Im Folgenden soll die Didaktik/Methodik der Schulung und Bildung
von Mitarbeitern thematisiert werden. Der Fokus richtet sich hierbei
exemplarisch auf den Bereich der Jugendarbeit. Unter Mitarbeitern
werden diejenigen zu verstehen sein, die sich bei Trägern der
Jugendarbeit (vornehmlich der kirchlichen und christlichen) freiwillig
und ehrenamtlich für bestimmte Aufgaben engagieren. Dies sind
häufig junge Menschen. Sie sollen daher bei den Betrachtungen zur
Didaktik/Methodik im Vordergrund stehen.
Bei der Vorgehensweise wird zunächst danach zu fragen sein,
welche Ansprüche und Bedingungen an Mitarbeiterbildung gestellt
werden. Es soll analysiert werden, warum sich junge Menschen,
außerhalb der Schule, bilden lassen und was sich Träger solcher
Schulungen erhoffen. Hiervon ausgehend gilt es dann mögliche Ziele
der Mitarbeiterschulung zu entwickeln. Inhalte von Schulungen
können dabei nur gestreift werden, da sie sehr von jeweiligen
Personengruppen und den örtlichen Aufgaben der Jugendarbeit
abhängig sind. Zuletzt werden Modelle vorgestellt, die einen
möglichen Rahmen, bzw. eine bestimmte Methodik, von
Mitarbeitschulung zur Verwirklichung bestimmter Ziele darstellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bedingungen der Mitarbeiterschulung
2.1. Motivation der Zielgruppe
2.2. Intentionen von Trägern
2.3. Bedingungen der Mitarbeiterschulung
3. Ziele von Mitarbeiterschulung
3.1. Lehrziele (Erziehungsziele)
3.2. Handlungsziele
3.3. Lernziele
3.4. Didaktischer Kommentar
4. Praxis der Mitarbeiterschulung (Methodik)
4.1. Systematische Mitarbeiterschulung
4.2. Gruppenpädagogische Mitarbeiterschulung
4.3. Projektorientierte Mitarbeiterschulung
4.4. Mentoring als Mitarbeiterbildung
5. Bildung für die Jugendarbeit und für den Menschen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Didaktik und Methodik der Ausbildung ehrenamtlicher Mitarbeiter in der Jugendarbeit auseinander. Ziel ist es, unter Berücksichtigung der spezifischen Bedingungen und Motivationslagen von Teilnehmern und Trägern ein theoretisch fundiertes Verständnis für die Gestaltung von Mitarbeiterschulungen zu entwickeln und praktische methodische Ansätze aufzuzeigen.
- Analyse der Beweggründe junger Menschen für ein ehrenamtliches Engagement.
- Untersuchung der Zielsetzungen von Trägerorganisationen in der Jugendarbeit.
- Herleitung didaktischer Lernziele aus Erziehungs- und Handlungszielen.
- Vorstellung verschiedener methodischer Modelle (systematisch, gruppenpädagogisch, projektorientiert, Mentoring).
Auszug aus dem Buch
4.1. Systematische Mitarbeiterschulung
Die systematische Mitarbeiterschulung wird gemeinhin in Form von Lehrgängen oder Grundkursen praktiziert. Der Stoff wird in systematischer, z.B. in bestimmte Themeneinheiten unterteilter, und auf einander aufbauender Form bearbeitet. Dabei werden Praxiserfahrungen und die Relevanz für die Praxis eingearbeitet. Schulungen dieser Art können in zwei Stufen unterteilt werden, z.B. Grundkurs (Grundwissen) und Aufbaukurs (Aufbauwissen).
Obwohl die systematische Mitarbeiterschulung sehr unterrichtlich geprägt ist, bietet sie die Möglichkeit zum Einsatz vielfältiger Methoden, die über das Unterrichtsgespräch, die Diskussion oder den Vortrag hinausgehen. Besonders gut eignet sie sich zur Arbeit mit Kleingruppen, die bestimmte Teilaspekte selbstständig erarbeiten, zum Einsatz von Medien (Tageslichtprojektor, Videobeamer etc.) oder zu Praxiseinheiten, in denen durch Ausprobieren gelernt wird. Es entsteht eine feste Tagesstruktur, in der auch Freizeit und Rahmenprogramme eine Rolle spielen. Andere Modelle lassen sich problemlos als Module einbauen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung legt den Fokus auf die Didaktik und Methodik der ehrenamtlichen Mitarbeiterbildung im Bereich der Jugendarbeit und skizziert das methodische Vorgehen.
2. Bedingungen der Mitarbeiterschulung: Dieses Kapitel analysiert die Motivation der Zielgruppen und Träger sowie die wesentlichen didaktischen Elemente wie Lernprozesse, Gruppenbeziehungen und situative Rahmenbedingungen.
3. Ziele von Mitarbeiterschulung: Hier werden auf Basis der vorangegangenen Analyse konkrete Lehr-, Handlungs- und Lernziele für die Mitarbeiterschulung formuliert und didaktisch kommentiert.
4. Praxis der Mitarbeiterschulung (Methodik): Dieses Kapitel stellt vier verschiedene Schulungsmodelle – systematisch, gruppenpädagogisch, projektorientiert und Mentoring – vor und ordnet diese methodisch ein.
5. Bildung für die Jugendarbeit und für den Menschen: Abschließend wird betont, dass sich Konzeptionen der Mitarbeiterbildung sowohl an den Anforderungen der Organisation als auch an den Bedürfnissen junger Menschen orientieren müssen.
Schlüsselwörter
Mitarbeiterbildung, Jugendarbeit, Ehrenamt, Didaktik, Methodik, Lernziele, Gruppenpädagogik, Kompetenzerwerb, Partizipation, Identifikation, Mentoring, Persönlichkeitsentwicklung, Projektorientierung, Lehr-Lern-Situation, Trägerorganisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den didaktischen und methodischen Grundlagen der Ausbildung von ehrenamtlichen Mitarbeitern in der Jugendarbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Motivationsanalyse von Beteiligten, die Ableitung pädagogischer Ziele sowie die Vorstellung verschiedener Methoden wie Gruppenschulungen und Mentoring.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die theoretische Herleitung und praktische Strukturierung von Mitarbeiterschulungen, um junge Menschen effektiv für ihre Aufgaben zu qualifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literatur- und Konzeptanalyse, um didaktische Modelle im Kontext der Jugendarbeit systematisch zu begründen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Bedingungen der Ausbildung, dann die Zielsetzungen und schließlich verschiedene methodische Modelle detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mitarbeiterbildung, Jugendarbeit, Ehrenamt, Kompetenzerwerb sowie verschiedene methodische Ansätze wie systematisches Lernen oder Mentoring.
Wie beeinflusst die Motivation der Teilnehmer die Gestaltung der Schulung?
Da die Teilnehmer freiwillig lernen, muss die Schulung auf ihre Bedürfnisse, wie das Bedürfnis nach Partizipation und persönlicher Wertschätzung, eingehen, anstatt nur einseitig Wissen zu vermitteln.
Warum ist die „Insel-Situation“ bei Schulungen relevant?
Schulungen finden oft außerhalb des Alltags statt; diese besondere Situation muss bewusst gestaltet werden, um sowohl Rückzugsmöglichkeiten zu bieten als auch den Transfer zurück in den Alltag zu sichern.
- Arbeit zitieren
- Florian Karcher (Autor:in), 2004, Didaktik und Methodik der Mitarbeiterbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30004