In dieser Arbeit soll dem Leser ein grober Überblick der utilitaristischen Ethik gewährt werden, wobei ihm vorerst eine Auswahl utilitaristischer Denker vor der Zeit des klassischen Utilitarismus vorgestellt werden. Im Folgenden werden die Denker des klassischen Utilitarismus, Jeremy Bentham und John Stuart Mill, insbesondere bei der Betrachtung des quantitativen und qualitativen Utilitarismus näher betrachtet. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt jedoch bei der Unterscheidung des Handlungs- von dem Regelutilitarismus. Des Weiteren folgt ein Denkansatz von John Harris, der dem Leser die Möglichkeit bietet, das vorher theoretische Wissen durch eigenes rezipieren zu vertiefen. Die verwendete Literatur beschränkt sich auf das 19. und 20. Jahrhundert des westlichen Sprachraums.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Was versteht man unter Utilitarismus?
3. Utilitaristische Gedanken vor Jeremy Bentham
3.1 Mo Tzu
3.2 Jesus
3.3 Epikur
3.4 Hobbes
4. Biographien
4.1 Jeremy Bentham
4.2 John Stuart Mill
5. Qualitativer und quantitativer Utilitarismus
5.1 Jeremy Benthams quantitativer Utilitarismus
5.2 John Stuart Mills quantitativer Utilitarismus
6. Der Regelutilitarismus und der Handlungsutilitarismus
6.1 Der Handlungsutilitarismus
6.2 Der Regelutilitarismus
7. Leben und Tod - Die "Survival lottery" von John Harris
7.1 Moralische Bedenken
7.2 Praktische Schwierigkeiten
8. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen strukturierten Überblick über die Entwicklung und Differenzierung der utilitaristischen Ethik, von ihren historischen Vorläufern bis hin zur modernen Debatte um den Regel- und Handlungsutilitarismus, wobei die zentrale Forschungsfrage lautet, wie moralische Verbindlichkeit rational begründet werden kann.
- Historische Wurzeln utilitaristischer Gedanken vor Jeremy Bentham
- Biografische Hintergründe von Jeremy Bentham und John Stuart Mill
- Unterscheidung zwischen qualitativem und quantitativem Utilitarismus
- Gegenüberstellung von Handlungsutilitarismus und Regelutilitarismus
- Kritische Analyse ethischer Grenzfragen anhand der "Survival Lottery" von John Harris
Auszug aus dem Buch
7.1 Moralische Bedenken
Die zwei Patienten Y und Z, die unbedingt Organe für ihr Überleben benötigen, würden den Arzt für ihren Tod verantwortlich machen, wenn dieser keinen Menschen tötet um sie zu retten. Doch können diese Patienten dem Arzt wirklich diesen Vorwurf machen? Besteht hier kein Unterschied zwischen töten und sterben lassen? Denn wie sollte denn das aussehen, wenn Ärzte vor der Klinik Passanten jagen, und töten, weil sie mehrere Patienten haben, die Organe benötigen? Demzufolge kann ein Arzt nur des Mordes bezichtigt werden, wenn er es ablehnt den Patienten, der ohne Behandlung sterben würde, zu behandeln, jedoch nicht, wenn der Patient nur gerettet werden kann, indem er etwas tut was er sonst niemals und unter keinen Umständen tun würde, nämlich einen Unschuldigen zu töten.
Um den Ärzten diese willkürliche Auswahl der zu tötenden Spender abzunehmen, und um ihnen auch nicht allzu viel Macht in ihre Hände zu legen, gibt es den Vorschlag, dass jedem eine Lotterienummer gegeben wird. Demnach würde immer in dem Fall, dass mehrere Patienten auf Organe warten, und ein Engpass an Organen durch natürliche Tode vorhanden ist, ein Computer per Zufall eine Nummer eines geeigneten Spenders auserwählen, der dann sein Leben den Patienten opfern muss. In der Gesellschaft der angewandten survival lottery würden dadurch weniger Menschen sterben, und das Glück würde demnach maximiert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Überblick über utilitaristische Denker und führt in die Unterscheidung zwischen Handlungs- und Regelutilitarismus ein.
2. Was versteht man unter Utilitarismus?: Das Kapitel definiert den Kern des Utilitarismus als Versuch, moralische Verbindlichkeit rational unter dem Prinzip der Nutzenmaximierung zu begründen.
3. Utilitaristische Gedanken vor Jeremy Bentham: Hier werden frühzeitliche Vorläufer wie Mo Tzu, Jesus, Epikur und Hobbes betrachtet, die bereits utilitaristische Elemente in ihrem Denken aufwiesen.
4. Biographien: Dieses Kapitel stellt das Leben und Wirken der Hauptvertreter Jeremy Bentham und John Stuart Mill dar.
5. Qualitativer und quantitativer Utilitarismus: Hier wird der Gegensatz zwischen Benthams rein quantitativer Glücksberechnung und Mills qualitativer Erweiterung des Nutzenbegriffs analysiert.
6. Der Regelutilitarismus und der Handlungsutilitarismus: Das Kapitel differenziert zwischen dem einstufigen Handlungsutilitarismus und dem zweistufigen Regelutilitarismus als wesentliche Ansätze der Diskussion.
7. Leben und Tod - Die "Survival lottery" von John Harris: Ein praxisorientiertes Fallbeispiel dient dazu, moralische und praktische Probleme des Utilitarismus anhand einer extremen Entscheidungssituation zu prüfen.
8. Schluss: Der Abschluss resümiert die Arbeit und betont den Wert des utilitaristischen Denkens für die ethische Reflexion.
Schlüsselwörter
Utilitarismus, Ethik, Nutzenprinzip, Jeremy Bentham, John Stuart Mill, Handlungsutilitarismus, Regelutilitarismus, Konsequenzenprinzip, Survival Lottery, John Harris, Moral, Glücksmaximierung, Hedonismus, Wertbestimmung, Ethik erster Ordnung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen der utilitaristischen Ethik und deren Entwicklung von der klassischen Philosophie bis zu modernen differenzierten Positionen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte des Utilitarismus, die verschiedenen Strömungen wie den Handlungs- und Regelutilitarismus sowie deren Anwendung auf ethische Grenzfragen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Ziel ist es, dem Leser einen fundierten Überblick über utilitaristische Theorien zu gewähren und zum kritischen Nachdenken über deren Anwendung in komplexen Szenarien anzuregen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine philosophische Analyse, bei der historische und systematische Ansätze sowie Argumentationsstrukturen der behandelten Philosophen untersucht werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine Auseinandersetzung mit Bentham und Mill sowie eine detaillierte Gegenüberstellung von Regel- und Handlungsutilitarismus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Utilitarismus, Nutzenmaximierung, Handlungs- und Regelutilitarismus, Glücksbilanz sowie moralische Grenzfragen.
Was unterscheidet den Handlungs- vom Regelutilitarismus nach der Analyse?
Während der Handlungsutilitarismus jede einzelne Handlung anhand ihrer direkten Folgen prüft, bewertet der Regelutilitarismus Handlungen danach, ob sie allgemeinen Regeln folgen, die insgesamt den Nutzen maximieren.
Wie bewertet John Harris die "Survival Lottery"?
Harris nutzt dieses Szenario, um die radikalen Konsequenzen eines rein utilitaristischen Töten-Verbots bzw. -Erlaubnisses kritisch zu hinterfragen und die moralischen sowie praktischen Grenzen des Modells aufzuzeigen.
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- Bettina Kleber (Author), 2007, Utilitaristische Ethik und ihre Vertreter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300419