Die Integration von Migranten in die deutsche Gesellschaft


Hausarbeit, 2014

18 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Definition von Migration und Integration
2.2 Die Integrationstheorie Hartmut Essers
2.2.1 Integration nach Esser
2.2.2 Assimilation nach Esser

3. Migration
3.1 Art und Ursachen von Migration
3.2 Unterschiedliche Stellenwerte von Migrantengruppen
3.2.1 Migranten innerhalb der EU
3.2.2 Migranten außerhalb der EU

4 Integration
4.1 Die soziale Integration von Migranten in Deutschland
4.2 Probleme und Schwierigkeiten der sozialen Integration von Migranten
4.3 Vorschläge für eine bessere Integration

5 Fazit

Literatur

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Systemintegration und die vier Dimensionen der Sozialintegration

Abbildung 2: Formen der Zuwanderung nach Deutschland

Abbildung 3: Bevölkerung mit Migrationshintergrund

1. Einleitung

Das Thema Migration und soziale Integration ist in der Politik und in der Gesellschaft ein häufig diskutiertes Thema. Deutschland ist das bevölkerungsreichste Land der Europäischen Union und laut des Statistischen Bundesamts lebten im Jahr 2012 in Deutschland 16,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund (Statistische Bundesamt). Diese setzen sich aus 10,9 Millionen selbst nach 1949 aus dem Ausland zugewanderten Migranten und weiteren 5,4 Millionen, die als Kinder dieser Migranten in Deutschland geboren wurden, zusammen.

Die meisten Zuwanderer sind Äaus anderen Ländern zum Arbeiten nach Deutschland“ gekommen (Klingholz / Woeltert 2014: 8) und viele von Ihnen sind in Deutschland geblieben und hier Äeine neue Heimat gefunden“ (Klingholz / Woeltert 2014: 8). Aber auch heutzutage gibt es noch Zuwanderungen nach Deutschland. In 2011 sind 960.000 Zuwanderer nach Deutschland gekommen und in Ä2012 könnten deutlich über 1 Million Personen zugezogen sein.“ (Engler / Hanewinkel 2013). Heute erfolgt die Zuwanderung auf Grund der zunehmenden Globalisierung und auf Grund unterschiedlichen Voraussetzungen in Deutschland und den Migrationsländern beispielsweise im Hinblick auf Bildung, Sprachkenntnisse, berufliche Qualifikation oder auch wegen der besseren Lebenssituation. Allerdings kommt in Deutschland immer wieder die Frage auf wie gut Migranten wirklich in Deutschland integriert sind. Der ‚Schlüssel‘ für die Integration von Migranten in Deutschland ist die Sprache sowie Bildung und Arbeitsmarkt, aber die meisten Migranten haben keine höhere Bildung. Deswegen werden sie sowie ihre Kinder in der deutschen Gesellschaft oft benachteiligt.

In der nachfolgenden Arbeit soll nun der Frage nachgegangen werden inwiefern Migranten in Deutschland integriert sind. Dazu werden zu Beginn die zentralen Begriffe Migration und Integration definiert. Danach wird die Integrationstheorie von Hartmut Esser vorgestellt. Anschließend werden verschiedene Arten und Ursachen von Migration aufgezeigt sowie die Unterscheidung zwischen zwei Migrationsgruppen, die über verschiedene Aufenthaltsrechte und auch Arbeitsrechte verfügen. Abschließend wird die Situation der sozialen Integration der Migranten in der Bundesrepublik Deutschland sowie die Schwierigkeiten bei der Integration und mögliche Vorschläge für eine bessere Integration erläutert.

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Definition von Migration und Integration

Der Begriff der Migration stammt aus dem Lateinischen ‚migratio‘ und ist mit den deutschen Begriffen ‚wandern‘; ‚wegziehen‘ und ‚Wanderung‘ gleichzusetzen (Han 2010: 5). In der Soziologie wird der Begriff der Migration nach Han wie folgt definiert: ÄBewegungen von Personen und Personengruppen, die einen dauerhaften Wohnortwechsel bedingen.“ (Han 2010: 6). Allerdings gibt es verschiedene Arten von Migration, beispielsweise die nationale und die internationale Migration, die später in der Arbeit vorgestellt werden. Wichtig bei der Betrachtung des Begriffs Migration sind die Beweggründe der Menschen. Viele verlassen ihre Heimat beispielsweise weil sie dort keine Arbeit finden oder aus politischen, privaten oder sozialen Gründen. Die Hoffnung auf eine verbesserte Lebenssituation ist ein ganz entscheidender Faktor.

Allerdings sind Migranten in ihrem Leben bei Integrationsversuchen häufig mit Diskriminierung konfrontiert. Der Begriff der Integration stammt aus Lateinischen ‚integrare‘ und Äist eine politisch-soziologische Bezeichnung für die gesellschaftliche und politische Eingliederung von Personen oder Bevölkerungsgruppen, die sich beispielsweise durch ihre ethnische Zugehörigkeit, Religion, Sprache etc. unterscheiden.“ (Bundeszentrale für politische Bildung).

