Feng Shui ist „eine Mischung aus mystischer Philosophie, Aberglaube, gesundem Menschenverstand und ästhetischen Konzepten.“ Feng-Shui oder Geomantik ist die Kunst oder Wissenschaft, für alle Bauwerke die Positionen so auszusuchen, dass diese mit den Lebenskräften der Natur übereinstimmen.
Das vorherrschende Bild in der Öffentlichkeit ist wohl nicht solches, was man unter einem wissenschaftlichen Verständnis verstehen könnte. Aufgrund dessen ist es ein Ziel dieser Arbeit, aus jener taoistischen Naturphilosophie praktische Erkenntnisse zu generieren, dabei aber auch den spirituellen Hintergrund nicht außer Betracht zu lassen.
Gegenstand meiner Beobachtung sind unter anderem die altertümlichen Stadtentwürfe von Seoul, Kyoto und der Landschaftspark in Beijing. Folgende Fragen sollen in der Hausarbeit behandelt werden: Was ist Feng Shui? Ist Feng Shui messbar, um daraus praktische Anwendungsmöglichkeiten zu generieren? Dabei soll erörtert werden, ob und wie Feng Shui und Geomantik in der europäischen Stadtplanung eingesetzt werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Feng Shui
2.1. Spiritueller Hintergrund
2.2 Paradigmen der Geomantik
3. Anwendung von Feng Shui in der ostasiatischen Stadt- und Raumplanung
3.1. Stadtplanung
3.2. Landschaftsgestaltung
4. Vergleich West-Ost
4.1. Feng Shui in der Moderne und Begegnung mit westlicher Kultur
4.2. Kurzer Exkurs in die Geschichte der europäischen Stadtplanung
4.3. Feng Shui in Europa?
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die taoistische Naturphilosophie des Feng Shui und ihre Anwendung in der historischen Stadtplanung, um zu ermitteln, ob und wie geomantische Prinzipien heute in der europäischen Stadtplanung nutzbar gemacht werden können, ohne dabei in esoterische Lehren abzugleiten.
- Grundlagen des Feng Shui und der Geomantik
- Analyse historischer Stadtentwürfe in Seoul, Kyoto und Beijing
- Vergleich zwischen östlicher geomantischer Planung und westlicher Moderne
- Untersuchung der Anwendbarkeit von Feng-Shui-Methoden im modernen Europa
- Abgrenzung zwischen wissenschaftlich verwertbaren Methoden und esoterischen Dogmen
Auszug aus dem Buch
2.1. Spiritueller Hintergrund
Feng Shui (Feng = Wind, Shui = Wasser) ist eine Naturphilosophie aus China, die in ganz Ostasien Einfluss auf das Siedlungsbild und Landschaftsgestaltung hatte. Sie geht davon aus, dass eine harmonische Umgebung ein glückliches Leben hervorbringt. Damit ist das Zusammenspiel von Mensch, Natur und Universum gemeint.
Feng Shui geht von einem „Kosmischen Atem“ namens Qi aus, der entlang der Landschaftszüge der Erdoberfläche in runden Bewegungen fließt. Genauso kann jede Veränderung der Landschaft den Strom des Qi beeinflussen (RINALDI 2011:47).
Sha werden die ungünstigen Einflüsse genannt und sind das Gegenteil vom Qi. Die Energie des verläuft Sha linear, daher werden gewundene Wege gelegt und unregelmäßig Bäume gepflanzt, um es zu blockieren. Wenn der Grundriss einer Stadt geradlinig ist, muss mindestens die Umwelt so geformt sein, dass die schlechten Einflüsse gerader Linien neutralisiert werden.
Die Lehre von Yin und Yang unterteilt das Qi in zwei Formen, die aber nicht gegensätzlich, sondern ergänzend nebeneinander existieren und im richtigen Verhältnis zueinander stehen müssen. Yin ist demnach dunkel, weiblich und kalt. Wasser, runde Bergrücken, Täler, Schluchten zählen dazu. Yang dagegen wird mit Helligkeit, Männlichkeit und Wärme assoziiert. Berge, Hügel, Straßen, hohe und steile Böschungen formen Yang. (BRUNOTTE et al. 2001:2948).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert Feng Shui als Mischung aus Philosophie und Ästhetik und stellt die Forschungsfrage nach der Anwendbarkeit geomantischer Prinzipien im modernen Städtebau.
2. Feng Shui: Erläutert die spirituellen Grundlagen wie den „Kosmischen Atem“ (Qi), die gegensätzlichen Wirkkräfte Yin und Yang sowie die zentralen Paradigmen der geomantischen Stadtgestaltung.
3. Anwendung von Feng Shui in der ostasiatischen Stadt- und Raumplanung: Untersucht konkrete Beispiele historischer Stadtplanungen in Seoul, Kyoto und Beijing hinsichtlich ihrer Ausrichtung und Landschaftsgestaltung.
4. Vergleich West-Ost: Analysiert das Aufeinandertreffen von rationaler westlicher Baukultur mit asiatischen Feng-Shui-Traditionen und beleuchtet die Geschichte der europäischen Stadtplanung als Kontrastprogramm.
5. Fazit: Zieht das Resümee, dass Feng Shui zwar in Maßen für die europäische Lebensqualität inspirierend sein kann, man sich dabei jedoch klar von esoterischen Interpretationen distanzieren muss.
Schlüsselwörter
Feng Shui, Geomantik, Stadtplanung, Ostasien, Qi, Yin und Yang, Landschaftsgestaltung, Seoul, Kyoto, Beijing, Nachhaltigkeit, Siedlungsbild, Naturphilosophie, Architektur, Europäische Stadtentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Feng Shui als geomantisches Ordnungssystem und hinterfragt, inwiefern diese Prinzipien als wissenschaftlich fundierte Ansätze für die moderne Stadtplanung nutzbar gemacht werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Naturphilosophie des Feng Shui, historische Stadtentwicklungen in Ostasien, den Vergleich mit westlichen Planungsmodellen sowie die Abgrenzung von esoterischen Konzepten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aus der taoistischen Tradition der Geomantik praktische und „messbare“ Erkenntnisse für die moderne Stadtgestaltung zu gewinnen, um die Lebensqualität in städtischen Räumen zu optimieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse sowie fallstudienartige Beobachtungen historischer Stadtentwürfe (z.B. Seoul, Kyoto), um geomantische Muster und deren Auswirkungen auf die Planung zu identifizieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung der geomantischen Prinzipien, die praktische Anwendung in historischen Fallbeispielen und einen kritischen Vergleich mit der europäischen Stadtplanungsgeschichte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Feng Shui, Geomantik, Qi, Stadtplanung, Yin und Yang sowie das Spannungsfeld zwischen rationaler westlicher Moderne und traditioneller fernöstlicher Naturphilosophie.
Wie bewertet der Autor die Übertragung von Feng Shui auf Europa?
Der Autor sieht eine vorsichtige Anwendbarkeit, insbesondere in der Wasserwirtschaft und Landschaftsgestaltung, betont jedoch, dass man sich von esoterischen Aspekten wie „Ley-Linien“ distanzieren muss.
Warum spielen Seoul und Kyoto eine zentrale Rolle in der Untersuchung?
Diese Städte dienen als beispielhafte Referenzen, da sie ihre historische Struktur auf geomantischen Prinzipien aufbauen und somit zeigen, wie Mensch, Natur und Universum in der Stadtgestaltung korrespondieren.
- Quote paper
- Tobias Perillieux (Author), 2015, Ostasiatische Stadt- und Raumplanung basierend auf Feng-Shui- und Geomantik-Paradigmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301870