"Social Freezing" - darf man sowas oder darf man sowas nicht? Mit dieser Frage setzt sich die Fernsehsendung „Eiskalte Karriereplanung - ist Kinderkriegen Chefsache?“ von Günther Jauch auseinander. "Social Freezing" bezeichnet dabei das Einfrieren von unbefruchteten Eizellen, um Frauen die Möglichkeit zu verschaffen, ein Kind zu der von Ihnen gewünschten Zeit zu bekommen. Man muss sich aber die Frage stellen: „Wäre es ein unmoralisches Angebot, als
Arbeitgeber Frauen so etwas zu ermöglichen“? Dass es sich um ein moralisches Problem handelt, wird schon in der Überschrift deutlich. „Eiskalte Karriereplanung“ signalisiert dem Zuschauer Gefühllosigkeit, Abgestumpftheit gegenüber einem solch privaten Thema wie das Kinderkriegen. Genau dieses Paradoxon wirft eine Diskussion über das Thema "Social Freezing" auf. Das Bezugsproblem - darf ich meine Eizellen einfrieren, um zu dem von mir gewünschten Zeitpunkt
ein Kind zu bekommen ruft Befürworter wie auch Kritiker hervor.
Diese Deutungsmusteranalyse beschäftigt sich mit dem Thema "Social Freezing" und erarbeitet anhand der Fernsehdiskussion mit dem Titel "Eiskalte Karriereplanung- Ist Kinderkriegen Chefsache?" von Günther Jauch, Deutungsmuster zum Thema "Social Freezing".
Dabei sollen die differenten Sichtweisen zum Bezugsproblem offengelegt werden und die Begründungen der Diskussionspartner den Zugang zu übergeordneten Deutungsmustern ermöglichen. Dazu werden Handlungsorientierung, also die normative Struktur sowie die kognitive Struktur der Argumente herausgearbeitet, um in einem weiteren Schritt prüfen zu können, wie verbreitet und verankert das Problem im Alltag ist und wie es letztlich bewertet werden kann.
Inhaltsverzeichnis (Table of Contents)
- Handlungs-/ Bezugsproblem.
- Deutungsmusteranalyse
- Ökonomischer Topos
- Moralischer Topos
- Geschlechterbild Topos
- Auswertung
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte (Objectives and Key Themes)
Diese Arbeit analysiert die Debatte um "Social Freezing" in der Fernsehsendung "Eiskalte Karriereplanung - ist Kinderkriegen Chefsache?" von Günther Jauch. Die Analyse zielt darauf ab, verschiedene Deutungsmuster zu identifizieren und die zugrunde liegenden Argumentationen zu verstehen. Sie untersucht, wie das Handlungsproblem des Social Freezing in der Diskussion um das Einfrieren von Eizellen, um eine spätere Elternschaft zu ermöglichen, bewertet wird.
- Ökonomisierung des Privaten: Die Debatte dreht sich um die Frage, ob die Wirtschaft in private Bereiche, wie die Familienplanung, eingreifen darf.
- Moralische Aspekte: Die ethischen Implikationen des Social Freezing stehen im Mittelpunkt der Diskussion.
- Geschlechterrollen: Die Debatte zeigt die Herausforderungen und Widersprüche im Umgang mit traditionellen Geschlechterrollen im Kontext der Familienplanung.
- Selbstbestimmung: Das Recht der Frau auf Selbstbestimmung und die Freiheit, über ihren eigenen Körper und ihre Familienplanung zu entscheiden, stehen im Vordergrund.
- Öffentliches Interesse: Die Sendung beleuchtet die aktuelle Relevanz des Themas Social Freezing und den Bedarf an öffentlicher Diskussion.
Zusammenfassung der Kapitel (Chapter Summaries)
Der erste Teil der Arbeit behandelt das Handlungs- und Bezugsproblem. Die Fernsehsendung „Eiskalte Karriereplanung – ist Kinderkriegen Chefsache?“ führt das Thema „Social Freezing“ ein und stellt die unterschiedlichen Perspektiven auf das Einfrieren von Eizellen in den Mittelpunkt. Der Fokus liegt auf der moralischen Dimension des Themas, die durch die Überschrift „Eiskalte Karriereplanung“ bereits deutlich wird.
Die Deutungsmusteranalyse untersucht drei übergeordnete gesellschaftliche Rahmen, die in der Sendung deutlich werden: der ökonomische Topos, der moralische Topos und der geschlechterbildliche Topos. Die Argumentationen der Diskussionsteilnehmer werden mit Bezug auf diese Topoi analysiert und in die normative und kognitive Struktur eingeordnet.
Der ökonomische Topos konzentriert sich auf die Frage, ob es legitim ist, private Dinge, wie die Familienplanung, zu kommerzialisieren. Die Argumente im moralischen Topos befassen sich mit der Frage, ob es ethisch vertretbar ist, in die natürliche Fortpflanzung einzugreifen. Der geschlechterbildliche Topos thematisiert die traditionellen Geschlechterrollen und deren Einfluss auf die Familienplanung und die Entscheidungsfreiheit der Frauen.
Schlüsselwörter (Keywords)
Social Freezing, Familienplanung, Eizellen einfrieren, Ethische Implikationen, Ökonomisierung, Moral, Geschlechterrollen, Selbstbestimmung, Öffentliche Diskussion, Deutungsmusteranalyse.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter „Social Freezing“?
Social Freezing bezeichnet das vorsorgliche Einfrieren unbefruchteter Eizellen ohne medizinischen Grund, um eine Schwangerschaft zu einem späteren, selbstgewählten Zeitpunkt zu ermöglichen.
Was ist der Gegenstand der Deutungsmusteranalyse?
Die Arbeit analysiert die Fernsehdiskussion bei Günther Jauch mit dem Titel „Eiskalte Karriereplanung – ist Kinderkriegen Chefsache?“.
Welche gesellschaftlichen Topoi werden untersucht?
Die Analyse gliedert sich in einen ökonomischen Topos (Kommerzialisierung des Privaten), einen moralischen Topos und einen Geschlechterbild-Topos.
Ist Social Freezing ein moralisches Problem?
Ja, die Arbeit thematisiert das Paradoxon zwischen der privaten Entscheidung des Kinderkriegens und der „eiskalten“ Karriereplanung sowie den Einfluss von Arbeitgebern darauf.
Welche Rolle spielt die Selbstbestimmung der Frau?
Das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper und die Familienplanung steht im Zentrum der kognitiven und normativen Argumente der Befürworter.
- Arbeit zitieren
- Alisa Ühle (Autor:in), 2015, "Social Freezing" in der Fernsehdiskussion "Eiskalte Karriereplanung. Ist Kinderkriegen Chefsache?" von Günther Jauch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301080