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Die Kolonialpolitik von Carl Peters und ihre Folgen auf den Maji-Maji-Krieg

Titel: Die Kolonialpolitik von Carl Peters und ihre Folgen auf den Maji-Maji-Krieg

Hausarbeit , 2015 , 21 Seiten

Autor:in: Philipp-Alexander Eilhard (Autor:in)

Geschichte - Afrika
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Jahr 1905 kam es in der damaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika, dem heutigen Tansania, zu einem der größten Eingeborenenaufstände der deutschen Kolonialgeschichte. In seinen Konsequenzen und vor allem in der Brutalität der deutschen Gegenmaßnahmen war dieser sogenannte Maji-Maji-Krieg weit bemerkenswerter als zum Beispiel der viel diskutierte Hottentotten- und Hereroaufstand in Deutsch-Südwestafrika. Dennoch ist dieser Maji-Maji-Krieg im historischen Bewusstsein der Deutschen so gut wie nicht existent.

Die Gründung Deutsch-Ostafrikas, das erst 1891 Kronkolonie wurde und damit der Hoheit des Deutschen Reiches unterstand, war ursprünglich eine private Unternehmung: Statt eine akademische Laufbahn einzuschlagen, entschloss sich der promovierte Historiker Carl Peters seinen Traum eines deutschen Kolonialreiches in Afrika in die Tat umzusetzen. Im Zeitraum von 1891 bis 1897 wurde Peters als Reichskommissar für das Kilimandscharo-Gebiet eingesetzt. Hier kümmerte er sich um die Festlegung der Grenze gegenüber dem britischen Ostafrika. Durch sein brutales Vorgehen gegen die afrikanische Bevölkerung kam es dann zu einem Aufstand, der Peters letzten Endes sein Amt kostete.
Auch wenn Peters nicht mehr amtierender Reichskommissar in Deutsch-Ostafrika gewesen ist, so hat seine Kolonialpolitik dem Anschein nach Spuren hinterlassen.

In dieser Hausarbeit soll unter anderem die Frage beantwortet werden, inwieweit die ursprünglich durch Dr. Carl Peters initiierte Kolonialpolitik richtungsweisend für die Politik nachfolgender Kolonialherren gewesen ist.
Insbesondere soll die Frage beantwortet werden, inwiefern der Maji-Maji-Krieg auf diese Kolonialpolitik Dr. Carl Peters’ zurückzuführen ist. Es soll eine „saubere“ Trennlinie zwischen der Amtszeit von Peters und dem Beginn des Krieges gezogen werden, da er bereits acht Jahre vor dessen Beginn seines Amtes enthoben worden war.

Im ersten Teil möchte ich eine kurze Biografie von Dr. Carl Peters vorstellen sowie die Gründung Deutsch-Ostafrikas skizzieren.
Im weiteren Verlauf soll die Kolonialpolitik und der Führungsstil von Peters von Amtseinführung bis zu seiner -enthebung beleuchtet werden. Da die Kolonie bis zum Beginn des Krieges durch andere Reichskommissare bzw. Gouverneure acht Jahre lang geführt worden war, soll der Zeitraum von 1897 bis 1905 ebenso erläutert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Kurzbiografie Dr. Carl Peters

3.) Die Gründung der Kolonie Deutsch-Ostafrika

4.) Kolonialpolitik und Führung Peters’ bis zu seiner Amtsenthebung

4.1 Vorwort zur Quellenlage

4.2 Tatsächliche Kolonialpolitik und Führung Peters

5.) Entwicklung und Führung der Kolonie von 1897-1905 im Vergleich zu der Kolonialpolitik Peters'

5.1 Zwischenfazit

6.) Der Prophet und die Botschaft

7.) Der Ausbruch des Krieges und die Ursachen

8.) Schlussbetrachtung unter Bezug der vorangegangen Kolonialpolitik Dr. Peters’

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der durch Dr. Carl Peters initiierten brutalen Kolonialpolitik in Deutsch-Ostafrika und dem Ausbruch des Maji-Maji-Krieges im Jahr 1905. Dabei wird analysiert, inwieweit die nachfolgenden Gouverneure Peters' Führungsstil fortführten und ob dieser direkt oder indirekt als Auslöser für den späteren Aufstand der indigenen Bevölkerung betrachtet werden kann.

  • Biografie und Wirken von Dr. Carl Peters in Deutsch-Ostafrika
  • Strukturen und Entwicklung der Kolonialverwaltung von 1891 bis 1905
  • Analyse der Maji-Maji-Ideologie und ihrer prophetischen Hintergründe
  • Untersuchung der Ursachen für den Maji-Maji-Krieg
  • Vergleich der verschiedenen kolonialen Führungsstile und deren Auswirkungen

Auszug aus dem Buch

4.2 Tatsächliche Kolonialpolitik und Führung Peters

Um einen faktisch einwandfreien Einblick in die Kolonialpolitik und die Führung durch Peters zu erhalten, ist es unabdingbar, die Quintessenz aus den Quellen zu ziehen.

Werden alle Aussagen der verschiedenen Quellen objektiv beurteilt, kann gesagt werden, dass Dr. Carl Peters die Kolonie Deutsch-Ostafrika dem Anschein nach mit „harter Hand“, also erbarmungslos, geführt hat.

Allein die Annektierung der Ländereien geschah selten ohne Blutvergießen. Lokale Herrscher wurden mittels betrügerischer Zusagen, Bestechungen und Alkoholmissbrauch dazu gebracht, umfangreiche Ländereien abzugeben (vgl. Seeberg, 1989). Peters selbst beschreibt: „Wir fraßen uns wie die Wölfe“ (Peters, 2010). Dörfer wurden überfallen und wer sich der brutalen Annektierung widersetzte, wurde ausgeraubt oder umgebracht (vgl. Seeberg, 1989).

