Zwei Dialektwörterbücher des Dialetto Veneziano im Vergleich

Dizionario Veneziano di Cortelazzo & Dizionario del Dialetto Veneziano di Boerio


Hausarbeit (Hauptseminar), 2012

18 Seiten, Note: 2,0

Thomas Gantner (Autor:in)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung: Darstellungstyp Dialektwörterbuch

2 Problematik der Artikelgestaltung

3 Dizionario Veneziano di Cortelazzo

4 Dizionario del Dialetto Veneziano di Boerio

5 Vergleiche von Wörterbucheinträgen
5.1 Vergleich zweier Substantive
5.2 Vergleich zweier Verben
5.3 Vergleich zweier Adjektive

6 Schluss

7 Bibliographie
7.1 Primäre Quellen
7.2 Sekundäre Quellen
7.2.1 Internetquellen

1 Einleitung: Darstellungstyp Dialektwörterbuch

Die Dialektologie arbeitet als empirische Sprachwissenschaft auf der Ebene der Erhebung, der Aufbereitung und der Dokumentation von Dialekten.[1] In der Dialektuntersuchung wird davon ausgegangen, dass ein Dialekt in einer abhängigen Beziehung zu den außersprachlichen Variablen Zeit, Raum und Sprechergruppe steht. Diese sind veränderliche Größen, die sich direkt auf den Dialekt auswirken. Die Dialektgeographische Arbeitsweise beschäftigt sich ausschließlich mit der Veränderung eines Dialekts durch die Variable Raum, während sich die historisch/ diachrone Dialektologie der Variable Zeit widmet.[2] In der Dialektologie finden verschiedene Mittel der Darstellung eines Dialekts Verwendung. Als Darstellungsform kann eine Mundartmonographie als thematische Darstellung – bezogen auf ein bestimmtes Problem, auf einen Ort oder auf eine bestimmte Zeit – fungieren, sowie eine Sprachkarte, ein Sprachatlas oder eine Sprachwiedergabe auf einem Tonband, um jederzeit Laute authentisch reproduzieren zu können.[3] Eine weitere Darstellungsform ist das Dialektwörterbuch, welches ähnlich wie ein allgemeines Wörterbuch gebraucht wird, jedoch ein Nachschlagewerk ist, welches für die Schreibweise und Bedeutung des Wortschatzes eines Dialekts Verwendung findet.

In dieser Seminararbeit möchte ich mich, im Anschluss an einen Vortrag des Seminars I dialetti d’Italia zum Thema Dialektwörterbücher der Italienischen Sprache, zwei verschiedenen Dialektwörterbüchern des Venezianischen widmen. Ich werde zuerst auf das Dizionario Veneziano della lingua e della cultura poplare nel XVI secolo von Manlio Cortelazzo aus dem Jahr 2007 eingehen, und dieses vorstellen. Im Anschluss daran werde ich das 1998 erschienene Dizionario del dialetto veneziano, einem Nachdruck der Ausgabe von 1856 von Giuseppe Boerio vorstellen und darauf verschiedene Wörterbucheinträge miteinander vergleichen, sowie Vor- sowie Nachteile im Umgang mit diesen vorstellen. Zuvor werde ich allgemein auf die Arbeitsweise bei der Erstellung von Dialektwörterbüchern eingehen, deren Funktionen darstellen, sowie die Konzeption von einzelnen Wörterbucheinträgen näher beleuchten.

Das Dialektwörterbuch, als Darstellungstyp dialektaler Sprache, hat die Aufgabe, die Gesamtheit der Lexik eines Bearbeitungsgebietes zu dokumentieren und in geordneter Form darzustellen. Ein bestimmter dialektaler Wortschatz wird mit dem Ziel erhoben, zum einen die Semantik von sprachlichen Zeichen zu dokumentieren, sowie die geographische Distribution von sprachlichen Merkmalen, also das Auftreten sprachlicher Ausdrücke in einer bestimmten sprachlichen Umgebung, einzubeziehen.[4] [5] Dialektwörterbücher waren anfangs eher syntopisch aufbereitet, stellten also nur den Wortschatz eines einzelnen Ortes dar. Heute wird aufgrund von modernisierter Technologie und verbesserter Methodik, sowie Forschung, diatopisch gearbeitet und es ist möglich größere zusammengehörige Gebiete zu bearbeiten, die das gesamte Dialektgebiet mit einbeziehen.[6]

