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Universalismus der Menschenrechte und kultureller Relativismus: Islam

Titel: Universalismus der Menschenrechte und kultureller Relativismus: Islam

Seminararbeit , 2004 , 21 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Tobias Senzig (Autor:in)

Politik - Thema: Völkerrecht und Menschenrechte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Man hat sich einander mehrfach bekriegt, größtes Leid in beiden Reihen gesät, die Länder des Anderen ausgebeutet, und man kann das derzeitige Verhältnis zueinander wohl mit Fug und Recht als angespannt bezeichnen. Vor mehr als eintausend Jahren haben sich christlich-europäische und islamisch- orientalische Kultur zum ersten mal berührt und sind heute vielleicht weiter voneinander entfernt denn je. Die Nachrichten, die Europa aus der islamischen Welt erreichen, sind fast durchgehend schlechter Natur. Angefangen mit Selbstmordanschlägen in Israel über grausamsten Scharia- Strafvollzug im Sudan und den menschenverachtenden Gottesregime im ehemaligen Afghanistan der Taliban, setzte der 11. September 2001 nur den traurigen Höhepunkt. Die Idee der universalen Menschenrechte ist eine, die in einem westlichen Kulturkreis gewachsen ist. Und blickt der westliche Mensch oberflächig auf die islamischen Länder, so wird es ihm schwerfallen, diese seinen universalen Menschrechte durchgesetzt zu sehen. Nichtsdestotrotz waren viele islamische Länder in der Vergangenheit nicht nur bereit, die Allgemeine Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen zu ratifizieren, sie haben sogar eigene Ansätze kreiert und auf diesem Wege versucht, die Menschenrechte in ihre Kultur einzubinden. Das Ziel dieser theoretischen Arbeit ist es nun, herauszufinden, warum sich die Implementierung der Menschenrechte, die für einen großen Teil der Menschheit eine Selbstverständlichkeit darstellen, gerade in der islamischen Welt so schwer gestaltet, und wie es möglich ist, ihre Durchsetzung zu beschleunigen. Angefangen mit einer allgemeinen Einführung in die kulturrelativistische Debatte dieses Thema betreffend, wird anschließend die Geschichte und Ethik des Islams offengelegt, um schlußendlich die offensichtliche Problematik anhand der aktuellen Situation des Islams, seiner Politik und seiner Bedeutung einzugrenzen. Auf wirtschaftliche Faktoren, wie die zunehmende Globalisierung oder das für die arabische Großregion enorm wichtige Erdöl, wird weitestgehend nicht eingegangen, da sie den Rahmen dieser Arbeit sprengen würden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Universalismus und kultureller Relativismus

2. Der Islam

2.1 Historisches

2.2 Die Bedeutung des Islam in der modernen Welt

2.3 Mohammeds ethische Hinterlassenschaft

2.4 Islamisches Recht

3. Kulturrelativistische Debatte

3.1 Die Menschenrechte in Koran und Sunna

3.2 En detail: Islamische Demokratie und Artikel 21

3.2.1 Umma und Schura als frühe Formen der Demokratie

3.2.2 Die Realität: Demokratiedefizite in arabischen Staaten

3.3 Offizielle Erklärungen zu den Menschenrechten und der Islam

4. Eingrenzung des Problems und Schluß

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegende Problematik bei der Implementierung universeller Menschenrechte in islamisch geprägten Kulturen und analysiert, warum die Vereinbarkeit zwischen dem westlich geprägten Menschenrechtsverständnis und der islamischen Rechts- und Werteordnung vor so große Herausforderungen gestellt wird.

  • Analyse des Spannungsfeldes zwischen universalen Menschenrechten und kulturellem Relativismus
  • Untersuchung der historischen Wurzeln, Ethik und Rechtsgrundlagen (Scharia) des Islam
  • Diskussion über demokratische Elemente innerhalb islamischer Staatsmodelle
  • Evaluation offizieller islamischer Erklärungen zu den Menschenrechten
  • Darstellung der aktuellen Realität in Bezug auf Demokratiedefizite und religiöse Freiheit

Auszug aus dem Buch

2.4 Islamisches Recht

Das islamische Recht (‚fikh’) wurde im Mittleren Osten geboren und verkündet, seine jetzige Form repräsentiert die des geschriebenen Rechts im Mittleren Osten im Jahre 1100. Es wurde von vielen Elementen beeinflußt: alt- und neutestamentarische Handlungsanleitungen wurden absorbiert (‚Auge um Auge’), von der hellenistischen Administration wurde das Amt des ‚agoranomos’ – des Marktaufsehers – übernommen, ebenso wie aus dem westlich gelegenen Byzanz und vom Persischen Reich im Osten administrative Strukturen implementiert wurden. Schlußendlich tat die vielfältige Bevölkerungsmixtur des islamischen Weltreiches ihr Übriges in seiner frühen Entwicklung hinzu.

