Der demografische Wandel erfordert gezielte Maßnahmen der Unternehmen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein wichtiges Instrument hierfür ist die betriebliche Arbeitszeitgestaltung. Auf Grund der immer älter werdenden Belegschaft und um die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter bis ins hohe Alter zu sichern, müssen Unternehmen ihre Arbeitszeitsysteme immer wieder optimieren und dabei auf eine alters- und alternsgerechte Gestaltung achten. Ein wichtiger Punkt hierbei ist die Flexibilität, die vor allem durch Schichtsysteme gewährleistet wird.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Optimierung eines Schichtsystems in der chemischen Industrie am Beispiel der Firma H.C.. Starck GmbH. Es werden auf Basis der betrieblichen Anforderungen alternative Schichtsysteme vorgestellt, die für eine Optimierung der Schichtpläne der Firma entwickelt wurden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Optimierung des Schichtsystems der H.C. Starck GmbH
2.1 Ausgangssituation
2.1.1 Das Unternehmen
2.1.2 Betriebsspezifische Regelungen
2.1.3 Beschreibung des jetzigen Schichtsystems
2.1.4 Wünsche der Interessengruppen
2.1.5 Die Pilotabteilung
2.2 Optimierte Schichtpläne
2.2.1 Vorgehensweise bei der Konstruktion von Schichtplänen
2.2.2 Erweitertes Vierschichtsystem mit rollierenden freien Tagen
2.2.3 Erweitertes Vierschichtsystem mit Zeitfenstern
2.2.4 Fünfschichtsystem
2.3 Empfehlung
2.4 Einführungsstrategie
2.4.1 Analyse und Planung
2.4.2 Bewertung und Auswahl
2.4.3 Information und Schulung
2.4.4 Pilotphase
2.4.5 Verbreitung im Unternehmen
3 Fazit und Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht moderne Möglichkeiten der Flexibilisierung von Schichtsystemen in der chemischen Industrie. Ziel ist es, unter Berücksichtigung arbeitswissenschaftlicher Erkenntnisse und demografischer Anforderungen ein optimiertes Schichtmodell für die H.C. Starck GmbH zu entwickeln, das eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ermöglicht.
- Analyse der Ausgangssituation und betriebsspezifischer Rahmenbedingungen.
- Entwicklung alternativer Schichtmodelle (z.B. 36:8, 40:8, Fünfschichtsystem).
- Bewertung von Flexibilisierungsinstrumenten wie Zeitfenstersystemen und Langzeitkonten.
- Konzeption einer strukturierten Einführungsstrategie mittels eines Phasenmodells.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Das Unternehmen
Der H.C. Starck Konzern ist weltweit führender Anbieter von Hochschmelzenden Metallen und Technischer Keramik. An den zwölf Produktionsstandorten in Europa, Nordamerika und Asien sind insgesamt rund 2.700 Mitarbeiter beschäftigt. Zum Produktportfolio des Unternehmens gehören Wolfram, Tantal, Niob, Molybdän und Rhenium sowie Oberflächentechnik und Keramik. Diese Produkte sind als Rohstoff in Pulverform oder als kundenspezifisches Bauteil erhältlich. Sie werden unter anderem in der Automobilbranche, der Luft- und Raumfahrtindustrie und in der Medizintechnik verwendet.
Die H.C. Starck GmbH wurde 1920 von Hermann C. Starck als Handelsunternehmen für Metalle und Erze in Berlin gegründet. 1935 erwarb H.C. Starck die Aktienmehrheit der Gebrüder Borchers AG in Goslar. Von 1986 bis 2006 gehörte H.C. Starck zur Bayer AG, bis das Unternehmen an die Finanzinvestoren Advent International und Carlyle Group verkauft wurde.
Die vorliegende Arbeit bezieht sich auf den Produktionsstandort der H.C. Starck GmbH in Goslar. Mit rund 1.200 Mitarbeitern ist das Werk in Goslar der größte Standort der H.C. Starck Gruppe. Der Schwerpunkt liegt hier in der Gewinnung und Weiterverarbeitung von Metallpulvern und Vorstoffen für Hochleistungskeramiken. Zur Herstellung dieser Produkte werden zum Teil giftige und hochentzündliche Chemikalien eingesetzt, die einen sorgfältigen Umgang und spezielle Sicherheitsvorschriften erforderlich machen. Die besonderen Produktionsverfahren und -anlagen erfordern in vielen Bereichen der H.C. Starck GmbH Goslar einen vollkontinuierlichen Betrieb.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Herausforderungen durch demografischen Wandel und Wettbewerbsdruck dar und motiviert die Notwendigkeit flexibler Schichtsysteme.
2 Optimierung des Schichtsystems der H.C. Starck GmbH: Dieses Hauptkapitel analysiert die IST-Situation, definiert Anforderungen und stellt verschiedene Lösungsansätze sowie eine strategische Einführung vor.
3 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit eines kontinuierlichen Prozesses bei der Schichtplanoptimierung.
Schlüsselwörter
Schichtsystem, H.C. Starck, Arbeitszeitgestaltung, Flexibilisierung, demografischer Wandel, vollkontinuierlicher Betrieb, Schichtplan, Alter(n)sgerechtigkeit, Arbeitszeitkonto, Pilotphase, Betriebsvereinbarung, Produktivität, Mitarbeiterorientierung, Arbeitswissenschaft, Schichtmodell.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Optimierung von Schichtsystemen in der chemischen Industrie, um diese flexibler und alter(n)sgerechter zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Arbeitszeitgestaltung, demografischer Wandel, Mitarbeiterzufriedenheit sowie die technische und organisatorische Konstruktion von Schichtplänen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Entwicklung eines alternativen, modernen Schichtmodells für die H.C. Starck GmbH, das die Probleme des alten Systems behebt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine methodische Vorgehensweise nach Kutscher zur Ermittlung von Besetzungszeiten und Personalbedarf sowie zur Konstruktion geeigneter Schichtpläne.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Ist-Analyse des Unternehmens, die Vorstellung optimierter Modelle (z.B. Vierschicht- und Fünfschichtsysteme) und die Strategie zur Implementierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Schichtsystem, Flexibilisierung, Arbeitszeitgestaltung, demografischer Wandel und Schichtplangestaltung.
Warum wird die Pilotabteilung "Tungsten Recycling & Chemicals II" genutzt?
Diese Abteilung dient aus Gründen der Komplexitätsreduzierung als konkretes Datenmodell für die Entwicklung der neuen Schichtpläne.
Welche Rolle spielt das Langzeitkonto in der Empfehlung?
Es dient als Instrument zur Flexibilisierung, durch das Mitarbeiter Arbeitszeitguthaben aufbauen und zur Altersvorsorge oder Arbeitszeitreduzierung nutzen können.
- Arbeit zitieren
- Alessa Voigt (Autor:in), 2012, Optimierung eines Schichtsystems in der chemischen Industrie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299051