Das Osmanische Reich. Tamerlan und sein Sieg über den Osmanenkönig Bayezid


Hausarbeit, 2015
14 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Aufstieg Timurs an die Macht

3. Die Konflikte zwischen Osmanen und Mongolen

4. Schlacht bei Ankara und der Sieg der Mongolen über Bayezid

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Wenn man das gesamte 14. Jahrhundert in Betracht zieht, stößt man auf bemerkenswerte Ereignisse. Das Jahrhundert umfasste zahlreiche Geschehnisse. Als in Europa zwischen England und Frankreich im Jahr 1337 der 100-jähriger Krieg begann und 10 Jahre danach ganz Europa von der Pestwelle erschüttert wurde, ging im asiatischen Raum das Mongolen-Reich unter und es entstand durch Timur (bekannt in Europa als Tamerlan) eine neue Mongolen-Dynastie. Das Timuridenreich wird oft in der Geschichtsschreibung als das zweitgrößte Mongolenreich nach Dschingis Khan bezeichnet. Es sprechen vielerlei Indizien dafür, dass Timur sich darum bemüht hat, das Weltreich des Großherrschers Dschingis Khan wiederzuerrichten.[1] Timur wird in der Geschichte als der grausamste Menschenschlächter und schlimmer als Dschingis Khan beschrieben. Wer aber war Timur in Wirklichkeit? Wie konnte er ein mächtiges Herrschaftsgebiet, das von Russland bis nach Indien, von Kleinasien bis an die Grenzen Chinas umfasste, aufbauen?

Der erste Teil der Arbeit befasst sich mit Timurs Herkunft und seinem Aufstieg an die Macht. Dabei möchte ich die Theorie, dass Timur keine mongolische Abstammung hatte, genauer verdeutlichen.

Nach dem Timur an die Macht kam, hat er viele erfolgreiche Kriege geführt. Einer davon war die Schlacht bei Ankara gegen das osmanische Reich, die ich in dem weiteren Abschnitt der Arbeit spezifisch untersuchen werde. In jener Zeit herrschte über die Osmanen der Sultan Bayezid der „Blitz“, wie man ihn nannte. Er regierte ein riesiges Reich, das in Europa Thrakien ohne Konstantinopel, Mazedonien ohne Saloniki, Bulgarien und das Protektorat Serbien umfasste und das in Asien von Anatolien bis zum Taurus, bis zum Massiv von Armenien und zum Pontischen Gebirge verlief. Seine Armee hatte die glänzende fränkisch-burgundische Reiterei besiegt und galt mit Recht als die beste des Nahen Ostens.[2] Timurs Nomadenkrieger waren auch militärisch gut in Form. Besonders hatten sich deren grausame Taten überall herumgesprochen. Der berühmte bayerischer Ritter Schiltberger beschrieb in seinen Reiseberichten, dass Tamerlan seine Kriege mit unvorstellbarer Grausamkeit führte und aus den Köpfen der Einwohner Schädelpyramiden errichten ließe.[3]

Timur war also auf einen Gegner seines Formats gestoßen und der Krieg endete mit dem Sieg Timurs. Aber wie war es Tamerlan gelungen, den mächtigen Sultan zu besiegen? Durch seinen Sieg über die Osmanen machte sich der Groß-Herrscher Tamerlan nicht nur im Land jenseits des Oxus, sondern auch in ganz Europa einen Namen. Er wird in Europa als der Retter des Christentums hoch angesehen. Er spielte dabei eine große Rolle, indem er unbewusst osmanische Truppen davon abhielt, weiterhin das Abendland zu belagern.