Eine allgemeingültige Pauschalaussage in Bezug auf Peters’ Politik und seine Art der inneren Führung innerhalb der Kolonie Deutsch-Ostafrika zu treffen, ist anhand der vorliegenden Quellenlage nur bedingt möglich und liegt im Auge des Betrachters. Für nationalistisch geprägte Befürworter der Kolonisation werden die Taten Peters glorifiziert. Sozialistische Kreise der damaligen Zeit hingegen klassifizieren seinen Führungsstil als „barbarisch“, „unmenschlich“ und „abartig“.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik des Maji-Maji-Krieges ein und stellt die Forschungsfrage nach der Relevanz von Carl Peters' Kolonialpolitik für diesen Aufstand.

2.) Kurzbiografie Dr. Carl Peters: Dieses Kapitel skizziert den Lebensweg, die Ausbildung und den Werdegang von Carl Peters bis zu seinem Wirken in Ostafrika.

3.) Die Gründung der Kolonie Deutsch-Ostafrika: Hier wird der historische Entstehungsprozess der Kolonie im Kontext der deutschen Interessen und der Berliner Kongokonferenz beleuchtet.

4.) Kolonialpolitik und Führung Peters’ bis zu seiner Amtsenthebung: Dieses Kapitel untersucht kritisch die Methoden und den Führungsstil von Peters, unter anderem durch Analyse diverser zeitgenössischer Quellen.

5.) Entwicklung und Führung der Kolonie von 1897-1905 im Vergleich zu der Kolonialpolitik Peters': Es wird analysiert, wie Peters' Nachfolger die Kolonie verwalteten und ob der brutale Stil beibehalten wurde.

6.) Der Prophet und die Botschaft: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung der Maji-Maji-Bewegung um den Propheten Kinjikitile Ngwale und dessen religiöse Botschaft.

7.) Der Ausbruch des Krieges und die Ursachen: Die Eskalation des Konflikts und die unmittelbaren sowie strukturellen Ursachen des Maji-Maji-Krieges werden hier dargestellt.

8.) Schlussbetrachtung unter Bezug der vorangegangen Kolonialpolitik Dr. Peters’: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Forschungsergebnisse und einer Reflexion über die Kausalität zwischen Peters' Politik und dem späteren Krieg.

Schlüsselwörter

Maji-Maji-Krieg, Carl Peters, Deutsch-Ostafrika, Kolonialpolitik, Schutzgebiet, Eingeborenenaufstand, Imperialismus, Schutztruppe, Kinjikitile Ngwale, Kolonialverwaltung, Kaiserreich, Unterdrückung, Widerstand, Tansania, Geschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Ursachen des Maji-Maji-Krieges in Deutsch-Ostafrika und der möglichen langfristigen Prägung durch die frühe Kolonialpolitik von Dr. Carl Peters.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Person Carl Peters, die Verwaltungsstruktur der Kolonie nach seinem Ausscheiden, die religiös motivierte Maji-Maji-Bewegung und der koloniale Alltag in Deutsch-Ostafrika.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, eine wissenschaftliche Einschätzung darüber zu gewinnen, ob und inwieweit die von Peters etablierte "harte Hand" und Brutalität als kausaler Auslöser für den Aufstand von 1905 angesehen werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine historische Quellenanalyse, bei der diverse Literatur aus unterschiedlichen Epochen und politischer Provenienz kritisch gegenübergestellt und ausgewertet wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Biografie von Peters, die Analyse seines Führungsstils, den Vergleich mit späteren Gouverneuren sowie die Untersuchung der Hintergründe des Maji-Maji-Krieges.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Maji-Maji-Krieg, Carl Peters, Kolonialpolitik, Deutsch-Ostafrika und Imperialismus.

Wie unterschied sich die Politik von Julius Freiherr von Soden von der von Carl Peters?

Von Soden verfolgte laut der Arbeit als Zivilist einen eher diplomatischen Ansatz und setzte auf eine friedliche Erschließung, während andere Gouverneure primär militärisch agierten.

Welche Rolle spielte die "Maji"-Medizin für die Aufständischen?

Die Medizin sollte den Afrikanern laut der Botschaft des Propheten Ngwale Schutz vor den Waffen der weißen Besatzer bieten und die Stämme im Kampf vereinen.

Zu welchem Ergebnis kommt die Arbeit in der Schlussbetrachtung?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Ergebnisse in Bezug auf die Kernfrage größtenteils spekulativ bleiben, da ein direkter Kausalzusammenhang zwischen Peters und dem Krieg nach sieben Jahren Abwesenheit nicht eindeutig belegbar ist.

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Details

Titel
Die Kolonialpolitik von Carl Peters und ihre Folgen auf den Maji-Maji-Krieg
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Kulturwissenschaften)
Veranstaltung
Modul G4
Autor
Philipp-Alexander Eilhard (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
21
Katalognummer
V301590
ISBN (eBook)
9783956872761
ISBN (Buch)
9783668003798
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Afrika Kolonie Carl Peters Maji-Maji Eroberung Kolonialgeschichte Deutsche Kolonien FernUniversität Hagen Kulturwissenschaften Modul G4 Fernuni Hagen G4
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Philipp-Alexander Eilhard (Autor:in), 2015, Die Kolonialpolitik von Carl Peters und ihre Folgen auf den Maji-Maji-Krieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301590
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Leseprobe aus  21  Seiten
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