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Mythisches und Mythos im 'Herr der Ringe'

Title: Mythisches und Mythos im 'Herr der Ringe'

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 27 Pages

Autor:in: Robert Racz (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Diese Hausarbeit geht der Frage nach, ob und wie sich mythische Elemente in J.R.R. Tolkiens Werken äußern. Die Zuordnung des Werks zum Genre Fantasy wird allgemein anerkannt, doch welcher Art die Zusammenhänge zwischen dem Mythischen des Genre Fantasy und diesem einzelnen Werk bestehen, wurde bisweilen nicht näher untersucht. Dieses Genre bedient sich auffälligerweise der Mittel des Mythischen, wie es im Verlauf der Arbeit später auch gezeigt werden soll. Es sind allenthalben zauberhafte Gegenstände und Begebenheiten, Fabelwesen, ungewöhnliche und unlogische Konsequenzen im Spiel. Begebenheiten und Vorfälle sind als kompositorische Elemente wesentlich in der Geschichte, deren Vorhandensein für das Stehen oder Fallen der Geschichte als ein in sich kohärentes Ganzes von erheblicher Bedeutung ist, und somit eine weitreichende Rolle für das Gesamtverständnis darstellt. Wenn bedeutsame Momente nicht logisch, d.h. hier nicht kausal selbstverständlich nachvollziehbar sind, ist es schon allein deshalb interessant, auf die Geschichte bezüglich des Mythos näher einzugehen.

Grundlage der Hausarbeit ist in erster Linie das Buch, aber auch das der Verfilmung zu Grunde liegende Drehbuch und die mit dem Herrn der Ringe zusammenhängende ‚Vorgeschichten‘ (Das Buch der verschollenen Geschichten, Die Silmarillon) werden gelegentlich mit in die Analyse einbezogen. Ich werde in dieser Arbeit auf die literarischen Vorläufer nicht eingehen. „Der Herr der Ringe“ soll im Folgenden auf Elemente der mythischen Denkweise, auf die Manifestation des mythischen Bewusstseins untersucht werden. Herauszufinden gilt, ob diese Geschichte eine mythische Welt mit mythischen Eigenschaften ist, und wenn ja, wird diese durch die Erzählstruktur unterstützt? Gibt es in der Geschichte schon früher vorhandene, bekannte Mythen und wenn ja, welche? Was ist das mythische Analogon dieser Geschichte? Auch die möglichen Zusammenhänge des Genres Fantasy und das Mythische soll unter die Lupe genommen werden. Dabei stütze ich mich besonders auf Ernst Cassirers „Philosophie der Symbolischen Formen“. Das Rückgrat der Arbeit sollen also Vergleiche von Fantasy, mythisches Denken, und mitterlaterlicher Versepos einerseits und andererseits das Aufzeigen des Mythischen Analogons im „Herr der Ringe“ durch die Analyse der Diegese und Erzählstruktur.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Das mythische Denken

1.1.Zeit und Raum

1.2.Ursache und Wirkung

1.3.Leben, Tod, Traum und Wirklichkeit

1.4 Teil und Ganzes

1.5 Sprache

2.Fantasy als Genre des Mythischen

2.1. Fantasy – Mythisches

2.2 Fantasy und Epos

2.2.1 Formal

2.2.2 Erzähltechnisch

2.2.3 Inhaltlich

3. Sinn und Wirklichkeit, der mythische Hintergrund

3.1. Die Paralelen zwischen der Mythologie von Mittelerde und den existierenden Mythen der nordgermanischen Völker.

4. Mythische Diegese in Herr der Ringe

4.1 Traum und Wirklichkeit

4.2 Leben und Tod

4.3 Bezeichnete und Bezeichnende

4.4 Teil und Ganzes

4.5 Ursache und Wirkung

5. Mythische Erzählstrukturen

5.1 Mythisches Analogon

5.2 Mythisches Analogon als konkreter Mythos

5.3 Motivierung

6 Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwiefern und durch welche erzähltechnischen Mittel sich mythische Denkweisen und Strukturen in J.R.R. Tolkiens „Der Herr der Ringe“ manifestieren. Ziel ist es zu analysieren, ob das Werk eine in sich kohärente mythische Welt darstellt und wie das „mythische Analogon“ innerhalb der Diegese zur Sinnstiftung beiträgt.

  • Analyse des mythischen Bewusstseins (nach Ernst Cassirer) im Kontext der Fantasy.
  • Vergleich der Diegese und Erzählstrukturen von Fantasy mit dem mittelalterlichen Versepos.
  • Untersuchung der Übereinstimmungen zwischen der Mythologie Mittelerdes und nordgermanischen sowie jüdisch-christlichen Mythen.
  • Dekonstruktion des Konzepts von Ursache, Wirkung und Zeit in einer mythisch geprägten Erzählwelt.
  • Erörterung der Funktion von Sprache und Namen als magische Instrumente der Identitätsstiftung.