2. Der Aufstieg Timurs an die Macht

Obwohl Tamerlan in der Geschichtsschreibung als grausamster Menschenschlächter aller Zeiten beschrieben wird, gelang es ihm durch seine kluge Machtstrategie, die halbe Welt zu erobern. In seinem Tatenbericht begründet er die Motive und Härte seines Kampfes, dass er Kampf gegen Ungläubige führe:

„In meinem Herz erwachte der Wunsch, einen Kreuzzug gegen die Ungläubigen zu führen und ein Ghasi (Glaubensstreiter) zu werden. […] In dieser Frage suchte ich einen Hinweis im Koran, und der Vers, den ich aufschlug, lautete „O Prophet, führe Krieg gegen Ungläubige und Abtrünnige und behandle sie mit Strenge!“ […]Ich befahl den Leibgardisten, im Lager Bekannt zu geben: Jeder, der ungläubige Gefangene habe, solle sie umbringen, und wer es versäume, werde selbst hingerichtet und sein Eigentum verfalle dem, der Anzeige erstattet.“[4]

Es ist eindeutig, dass Timurs Aufstieg an die Macht mit seinem klugen und zielstrebigen Einsatz verbunden ist.

Timur, genannt Timur Lenk, („Der Hinkende“ durch die Verletzung an der Hüfte[5] ) oder im Westen als Tamerlan bekannt, wurde am 8. April 1336 in Transoxanien in Kesch, dem heutigen Schahri-Sabs in Usbekistan, südlich von Samarkand, geboren. Es ist wert, den Namen der Stadt Samarkand zu erwähnen, weil Timur während seiner Regierungszeit die Stadt zu der glänzenden Metropole Zentralasiens aufbaute. Eine der größten baulichen Leistungen Timurs lag in der Errichtung eines Wasserversorgungssystems, mit dem auch in den Außenbezirken wunderschöne Gärten angelegt werden konnten. Aus seinen Feldzügen brachte er die besten Handwerker und Bauingenieure nach Samarkand und ließ prachtvolle Moscheen errichten. Daher lebten in Samarkand verschiedene Nationen friedlich miteinander, wie zum Beispiel Mongolen, Türken, Araber, Inder, Tadschiken, Tataren, Chinesen und andere. Scharafuddin Ali Yazdi beschrieb in seinem Buch 'Zafername' die Hochzeitsfeier von Timurs Sohn und seinen Enkelkinder, dass auf der Hochzeitsfeier türkische, in Farsi, mongolische, chinesische sowie arabische Lieder und Tänze vorgetragen wurden.[6] Das heißt, dass Samarkand unter Timurs Herrschaft zu einer Kulturstadt und vor allem zu einer weltbedeutenden Handelsstadt wurde.

Wenn man die Geschichte von Timur verstehen will, sollte man am besten mit der Zeit des Großherrschers Dschingis Khan beginnen. Es liegt zwar ein Jahrhundert zwischen den beiden Herrschern, aber sie sind aus vielen Gründen doch miteinander verbunden.

Nach dem Tod Dschingis Khans (gestorben 1227) wurde das Reich unter seinen drei Söhnen aufgeteilt und noch weiter vergrößert, fiel aber zwei Generationen später wieder auseinander. Jeder Sohn Dschingis Khans hatte schon zu dessen Lebzeiten einen ulus, d. h. eine bestimmte Anzahl von Stämmen und ein den Bedürfnissen seines Hofes und seiner Leute entsprechendes Einkommen, dass den Tributzahlungen der sesshaften Bevölkerungen der unterworfenen Teile Chinas, Turkmenistans und des Irans entnommen wurde.[7]

Tschagatai Khan (gestorben 1242) war der zweite Sohn des Dschingis Khans und er erhielt die Gebiete der heutigen mittelasiatischen und turksprachigen Staaten Usbekistan, Kirgisistan, im Westen und Osten die chinesische Region Xinjiang.

Doch so groß das mongolische Reich war, so schwer war es auch, dieses zu erhalten. Es gab nicht genug Mongolen, um das jeweilig eroberte Land zu dominieren. So gliederten sie sich ein in die Stämme der eroberten Gebiete, nahmen deren Religion und Bräuche an.

Mitte des 14. Jahrhunderts lag Dschingis Khans Reich in Trümmern. Anstatt sich nun in einem Reich zu vereinigen, bekämpften sich die Stämme gegenseitig.