Die Provenienz des Wortmaterials eines Dialektwörterbuchs, also die Herkunft der gesammelten Lexeme, ist grundsätzlich heterogen und stammt aus verschiedenen Orten des Dialektgebietes. Das Material entstammt zum Beispiel privaten Einsendungen, gedruckten Ortswörterbüchern, Literatur in der jeweiligen Mundart oder wissenschaftlichen Monographien. Die Belege stammen aus verschiedenen Jahrhunderten, werden aber methodisch meist eher synchron und nicht getrennt behandelt.[7]

Bei der Konzeption von Dialektwörterbüchern wird in der Regel versucht, verschiedene Benutzertypen anzusprechen, da die Vorstellung, die man von einem klassichen Benutzer eines Dialektwörterbuches hat, sehr unscharf ist. Zum einen muss es den wissenschaftlichen Ansprüchen von Sprachwissenschaftlern, Historikern, Landeskundlern und Volkskundlern gerecht werden, aber auch der „gebildete Laie“ soll durch benutzerfreundliche Bedienung angesprochen werden.[8] [9] Besonders für den Sprachwissenschaftler ist es jedoch von großer Bedeutung, dass Wortbelege mit einer Zeit- und Ortsangabe, sowie der Quellengattung gekennzeichnet sind, um zeitliche und geographische Unterschiede eines Dialekts zu erkennen.

Beim Benutzen älterer Wörterbücher ist darauf zu achten, dass die Arbeitsweise vermehrt syntopisch abläuft, dennoch für moderne Ansprüche brauchbar sind, sofern Angaben zu den Wortbelegen exakt angebracht wurden.

2 Problematik der Artikelgestaltung

Der Wortartikel eines Dialektwörterbuchs besteht in der Regel aus obligatorischen und aus nicht-obligatorischen Bausteinen und wird vom Allgemeinen zum Besonderen aufgebaut. Obligatorisch sind das Lemma, also die Grundform eines Wortes, welches als Adresse für einen Artikel fungiert. Bei geographisch größeren Gebieten oder Großstädten mit einem komplexen Sozialgefüge kann die Auswahl des richtigen Lemmas problematisch sein, da es meist verschiedene Varianten gibt. Bei der Nennung mehrerer Lemmata ist es unumgänglich innerhalb des Artikels genaue geographische Angaben zu jedem angeführten Lemma zuzuordnen. Ein Wortartikel sollte außerdem über Angaben zur grammatischen Kategorie des Lemmas verfügen, d.h. Angabe von Wortart, Nennung des Genus bei Substantiven, sowie Nennung der Flexionsart bei Verben. Weiterhin sollten Bedeutungserläuterungen angebracht werden und sprachgeographische Angaben und Belege mit Zeit- und Ortsangabe folgen. Das Anführen von Worten, wie sie in Redensarten, Sprichwörtern oder Reimen gebraucht werden, kann ebenso angebracht werden. Angaben zur Etymologie oder zur Synonymie eines Wortes sind eher zweitrangig und sind für den Artikel eines Dialektwörterbuchs nicht obligatorisch.[10] [11]

