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Offene und geheime religiöse Netzwerke - am Beispiel der Tablighi jama'at

Title: Offene und geheime religiöse Netzwerke - am Beispiel der Tablighi jama'at

Essay , 2002 , 5 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Janina Ueschner (Author)

Politics - Region: South Asia
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Die Tablighi jama’at sind eine 1926 von Maulana Muhammad Ilyas gegründete bewusst unpolitische, friedliche Missionsgruppe aus Indien. Um die Entstehungsgeschichte der Gruppe zu verdeutlichen, werde ich zunächst eine historische Einordnung (I.) vornehmen und die Gründungsmotive (II.) von Maulana Muhammad Ilyas darlegen. Danach werde ich das Vorgehen bei der Missionsarbeit (III.) der Tablighi jama’at schildern und die sechs Grundregeln (IV.) der Gruppe erläutern. Abschließend möchte ich die Ausbreitung (V.) der Bewegung beschreiben und versuchen ihre heutige Bedeutung (VI.) einzuschätzen.

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Inhaltsverzeichnis

I. Historische Einordnung

II. Gründungsmotive

III. Vorgehen bei der Missionsarbeit

IV. Sechs Grundregeln

V. Ausbreitung der Bewegung

VI. Heutige Bedeutung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Entstehungsgeschichte, die missionsstrategische Methodik und die globale Ausbreitung der Tablighi jama’at zu analysieren und deren aktuelle Bedeutung innerhalb der muslimischen Welt einzuschätzen.

  • Historische und soziale Kontextualisierung der Tablighi jama’at in Indien
  • Die Rolle von Maulana Muhammad Ilyas als Begründer
  • Methodik der Missionsarbeit durch tablighi units
  • Die sechs zentralen Glaubensgrundsätze und deren praktische Umsetzung
  • Globalisierungsprozesse und Netzwerkstrukturen der Bewegung

Auszug aus dem Buch

II. Gründungsmotive

Maulana Muhammad Ilyas, der Begründer der Tablighi jama’at, ist Schüler im Deobandi-Seminar gewesen; die Sufi-Lehren von Shaykh Ahmad Sirhind, Shad Wali Allah und Sayyid Ahmad Shaid (Gründer der Mujahedin-Bewegung) beeinflussten ihn und bestimmten seinen geistigen Hintergrund. Vor der Gründung der Tablighi jama’at etablierte Ilyas mehr als 100 Schulen (madrasah) in der Region Mewat (südwestlich von Delhi), er wollte dadurch die Landbevölkerung in dieser Region zum ‚rechten’ islamischen Glauben erziehen. Er bemerkte jedoch, dass seine Schulen „religious functionaries“ (Masud, 1995) heranzüchteten, die zwar die Glaubensgrundsätze abspulen konnten, aber von denen keiner bereit war selbst zu predigen, von Tür zu Tür zu ziehen und die Menschen an ihre religiösen Pflichten zu erinnern.

Um dieses Ziel zu erreichen gründete Ilyas 1926 die Tablighi jama’at (tablighi – dt. Mission, Übermittlung; jama’at – dt. Gruppe). Er wollte eine „Graswurzel“-Organisation schaffen, die tief in sämtlichen Schichten der Bevölkerung verankert sein würde, mit der Intention, die „borderline“-Muslime von ihrem hinduistischen Hintergrund zu reinigen und sie so vor Missionierung durch Shuddi und Sangathan zu schützen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Historische Einordnung: Beschreibt die Entstehung eines Glaubensgemischs in Indien und die religiösen Spannungen unter kolonialer Herrschaft.

II. Gründungsmotive: Erläutert die Hintergründe von Maulana Muhammad Ilyas und sein Ziel, eine aktive Missionsorganisation zur Festigung des islamischen Glaubens zu etablieren.

III. Vorgehen bei der Missionsarbeit: Schildert die praktische Umsetzung der Mission durch kleine Gruppen, die in Dörfern für den Glauben werben.

IV. Sechs Grundregeln: Listet die zentralen Glaubens- und Verhaltensregeln auf, die das Fundament der Bewegung bilden.

V. Ausbreitung der Bewegung: Analysiert die Verbreitung der Gruppe über Händler- und Gelehrten-Netzwerke sowie durch Migration.

VI. Heutige Bedeutung: Bewertet die globale Präsenz der Bewegung anhand von Konferenzdaten und ihrem Charakter als imagined community.

Schlüsselwörter

Tablighi jama’at, Maulana Muhammad Ilyas, Islamisierung, Mission, Indien, Deobandi-Schule, Glaube, Missionsreise, Chilla, Schneeballsystem, Händler-Netzwerke, Gelehrten-Netzwerke, muslimische Welt, imagined community, Grenzmuslime.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung, der Organisation und der globalen Ausbreitung der islamischen Missionsbewegung Tablighi jama’at.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Themenfelder umfassen die historische Genese, die methodische Missionspraxis, die internen Glaubensregeln und die netzwerkbasierte Ausbreitung der Gruppe.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit primär?

Ziel ist es, das Wirken der Tablighi jama’at zu erläutern und ihre heutige Relevanz als globales religiöses Netzwerk einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Es handelt sich um eine deskriptive historische und religionssoziologische Analyse auf Basis von Fachliteratur und Quellenmaterial.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Gründungsgeschichte durch Maulana Muhammad Ilyas, das spezifische Missionsvorgehen, die sechs Grundregeln sowie die Verbreitungsmechanismen der Bewegung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Mission, Tablighi jama’at, religiöse Netzwerke, Deobandi-Schule und die methodische Arbeit durch Missionsreisen.

Warum konnte die Bewegung in Deutschland bisher nur schwer Fuß fassen?

Laut der Arbeit liegt dies daran, dass die Mobilisierung über nationale oder ethnische Bindungen erfolgt und die Zielgruppe der mehrheitlich türkischen Muslime hierbei nur schwer erreicht wurde.

Was macht die Konferenz in Lahore zu einem so wichtigen Indikator?

Da die Bewegung keine festen Mitgliederlisten führt, dient die jährliche Konferenz mit über einer Million Teilnehmern als wichtiges Maß für die Größe und globale Bedeutung des Netzwerks.

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Details

Title
Offene und geheime religiöse Netzwerke - am Beispiel der Tablighi jama'at
College
University of Münster  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Politik & Kultur in Netzwerken: am Beispiel der 'islamischen Welt'
Grade
1,3
Author
Janina Ueschner (Author)
Publication Year
2002
Pages
5
Catalog Number
V30343
ISBN (eBook)
9783638316248
Language
German
Tags
Offene Netzwerke Beispiel Tablighi Politik Kultur Netzwerken Beispiel Welt’
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janina Ueschner (Author), 2002, Offene und geheime religiöse Netzwerke - am Beispiel der Tablighi jama'at, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30343
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