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Verschwörungen und Schwureinigungen der Bewohner von Köln 1074 bis 1119

Title: Verschwörungen und Schwureinigungen der Bewohner von Köln 1074 bis 1119

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Silvia Willems (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema "Verschwörungen und Schwureinigungen der Bewohner von Köln von 1074 - 1119" .

Es wird kurz die Organisation der Stadtherrschaft beschrieben, wie man sie am Ende des 11. Jahrhunderts und im 12. Jahrhundert in Köln finden konnte.

Daraufhin werden die Verschwörungen zunächst chronologisch geordnet dargestellt. Die Urheber der Schwureinigungen werden näher betrachtet und ihre Beweggründe sowie die Folgen ihres Handelns durchleuchtet.

Die erste zu untersuchende Verschwörung, die in den zu berücksichtigenden Zeitraum fällt, ist der Aufstand der Kölner (bzw. eines Teils der Kölner Bürgerschaft) gegen den Erzbischof Anno II. Es soll untersucht werden, warum und wie es zum Aufstand kam und wer seine Urheber waren.

Nur zwei Jahrzehnte nach dem Aufstand gegen Anno II. entstand eine Verschwörung der Kölner gegen Heinrich V. für dessen Vater Heinrich IV. Hier sind ebenfalls zeitgenössische Darstellungen erhalten geblieben, die man zur Beantwortung einiger Fragen heranziehen kann.

Während der Zeitpunkt und der Ablauf dieser beiden Verschwörungen gesichert erscheint, ist die Zeit von 1106-1112 schwieriger zu durchleuchten. Es findet sich ein Eintrag über eine Coniuratio im Jahre 1112, der kontrovers diskutiert wird.

Die Verschwörung der niederrheinischen Fürsten gegen Heinrich V. wird erörtert. Geklärt werden die Gründe, die die Kölner veranlaßten, diesem Bündnis beizutreten.

Die Frage, ob es Zusammenhänge der Verschwörungen mit den Ereignissen gibt, die mit dem Investiturstreit verbunden sind, kann an dieser Stelle nicht betrachtet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Stadtherrschaft

3. Der Aufstand gegen Anno II. von 1074

3.1 Die Situation im Reich und der Wormser Aufstand

3.2 Der Verlauf des Kölner Aufstands

3.3 Beurteilung

4. Die Schwureinigung von 1105/1106

4.1 Die Situation im Reich

4.2 Die Verschwörung für Heinrich IV.

4.3 Die Entwicklung der Stadtgemeinde und die Urheber der Schwureinigung

5. Die Coniuratio von 1112

5.1 Problematik

5.2 Kommunale Deutungen: Friedliche bzw. revolutionäre Coniuratio

5.3 Reichsgeschichtliche Deutung: Fürstenverschwörung

5.4 Fazit

6. Die Verschwörung gegen Heinrich V. (1114-1119)

7. Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Entstehung und Entwicklung städtischer Organisationsformen in Köln zwischen 1074 und 1119 anhand verschiedener Verschwörungen und Schwureinigungen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich die Kölner Bürgerschaft gegenüber der erzbischöflichen Stadtherrschaft politisch zu organisieren begann und welchen Einfluss die Konflikte der Zeit auf die Herausbildung bürgerlicher Strukturen hatten.

  • Analyse der Stadtherrschaft unter den Kölner Erzbischöfen im 11. und 12. Jahrhundert.
  • Untersuchung des Aufstands gegen Erzbischof Anno II. im Jahr 1074 als Frühphase städtischer Selbstbehauptung.
  • Erörterung der Schwureinigungen zugunsten von Heinrich IV. in den Jahren 1105/1106.
  • Kritische Quellenbewertung der umstrittenen „Coniuratio von 1112“ und deren reichsgeschichtlicher Kontext.
  • Darstellung der Rolle der Kölner Bürgerschaft bei den Widerstandsbewegungen gegen Kaiser Heinrich V.

Auszug aus dem Buch

3.3 Beurteilung

Wenn man beurteilen will, ob es im Jahr 1074 bereits Stadtinstitutionen gab, und welche Gestalt diese hatten, so muß man sich in erster Linie auf den oben erläuterten Bericht Lamperts stützen. Zu dieser Zeit gibt es weder ein Stadtsiegel, noch genau feststellbare Treffpunkte, die einem Bürgerhaus vergleichbar wären.

Einzelne Begriffe, die Lampert verwendet, lassen aber trotzdem auf einen gewissen Grad der Selbstorganisation der Kölner Bürger schließen, vor allem der Bürger, die der sehr wohlhabenden Kölner Kaufmannsschicht angehörten. Lampert bezeichnet die an dem Aufstand Beteiligten als "primores". Hier ist eine reiche Bürgerschicht zu erkennbar.

