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Die Entwicklung der österreichischen Minderheiten im kurzen 20.Jahrhundert

Die Kärntner Slowenen und die Burgenland-Kroaten in der Zwischenkriegszeit

Titel: Die Entwicklung der österreichischen Minderheiten im kurzen 20.Jahrhundert

Seminararbeit , 2015 , 31 Seiten , Note: 1,00

Autor:in: Fabian Prilasnig (Autor:in)

Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Kulturgeschichte der Kärntner Slowenen hängt eng mit ihrer politischen Geschichte und mit der Herausbildung des slowenischen Nationalbewusstseins zusammen.
Während sie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit ihrem Zentrum Klagenfurt das gesamtslowenische literarische Schaffen noch maßgebend mitbestimmten, sind sie seit dem Jahre 1920 vom übrigen slowenischen Sprachgebiet politisch getrennt.

Trotz des starken Germanisierungsdrucks über Jahrzehnte hinweg und der Trennung vom übrigen slowenischen Volk hat die Volksgruppe in Kärnten bis zum heutigen Tag ihre Existenz bewahren können, obwohl ein verstärkter Rückgang des slowenischsprachigen Bevölkerungsanteils nicht zu übersehen ist.

Als ein großer Nachteil für die kroatische Volksgruppe im Burgenland erwies sich der Umstand, dass die historische Weichenstellung für die Entwicklung der einzelnen Orte im verhältnismäßig dicht besiedelten westungarisch-österreichischen Grenzraum schon lange vor ihrer Ankunft erfolgte. Daher hatte keine einzige der von den Kroaten besiedelten Ortschaften die Chance, jemals eine überörtliche Bedeutung als Wirtschaftszentrum oder als kultureller Mittelpunkt zu erlangen. Daher blieb das Dorf für die Burgenland-Kroaten sowohl der gesellschaftliche als auch der kulturelle Mittelpunkt und bildete die Grundlage ihres Volkslebens.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Kärntner Slowenen

1.1 Die Zeit in der Ersten Republik

1.1.1 Die Erneuerung ihres politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens

1.1.2 Die slowenische Geistlichkeit und die katholische Kirche

1.1.3 Die Sozialstruktur der slowenischen Volksgruppe

1.1.4 Verhandlungen über eine Kulturautonomie

1.2 Die Zeit im autoritären Ständestaat

2. Die Burgenland-Kroaten

2.1 Die Zeit in der Ersten Republik

2.1.1 Der Kroatische Kulturverein

2.1.2 Das kroatische Schrifttum und Zeitungswesen

2.1.3 Die Entwicklung des kroatischen Vereinswesens und Schulwesens

2.1.4 Die Sozialstruktur der kroatischen Volksgruppe

2.2 Die Zeit im autoritären Ständestaat

3. Resümee: Assimilation vs. Politik

4. Quellen- und Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die gesellschaftliche Situation der Kärntner Slowenen sowie der Burgenland-Kroaten während der Zwischenkriegszeit in Österreich. Der Fokus liegt dabei auf den Auswirkungen politischer Umbrüche, der Assimilationsbestrebungen der Mehrheitsgesellschaft und der Bemühungen der Minderheiten um kulturelle und politische Selbstbehauptung innerhalb eines sich wandelnden Staatssystems.

  • Politische und soziale Organisation der Kärntner Slowenen und Burgenland-Kroaten.
  • Einfluss der Schul- und Sprachenpolitik auf den Assimilationsdruck.
  • Rolle des Klerus und der Parteien in der Minderheitenpolitik.
  • Vergleich der Identitätskonflikte unter den verschiedenen politischen Regimen.
  • Die Entwicklung von Vereinen und Genossenschaften als Stützen des Volkslebens.

Auszug aus dem Buch

1.1.1 Die Erneuerung ihres politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens

Während der Habsburgermonarchie konnten sich die seit 1861 entstehenden slowenischen Vereine und Genossenschaften in gesamtslowenischen Zentralverbänden zusammenschließen, und im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts integrierten sich schließlich auch die Organisationen der Kärntner Slowenen in die zentralen politischen und wirtschaftlichen Verbände mit Sitz in Laibach. Nach dem Zerfall der Habsburgermonarchie mussten die in der Republik Österreich zur nationalen Minderheit gewordenen Kärntner Slowenen ihre politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Organisationen neu aufbauen, jedoch behinderten die Behörden die Wiedererrichtung des slowenischen Vereinswesens.

„Ein beträchtlicher Teil der Kärntner Slowenen ließ sich unter dem zunehmenden deutschnationalen Druck nicht mehr auf slowenischer Seite organisieren und wandte sich den anderen politischen Parteien und Vereinigungen zu.“ Im März 1921 konnte schließlich der „Politische und Wirtschaftliche Verein für die Slowenen in Kärnten“ (Politično in gospodarsko društvo za Slovence na Koroškem) erneut konstituiert werden, nachdem die organisatorische Trennung von der slowenischen Volkspartei in Laibach beschlossen worden war. Sein Organ war das kulturpolitische Wochenblatt Koroški Slovenec, welches in Wien herausgegeben werden musste und von März 1921 bis April 1941 erschien. Scharf politisch bekämpft wurde der slowenische politische Verein vom Landbund, von der Großdeutschen Partei und besonders vom Kärntner Heimatdienst (ab dem Jahre 1924 Kärntner Heimatbund).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Kärntner Slowenen: Dieses Kapitel behandelt die prekäre Lage der Kärntner Slowenen nach dem Zerfall der Monarchie und analysiert ihre Bemühungen zur politischen und kulturellen Organisation sowie die Konflikte mit deutschnationalen Kräften.

