Sprechakttheorie nach John L. Austin und John R. Searle


Hausarbeit, 2013
15 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Sprechakte
2.1 Die Bedeutung von Sprechakten
2.2 Sprechakttheorien nach Austin
2.2.1 Performative und konstatierende Äußerungen
2.2.2 Der lokutive Akt
2.2.3 Der illokutive Akt
2.2.4 Der perlokutive Akt
2.2.5 Illokutive Verben
2.3 Sprechakttheorien nach Searle
2.3.1 Der Äußerungsakt
2.3.2 Der propositionale Akt
2.3.3 Der illokutive Akt
2.3.4 Der perlokutive Akt
2.3.5 Klassifikation illokutiver Akte
2.3.6 Regeln für den Vollzug illokutiver Akte

3 Fazit13 Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Übersicht illokutive Verben8 Tabelle 2: Übersicht Klassifikation illokutiver Akte10

1 Einleitung

Die Pragmatik (griech. pragma = Handlung) befasst sich mit Sprachhandlungen. Sprachhandlungen sind Äußerungen, welche mit einer Handlung verknüpft sind. Bei der pragmatischen Untersuchung möchte man herausfinden, was ein Sprecher mit einer Äußerung beim Hörer zu bewirken wünscht und ob der Hörer überhaupt über das benötigte Wissen verfügt und das Gemeinte versteht. Damit ist der Sprechakt elementar für die Pragmatik, da dieser eine Handlung ist, welche mittels sprachlicher Äußerung vollzogen wird.

Um zu erfahren und zu verdeutlichen, was wir tun, wenn wir sprechen, behandelt diese Hausarbeit die Sprechakttheorien von Austin und Searle. Diese sind zum Teil identisch, aber weisen auch Unterschiede in der Benennung und Aufteilung der Teilakte auf.

Der amerikanische Sprachphilosoph John Langshaw Austin (1911-1960) ist der Entwickler der Sprechakttheorie, sein Schüler John Rogers Searle (*1932) setzte seine Arbeit später fort.

Ziel ist es, den Aufbau der Sprechakte darzustellen und den Zusammenhang mit Handlungen verständlich zu machen. Zusätzlich wird versucht eine Antwort darauf zu finden, inwieweit die Sprechakttheorie mit der Wahrheitstheorie in Verbindung steht.

In den Quellen wird eine unterschiedliche Terminologie verwendet. In einigen Überlieferungen werden die Sprechakte als lokutionär, illokutionär und perlokutionär bezeichnet, in anderen findet man die Begriffe lokutiv, illokutiv und perlokutiv. In der vorliegenden Arbeit werden die Begriffe lokutiv, illokutiv und perlokutiv verwendet.

2 Sprechakte

2.1 Die Bedeutung von Sprechakten

Der Sprechakt (engl. = speech act) ist als Sprechhandlung die Basiseinheit sprachlicher Kommunikation.[1] Er besteht nach Searle aus folgenden vier Teilakten: Äußerungsakt, propositionaler Akt, illokutiver Akt und perlokutiver Akt.[2]

Der Äußerungsakt bezieht sich auf physische Vorgänge, welche jemand vollzieht, wenn er spricht. Das können zum Beispiel Bewegungen mit der Zunge sein oder überhaupt Laute, die von sich gegeben werden.

Der propositionale Akt beschreibt die Tatsachen beziehungsweise Sachverhalte, um die es in einer Aussage geht. Dabei wird dieser noch einmal in den Prädikationsakt, bei welchem etwas über den Referenten gesagt wird, und den Referenzakt, bei dem der Inhalt einer Aussage genau codiert ist, unterteilt. Bei dem illokutiven Akt geht es um das Reden an sich. Die Absicht ist immer, dass wir mit unserer Äußerung etwas erreichen wollen. In Bezug auf den vierten Teilakt ist Austins Aussage, dass das erzielte Ergebnis oder die Wirkung einer Sprachhandlung mit diesen drei Teilakten eng verbunden ist und als perlokutiver Akt bezeichnet wird.[3] Der perlokutive Akt ist also die bewusst hervorgerufene Wirkung des Sprechakts. Die Akte beruhen dabei auf einer Indem-Beziehung. Das bedeutet, dass die Akte alle innerhalb einer einzigen Handlung vollzogen werden, praktisch simultan. Dies heißt aber wiederum nicht, dass man nicht zum Beispiel auch einen illokutiven Akt vollziehen kann, ohne einen lokutiven Akt auszuführen (non-verbale Sprachakte).

2.2 Die Sprechakttheorie nach Austin

2.2.1 Performative und konstatierende Äußerungen Ihren Anfang fand die Theorie in der Kritik die Austin an einem alten philosophischen Vorurteil, dass Sprache ausschließlich dazu diene, über die

Welt zu reden, hegte.[4] Austin behauptet, dass es Äußerungen gibt, die nicht nur dazu da sind, um Tatsachen festzustellen, sondern auch durch den Vollzug einer Handlung Tatsachen schaffen. Ein Beispiel dafür wäre: „Ich gebe dir meinen Stift." Mit dieser Äußerung haben wir eine Handlung vollzogen und die Tatsache geschaffen, dass der Hörer den Stift hat.

Austin unterscheidet zwischen zwei unterschiedlichen Arten von Äußerungen, der performativen und der konstatierenden Aussage. Die konstatierende Aussage kann entweder falsch oder wahr sein. Die performative Aussage hingegen verweist auf den Vollzug einer Handlung und kann niemals wahr oder falsch sein, dafür kann diese aber verunglücken.

Es gibt drei Arten des Misslingens. Zum einen kann die Aussage nichtig sein, wenn der Redner nicht in der Lage ist, einen derartigen Akt zu vollziehen, oder wenn der Gegenstand für den Vollzug ungeeignet ist.[5] Zum anderen kann die Äußerung unaufrichtig sein, wenn man beispielsweise etwas verspricht, aber in keiner Weise die Absicht hat dieses Versprechen einzuhalten. Die dritte Möglichkeit des Misslingens ist der Bruch der Verpflichtung. Wir können zu einem Gast nicht sagen „Ich heiße Sie willkommen." und ihn daraufhin wie einen Feind oder Eindringling behandeln.[6]

Austin charakterisiert die performative Äußerung in die explizite und primäre Aussage. Ersteres bedient sich der Verben der ersten Person Singular Präsens Indikativ Aktiv, also zum Beispiel „Ich verspreche dir, dass ich morgen komme.".[7] Hier wird unmissverständlich in Worten die Absicht der Äußerung ausgedrückt. Für diese Art von Äußerung gibt es spezifische Verben, welche wir zu einem späteren Zeitpunkt thematisieren werden.

[...]


[1] vgl. A. Busch, O. Stenschke: Germanistische Linguistik, 2.Auflage, 2008 Tübingen, S. 217

[2] vgl. A. Busch, O. Stenschke: Germanistische Linguistik, 2.Auflage, 2008 Tübingen, S. 217

[3] vgl. A. Busch, O. Stenschke: Germanistische Linguistik, 2.Auflage, 2008 Tübingen, S. 217

[4] vgl. Grewendorf, Hamm, Sternefeld: Sprachliches Wissen. Eine Einführung in moderne Theorien der grammatischen Beschreibung, 1987 Frankfurt a.M., S. 381

[5] vgl. Ludger Hoffmann: Sprachwissenschaft. 3. Auflage, S. 163-173, J.L. Austin: Performative und konstatierende Äußerung, S. 164

[6] vgl. Ludger Hoffmann: Sprachwissenschaft. 3. Auflage, S. 163-173, J.L. Austin: Performative und konstatierende Äußerung, S. 164

[7] vgl. Ludger Hoffmann: Sprachwissenschaft. 3. Auflage, S. 163-173, J.L. Austin: Performative und konstatierende Äußerung, S. 165

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Sprechakttheorie nach John L. Austin und John R. Searle
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
15
Katalognummer
V298337
ISBN (eBook)
9783656944799
ISBN (Buch)
9783656944805
Dateigröße
597 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sprechakttheorie, john, austin, searle
Arbeit zitieren
Lisa Mally (Autor), 2013, Sprechakttheorie nach John L. Austin und John R. Searle, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298337

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