Das alte Khanat Tschagatai war nun in zwei Khanate unter zwei verschiedenen Zweigen der königlichen Familie aufgeteilt: in Transoxanien und in „Mongolistan“, das Land am Issik-kul zwischen Talas und Minas. In Transoxanien existierten die Tschagataiden nur als Schattenkönige, da die gesamte Macht an die Führer des lokalen türkischen Adels übergegangen war.[8] Theoretisch bestand noch das mongolische Khanat, in Wirklichkeit war es aber eine türkische Konföderation. Der Führer dieses Adels war damals Emir Qazghan. Er erhob sich gegen Kazan Khan (gegen 1343-1346), der in Transoxanien regierte und aus dem Tschagatai Ulus stammte. Nach dem Khan Kazan getötet wurde, war der Emir Qazghan (1347-1357) der wahre Herr Transoxaniens. Er lies einen Nachkommen Ügedais (der dritte Sohn Dschingis Khans) auf den Thron steigen; dann lies er ihn umbringen. Der nächste Marionettenkönig des Qazghans wird Buyan-Quli. Das Lob, mit dem das 'Zafername' Buyan-quli überhäuft, beweist, dass er ein willfähriges Werkzeug in den Händen Qazghans war.[9] Aber Emir Qazghan wird im Jahr 1357 ermordet. Seinem Sohn Mirsa Abdullah wird vom anderen Adel Hadji Barlas dem Onkel von Tamerlan und Bayan Selduz als unfähig für die Führung befunden und aus der Stadt verbannt, weil er den Marionettenkönig Buyan-quli ermorden ließ. Nach der Verbannung Mirsa Abdullahs war Transoxanien wieder in Auflösung und Anarchie zurückgefallen, beide Emire zeigten sich unfähig, eine festgefügte Macht zu errichten. Der Rest Transoxaniens war endlos zerstückelt und unter den anderen Vertretern des lokalen türkischen Feudaladels aufgeteilt.

[...]


[1] Gronke, Monika, Geschichte Irans, Von der Islamisierung bis zur Gegenwart, 3 Auf. München 2009, S.60.

[2] Vgl. Grousset, Rene, Die Steppenvölker, Atilla-Dschingis-Khan-Tamerlan, Kindlers Kulturgeschichte, München 1970, S.615

[3] Schiltberger, Johannes, Als Sklave im Osmanischen Reich und bei den Tataren, 1394-1427, Aus dem Mittelhochdeutschen übertragen und herausgegeben von Ulrich Schlemmer, Stuttgart, 1983, S

[4] Chronik: Daten der Weltgeschichte, Über 10.000 Einträge, Rund 250 Zitate, Rund 375 Abbildungen, Mit Geschichtsnavigator, Gütersloh/München 2004, S. 1370

[5] Am 22. Juni 1941 haben die sowjetischen Archäologen das Grab von Timur geöffnet und das Skelett eines großen Menschen mit einer verletzten Hüfte entdeckt.

[6] Scharafuddin Ali Yazdi, Zafername, in: Amir Temurning o'rta osiyo tarixida tutgan o'rni va roli (Titel Übersetzung aus dem Usbekischen: Die Rolle und der Platz des Amir Timurs in der Geschichte des zentral Asiens), Muminov, Ibragim, Taschkent 1993, S. 21.

[7] Grousset, 1970, S. 352

[8] Vgl. Grousset, 1970, S.467

[9] Grousset, 1970, S. 468

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Das Osmanische Reich. Tamerlan und sein Sieg über den Osmanenkönig Bayezid
Hochschule
Universität Paderborn  (Kulturwissenschaften)
Veranstaltung
Die "Tulpenzeit" im osmanischen Reich- Blüte vor dem Verfall
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
14
Katalognummer
V300912
ISBN (eBook)
9783656971429
ISBN (Buch)
9783656971436
Dateigröße
391 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tamerlan, Timuridenreich, Sultan Bayezid, Osmanisches Reich, Transoxanien, Dschingis Khan
Arbeit zitieren
Farogat Annaeva (Autor), 2015, Das Osmanische Reich. Tamerlan und sein Sieg über den Osmanenkönig Bayezid, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300912

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