2.2 Die Integrationstheorie Hartmut Essers

2.2.1 Integration nach Esser

Nachdem die Begriffe Migration und Integration erläutert wurden, wird nun die Integrationstheorie von Hartmut Esser vorgestellt. Unter dem Begriff ‚Integration‘ wird laut Esser zunächst Äder Zusammenhalt von Teilen in einem Ganzen verstanden.“ (Esser 2001: 1). Integration besteht somit aus zwei verschiedenen Einheiten, dem ÄSystem“ und den einzelnen ÄTeilen“. Laut Esser gibt es zwei Arten von Integration: die Systemintegration und die Sozialintegration, eine Unterscheidung, die auf David Lockwood zurückgeht (Esser 2001: 3). Systemintegration meint dabei den Zusammenhalt eines Systems zum Beispiel der Gesellschaft als Ganzes, das bedeutet die Integration eines sozialen Systems sowie die Regierung eines Landes oder auch eine supranationale Einheiten wie die Europäische Union. Mit Sozialintegration wird dahingegen die Integration einzelner Individuen oder Gruppen von Individuen in das System, die Gesellschaft, bezeichnet. Bei der folgenden Analyse hinsichtlich der Integration von Migranten in die deutsche Gesellschaft steht demzufolge die Ebene der Sozialintegration im Fokus, da die Sozialintegration den ÄEinbezug der Akteure in das gesellschaftliche Geschehen etwa in Form der Gewährung von Rechten, des Erwerbs von Sprachkenntnissen, der Beteiligung am Bildungssystem und Arbeitsmarkt, der Entstehung sozialer Akzeptanz, der Aufnahme von interethnischen Freundschaften, der Beteiligung am öffentlichen und am politischen Leben und auch der emotionalen Identifikation mit dem Aufnahmeland“ (Esser 2001: 8) bedeutet. Bei der Gestaltung der Sozialintegration entstehen ‚kausale Beziehungen‘ (Esser 2001:8) zwischen den Formen und Dimensionen der Sozialintegration, um diese ‚Beziehungen‘ zu analysieren werden zunächst vier Arten der Sozialintegration erläutert: Kulturation, Plazierung, Interaktion und Identifikation (Esser 2001: 8).

Abbildung 1: Systemintegration und die vier Dimensionen der Sozialintegration

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Esser 2001: 16

Diese Vier Dimensionen von Sozialintegration bezeichnen den ‚Einbezug‘ oder die ‚Inklusion‘ der Akteure in eine Gesellschaft (Esser 2001: 8) und sind bei der Integration von Migranten in eine Gesellschaft von größer Bedeutung. Bei der Kulturation handelt es sich um Wissen und Kompetenz der Akteure in Form von kulturellen Fertigkeiten. ÄWissen, Kompetenzen und (sprachliche) Fertigkeiten sind dabei eine Art von Human-Kapital, in das die Akteure auch investieren können oder müssen, wenn sie für andere Akteure interessant sein wollen und (…) an der Besetzung gesellschaftlich angesehener Positionen interessiert sind.“ (Esser 2001: 8f.). Damit sind für die Migranten solche Interaktionen und Transaktionen in ihre Umwelt nur möglich, wenn sie gewisse Kompetenzen vorzuweisen haben. Hierbei ist beispielsweise die Sprache als besondere Kompetenz anzusehen. Unter Plazierung wird die gesellschaftliche Position der Akteure verstanden. Als wichtigsten Formen der sozialen Integration durch Plazierung sind die Verleihung von Rechten, beispielsweise das Recht auf Staatsbürgerschaft und somit das Wahlrecht und auch Ädie Übernahme beruflicher und anderer Positionen.“ (Esser 2001: 9). Dadurch können die Migranten soziale Beziehung zu den anderen Mitgliedern des sozialen Systems knüpfen. Allerdings steht die Plazierung im Zusammenhang mit der Kulturation, da nur derjenige der eine gewisse Kompetenz also Kulturation erreicht hat, seine Rechte und Positionen annehmen kann. Wenn ein Ausländer beispielsweise die Sprache des Aufnahmelandes nicht beherrscht, wird er Schwierigkeiten bekommen, die Staatsbürgerschaft zu erlangen. Esser beschreibt die Platzierung als eine entscheidende Rolle für die Sozialintegration, denn der Akteur Äverfügt damit ganz allgemein über eine gewisse Macht und wird darüber schließlich auch akzeptiert und sozial anerkannt.“ (Esser 2001: 10). Bei der dritten Dimension der Sozialintegration ‚der Interaktion‘ handelt es sich um soziale Beziehungen zwischen den Akteuren im Alltag, wie beispielsweise Nachbarschaft oder Freundschaft. Diese sozialen Beziehungen werden durch drei Indikatoren erfasst: Ädie gedankliche Koordinierung, die sog. symbolische Interaktion und die Kommunikation.“ (Esser 2001: 11).Von diesen drei Komponenten bestimmen also, wie Migranten mit ihrem sozialen Umfeld umgehen und wie und ob sie soziale Beziehungen knüpfen. Die letzte Dimension der Sozialintegration ist die ‚Identifikation‘ sie bezeichnet Äeine gedankliche und emotionale Beziehung zwischen den einzelnen Akteuren und dem sozialen System als ¨Kollektiv¨.“ (Esser 2001: 12). Die Identifikation wird durch drei Formen unterschieden: Werte, Bürgersinn und Hinnahme. Esser beschreibt Identifikation als Ädie Integration der Gesellschaft über ausgeprägte Gefühle der Solidarität, über unbedingte Werte und über die (…) emotional erlebte Identifikation der Akteure mit dem System der Gesellschaft insgesamt.“ (Esser 2001: 12).