3 Dizionario Veneziano di Cortelazzo

Manlio Cortelazzo, der Autor des Dizionario Venenziano della lingua e della cultura popolare nel XVI secolo, welches ich im Folgenden kurz als Dizionario Veneziano bezeichne, verstarb im Jahr 2009 als angesehener italienischer Sprachforscher und Dialektologe in seiner Heimatstadt Padua. Er arbeitete als Professor für italienische Dialektologie an der Philosophischen Fakultät der Universität Padua und verbrachte die letzten vier Jahre seiner Amtszeit an der Universität von Triest und Udine, wo er Sprachgeschichte unterrichtete. Er machte es sich zur Lebensaufgabe, den Status des Venezianischen (und die Geschichte des Dialekts) zu erhalten sowie zu fördern, und arbeitete auch als wissenschaftlicher Beirat für la cultura poplare veneta.[12] Es kann davon ausgegangen werden, dass das Dizionario Veneziano sein größtes Lebenswerk ist, da das Sammeln des Materials aus den verschiedensten Quellen für das Zusammenstellen eines Gesamtwerks, welches einen umfangreichen, aber dennoch traditionell gehaltenen Wortschatz des gesamten Dialektbereichs enthält, mehrere Jahrzehnte benötigt. Am 29.04.1985 wurde die Forschung durch eine Initiative der Region Venetien in Auftrag gegeben und erst 2007 veröffentlicht, zur Begründung schreibt Cortelazzo gleich zu Beginn im Abschnitt Presentazione des Dizionario Veneziano: „[…] perché richiede anni, anzi decenni […]“[13] Nicht nur die Erfassung von Belegmaterial, sondern auch eine sorgfältige Auswahl des Wortschatzes machen die Erstellung eines Dialektwörterbuchs zu einer sehr zeitintensiven Aufgabe.

Weiterhin im Abschnitt Presentazione stellt er die Entwicklung des venezianischen Dialekts im Allgemeinen vor und stellt dabei besonders heraus, dass Handelsströme und verschiedene Kulturen in der Stadt Venedig dazu beigetragen haben, diesen Dialekt zu bilden. Besonders hebt er hier das Mittelmeer als einen Faktor hervor, durch den Handelsströme in dieser Art zu Stande gekommen sind und bezieht dies unmittelbar auf die Entwicklung des Dialekts. „La lingua veneziana è invece una entità fluida che si viene a formare sulle acque della lagune e sulle onde del Mediterraneo […]”[14] Somit war Venedig als Standpunkt dafür bedeutsam, dass Menschen aus den verschiedensten Kulturen Kontakte herstellten konnten. „[…] è la lingua di una comunità di mercanti […]“[15] Aus dem Konakt verschiedener Kulturen, besonders der Kaufleute, hat sich bis heute das Veneziano gebildet.

Im Anschluss an diese kurze Einführung in die Entwicklung des Veneziano stellt Cortelazzo das Wörterbuch im Abschnitt Premessa vor, welches in die Unterpunkte Vocabolario, Veneziano, Lingua, Cultura Poplare, Secolo XVI unterteilt ist.

Des Weiteren, wie im Teilabschnitt Vocabolario geschrieben, seien weniger offensichtliche Bedeutungen und Redewendungen, sowie Sprichwörter im Dialekt, noch nicht registriert und einige Fremdwörter nicht assimiliert worden, allerdings sind „[…] numerosi esempi datati [...]“[16] vorhanden. Die Wortartikel sind alphabetisch aufgelistet und enthalten einen großen Umfang an Verweisen und Beispielen bezogen auf deren Verwendung, die zum Großteil mit einer Jahreszahl und einer Quelle belegt sind, um dem Leser die Möglichkeit zu bieten, aus eigenem Interesse Nachforschung zu betreiben.

Im Teilabschnitt Veneziano definiert Cortelazzo den Stadtstaat Venedig als die territoriale Grenze der Forschung und nicht die Region Venetien.[17]

Daraufhin versucht er den Leser auf die wissenschaftliche Debatte um die Begriffe Sprache und Dialekt aufmerksam zu machen und weist darauf hin, dass die Reproduktion einer Sprache oder eines Dialekts außerordentlich schwierig sei, wenn man gezwungen ist, sich ausschließlich auf schriftliche Quellen zu beziehen, wie im Lateinischen. Das Venezianische wurde als Schriftsprache vom Toskanischen, besonders durch Autoren wie Dante oder Francesco Petrarca, teilweise verdrängt und verlor somit sein Prestige. Im 18. Jahrhundert wurde dies aber besonders durch verschiedene Theaterstücke von Carlo Goldoni wieder gestärkt. Bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als die erneute questione della lingua aufkam, wurde in den eigenständigen Zentren Italiens, insbesondere in Venedig, Rom und Neapel weiterhin stark abweichend zur Schriftsprache gesprochen. Auch heute noch werden lokale Dialekte, wie auch das Venezianische weiterhin mündlich im Dialektgebiet verwendet.[18]

