Wir leben in einer Gesellschaft in der die Television nicht mehr wegzudenken ist. Das Medium Fernsehen steht auf Platz Eins bei der Mediennutzung von Kindern und füllt einen Großteil ihrer Alltagsgestaltung aus.
Durch immer größere Einschränkung der Aktionsräume von Kindern, vor allem in Großstädten, besteht die Gefahr der zunehmenden Verbannung in die Wohnung und als Fenster nach draußen wird dann all zu häufig gerne das Fernsehen genutzt. Die Kinder spielen nicht mehr miteinander, sondern werden durch besondere Strategien der Fernsehmacher zu Konsumenten und kleinen Erwachsenen trainiert. Durch die rasante Entwicklung im Bereich der Technologie, werden immer mehr Kinder zu Experten und Eltern lernen paradoxerweise Fertigkeiten von ihnen, die sie eigentlich vermitteln sollten. Jedoch dürfen Eltern nicht vergessen, dass sie ihren Kindern beistehen müssen, bei dem Kontakt mit ihrem Lieblingsmedium und sie müssen ihren Sprösslingen Orientierungshilfen für den Alltag geben, was den Umgang mit Fernsehen natürlich mit einbezieht.
In dieser Arbeit werden vor allem zwei Problematiken des Fernsehens in Verbindung mit Kindern angesprochen. Erstens wie das Fernsehen, die Kindheit immer mehr in den Hintergrund der Gesellschaft drängt, wobei ich besonders den Bezug zu Neil Postmans Schriften herstelle und zweitens die Schwierigkeiten und Möglichkeiten, die sich bei der Fernseherziehung durch die Eltern ergeben können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinitionen
2.1 Kind / Kindheit
2.2 Medienpädagogik
2.3 Medienerziehung
3. Medien-„Welt“ und Fernsehalltag
3.1 Das Zurückdrängen der Kindheit (nach Neil Postman)
3.2 „Theater der Massen“ und seine Bedeutung für Kinder
4. Medienkompetenz als Chance für Eltern „im Bilde“ zu sein
4.1 Medienkompetenz (nach Dieter Baacke)
4.1 Medienerziehung in der Familie
5. Schlusswort
6. Literatur
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Fernsehens auf die kindliche Entwicklung und die damit verbundenen Herausforderungen für die Medienerziehung im familiären Kontext. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Medium Fernsehen die Grenzen zwischen Kinder- und Erwachsenenwelt verwischt und welche Rolle Eltern bei der Förderung der Medienkompetenz ihrer Kinder einnehmen können.
- Die gesellschaftliche Konstruktion von Kindheit und ihr Wandel durch Medien.
- Die medienpädagogische Bedeutung von Fernsehinhalten und deren Wahrnehmung durch Kinder.
- Die Konzepte der Medienkompetenz nach Dieter Baacke.
- Elterliche Erziehungsstile und Strategien im Umgang mit dem Medienkonsum in verschiedenen familiären Lebenssituationen.
Auszug aus dem Buch
Das Zurückdrängen der Kindheit (nach Neil Postman)
Die Bedingungen unter denen Kinder heute Informationen erhalten und verarbeiten, sind seit dem Einsatz des Telegraphen nicht mehr nur in der Familie und in der Schule vorhanden, sondern haben eine eigene Dynamik entwickelt, die großes Verantwortungsbewusstsein von uns abverlangt. Durch die „Optische Revolution“ (Kamera, Kino, Fernsehen) nach Daniel Boorstin (Postman 2003, S.81 ff.) traten und treten die geschriebenen Ideen immer mehr in den Hintergrund und überlassen den Vortritt einer Symbolwelt aus Bildern; Bilder, die man nicht revidieren kann, wegen ihrer Eigenschaft als visueller Reiz, der unveränderlich bleibt und deshalb schon durch das Merkmal „an sich zu sein“ als Beweis zählt.