Diese vier Dimensionen der Sozialintegration sind eine Art Vorbedingung für alle weiteren Schritte der Eingliederung. Somit ist Integration nur ein Oberbegriff für alle Formen der Eingliederung und die Sozialintegration ist vom Handeln der Akteure, der Aufnahme und dem Einbezug in eine Gesellschaft abhängig.

2.2.2 Assimilation nach Esser

Bei interethnischen Beziehungen spielt nach Esser auch der Begriff Assimilation eine entscheidende Rolle, daher wird dieser Begriff im Folgenden genauer erläutert (Esser 2001: 17).

Esser beschreibt Assimilation als ÄAngleichung der verschiedenen Gruppen in bestimmten Eigenschaften.“ (Esser 2001: 21). Das bedeutet, dass bestimmte Eigenschaften an einen vorgefundenen Standard angeglichen wird und damit gibt es keinen systematischen Unterschied zwischen den Gruppen in der Verteilung dieser Eigenschaften. Allerdings bedeutet dies noch keine Gleichheit der Akteure, auch wenn die Gruppen dabei das gleiche Muster der Inklusion aufweisen (Esser 2001: 21).

ÄEs geht bei dem hier dargestellten Konzept der Assimilation also um die Auflösung systematischer Unterschiede zwischen den verschiedenen Gruppen und Kategorien, nicht aber um die Gleichheit der ÄIndividuen“ in allen Belangen. Das heißt: Es kann selbstverständlich soziale Ungleichheiten auch bei Assimilation geben, aber diese Ungleichheiten dürfen sich zwischen den ethnischen Gruppen nicht unterscheiden; Einheimische und Migranten partizipieren im Gruppenvergleich in gleicher Weise an den Rechten und Ressourcen einer Gesellschaft.“ (Esser 2001: 21f.)

Esser unterscheidet Assimilation in vier Dimensionen: kulturelle, strukturelle, soziale und identifikative Assimilation. Die kulturelle Assimilation bezeichnet Ädie Angleichung im Wissen und in den Fertigkeiten“ (Esser 2001: 22) beispielsweise in der Sprache. Die strukturelle Assimilation bezeichnet die ‚Besetzung‘ der Akteure in den verschiedenen Funktionssystemen, Beispiele hierfür sind der Bildungsbereich und der Arbeitsmarkt. Mit der sozialen Assimilation wird Ädie Angleichung in der sozialen Akzeptanz und in den Beziehungsmustern, etwa im Heiratsverhalten“ (Esser 2001: 22) bezeichnet und ist von einer erfolgreichen kulturellen und strukturellen Assimilation abhängig. Die vierte Dimension von Assimilation die identifikative Assimilation bezeichnet Ädie Angleichung in der gefühlsmäßigen Identifikation mit der Aufnahmegesellschaft“ (Esser 2001: 22), das bedeutet, dass sich die Akteure in der emotionalen Identifikation mit dem Aufnahmeland angleichen.

ÄWenn die Einheimischen ihrer ÄGesellschaft“ nur wenig an Emotionen entgegenbringen und wenn sich bei ihnen ihre Unterstützung auf die neutrale Hinnahme beschränkt, dann würde die emotionale Assimilation der Migranten auch (nur) darin bestehen, im Gruppenmittel dieses Gefühl zu entwickeln.“ (Esser 2001: 22)

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Die Integration von Migranten in die deutsche Gesellschaft
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Veranstaltung
Politische Kulturforschung
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
18
Katalognummer
V300338
ISBN (eBook)
9783656966487
ISBN (Buch)
9783656966494
Dateigröße
736 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
integration, migranten, gesellschaft
Arbeit zitieren
Katherine Castrucci (Autor), 2014, Die Integration von Migranten in die deutsche Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300338

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