Über Sinn und Bedeutung bei Frege


Hausarbeit (Hauptseminar), 2002
18 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Freges Leben und sein Werk

3. Freges Aufsatz über „Sinn und Bedeutung“
3.1. Einfache Ausdrücke
3.1.1. Definition von Sinn und Bedeutung
3.1.2. Das Beispiel der Venus
3.1.3. Erste Probleme
3.1.4. Eigennamen
3.1.5. Gerade und ungerade Rede
3.1.6. Sinneswahrnehmungen
3.1.7. Vorstellungen
3.1.8. Gedanken
3.2. Einfache Behauptungssätze
3.2.1. Das Tauschen von Eigennamen mit derselben Bedeutung in Behauptungssätzen
3.2.2. Behauptungssätze mit Eigennamen ohne Bedeutung
3.2.3. Der Wahrheitswert
3.2.4. Der Wahrheitswert einzelner Teile des Satzes
3.2.5. Das Urteil
3.2.6. Sätze mit Teilwahrheiten
3.2.7. Sätze mit Sinn ohne Bedeutung
3.3. Hauptsätze mit Nebensätzen
3.3.1. Sätze in denen der Sinn des Nebensatzes keine eigenständige Bedeutung hat
3.3.2. Nebensätze deren Bedeutung ein Gedanke ist
3.3.3. Verdeutlichendes Beispiel
3.4. Nebensätze mit unbestimmt andeutenden Bestandteilen
3.4.1. Kein Sinn ohne selbstständiges Subjekt
3.4.2. Andere Nebensätze
3.4.3. Probleme
3.5. Nebensätze mit eigenem Sinn
3.5.1. Die Substitution
3.5.2. Der Eigenname in Haupt- und Nebensatz
3.5.3. Beispiel
3.6. Auswirkungen von Gedanken
3.6.1. In Nebensätzen
3.6.2. Auswirkungen von Gedanken auf den Wahrheitswert
3.6.3. Beispiel
3.7. Der Ausgangspunkt und seine Lösung

4. Diskussionsthema und Fazit

5. Ausblicke auf die Documenta

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Einleitend möchte ich sagen, dass es für mich nicht unbedingt einfach war Freges Text zu verstehen und ich mir sicherlich an manch einer Stelle noch unsicher bin, ob ich den Punkt wirklich getroffen habe.

Einführen werde ich in diese Ausarbeitung mit einer kurzen Biographie Freges, weil ich der Ansicht bin, dass man seine Arbeiten nicht verstehen kann, wenn man den Hintergrund zu seiner Person nicht kennt.

Daraufhin werde ich versuchen Freges Arbeit über „Sinn und Bedeutung“ darzustellen, zu erklären und vielleicht auch so manches Problem zu hinterfragen. Sicherlich ist es so, dass man den Text nicht auf anhieb richtig versteht, aber ich bin der Ansicht, dass viele geschriebenen Dinge äußerst fragwürdig sind.

Nachdem der Text erläutert ist, werde ich dazu übergehen das Diskussionsthema des Referats vom 24.06.2002 darzustellen und zu erklären, um anschließend zu einem Fazit zu kommen. Daraufhin werde ich einen Ausblick auf die Documenta11 geben, um zu zeigen, wie man ein solches Thema aktualisieren kann und vor allem wie es interdisziplinär behandelt werden kann.

2. Freges Leben und sein Werk

Friedrich Ludwig Gottlob Frege wird am 08.11.1848 in Wismar geboren. Er macht seine Reifeprüfung 1869 an einem Gymnasium in Wismar und studiert daraufhin in Jena und Göttingen. Seine Hauptinteressen liegen im Studium der Mathematik, der Physik und der Philosophie. 1873 promoviert er zum Dr. phil. bei Ernst Schering in Göttingen. Ein Jahr später habilitiert er an der philosophischen Fakultät der Universität Jena. Von 1874 bis 1879 ist Frege Privatdozent an der Universität in Jena. 1879 erscheint Freges Begriffsschrift im Pohle Verlag. Im gleichen Jahr wird er zum außerordentlichen Professor auf dem Gebiet der Mathematik.

1885 erscheint sein zweites Hauptwerk Grundlagen der Arithmetik. Im Alter von neununddreißig Jahren heiratet er Magarete Lieseberg (1856-1904). Frege führt des weiteren einen ständigen Briefwechsel mit Husserl von 1891 bis 1907.

1892 erscheint sein Aufsatz Über Sinn und Bedeutung, welcher in dieser schriftlichen Ausarbeitung behandelt werden soll. Dieser Aufsatz umreißt die Grundzüge der Semantik Freges und wurde als Urtext der modernen Semantik1 bezeichnet. Zu seiner Zeit spielte Frege keine tragende Rolle in Deutschland, aber die Philosophen Russel, Wittgenstein und Carnap werden von ihm beeinflusst.