Dennoch darf nicht außer Acht gelassen werden, daß die Scharia auf den Traditionen der archaischen Zivilisation des vorislamischen Arabiens fußt: „The Muhammadan Code, in fact, includes many rules of pre-Islamic customary law which have been embodied in it by express or implied recognition.“ Jenes präislamische Recht kannte kein Staatswesen, das Gesetze durchsetzte. Zwar existierte eine Rechtsprechung, eine jedoch, in der allein die Meinung des Stammeskollektivs oder die des Anführers (‚hakam’) zählte. Probleme zwischen verschiedenen Stämmen wurden zu dieser Zeit nicht beredet, sondern entweder durch Kameltransaktion bereinigt oder per Blutfehde generationenlang ausgefochten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Umreißt die Problematik der angespannten Beziehungen zwischen christlich-europäischer und islamisch-orientalischer Kultur sowie die Schwierigkeit, westliche Menschenrechtsvorstellungen in der islamischen Welt zu implementieren.

1. Universalismus und kultureller Relativismus: Erläutert die theoretische Debatte zwischen universalistischen Ansätzen und kulturrelativistischen Positionen, die kulturelle Eigenheiten als Quelle moralischer Normen betrachten.

2. Der Islam: Bietet einen Überblick über die historische Entwicklung, die Ethik des Propheten Mohammed und die Grundlagen der Scharia als religiöses Rechtssystem.

3. Kulturrelativistische Debatte: Analysiert Versuche, Menschenrechte innerhalb der islamischen Lehre zu verankern, und beleuchtet die Diskrepanz zwischen dieser Theorie und der politischen Realität in arabischen Staaten.

4. Eingrenzung des Problems und Schluß: Fasst die zentralen Hindernisse wie die fehlende Säkularität und den Anspruch der Scharia auf absolute Souveränität zusammen und zeigt Ansätze für einen vorsichtigen Dialog auf.

Schlüsselwörter

Menschenrechte, Islam, Scharia, Kultureller Relativismus, Universalismus, Umma, Demokratiedefizite, Religionsfreiheit, Säkularität, Rechtsprechung, Apostasie, Koran, Sunna, Ethik, Politische Theorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretischen und praktischen Schwierigkeiten bei der Einführung universeller Menschenrechte in islamisch geprägten Ländern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Konflikt zwischen Universalismus und Kulturrelativismus, die Rolle der Scharia, das islamische Staatsverständnis sowie die Frage nach Religionsfreiheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Gründe für die schwierige Implementierung der Menschenrechte in der islamischen Welt zu ergründen und Perspektiven für eine mögliche Annäherung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Arbeit, die auf einer ideengeschichtlichen Analyse sowie der Auswertung von religiösen Quellen und internationalen Menschenrechtsdokumenten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Historie und Ethik des Islam, dem islamischen Rechtssystem, der Rolle von Institutionen wie der Schura und der Haltung islamischer Staaten zu internationalen Menschenrechtsverträgen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Menschenrechte, Islam, Scharia, Kulturrelativismus und Säkularität charakterisiert.

Wie wird das Verhältnis von Religion und Staat im Islam dargestellt?

Die Arbeit arbeitet heraus, dass der Islam tendenziell eine Theokratie anstrebt, in der staatliche Gesetze und religiöse Vorschriften (Scharia) eine unlösbare Einheit bilden, was eine säkulare Trennung erschwert.

Welche Rolle spielt die „Kairoer Erklärung“ in der Argumentation?

Die Kairoer Erklärung dient als Beleg für die muslimische Position, die internationale Menschenrechte der islamischen Scharia unterordnet und zentrale Freiheiten, insbesondere die Religionsfreiheit, einschränkt.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Universalismus der Menschenrechte und kultureller Relativismus: Islam
Hochschule
Universität Trier
Veranstaltung
Proseminar "Politische Theorie und Ideengeschichte: Menschenrechte"
Note
2,3
Autor
Tobias Senzig (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
21
Katalognummer
V29821
ISBN (eBook)
9783638312448
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Universalismus Menschenrechte Relativismus Islam Proseminar Politische Theorie Ideengeschichte Menschenrechte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Senzig (Autor:in), 2004, Universalismus der Menschenrechte und kultureller Relativismus: Islam, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29821
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Leseprobe aus  21  Seiten
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