1.1 Die Zeit in der Ersten Republik: Die Unterkapitel beschreiben detailliert den Neuaufbau der slowenischen Vereine, die Rolle der katholischen Kirche, die benachteiligte Sozialstruktur sowie das Scheitern der Kulturautonomie-Verhandlungen.

1.2 Die Zeit im autoritären Ständestaat: Hier wird die Hoffnung der slowenischen Führung auf eine Verbesserung der kulturellen Lage unter dem Regime von Dollfuß und die Ernüchterung angesichts der ausbleibenden Reformen thematisiert.

2. Die Burgenland-Kroaten: Die Analyse konzentriert sich auf die spezifische Situation der kroatischen Minderheit im Burgenland nach 1918, geprägt durch den Anschluss an Österreich und die Versuche der nationalen Identitätswahrung.

2.1 Die Zeit in der Ersten Republik: Dieses Kapitel untersucht die Gründung kultureller Organisationen wie den Kroatischen Kulturverein, die Bedeutung der kroatischen Presse und die Kämpfe um das Schulwesen.

2.2 Die Zeit im autoritären Ständestaat: Die Untersuchung zeigt die anfängliche Loyalität der kroatischen Führung zum Ständestaat und die zunehmende Gefährdung durch NS-Propaganda und Arbeitslosigkeit.

3. Resümee: Assimilation vs. Politik: Das abschließende Kapitel fasst die Probleme der Assimilation zusammen und stellt fest, dass sowohl im Kärnten als auch im Burgenland politische und ökonomische Rahmenbedingungen den Fortbestand der Minderheitenidentitäten massiv erschwert haben.

4. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärquellen wie Zeitungen sowie der wissenschaftlichen Literatur zur Geschichte der beiden Minderheiten.

Schlüsselwörter

Kärntner Slowenen, Burgenland-Kroaten, Zwischenkriegszeit, Assimilation, Nationalbewusstsein, Kulturautonomie, Volksgruppe, Ständestaat, Schulwesen, Klerus, Vereinswesen, Minderheitenschutz, Deutschtum, Sozialstruktur, Identität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die historische Situation, die politische Organisation und die gesellschaftliche Assimilation der Kärntner Slowenen und der Burgenland-Kroaten in der österreichischen Zwischenkriegszeit.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Aufbau von Vereinsstrukturen, die Auswirkungen der Schul- und Sprachenpolitik, die Rolle der katholischen Kirche sowie der sozioökonomische Druck auf die Identität der Minderheiten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen in der Ersten Republik und im Ständestaat den Assimilationsprozess dieser beiden Minderheiten beeinflussten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine sozialgeschichtliche Auswertung von Fachliteratur und zeitgenössischen Quellen, um die Entwicklung der Volksgruppen historisch zu kontextualisieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Kärntner Slowenen und der Burgenland-Kroaten, wobei jeweils die Zeit der Ersten Republik und die Zeit des autoritären Ständestaates detailliert beleuchtet werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Assimilation, Minderheitenrechte, Kulturautonomie, Sozialstruktur und das Spannungsfeld zwischen nationaler Identität und Integration in den österreichischen Staat.

Warum spielt der Klerus in dieser Untersuchung eine so große Rolle?

Der Klerus war bei beiden Volksgruppen eine der tragenden Säulen der kulturellen Selbstbehauptung, da viele geistliche Institutionen als Zentrum für Bildung und Vereinsaktivitäten fungierten.

Was unterscheidet das Minderheitenproblem im Burgenland von jenem in Kärnten?

Während in Kärnten eine stärkere institutionelle Organisation vorhanden war, fehlte den Burgenland-Kroaten eine solche institutionelle Vollständigkeit, was ihre Identitätswahrung zusätzlich erschwerte.

Welchen Einfluss hatte der Ständestaat auf die Minderheiten?

Die Minderheitenführungen hofften auf Schutz vor dem Deutschnationalismus, wurden jedoch oft enttäuscht, da die Regierung keine durchgreifenden Verbesserungen, etwa in der Schulfrage, umsetzen konnte.

Wie bewertet der Autor den Assimilationsprozess?

Der Autor sieht die Assimilation als einen komplexen Prozess, der durch ökonomische und politische Faktoren beschleunigt wurde und die Minderheiten vor das existenzielle Problem der Identitätsaufgabe stellte.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Entwicklung der österreichischen Minderheiten im kurzen 20.Jahrhundert
Untertitel
Die Kärntner Slowenen und die Burgenland-Kroaten in der Zwischenkriegszeit
Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt  (Geschichte)
Veranstaltung
Proseminar
Note
1,00
Autor
Fabian Prilasnig (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
31
Katalognummer
V301872
ISBN (eBook)
9783956875120
ISBN (Buch)
9783668005402
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kärntner Slowenen Burgenland-Kroaten Minderheiten Zwischenkriegszeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Fabian Prilasnig (Autor:in), 2015, Die Entwicklung der österreichischen Minderheiten im kurzen 20.Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301872
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Leseprobe aus  31  Seiten
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