1925 stirbt Frege in Bad Kleinen. Erst nach seinem Tod erkennt man seine Bedeutung für die Semantik und kommt zu der Erkenntnis, dass Frege so etwas wie einen Urtext für die moderne Semantik geliefert hat.

3. Freges Aufsatz über „Sinn und Bedeutung“

Freges Aufsatz über „Sinn und Bedeutung“ ist nicht immer einfach zu verstehen und ich werde versuchen, aus meiner Sicht der Dinge, einige Begriffe zu erklären und den Gesamtzusammenhang bis zum Ausgangspunkt logisch darzustellen. Sicherlich ist Frege, um einige Diskussionen des Referats vorwegzunehmen, nicht immer plausibel, im ersten Moment. Wahrscheinlich muss man bei Frege bedenken, dass er Mathematiker ist und alles, auch die Semantik, versucht hat logisch zu erklären.

3.1. Einfache Ausdrücke

3.1.1. Definition von Sinn und Bedeutung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.1.2. Das Beispiel der Venus

Um die Begriffe „Sinn“ und „Bedeutung“ mit einem Beispiel zu erklären, wählt Frege den Planeten Venus. Gottfried Gabriel schildert in seiner Einführung zu Freges Werk Schriften zur Logik und Sprachphilosophie das Beispiel der Venus folgendermaßen:

Den Unterschied von Sinn und Bedeutung macht Frege u.a. an folgendem Beispiel deutlich: Die Ausdrücke „Morgenstern“ und „Abendstern“ haben dieselbe Bedeutung, nämlich den Planeten Venus; aber sie haben nicht denselben Sinn, da einmal die Sichtbarkeit des Sterns am Morgen und das andere Mal seine Sichtbarkeit am Abend ausgedrückt wird.2

Ein weiteres Beispiel Freges wäre ein Dreieck, welches aus den Gerade a, b und c gebildet wird. Auf der Mitte der jeweiligen Geraden wird eine Gerade im rechten Winkel gezeichnet. Nachdem man das Lot auf a, b und c gefällt hat, sieht man, dass die drei entstandenen Lotgeraden sich in einem Punkt treffen. Der Schnittpunkt von Lot a / Lot b ist derselbe, wie der Schnittpunkt von Lot b/ Lot c. Wir haben also verschiedene Bezeichnungen für denselben Punkt, und diese Namen deuten zugleich auf die Art des Gegebenseins, und daher ist in dem Satz eine wirkliche Erkenntnis enthalt3

Frege erklärt in seinem zweiten Beispiel, dass auch in diesem Fall die Bedeutung die gleiche ist, nämlich der Schnittpunkt der Geraden ist gleich, ob man nun ab, bc oder ac betrachtet. Der Sinn, also die Art des Gegebenseins ist jedoch auch hier unterschiedlich. Es sind die verschieden Geraden, die den Schnittpunkt ausmachen, sie sind nicht gleich, sondern anders gegeben.

3.1.3. Erste Probleme

Erste Probleme stellen sich insofern dar, dass ein Kind, ein Sprachfremder oder jemand, der mit etwas noch nicht in Berührung gekommen ist eine solche Identitätsaussage (etwas ist gleich etwas anderem) nicht a priori treffen kann. Man benötigt folglich Erfahrung, um Identitätsaussagen treffen zu können. Beispiele für Identitätsaussagen: Morgenstern gleich Abendstern, Wasser gleich H²O, Aspirin gleich Acetylsalicylsäure, Apfel gleich

Der Sinn eines Eigennamen wird von jedem erfasst, der die Sprache oder das Ganze von Bezeichnungen hinreichend kennt, der er angehört; damit ist die Bedeutung aber, falls sie vorhanden ist, doch immer nur einseitig beleuchtet. Zu einer allseitigen Erkenntnis der Bedeutung würde gehören, dass wir von jedem gegebenen Sinn sogleich angeben könnten, ob er zu ihr gehört.4

Ich denke, dass gerade hier ein Problem liegt. Niemand kann von einem Begriff alle Bedeutungen und jeden Sinn angeben. Bei vielen Dingen, wie man im Beispiel sieht, weiß man a priori den Zusammenhang nicht einmal. Man müsste das komplette Grimmsche Wörterbuch auswendig lernen, um auch nur annähernd eine Vorstellung von den Dingen, ihrem Sinn und ihrer Bedeutung zu bekommen und damit wäre es noch lange nicht getan.

3.1.4. Eigennamen

Eigennamen vertreten sozusagen die Bedeutung eines bestimmten Gegenstandes oder auch einer Gegebenheit. Sie bestehen aus einem Wort, einem Zeichen, einer Zeichenverbindung oder einem Ausdruck. Da vielen Eigennamen mehrere Bedeutungen zugewiesen werden können, ist es nicht immer einfach, auch in einer Sprachgemeinschaft nicht, jedem Wort alle Bedeutungen zuzuordnen und hierbei vor allem die richtigen.

3.1.5. Gerade und ungerade Rede

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.1.6. Sinneswahrnehmungen

Einführendes Beispiel: Wenn man einer Gruppe von Menschen sagt, dass sie sich einen Apfel vorstellen sollen, wie der Apfel aussieht, welchen Geschmack er hat, so wird sehr wahrscheinlich eine wahre Artenvielfalt von Äpfeln genannt. Der eine stellt sich einen grünen Apfel vor, der leicht säuerlich schmeckt, der nächste sieht einen roten Apfel vor sich, der sehr süß schmeckt, ein nächster denkt vielleicht ehe an etwas exotischeres wie einen Granatapfel.

Frege ist der Ansicht, dass Sinneswahrnehmungen von jedem Menschen anders gemacht werden. Der eine sieht etwas so, der andere so. Frege geht davon aus, dass Sinneswahrnehmungen auch gefühlsabhängig sein können. Ein Mensch kann einen Apfel auch das eine Mal rot, ein anderes Mal gelb sehen. Dies wäre dann abhängig davon, wie er sich gerade gefühlsmäßig befindet.

Nehmen wir als Beispiel die Documenta. Wenn hier ein Künstler anzutreffen wäre, der hundert mal einen Apfel gemalt hat, dann könnte man sich doch vorstellen, dass es hundert verschiedene Bilder sind, jedes in Form und Farbe des Apfels variiert, ganz nach dem Gefühlszustand des Künstlers.

3.1.7. Vorstellungen

Wenn man von Vorstellungen der Menschen spricht, so muss man auch die Zeit und die Kultur der Menschen, von denen gesprochen wird, betrachten. Man wird feststellen, dass zwei Menschen nie die gleiche Vorstellung von etwas haben könne, weil sie nicht das gleiche Bewusstsein haben.

Freges Beispiel: Eine Person A betrachtet den Mond durch ein Fernrohr, das Bild des Mondes wird auf die Netzhaut von Person A projiziert. Danach betrachtet eine Person B den Mond durch das gleiche Fernrohr, in der selben Position, auch hier wird das Bild des Mondes auf die Netzhaut von Person B projiziert. Es ist logisch, dass Person A nicht das selbe Netzhautbild haben kann wie Person B, weil die beiden Personen ja keine gemeinsame Netzhaut haben.5

3.1.8. Gedanken

Frege geht in seiner Schrift über „Sinn und Bedeutung“ davon aus, dass in Behauptungssätzen zumeist Gedanken geäußert werden.

Eigenes Beispiel: Gegen Ende des Semesters kommen viele Studenten nicht mehr in die Uni, weil sie lieber Freizeitbeschäftigungen nachgehen.

Dieser von mir geäußerte Gedanke hat erst einmal einen subjektiven Charakter, nämlich dass ich so denke, es ist mein Gedanke, dass es so ist. Erst wenn ich den Gedanken geäußert habe, in Form von Sprache, Schrift, etc. denken vielleicht auch Sie (der Leser der Hausarbeit) oder andere Leser oder Hörer meiner Gedanken, dass es vielleicht wirklich so ist wie ich denke. Wenn dies der Fall ist, dann bekommt mein Anfangsgedanke einen objektiven Inhalt, der zumindest fähig ist Eigentum von vielen zu werden.

[...]


1 Zitiert nach J.M. Bartlett: Grundprobleme der großen Philosophen. Philosophie der Gegenwart 1. Göttingen: Vandenhoeck und Rubrecht 1985, S. 16.

2 Frege, Gottlob: Schriften zur Logik und Sprachphilosophie. Hamburg: Meiner 2001, S. XVII.

3 Frege, Gottlob: Funktion, Begriff, Bedeutung. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 1994, S. 41.

4 Frege, Gottlob: Funktion, Begriff, Bedeutung. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 1994, S. 42.

5 Frege, Gottlob: Funktion, Begriff, Bedeutung. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 1994, S.45.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Über Sinn und Bedeutung bei Frege
Hochschule
Universität Kassel  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
Fragestellungen und Probleme der 'Analytischen Ontologie'
Note
1
Autor
Jahr
2002
Seiten
18
Katalognummer
V30022
ISBN (eBook)
9783638313834
Dateigröße
578 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sinn, Bedeutung, Frege, Fragestellungen, Probleme, Ontologie“
Arbeit zitieren
Jasmin Weitzel (Autor), 2002, Über Sinn und Bedeutung bei Frege, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30022

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