren vor einem unabhängigen Gericht.

Artikel 11: Es gilt die Unschuldsvermutung, bis die Schuld in einem öffentlichen Gerichtsverfahren bewiesen ist.

Artikel 12: Jeder Mensch hat das Recht auf Privat- und Familienleben.

Artikel 13: Jeder Mensch hat das Recht auf Bewegungs- und Auswanderungsfreiheit.

Artikel 14: Jeder Mensch hat das Recht, in fremden Ländern Asyl vor Verfolgung zu suchen. Artikel 15: Jeder Mensch hat das Recht auf persönliche Wahl der Staatsangehörigkeit. Artikel 16: Heiratsfähige Menschen haben das Recht zu heiraten und eine Familie zu gründen. Frauen und Männer sind in ihren Rechten gleichgestellt. Die Familie hat ein Recht auf Schutz durch Gesellschaft und Staat.

Artikel 17: Jeder Mensch hat das Recht auf Eigentum.

Artikel 18: Jeder Mensch hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit.

Artikel 19: Jeder Mensch hat das Recht auf Meinungs- und Informationsfreiheit sowie auf freie Meinungsäußerung.

Artikel 20: Jeder Mensch hat das Recht auf Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit.

Artikel 21: Jeder Mensch hat das Recht, an der Gestaltung öffentlicher Angelegenheiten seines Landes teilzunehmen.

Artikel 22: Jeder Mensch hat das Recht auf soziale Sicherheit und auf die Verwirklichung der für seine Würde unentbehrlichen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte. Artikel 23: Jeder Mensch hat das Recht auf Arbeit, angemessene Arbeitsbedingungen, Schutz gegen Arbeitslosigkeit sowie auf gerechte, befriedigende Entlohnung, die eine menschenwürdige Existenz sichert

Artikel 24: Jeder Mensch hat das Recht auf Erholung und Freizeit.

Artikel 25: Jeder Mensch hat das Recht auf einen für Gesundheit und Wohlbefinden geeigneten Lebensstandard einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Betreuung und notwendige soziale Leistungen.

Artikel 26: Jeder Mensch hat das Recht auf Bildung einschließlich unentgeltlicher und verpflichtender Grundschulbildung sowie Menschenrechtsbildung zur Entfaltung der Persönlichkeit.

[...]

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Details

Titel
Die Situation psychisch-kranker Menschen aus Sicht der Menschenrechte. Von der Antike bis zu Freud
Hochschule
Universität Wien
Autor
Jahr
2014
Seiten
13
Katalognummer
V296284
ISBN (eBook)
9783656942634
ISBN (Buch)
9783656942641
Dateigröße
701 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Menchenrechte, Behindertenrechte
Arbeit zitieren
Silvia Kopper-Zisser (Autor), 2014, Die Situation psychisch-kranker Menschen aus Sicht der Menschenrechte. Von der Antike bis zu Freud, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/296284

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