"Was soll Bernd tun?" Richtiges Verhalten in Bedrohungssituationen


Unterrichtsentwurf, 2014

11 Seiten

Anonym


Leseprobe

1. Analyse der Unterrichtseinheit

1.1. Sachanalyse

Konflikte[1] können vereinfacht aufgefasst werden als ungleiche Positionen oder Gegensätzlichkeiten einer, zweier oder mehrerer Personen (intrapersonal od. interpersonal), Organisationen (interpersonal od. innergesellschaftlich) od. Regierungen (innergesellschaftlich od. international). Sie können wie folgt kategorisiert werden:

- Interessen- und Bedürfniskonflikte
- Wert- und Identitätskonflikte
- Anerkennungs- und Bewertungskonflikte
- ideologische und weltanschauliche Konflikte

Herkömmliche Konfliktlösungsverfahren lösen entstandene Konflikte in den seltensten Fällen, z.B.: Beschreiten des Rechtsweges, staatl. Reglementierungen, direkte od. indirekte Gewaltanwendung usw. – meist setzt sich eine Seite auf Kosten der anderen durch. Dies führt dazu, dass der Konflikt weiter besteht oder sogar verschärft wird und/od. neue Konfliktlinien entstehen.

Zeitgemäße Konfliktregulierung arbeitet auf das Ziel hin, die tatsächliche, allseitig orientierte Lösung eines Konfliktes zu erlangen und einen Zustand der Stabilität und Spannungsfreiheit zu erlangen Dabei darf die Zielorientierung den Prozess der Konfliktbewältigung nicht vernachlässigen. Beteiligte Konfliktparteien nehmen in der Konfliktbearbeitung/ -austragung eine konstruktive Haltung ein Ferner gilt: Die Lösung eines Konflikts liegt auch im Prozess der Konfliktregulierung selbst.

Die Wahrnehmung oder die Ansicht der anderen Konfliktpartei soll größtmögliche, wertungsfreie Bedeutung und Akzeptanz beigemessen werden.

Zur Beendigung eines Konflikts ist es hilfreich Missverständnisse zu klären, fachliche Wahrnehmungs- und Vorstellungsbilder zu korrigieren und eine beidseitig erwünschte Kompromissfindung der ursprünglichen Ziele zumindest teilweise zu erreichen.

Konflikte als produktive Prozesse zu begreifen, verbessert die Möglichkeiten der Konfliktlösung.

Leider eskalieren Konflikte vielfach. Ein sinnvoller Umgang mit Problem- und Gewaltsituationen[2] beinhaltet sich mit potenziellen Droh- und Gewaltsituationen im Vorfeld auseinanderzusetzen (z.B. gemeinsame Vorgehensweisen auszuarbeiten). Dies ermöglicht es in einer Gewaltsituation angemessen(er) zu handeln. Dennoch lässt sich (eigenes und fremdes) Verhalten in solchen Situationen nur unzureichend vorhersagen.

Gewaltsituationen spielen sich i.d.R. im Dreieck zwischen Opfer, Zuschauer und Täter ab:

Zuschauer

Zuschauer wissen oft nicht, wie sie Hilfe anbieten können. Oft heizen sie unbewusst durch ihr Neugierverhalten die Situation an. Zuschauer müssen deshalb lernen, ihre Gleichgültigkeit aufzugeben, einzugreifen, Situationen zu deeskalieren, Opfer zu schützen. Sie müssen lernen, wie angemessene Hilfe aussehen kann und wo fremde Hilfe zu finden ist.

Opfer

Opfer wissen meistens nicht, wie sie sich verhalten sollen. Sie haben oft wenig Selbstbewusstsein und ein eher unterwürfiges Verhalten. Nur wenige Opfer können Hilfe mobilisieren. Dritte müssen deshalb in der Gewaltsituation die Opfer schützen, müssen ihnen Hilfe und Betreuung anbieten und dürfen die Opfer nicht allein lassen. Potenzielle Opfer müssen lernen, auf sich aufmerksam zu machen, sich angemessen wehren zu können, aus der typischen Opferrolle herauszukommen und Selbstbewusstsein zu entwickeln.

Täter

Für viele Täter ist Gewaltanwendung legitim. Ihr Handeln ist auf sofortige Bedürfnisbefriedigung ausgerichtet. Verletzungen anderer werden in Kauf genommen. Die Folgen ihrer Tat (für andere und sie selbst) werden ausgeblendet. Gewalthandlungen werden oft auch als starker emotionaler Reiz, als „Kick“ erlebt. Deshalb müssen Täter lernen, dass sie zum einen die Folgen ihres Handelns tragen müssen, und zum anderen ihre eigenen Bedürfnisse und Interessen nicht auf Kosten anderer durchsetzen können.

Weiter müssen sie lernen, Konflikte ohne Gewalt auszutragen und soziale Anerkennung auf legitime Art und Weise zu erwerben.

1.2. Didaktische Analyse

1.2.1. Legitimation

Interessensgegensätze sind unvermeidbar, da Menschen individuelle Interessen haben und es somit zu konkurrierenden Zielen kommen kann. Da die Achtung der Menschenwürde oberstes Gebot ist und diese sich auch im Artikel 1 des Grundgesetzes manifestiert, gilt es Schülerinnen und Schülern Kompetenzen zu vermitteln, damit diese gewaltfrei kommunizieren und Konflikte austragen können. Unverzichtbar ist es auch, den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, dass Gewalt keine Lösung ist. Insbesondere müssen den Schülerinnen und Schülern Verhaltensweisen bekannt sein, die der Gewaltintervention dienen und zur Deeskalation beitragen können.

1.2.2. Methodische Analyse

Die SuS sehen das Musikvideo zum Schunder-Song der Gruppe „Die Ärzte“ Dies dient der Emotionalisierung und Ästhetisierung. Durch das audiovisuelle Medium wird ganzheitliches Lernen angeregt. Im Plenum äußern sich die Schülerinnen und Schüler und knüpfen dabei an bereits Gelerntes an. Durch die Bekanntheit des Liedes wird den Schülerinnen und Schülern Angst genommen, sie können Selbstvertrauen entwickeln und motiviert in die Stunde starten.

Mögliche Schüler-Äußerungen zu diesem Musikvideo sind:

- Gewalt erzeugt Gegengewalt
- Gewalt ist keine Lösung
- Gewalt ist ein Ventil
- Wut führt zu Gewalt
- Konflikte werden manchmal durch Gewalt verschlimmert
- etc.

Zur motivationalen Hinführung erzählt der Lehrer über einen Jungen, dem Gewalt angedroht wird. Eine Bildkarte dient der Visualisierung und erleichtert die Identifikation mit dem Jungen.

Im Anschluss daran heftet der Lehrer ein Fragezeichen an die Tafel.

Die Schülerinnen und Schüler formulieren zu diesem stummen Impuls die Stundenfrage. Ggf. greift der Lehrer unterstützend ein oder gibt das Stundenziel vor.

[...]


[1] Schieder, Angelica: Konflikt und Konfliktregulierung (2008). In: Eichner, Detlef: Demokratie heute – Anregungen für einen modernen Politikunterricht. Schrödel Verlag. Braunschweig.

[2] http://www.schulische-gewaltpraevention.de/gewaltpraevention%20grundschule/index.php?section=4_10; aufgerufen am 10.10.2014

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Details

Titel
"Was soll Bernd tun?" Richtiges Verhalten in Bedrohungssituationen
Jahr
2014
Seiten
11
Katalognummer
V299911
ISBN (eBook)
9783656964735
ISBN (Buch)
9783656964742
Dateigröße
499 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bernd, richtiges, verhalten, bedrohungssituationen
Arbeit zitieren
Anonym, 2014, "Was soll Bernd tun?" Richtiges Verhalten in Bedrohungssituationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299911

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