Je nachdem, wie man die Begriffe "conferunt (...) consilia", "novarum rerum", "ad arma conclamat" sowie "conspirat" versteht, lassen sich mit Hilfe dieser Passage Rückschlüsse auf eine bereits vorhandene Organisationsform der Kölner Bürger ziehen. Die Bürgerschaft war in der Lage, zusammen Pläne zu besprechen, bzw. zu Beratungen zusammenzukommen. Lampert erwähnt hier "neuartige Dinge", die er aber nicht näher definiert. Es ist anhand dieses Textes nicht möglich, genaue Aussagen darüber zu machen, welchen Organisationsgrad diese Beratungen hatten, ob sie schon vor dem Aufstand regelmäßig stattgefunden hatten, wer daran teilnahm oder wie diese Zusammenkünfte abliefen. Man kann in den primores, die Pläne schmieden, bereits Aktivitäten des Schöffenkollegs vermuten, oder aber aufgrund der unbestimmten Ausdrücke Lamperts schließen, daß es 1074 noch keine diesem entsprechende selbständig handelnde Organisationsform der Bürger gegeben hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der mittelalterlichen Schwureinigungen in Köln und Klärung der Begrifflichkeiten.

2. Die Stadtherrschaft: Beschreibung der erzbischöflichen Machtstellung und der administrativen Struktur Kölns im späten 11. Jahrhundert.

3. Der Aufstand gegen Anno II. von 1074: Analyse der Ursachen und des Verlaufs des ersten großen Konflikts der Kölner Bürger mit ihrem Stadtherrn.

4. Die Schwureinigung von 1105/1106: Untersuchung der Bündnisse und der wachsenden städtischen Autonomie während der Konflikte zwischen Heinrich IV. und Heinrich V.

5. Die Coniuratio von 1112: Quellenkritische Auseinandersetzung mit der schwer datierbaren und interpretierbaren Verschwörung von 1112.

6. Die Verschwörung gegen Heinrich V. (1114-1119): Darstellung der aktiven Rolle der Kölner Bürger bei den Aufständen gegen den Kaiser.

7. Ausblick: Resümee über die Bedeutung der untersuchten Ereignisse für die Herausbildung städtischer Institutionen in Köln.

Schlüsselwörter

Kölner Bürgerschaft, Coniuratio, Schwureinigung, Stadtherrschaft, Erzbischof Anno II., Investiturstreit, Kölner Königschronik, Stadtentwicklung, Hochmittelalter, primores, Schöffenkolleg, Heinrich IV., Heinrich V., Kommunalbewegung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Anfänge städtischer Selbstorganisation in Köln durch die Untersuchung verschiedener Verschwörungen und Schwureinigungen zwischen 1074 und 1119.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Entwicklung des Kölner Bürgertums, die Konfliktgeschichte zwischen Stadt und Stadtherrschaft sowie die politische Instrumentalisierung von Bündnissen im Hochmittelalter.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es zu ergründen, wie sich die Bürgerschaft in einer Phase fehlender offizieller Stadtrechte gegenüber den Erzbischöfen organisierte und welche rechtlichen und institutionellen Spuren diese Konflikte hinterließen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine quellenkritische historische Analyse, die primär zeitgenössische Berichte wie die Annalen des Lampert von Hersfeld und die Kölner Königschronik auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich chronologisch in die Untersuchung des Aufstands von 1074, die Schwureinigungen von 1105/06, das problematische Ereignis von 1112 sowie die Widerstände gegen Heinrich V. bis 1119.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Coniuratio, Kölner Bürgerschaft, Stadtherrschaft, primores, Schwureinigung und städtische Autonomie.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Lampert von Hersfeld?

Die Autorin betont die Parteinahme Lamperts für den Erzbischof, was seine Berichte über die "Verschwörungen" der Bürger als tendenziös kennzeichnet, aber dennoch wertvolle Rückschlüsse auf die Ereignisse ermöglicht.

Warum ist die "Coniuratio von 1112" in der Forschung so umstritten?

Die Kontroverse rührt daher, dass der Eintrag in der Kölner Königschronik historisch isoliert ist, chronologische Unstimmigkeiten aufweist und je nach Interpretation entweder als kommunale Bürgerbewegung oder als fürstliches Bündnis gedeutet wird.

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Details

Title
Verschwörungen und Schwureinigungen der Bewohner von Köln 1074 bis 1119
College
University of Fribourg  (Mediävistisches Institut)
Course
Hauptseminar im Wintersemester 1999/2000: Gilden, Bruderschaften, Gemeinden
Grade
1,0
Author
Silvia Willems (Author)
Publication Year
2000
Pages
26
Catalog Number
V29634
ISBN (eBook)
9783638311007
ISBN (Book)
9783640326716
Language
German
Tags
Verschwörungen Schwureinigungen Bewohner Köln Gilden Bruderschaften Gemeinden
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Silvia Willems (Author), 2000, Verschwörungen und Schwureinigungen der Bewohner von Köln 1074 bis 1119, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29634
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