Auszug aus dem Buch

1.1 Das mythische Denken

Aus heutiger Sicht ist das befremdende am mythischen Selbstverständnis, dass es kein ‚weil‘ kennt, und die Trennung zwischen Ursache und Wirkung nicht vollzogen hat. Für dieses gibt es nur eine friedliche Koexistenz von – für den heutigen Menschen – unterschiedlichsten Gegebenheiten, Dingen, Geschehnissen. ‚Es ist ein in sich ungeschiedenes und unreflektiertes Bewusstsein‘, das alles Wahrgenommene für wahr nimmt. An Hand für das Bewusstsein grundprägend wichtige Begriffe werde ich im Folgenden die wesentlichsten Eigenschaften des mythischen Denkschemas schildern.

Die Zeit ist für das mythische Denken nicht in exakt messbare Einheiten unterteilbar, sie ist ein Fluss und ist sowohl Ewigkeit als auch Moment. Die bewussten Anfänge der Zeitverhältnisse haben ihren Ursprung in einem mythisch-religiösen Phasengefühl, und die Höhepunkte dieses Phasengefühls waren diejenigen Momente, als durch die Projektion der Naturvorgänge auf das menschliche Sein die Veränderungen im Leben sichtbar wurden. Auch die Legitimierung der Götter wurde durch das Vergangene konstituiert, die Vergangenheit erklärte schon allein das Warum der Dinge.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das mythische Denken: Einführung in die grundlegenden Konzepte wie Zeit, Raum, Kausalität und die Verschränkung von Leben, Tod und Traum innerhalb einer mythischen Weltanschauung.

2. Fantasy als Genre des Mythischen: Untersuchung der formalen und inhaltlichen Gemeinsamkeiten zwischen dem Fantasy-Genre und dem mittelalterlichen Versepos hinsichtlich Erzähltechniken wie Ordnung, Distanz und Fokalisierung.

3. Sinn und Wirklichkeit, der mythische Hintergrund: Erörterung des menschlichen Bedürfnisses nach Sinnstiftung und die Rolle von Mythopoetik als Mittel zur Weltbegreifung.

4. Mythische Diegese in Herr der Ringe: Konkrete Anwendung der mythischen Kategorien auf die Erzählwelt von Tolkiens Werk, insbesondere in Bezug auf die Traum-Wirklichkeits-Relation und die Macht des Wortes.

5. Mythische Erzählstrukturen: Analyse der Struktur, der motivierenden Kräfte und der religiösen Parallelen, die das „mythische Analogon“ im „Herrn der Ringe“ festigen.

6 Schluss: Resümee über die Stärke von Tolkiens Werk, ein plausibles, mythisches Weltbild zu schaffen, das die menschliche Gefühlswelt stärker anspricht als rein kausale Welterklärungen.

Schlüsselwörter

Mythisches Denken, J.R.R. Tolkien, Herr der Ringe, Fantasy, Mythopoetik, Diegese, Erzählstruktur, Kausalität, Nordgermanische Mythologie, Christliche Symbolik, Mythos, Weltbild, Identität, Sinnstiftung, Erzähltheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Präsenz mythischer Elemente und Strukturen in J.R.R. Tolkiens „Der Herr der Ringe“ und wie diese zur Gesamtwirkung des Werkes beitragen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft literaturwissenschaftliche Erzähltheorie mit kulturhistorischen Analysen mythischer Weltsichten, dem Vergleich zwischen Epos und Fantasy sowie religiösen Analogien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu belegen, dass „Der Herr der Ringe“ durch seine Erzählstruktur und Diegese ein „mythisches Analogon“ darstellt, das über die bloße Genre-Klassifizierung als Fantasy hinausgeht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich vor allem auf Ernst Cassirers „Philosophie der symbolischen Formen“ sowie gängige erzähltheoretische Modelle, um die mythischen Aspekte des Textes zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die mythische Denkweise, vergleicht das Fantasy-Genre mit mittelalterlichen Epen und untersucht die Parallelen der Mittelerde-Mythologie zu germanischen und christlichen Mythen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind das mythische Denken, Mythopoetik, Kausalität vs. Metamorphose, sowie die erzähltheoretischen Konzepte von Zeit, Fokus und Erzählstimme.

Wie definiert der Autor das „mythische Analogon“ im Kontext von Tolkiens Werk?

Es wird als ein Element verstanden, das nicht nur formal durch die Konstruktion der Geschichte wirkt, sondern intradiegetisch für die Sinnhaftigkeit sorgt, in der Zufälle durch eine numinose Macht ausgeschlossen werden.

Inwiefern beeinflusst das „Nibelungenlied“ die Argumentation des Autors?

Das Nibelungenlied dient als Vergleichsobjekt für das Genre Fantasy, um Ähnlichkeiten bei Motiven wie Schicksal, Heldentum, der Bedeutung von Schätzen und archaischen Erzählstrukturen aufzuzeigen.

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Details

Title
Mythisches und Mythos im 'Herr der Ringe'
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien)
Course
Utopie, Science Fiction, Fantasy
Author
Robert Racz (Author)
Publication Year
2004
Pages
27
Catalog Number
V29995
ISBN (eBook)
9783638313650
Language
German
Tags
Mythisches Mythos Herr Ringe Utopie Science Fiction Fantasy
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Racz (Author), 2004, Mythisches und Mythos im 'Herr der Ringe', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29995
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