Verhaltensauffälligkeiten bei Jugendlichen


Unterrichtsentwurf, 2004

39 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Fachwissenschaftlicher Teil
1. Einleitung
2. Ursachen
2.1 Emotionale und soziale Ursachen
2.2 Mentale Ursachen
2.3 Physisch und entwicklungsbedingte Ursachen
2.4 Motorische Ursachen
2.5 Ernährungsbedingte Ursachen
2.6 Umwelt und Technik
3. Aggression
3.1 Definition
3.2 Jugendaggressivität
3.3 Allgemeine Ursachen für Aggression
4. Delinquenz
4.1 Definition
4.2 Jugenddelinquenz
4.3 Ursachen
5. Depressivität
6. Essstörungen
7. Alkohol und Drogenmissbrauch
7.1 Ursachen / Bedingungen
7.2 Gefahren
7.3 Prävention
8. Umgang mit verhaltensauffälligen Schülern
8.1 Klassische Verhaltenstherapie
8.2 Kooperative Verhaltensmodifikation
8.3 Maßnahmen der Lehrperson
8.4 Maßnahmen der Schule

II. Didaktische Analyse
1. Sachlogische Struktur des Themas
1.1 Fachbegriffe
1.2 Theoretische Zusammenhänge
2. Exemplarischer Wert des Themas
3. Gewinnbare Erkenntnisse für die KollegInnen
4. Methoden und Medien
5. Lernziele

III. Planung des Präsentationsverlaufes

IV. Dokumentation der eingesetzten Medien

V. Literaturverzeichnis

Handout

I. Fachwissenschaftlicher Teil

1. Einleitung

Jugend ist eine Phase im Lebenslauf, in der sich die meisten Vorgänge in einer Person in Veränderung befinden, und zwar in einem Übergang von typisch kindlichem zu dem, was als typisch erwachsen angesehen wird. Der Jugendliche befindet sich an der Schwelle zur autonomen Partizipation am gesellschaftlichen Leben. Veränderungen auf biologischer Ebene gehen mit interpersonellen Beziehungs- und sozialen Statusveränderungen einher. Aus dem fortschreitenden Übertritt in das Erwachsenenalter ergeben sich neuartige Handlungsanforderungen und Handlungsmöglichkeiten, aber auch neue Gefahren. Unzureichende, misslungene oder fehlende Erziehung, wie zum Beispiel Vernachlässigung, übertriebene Härte, Brutalität oder Verwöhnung, Überbehütung, aber auch Inkonsequenz bringt es oft mit sich, dass Kinder und Jugendliche ein sozial abweichendes Verhalten entwickeln.

„Ein sozial abweichendes Verhalten liegt vor, wenn ein Individuum den Ansprüchen des geregelten Zusammenlebens nicht (mehr) gerecht wird und es dadurch immer wieder zu erheblichen und dauerhaften Schwierigkeiten für das Individuum und / oder seine Umwelt kommt.“[1]

Ziel unserer Arbeit soll es ausgehend von den oben angeführten Problematiken sein, besonders für angehende Pädagogen Aufklärungsarbeit zu leisten, welche darauf hinweisen soll, dass Jugendliche eine sehr sensible Umgangsweise benötigen, um mögliche Verhaltesauffälligkeiten durch gezielte Unterstützung vorzeitig erkennen zu können. Weiters bieten wir über das Aufzeigen von möglichen Ursachen verbunden mit Lösungsansätzen mit unserer Arbeit auch die Möglichkeit, bei bereits aufgetretenen Verhaltensauffälligkeiten gezielte Gegenmaßnahmen einzuleiten.

2. Ursachen

In diesem Kapitel werden die verantworlichen Ursachen für die zunehmende Hyperaktivität, Unruhe, Aggression, psychischen Störungen und körperlichen Symptomen bei Jugendlichen behandelt.

2.1 Emotionale und soziale Ursachen

Auslöser für Probleme im sozialen und emotionalen Bereich können sein:

- Mangel an Zuwendung, Liebe und familiärer Geborgenheit
- fehlende Grenzsetzung und Konsequenz, fehlende Strukturen und Werte
- kollektive negative Gefühle wie Stress, Hass, Gewalt, Wut, Angst, Sorgen, Neid und Trauer im unmittelbaren Umfeld der Kinder
- Überlastung der allein erziehenden Elternteile, Trennung und Scheidung
- körperlicher, sexueller und emotionaler Missbrauch
- Adoption oder vorrübergehender Aufenthalt bei Pflegeeltern oder Heimaufenthalt
- Tod oder Krankheit eines Elternteils, Geschwisterteils oder Freund
- Schuldgefühle für die Probleme der Eltern
- Schul- und Wohnortwechsel
- Drogen- und alkoholabhängige oder psychisch kranke Eltern
- Belastende Schulerfahrungen (Stress mit Lehrern oder Mitschülern)
- Suizid eines Eltern- oder Geschwisterteils
- Zu einer Entwicklung gedrängt werden, die nicht den eigenen Talenten und Fähigkeiten entspricht

Allerdings ist es auch wichtig, dass Eltern nicht den Fehler begehen, die Heranwachsenden vor emotionalen und seelischen Belastungen derart zu schützen, dass sie von Problemen und Konflikten ferngehalten und somit übermäßig behütet werden. Ein Abschirmen von der Realität könnte in Konfliktunfähigkeit resultieren.

Konflikte gehören zu dieser Welt und der Umgang mit ihnen stellt einen wichtigen Reifungsprozess des Menschen dar. Der Umgang mit negativen Gefühlen sollte relativ rasch gelernt werden.

2.2 Mentale Ursachen

- Übermaß an visuellen Reizen (Bilder) und Informationen, die nicht verarbeitet werden können
- Überforderung, Leistungsdruck, Konkurrenzdenken, aber auch Unterforderung und falsche Förderung (durch überholte Schul- und Lernmethoden)

Die starre Dominanz auf die linke Gehirnhälfte (analytisch-logische Sichtweisen) in Schule und Gesellschaft ist mit eine Ursache für Konzentrationsschwächen. Im speziellen können Lehrer, die sich ständig im Umfeld der Jugendlichen befinden konkrete Maßnahmen setzen um mentale Probleme bei den Jugendlichen zu vermeiden und sie in ihrer mentalen Entwicklung unterstützen. Beispiele dafür wären Techniken, die beide Gehirnhälften ausbalancieren. Besonders bei schulischen Schwierigkeiten wäre es sehr hilfreich mit Lernberatern zu erforschen, welche Lernmethoden (auditiv, visuell, kinästhetisch) zum größten Erfolg führen würden. Ein weiterer Fehler, welcher oft begangen wird, ist der von Eltern oft auferlegte Leistungsdruck und Erfolgszwang, welcher oft die gegenteilige Wirkung zur Folge hat. Genügend Anregungen, Ansporn und Raum, sich auszuprobieren und die Welt und ihre Talente zu entdecken, ohne Angst vor Fehlern haben zu müssen wäre ein möglicher Lösungsansatz. Jugendliche können ihr mentales Rüstzeug am effektivsten gebrauchen, indem sie lernen ihr Denken und Handeln positiv auszurichten.

2.3 Physisch und entwicklungsbedingte Ursachen

- Kinderkrankheiten
- (nicht erkannte) Fehlfunktionen
- Frühgeburt, traumatische Geburten
- Erbkrankheiten

Im Folgenden werden Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten in Abbilung 2 grafisch dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.4 Motorische Ursachen

Probleme können auftreten, wenn sich die Jugendlichen in einem rastlosen und hektischen Umfeld befinden oder wenn Bewegungsdefizite herrschen und Bewegungsreize, beispielsweise auch im Unterricht fehlen. Wobei es aber sehr viele Möglichkeiten gäbe die oft vorhandene Bewegungsenergie auch auszuleben. Z.B. durch Rhythmik, Psychomotorik, Ergotherapie usw.

2.5 Ernährungsbedingte Ursachen

Besonders ungesunde Ernährung (übermäßiger Konsum von Zucker, Weißmehl, Fleisch und Schokolade, aber auch Farbstoffe, Konservierungsmittel, Geschmacksverstärker etc.) belasten den Körper, die Nerven und fördern die Unruhe und schwächen das Immunsystem und die geistige Leistungsfähigkeit wodurch es immer wieder auch zu Verhaltensauffälligkeiten bei Jugendlichen kommen kann. Einen günstigen Einfluss auf das Nervensystem haben beispielsweise Früchte, Gemüse, Nüsse, usw.

2.6 Umwelt und Technik

In der heutigen Zeit nehmen die Belastungen durch elektromagnetische Störfelder und nieder- und hochfrequenter Elektrosmog (z.B.: Computer, elektrische Geräte, Mobilfunktürme, starke UV-Strahlen und Handys) im Wohnumfeld immer mehr zu. Zu Hyperaktivität können aber auch Reizüberflutung durch Fernsehen oder Computer führen. Einen weiteren entscheidenden Faktor welcher sich negativ auf das Verhalten Jugendlicher auswirken kann sind die steigenden Belastungen, welche durch Umweltverschmutzungen, Abgase, Medikamente, Chemikalien in Körperpflegemittel, in Kleidung, Lärmbelastungen in der Stadt und ganz besonders die Schwermetalle (die u.a. auch im Trinkwasser zu finden sind), ausgelöst werden.

3. Aggression

Aggression gehört zu allen Formen des Lebens dazu. Sie zieht sich durch die gesamte Geschichte der Menschheit; bis heute. Wir leben in einer Welt voller Gewalt. Überall umgibt uns Aggression, und wir alle haben schon eigene Erfahrungen sowohl mit körperlichen, als auch mit seelischen Angriffen gemacht, teils von uns selbst ausgehend und teils direkt auf uns gerichtet.

Leider macht die Aggression auch nicht halt vor der Schule und gerade deshalb ist es unumgänglich, dass sich das Lehrpersonal mit diesem Thema auseinandersetzt, um professionell handeln zu können, wenn gewalttätige oder aggressive Situationen einsetzen. Dazu ist es notwendig, die Begriffe Aggression und Gewalt mit all ihren verschiedenen Facetten verstehen zu lernen.

3.1 Definition

Als Aggression (lat. aggredi - herangehen, angreifen) wird feindseliges Verhalten bezeichnet, das die eigenen Interessen unter Verletzung der Interessen des Gegenübers durchzusetzen versucht. Speziell im Zusammenhang mit menschlichem Verhalten äußert sich Aggression in verbalen oder tätlichen Angriffen gegenüber Personen, Personengruppen und Sachen.[2]

Aggression ist also ein Verhalten, welches mit der Absicht ausgeführt wird, einem anderen zu schaden. Allerdings kann bzw. muss man zwischen "gutartiger" und "bösartiger" Aggression unterscheiden.

- Die gutartige Aggression

Es gibt eine biologisch angeborene Form der Aggression. Sie ist eine Reaktion auf lebensbedrohliche Situationen. Diese Reaktion haben Tieren als auch Menschen. Diese Form der Aggression ist reaktiv und defensiv und ist darauf ausgerichtet, die Ursache der Bedrohung zu beseitigen. Dem Körper werden Kräfte bereitgestellt, um entweder zu fliehen oder zu "kämpfen".

Diese Reaktionen (Kampf oder Flucht) können durch moralische und religiöse Überzeugungen und durch die Erziehung durch die Eltern und durch die Gesellschaft, überwunden werden.[3]

- Die bösartige Aggression

"Das Einzigartige beim Menschen ist, dass er von Impulsen zu morden und zu quälen, getrieben werden kann und dass er dabei Lustgefühle empfindet. Er ist das einzige Lebewesen, das zum Mörder und Vernichter der eigenen Art werden kann, ohne davon einen entsprechenden biologischen oder ökonomischen Nutzen zu haben"[4]

Diese Form der Aggression ist biologisch schädlich, da sie sich sozial zerstörerisch auswirkt. Sie wird als lustvoll erlebt, ohne einen anderen Zweck zu haben. Sie dient nicht dem physischen Überleben. Ein möglicher Grund für ihr Auftreten ist, laut Fromm, dass die Destruktivität eine mögliche Reaktion auf psychische Bedürfnisse ist, die in der Existenz des Menschen verwurzelt ist.[5]

3.2 Jugendaggressivität

Gemeint ist hier nicht die verbale Aggressivität, die in allen sozialen Schichten vorkommt und sich z. B. auch gegen Eltern und Geschwister richtet, sondern die tätliche Aggressivität, welche hauptsächlich in den unteren sozialen Schichten zu finden ist. Durch die vorhandene Statusunsicherheit kombiniert mit Alkohol kommt es zum Verlust der Hemmungen. Oft wird die Gruppenzugehörigkeit, bzw. die Position in der Gruppe durch Raufereien bestimmt.

Andere Gründe für diese Aggressivität können statutsgefährdende Situationen, wie z.B.: entehrende Strafen, Vorwürfe oder erniedrigende Bemerkungen sein. Frühverwahrloste ohne Mutterbindung und Jugendliche ohne Vateridentifikation neigen besonders zur Aggression. Man konnte des weiteren beobachten, dass unterdurchschnittlich Begabte stärker zu aggressivem Verhalten neigen als normal oder überdurchschnittlich Begabte.[6]

[...]


[1] Hobmair et. al. (1997), S. 273

[2] Vgl.: http://www.net-lexikon.de/Aggression

[3] Vgl.: http://www.beratung-therapie.de

[4] Fromm (1974): S. 245

[5] Vgl.: http://www.beratung-therapie.de

[6] Vgl.: Schenk-Danzinger (1993): S. 419f.

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten

Details

Titel
Verhaltensauffälligkeiten bei Jugendlichen
Hochschule
Johannes Kepler Universität Linz
Note
1
Autor
Jahr
2004
Seiten
39
Katalognummer
V29792
ISBN (eBook)
9783638312233
Dateigröße
679 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Mit fachwissenschaftlichem Teil.
Schlagworte
Verhaltensauffälligkeiten, Jugendlichen
Arbeit zitieren
Mag. Viktoria Schmidt (Autor), 2004, Verhaltensauffälligkeiten bei Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29792

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Verhaltensauffälligkeiten bei Jugendlichen



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden