Empirische Untersuchung der Staatsverschuldung und dem Geldvermögen privater Haushalte in der Euro-Zone


Ausarbeitung, 2015
22 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Einführung und Problemstellung
1.2 Vorgehensweise und Zielsetzung

2 Grundlagen
2.1 Definitionen
2.1.1 Staatsverschuldung
2.1.2 Geldvermögen
2.1.3 private Haushalte
2.2 Situation in der Euro-Zone

3 Methodologie und Forschungsdesign

4 Auswertung und Ergebnisse

5 Fazit und Ausblick

6 Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Berechnung der Staatsverschuldung

Abbildung 2: Staatsverschuldung in % vom BIP

Abbildung 3: Entwicklung in Deutschland

Abbildung 4: Privatvermögen in Abhängigkeit der Staatsverschuldung in D.

Abbildung 5: Privatvermögen in Abhängigkeit der Staatsverschuldung in Spanien

1 Einleitung

1.1 Einführung und Problemstellung

Selbst einige Jahre nach den Hochzeiten der Finanzkrise mit dem drohenden Staatsbankrott Griechenlands ist die Verschuldung der Staaten in Europa und dem Rest der Welt ein zentrales wirtschaftspolitisches Thema. Zwar scheint das Gröbste überstanden zu sein, aber es stellt sich die Frage zu welchem Preis. Aus den jährlich veröffentlichten statistischen Werten geht hervor, dass die Schuldenkrise mit neuen Schulden bekämpft wurde.[1] Dementsprechend würde eine neue Krise auf einem deutlich höheren Schuldenberg starten. In einigen Ländern (z.B. Spanien oder Irland) verdoppelte oder verdreifachte sich gar der Schuldenstand zwischen 2007 und 2009.[2] Dies ist vor allem auf steigende Budgetdefizite, die schwache Wirtschaftsleistung sowie die gewaltigen Rettungspakete der Regierungen zurückzuführen.

Einige Teile der Bevölkerung fordern daher eine strikte Sparpolitik der Regierungen, um die Staatsschulden zu reduzieren. Doch welche Konsequenzen sind mit dem Abbau der Staatsschulden verbunden? Welche Auswirkungen wären für die Wirtschaft oder die privaten Haushalte zu erwarten, wenn die Staaten beginnen würden ihre Ausgaben reduzieren, um stattdessen jährlich deutliche Haushaltsüberschüsse zu erzielen? Wäre eine solche Fiskalpolitik in der Euro-Zone vielleicht sogar nur zu Lasten der Geldbeutel der privaten Haushalte zu stemmen?

Die vorliegende Arbeit prüft den Zusammenhang zwischen dem Geldvermögen privater Haushalte und der Staatsverschuldung in ausgewählten Ländern der Euro-Zone. Zusätzlich wird geprüft, ob bei diesem Zusammenhang zwischen wirtschaftlich „guten“ und „weniger guten“ Staaten ein signifikanter Unterschied erkennbar ist.

1.2 Vorgehensweise und Zielsetzung

Im ersten Teil der Arbeit werden Begrifflichkeiten erläutert, die für das weitere Verständnis der Ausarbeitung grundlegend sind. Dabei wird abgegrenzt, welche Bereiche innerhalb des Themengebiets untersucht werden und welche nicht. Des Weiteren wird auf die Besonderheiten der Geldvermögen der privaten Haushalte sowie der Staatsschulden eingegangen und es findet eine Betrachtung der aktuellen finanziellen Situation in ausgewählten Ländern Europas statt.

Folgend wird detailliert auf die empirische Untersuchung eingegangen. Der Leser erhält einen Einblick in die Vorgehensweise bei der Stichprobenauswahl und der Wahl des Forschungsdesigns sowie des Beobachtungszeitraums.

Im nächsten Schritt erfolgen Datenerhebung, Auswertung und Interpretation. Dabei beschränkt sich die Arbeit auf die im Titel genannten Variablen „Staatsverschuldung“ und „Geldvermögen der privaten Haushalte“. Eine Betrachtung bzw. Einbeziehung dritter Faktoren erfolgt aufgrund des begrenzten Umfangs der Arbeit nur vereinzelt.

Darauf aufbauend wird beleuchtet, in wie weit sich die Ergebnisse der Untersuchung auch auf andere Länder übertragen lassen. Abschließend wird geprüft, ob sich aus den gewonnenen Erkenntnissen ein Modell zur Vorhersage ableiten lässt. Sämtliche Schritte werden dem Leser dabei grafisch veranschaulicht.

Abschließend erfolgt eine Zusammenfassung der herausgearbeiteten Erkenntnisse und es wird ein Ausblick über die weitere Entwicklung eröffnet.

Ziel der Arbeit ist es, im ersten Schritt den Zusammenhang zwischen der Staatsverschuldung und dem Geldvermögen der privaten Haushalte in wirtschaftlich starken und wirtschaftlich schwächeren Ländern zu untersuchen und herauszuarbeiten.[3] Aufgrund dieser Ergebnisse soll darauf aufbauend in einem Modell gezeigt werden, wie sich die Änderung einer Variablen auf das zukünftige Ergebnis der anderen Variablen auswirken kann.

2 Grundlagen

2.1 Definitionen

2.1.1 Staatsverschuldung

Um im weiteren Verlauf der Arbeit die Zusammenhänge und Gedankengänge nachvollziehen zu können, ist es ein einheitliches Verständnis der Staatsverschuldung Grundvoraussetzung.

Der Staat als Träger der Finanzpolitik kann unterschiedlich gegenüber dem nichtstaatlichen bzw. dem privaten Bereich abgegrenzt werden. In erster Linie werden die Gebietskörperschaften Bund, Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände als Staat erachtet.[4] Zusätzlich können sogenannte Parafiski als Gegenstand des Staates angesehen werden.[5] Ein Parafiskus erfüllt staatliche Aufgaben und verfügt über eigene Finanzquellen, die einen Zwangscharakter aufweisen.[6] Hierzu zählen insbesondere die gesetzlichen Sozialversicherungsträger.[7] Der Übergang vom staatlichen Bereich in den nichtstaatlichen Bereich kann durchaus als fließend bezeichnet werden. So können beispielsweise je nach Sichtweise auch die Kirche oder die öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehsender als Teil des Staates angesehen werden.[8]

Für den weiteren Verlauf der Arbeit werden die Schulden der Kernhaushalte von Bund, Ländern, Kommunen sowie der gesetzlichen Sozialversicherung zu Grunde gelegt. Übernommene Bürgschaften und andere Parafiski fließen nicht in die Bewertung mit ein. Dieses Vorgehen deckt sich mit den Berechnungsmethoden des Statistischen Bundesamtes und wird als Schalenkonzept bezeichnet.[9] Um Vergleichbarkeit zu garantieren, findet dieses Vorgehen auch bei der Berechnung der Verschuldung der anderen untersuchten Staaten Anwendung.

Zur Veranschaulichung ist folgend die Berechnungsmethode der Verschuldung von Deutschland dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Berechnung der Staatsverschuldung

Staatsverschuldung entsteht im engeren Sinne also durch die Kreditaufnahme eines öffentlichen Haushalts.[10] Dabei kann die Kreditaufnahme als einnahmepolitisches Instrument angesehen werden, um eine Unterdeckung der laufenden Ausgaben durch laufende Einnahmen auszugleichen.[11] Dieses Defizit wird als Haushaltsdefizit des Staates bezeichnet.[12] Davon abzugrenzen ist der der Schuldenstand, welcher zusätzlich noch in Brutto- und Nettoverschuldung zu unterscheiden ist. Der Schuldenstand kann als Summe der in der Vergangenheit bis zum Stichtag aufgenommenen Kredite abzüglich der bereits erfolgten Tilgungsleistungen angesehen werden.[13] Während beim Bruttoschuldenstand lediglich die Summe aller Kredite bewertet wird, werden beim Nettoschuldenstand die den Krediten dagegenstehenden liquiden Vermögenswerte abgezogen.[14]

Für diese Arbeit ist für das Verständnis der Nettoschuldenstand ausschlaggebend. Vereinzelt wird auf das Verhältnis von Nettoverschuldung und Bruttoinlandsprodukt verwiesen. Weitere Unterscheidungen wie z.B. nach konjunktureller und struktureller oder interner und externer Verschuldung spielen im Rahmen dieser Arbeit keine Rolle.

2.1.2 Geldvermögen

Das Vermögen der Bürger kann auf verschiedene Arten berechnet und beziffert werden. Im Rahmen dieser Arbeit wird sich auf das Geldvermögen beschränkt. Dieses setzt sich zusammen aus Bargeld und Einlagen, Wertpapieren sowie Ansprüchen aus Pensionsrückstellungen.[15] Andere Vermögensarten wie Sachanlagen oder Grundstücke werden nicht berücksichtigt.

Analog der Vorgehensweise bei der Berechnung der Staatsschulden muss auch auf der Vermögensseite eine Unterscheidung zwischen Brutto- und Nettovermögen vorgenommen werden. Dabei errechnet sich das Nettogeldvermögen aus der Summe der oben genannten finanziellen Vermögensarten abzüglich der finanziellen Verbindlichkeiten.[16] Diese Auslegung ist im Rahmen dieser Arbeit zugrunde gelegt worden.

2.1.3 private Haushalte

In der vorliegenden Arbeit wird der Zusammenhang zwischen der Nettostaatsverschuldung und dem Nettogeldvermögen der privaten Haushalte untersucht. Dabei gilt für die Privaten Haushalte folgende Definition: „Eine Einzelperson mit eigenem Einkommen, die für sich allein wirtschaftet, bildet ebenso einen Haushalt wie eine Gruppe von verwandten oder persönlich verbundenen (auch familienfremden) Personen, die sowohl einkommens- als auch verbrauchsmäßig zusammengehören. Diese müssen in der Regel zusammen wohnen und über ein oder mehrere Einkommen gemeinsam verfügen sowie voll oder überwiegend im Rahmen einer gemeinsamen Hauswirtschaft versorgt werden.“[17]

Im Rahmen der Arbeit wird zusätzlich das Vermögen von „privaten Organisation ohne Erwerbszweck“ in die Gruppe der Privathaushalte mit einbezogen. Diese werden wie folgt definiert: „Private Organisationen ohne Erwerbszweck sind Organisationen mit eigener Rechtspersönlichkeit, die als private sonstige Nichtmarktproduzenten privaten Haushalten dienen. Ihre Hauptmittel stammen, von etwaigen Verkaufserlösen abgesehen, aus freiwilligen Geld- oder Sachbeiträgen, die private Haushalte in ihrer Eigenschaft als Konsumenten leisten, aus Zahlungen des Staates sowie aus Vermögenseinkommen.“[18] Beispielhaft können hierfür Sportvereine, Kirchen oder Gewerkschaften aufgeführt werden.[19]

2.2 Situation in der Euro-Zone

Die schwersten Zeiten der Schuldenkrise in Europa scheinen mit dem Schuldenschnitt Griechenlands überstanden zu sein.[20] Mit Blick auf die Entwicklung der Staatsfinanzen wird jedoch deutlich, dass mit Beginn der Schuldenkrise im Jahr 2007 die Gesamtschulden geradezu explodiert sind.[21] Die im Maastrichter Vertrag für die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion vereinbarten Bestimmungen des Stabilitäts- und Wachstumspakt sind längst nicht mehr einzuhalten.[22] So lag die Verschuldung in der EURO-Zone in Relation zum BIP im Jahr 2012 bei rekordverdächtigen 98 %.[23] In der dem Kapitel anhängenden Grafik wird die Entwicklung der Staatsverschuldung ausgewählter Länder in der EURO-Zone in Relation zum BIP seit 2006 dargestellt.

Wie sich in der Abbildung erkennen lässt, wäre es nicht korrekt, die Schuldenproblematik der Euro-Zone auf alle Länder in gleichem Maße zu übertragen.

Während sich die Verschuldungsquoten in Spanien, Italien und Irland vervielfacht oder zumindest deutlich erhöht haben, zeigt die Grafik bei Griechenland einen deutlichen Rückgang des Verschuldungsgrades. Bei Deutschland und Frankreich ist nur ein vergleichsweise moderater Anstieg zu verzeichnen gewesen. Da die Entwicklung Griechenlands auf Sondereffekte wie den Schuldenschnitt zurückzuführen ist, wird Griechenland in der Folge nicht weiter berücksichtigt. Zur detaillierten Erläuterung der Stichprobenauswahl wird an dieser Stelle auf Kapitel 3 verwiesen.

[...]


[1] Vgl. DIW (2012), S. 3.

[2] Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (2013)

[3] Eine genaue Definition bzw. Erläuterung der Stichprobenwahl folgt in Kapitel 3.

[4] Vgl. Zimmermann/Henke/Broer (2012), S.10.

[5] Vgl. Brümmerhoff (2011), S. 3.

[6] Vgl. Scherf (2011), S. 22.

[7] Vgl. Zimmermann/Henke/Broer (2012), S. 11.

[8] Vgl. Wigger (2005), S. 6.

[9] Vgl. Statistisches Bundesamt (2011), S. 6.

[10] Vgl. Scherf (2001), S. 397.

[11] Vgl. Blankart (2011), S. 363.

[12] Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon (2014).

[13] Vgl. Wigger (2005), S. 179.

[14] Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon (2012).

[15] Vgl. Bundesbank (2013), S. 10.

[16] Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon (2014).

[17] Statistisches Bundesamt (2014).

[18] OECD (2001).

[19] Vgl. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg (2013).

[20] Vgl. Sueddeutsche Zeitung (2012).

[21] Vgl. Eurostat Datenbank (2014).

[22] Vgl. Europäische Kommission (1992): Der Stabilitäts- und Wachstumspakt sieht eine Begrenzung der Staatsschuldenquote bis maximal 60 % des BIP und des jährlichen öffentlichen Haushaltsdefizits bis maximal 3 % des BIP vor.

[23] Vgl. Statista GmbH (2014).

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Empirische Untersuchung der Staatsverschuldung und dem Geldvermögen privater Haushalte in der Euro-Zone
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH Mannheim
Veranstaltung
Finance & Accounting
Note
2,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
22
Katalognummer
V299293
ISBN (eBook)
9783656958628
ISBN (Buch)
9783656958635
Dateigröße
557 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Staatsverschuldung, Privatvermögen, Korrelation, EZB, Schulden, private Haushalte, empirische Untersuchung
Arbeit zitieren
Tobias Marsch (Autor), 2015, Empirische Untersuchung der Staatsverschuldung und dem Geldvermögen privater Haushalte in der Euro-Zone, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299293

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