Der aufgenommene Wortschatz im Dizionario Veneziano, wie Cortelazzo anmerkt, spiegelt nicht eine bestimmte Varietät des Venezianischen dar, sondern verschiedene diaphasische und diastratische Varietäten finden hier Verwendung, wie zum Beispiel Slang, Sprache im häuslichen Gebrauch, Fachwortschatz für Kunst und Handwerk oder maritime Industrie.[19]

Der Abschnitt Struttura del lemma weist darauf hin, wie die Mikrostruktur eines Wörterbuches, bzw. ein Wortartikel aufgebaut ist. Jeder Begriff beginnt mit dem capolemma, welches der Rechtschreibung des dizionario del dialetto veneziano von Giuseppe Boerio folgt. Einträge werden in besonderen Fällen mit einem Akzent versehen, um darzustellen, dass sich die jeweilige Silbe von der Betonung des italienischen Korrespondenten unterscheidet. Falls es keinen Betonungsunterschied zum Standarditalienischen gibt, wird der Akzent weggelassen.[20]

Für den Fall, dass ein Lemma mehrere Bedeutungen hat, also Homonyme hat, werden capolemmi mehrfach angegeben und durch hochgestellte Zahlen gekennzeichnet. Dieses System findet im gesamten Dialektwörterbuch Verwendung, auch wenn zwei oder mehr Wörter sich durch eine andere Aussprache des betonten Vokals unterscheiden.[21]

Weiterhin werden Varianten eines Wortes, in alphabetischer Reihenfolge und in Klammern nachstehend zum capolemma aufgelistet. Darauf folgend werden grammatikalische Angaben mithilfe von Abkürzungen gemacht, die ebenso im Abschnitt Struttura del lemma erklärt werden. Die Wortklasse wird angegeben (s(ostantivo), v(erbo), (agg(ettivo)), sowie Genus (f(emminile), m(aschile)), und Numerus bei Pluralbildung (pl(urale). In selteneren Fällen wird zusätzlich das Tempus angegeben, falls das Verb nicht im Infinitiv steht.[22]

Im Anschluss daran findet sich eine Anleitung, wie mit Definitionen und Belegen umgegangen werden muss. In einem Wortartikel wird der Autor in Klammern hinter eine Definition gesetzt, die er ursprünglich in einem anderen Wörterbuch gegeben hat und die hier lediglich übernommen wurden. Verschiedene Bedeutungen, bzw. verschiedene Kontexte in denen ein Wort verwendet wird, werden durch Nummerierung gekennzeichnet. Belege werden mit vorangestellter Jahreszahl markiert, auf die ein kurzer Auszug aus diversen schriftlichen Materialen folgt, die hauptsächlich aus dem 16. Jahrhundert stammen. Der Autor eines historischen Texts wird in Großbuchstaben folgend auf den Textauszug angegeben. Die exakte Quellenangabe findet sich jeweils am Ende in der Bibliografia delle opere citate in forma abbreviata, welche exakt 190 Quellen beinhaltet. Ein großer Teil dessen sind Quellen aus dem 16. Jahrhundert, wie zum Beispiel Briefe, Manuskripte oder Drehbücher für Theaterstücke. Ebenso bedient sich Cortelazzo Quellen aus späteren Jahrhunderten, wie zum Beispiel allgemeinen Wörterbüchern, Dialektwörterbüchern, etymologische Wörterbüchern oder Grammatiken.[23]

4 Dizionario del Dialetto Veneziano di Boerio

Das Dizionario del Dialetto Veneziano, ein Nachdruck aus dem Jahr 1998 von Giuseppe Boerio, beginnt mit einer kurzen Einleitung an die Leser. Hier möchte der Verleger der überarbeiteten Edition auf Ergänzungen und Korrekturen aufmerksam machen, die zum Großteil von dem venezianischen Philologen Emmanuele Cicogna geleistet wurden, der sich handschriftlicher Quellen der Biblioteca Marciana in Venedig bediente. Außerdem erklärt er, dass ein italienisch-venezianischer Index hinzugefügt worden sei, der bisher unveröffentlicht geblieben ist.[24]