Darin liegt auch gleichzeitig die Gefahr, dass Bilder, die nun mal der Hauptbestandteil des Fernsehens sind, uns nämlich nur Reaktionen in Bezug auf Gefühlsäußerungen abverlangen und uns eher optisch, visuell und mit zunehmenden musikalischen Hintergrund auch audio-visuell stimulieren und sogar manipulieren, jedoch nur oberflächlich Denkanstöße anbieten bzw. sie erst gar nicht zulassen, da ständig neue Bilder auftreten, die keine Chance lassen, das Vorangegangene noch mal zu überdenken oder zu verarbeiten, ergo auch die Chance das Gesehene infrage stellen zu können verwirkt wird, während man sich bei dem Lesen eines Buches der direkten Auseinandersetzung mit dem Geschriebenen stellen muss. Es werden also keine komplexen Anforderungen an den Rezipienten gestellt; er soll nur konsumieren und die visuellen Reize auf sich wirken lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die allgegenwärtige Bedeutung des Fernsehens im Leben von Kindern und benennt die zentralen Problemstellungen der Arbeit bezüglich der Kindheit und der elterlichen Erziehungsaufgabe.
2. Begriffsdefinitionen: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen wie Kindheit, Medienpädagogik und Medienerziehung definiert, um das wissenschaftliche Verständnis dieser Begriffe zu etablieren.
3. Medien-„Welt“ und Fernsehalltag: Dieses Kapitel analysiert anhand von Neil Postmans Thesen die Verdrängung der Kindheit durch moderne Medien sowie die Bedeutung des Fernsehens als „Theater der Massen“ für Kinder.
4. Medienkompetenz als Chance für Eltern „im Bilde“ zu sein: Hier wird das Konzept der Medienkompetenz nach Dieter Baacke erläutert und auf konkrete Erziehungsstile in der Familie übertragen.
5. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Schwierigkeiten der Literaturrecherche und betont die Notwendigkeit, Kinder bei einem kompetenten und kritischen Umgang mit Medien zu begleiten.
6. Literatur: Das Literaturverzeichnis listet die verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Werke auf.
Schlüsselwörter
Medienkompetenz, Kindheit, Fernsehen, Medienerziehung, Neil Postman, Dieter Baacke, Medienpädagogik, Medienkonsum, elterliche Erziehung, Sozialisation, Medienwirklichkeit, Jugendmedienschutz, Medienkonsumverhalten, Kindheitsforschung, Familienalltag.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle des Fernsehens als primäres Medium im Alltag von Kindern und der damit verbundenen Notwendigkeit einer bewussten Medienerziehung durch Eltern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Kindheit, die Entwicklung der Medienpädagogik, die Medialisierung des Alltags nach Neil Postman sowie verschiedene Konzepte und Stile elterlicher Erziehung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Einfluss des Fernsehens auf die Kindheit kritisch zu beleuchten und aufzuzeigen, wie Eltern ihre Kinder zu einem reflektierten und kompetenten Medienumgang befähigen können.
Welche wissenschaftlichen Ansätze finden Anwendung?
Es werden insbesondere medienpädagogische Theorien, die Kindheitsforschung (nach Neil Postman) sowie Konzepte zur Medienkompetenz (nach Dieter Baacke) und Erziehungsstile nach S. Aufenanger herangezogen.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?
Der Hauptteil gliedert sich in eine medienkritische Auseinandersetzung mit der "Medienkindheit" und eine praktische Betrachtung der Medienerziehung, differenziert nach verschiedenen familiären Milieus.
Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch für die Arbeit?
Kernbegriffe sind Medienkompetenz, Medienpädagogik, Kindheit, Medienerziehung und das kritische Hinterfragen des Fernsehens als Massenmedium.
Warum ist die Unterscheidung zwischen intentionaler und nicht-intentionaler Erziehung wichtig?
Diese Unterscheidung verdeutlicht, dass Kinder nicht nur durch bewusste elterliche Lenkung lernen, sondern auch durch die Medieninhalte selbst geprägt werden, was die elterliche Verantwortung zur Begleitung noch stärker betont.
Welchen Einfluss hat das soziale Milieu der Eltern auf die Fernseherziehung?
Die Arbeit zeigt, dass bildungsstarke Eltern eher zu einer aktiven Kontrolle und Reflexion neigen, während in sozial schwächeren Familien das Fernsehen oft eine kompensatorische Funktion einnimmt, was die Eltern vor zusätzliche Herausforderungen stellt.
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- Judith Obel (Author), 2004, Kinder und das Medium Fernsehen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30325