Giuseppe Boerio, der in Padua Rechtswissenschaften studierte, ging 1798 an den Staatsgerichtshof von Venedig und veröffentlichte zwei juristische Handbücher. Durch Beziehungen zu Schriftstellern der Region Veneto entwickelte er Interesse am Venezianischen Dialekt und widmete sich 15 Jahre später dem Dizionario del Dialetto Veneziano.[25]

Boerio geht im Abschnitt Discorso Preliminare besonders auf die venezianische Kultur und dem daraus entstandenen Dialekt ein. Venedig war Metropole und Knotenpunkt für maritimen Handel, sowie eine Stadt, die auch für viele Wissenschaften bekannt war. Die Entwicklung des Dialekts in der Schriftsprache wurde besonders auch durch Dichter und das Theater von Goldoni, wie schon im Vorwort von Cortelazzo dargestellt, geprägt.

“[…] città di Venezia, la quale per tanti secoli fu metropoli d'un floridissimo Stato e madre feconda d'uomini illustri nelle scienze, nella politica, nella nautica, nella poesia, nell'eloquenza estemporanea, nelle belle arti e in ogni maniera di coltura.”[26]

Boerio erklärt, dass er in seinem Wörterbuch alle mündlichen Wörter und Phrasen mit einbezogen hat, die zum Zeitpunkt der Wortsammlung aktuell Verwendung gefunden haben. Dazu gehört nicht nur die Alltagssprache, sondern auch Fachsprache, wie zum Beispiel maritimer Wortschatz. Weiterhin fügt er hinzu, dass er eine Vielzahl an Vokabular dem Komponisten Annibale Padovano entnommen hat, der am Markusdom von Venedig Organist gewesen ist und einige Kirchenmusikstücke mit Chorbegleitung geschrieben hatte. Boerio stellt außerdem dar, dass er es oftmals problematisch fand, eine standarditalienische Entsprechung zu finden, ein Wort mit der exakt gleichen Bedeutung, und als Lösung für das Problem Wörter wie ambizàr oder pironàda zu umschreiben. Des Weiteren stellt Boerio Unterschiede der Venezianischen Aussprache zum Toskanischen vor. Es findet sich außerdem ein Index, in dem alle Autoren und Werke angegeben werden, die Boerio für seine Arbeit verwendet hat. Diese Werke (darunter Wörterbücher, Romane, Theaterstücke, Prosa, Manuskripte, Enzyklopädien und Briefe) sind allerdings nicht alphabetisch geordnet und lediglich vier von fünfzig Werken verfügen über eine Jahreszahlangabe. Deutlich wird aber bei Studium des Dizionario del Dialetto Veneziano, dass Boerio sehr intensiv die die Lettere e Rime di Messer Andrea Calmo Veneziano ausgewertet hat.[27]

Im letzen Teilabschnitt des Vorworts, bezeichnet als Spiegazione, erklärt Boerio einige Zeichen und Abkürzungen, die im Dizionario verwendet wurden. Hierunter finden sich auch veraltete Begriffe, wie zum Beispiel Accrescitivo. Dies ist die Bezeichnung für ein Suffixderivat, wenn ein Substantiv, ein Verb oder ein Adjektiv durch das Anhängen eines Suffixes verändert wird. Außerdem wird für Aggettivo die veraltete Form Addiettivo gebraucht. Neben Angaben zur Wortart, zum Genus, sowie zum Numerus, werden zudem berufsspezifische Faktoren angegeben, wie beispielsweise marina oder mercantile, sowie termine militare, termine forense, termine agrario, um zu verdeutlichen, dass es sich hierbei um Fachwortschatz handelt. Falls es sich um einfache rhetorische Figur wie die Metapher handelt, wird dies im Wortartikel ebenfalls mit der Abkürzung mf. angegeben.[28]

[...]


[1] Löffler, Heinrich: Dialektologie. Eine Einführung. Tübingen 2003, S. 117.

[2] Ebd., S. 53-56.

[3] Ebd., S. 57.

[4] Stellmacher, Dieter: „Der Benutzer des Dialektwörterbuchs“. In: Friebertshäuser, Hans et al.: Lexikographie der Dialekte. Tübingen 1986, S. 36 f.

[5] Niebaum, Hermann; Macher, Jürgen: Einführung in die Dialektologie des Deutschen. Tübingen 2006, S. 115 f.

[6] Löffler, Heinrich: Dialektologie. Eine Einführung. Tübingen 2003, S. 60.

[7] Niebaum, Hermann; Macher, Jürgen: Einführung in die Dialektologie des Deutschen. Tübingen 2006, S. 115.

[8] Ebd., S. 114 f.

[9] Stellmacher, Dieter: „Der Benutzer des Dialektwörterbuchs.“ In: Friebertshäuser, Hans et al.: Lexikographie der Dialekte. Tübingen 1986, S. 44.

[10] Niebaum, Hermann: „Lemma und Interpretament. Zur Problematik der Artikelgestaltung“. In: Friebertshäuser, Hans et al.: Lexikographie der Dialekte. Tübingen 1986, S. 130.

[11] Niebaum, Hermann; Macher, Jürgen: Einführung in die Dialektologie des Deutschen. Tübingen 2006, S. 120.

[12] <http://www.cortelazzo.eu/manlio/> (zugegriffen am 10.08.2012, 07:00)

[13] Cortelazzo, Manlio: Dizionario Veneziano. Della lingua e della cultura poplare nel XVI secolo. Padova 2007, S. 9.

[14] Ebd., S.9

[15] Cortelazzo, Manlio: Dizionario Veneziano. Della lingua e della cultura poplare nel XVI secolo. Padova 2007, S.9.

[16] Ebd., S. 11.

[17] Ebd., S. 11.

[18] Haase, Martin: Italienische Sprachwissenschaft. Tübingen 2007, S. 54, 55.

[19] Cortelazzo,Manlio: Dizionario Veneziano. Della lingua e della cultura poplare nel XVI secolo. Padova 2007, S.12.

[20] Ebd., S. 14.

[21] Ebd., S. 14 f.

[22] Ebd., S. 15.

[23] Cortelazzo,Manlio: Dizionario Veneziano. Della lingua e della cultura poplare nel XVI secolo. Padova 2007, S.1551-1557.

[24] Boerio, Giuseppe: Dizionario del dialetto Veneziano. Firenze, Milano 1998, S. 6.

[25] http://www.treccani.it/enciclopedia/giuseppe-boerio_(Dizionario-Biografico) (Zugriff am 14.08.2012, 19:00).

[26] Boerio, Giuseppe: Dizionario del dialetto Veneziano. Firenze, Milano 1998, S. 8.

[27] Ebd., S. 12-15.

[28] Ebd., S. 16.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Zwei Dialektwörterbücher des Dialetto Veneziano im Vergleich
Untertitel
Dizionario Veneziano di Cortelazzo & Dizionario del Dialetto Veneziano di Boerio
Hochschule
Universität Rostock  (Institut für Romanistik)
Veranstaltung
I dialetti d‘Italia
Note
2,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
18
Katalognummer
V300302
ISBN (eBook)
9783656976684
ISBN (Buch)
9783656976691
Dateigröße
642 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Dizionario Veneziano di Cortelazzo, Dizionario del Dialetto Veneziano di Boerio, Venezianisch, Italienisch, Italienische Sprache, Romanistik, Linguistik, Dialektwörterbuch, Dialektologie, Wörterbuch, Wörterbucheintrag, Raum, Sprachkarte, Dialekt, Venetisch, Stadtdialekt, Venetien, Norditalien, vèneto, Substrat, Lateinisch, Venedig, Substantiv, Adjektiv, Verb
Arbeit zitieren
Thomas Gantner (Autor:in), 2012, Zwei Dialektwörterbücher des Dialetto Veneziano im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300302

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Zwei Dialektwörterbücher des Dialetto Veneziano im Vergleich



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden