Der Stern von Afrika? Die kolonialistische Prägung des Gedenkens an den deutschen Jagdflieger Hans-Joachim Marseille


Hausarbeit (Hauptseminar), 2015

26 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Historischer Abriss
2.1 Deutschland und Afrika
2.1.1 Deutsches Reich
2.1.2 Bundesrepublik Deutschland und Deutsche Demokratische Republik
2.2 Hans-Joachim Marseille
2.2.1 Fliegerkarriere
2.2.2 Nachwirkung

3 Untersuchung und Auswertung der Darstellungen
3.1 Hauptquellen
3.1.1 Spielfilm „Der Stern von Afrika“, BRD/S, 1957
3.1.2 Biografischer Bildband „Hans Joachim Marseille“, Walter Wübbe, 2001
3.2 Sonstige Publikationen
3.2.1 Trailer zum Spielfilm Der Stern von Afrika“, 1957
3.2.2 Roman „Der Stern von Afrika“, Karl Hans Koizar, 1980
3.2.3 Artikel „Wer war Marseille wirklich?“ in Flugzeug Classic 13/2012

4 Exkurs: Bundeswehr und Afrika-Tradition
4.1 Palme als Traditionssymbol
4.2 Kasernennamen

5 Fazit und Ausblick

Quellen und Literaturverzeichnis

1 Einführung

„Wenige Weltgegenden erscheinen heute von Deutschland aus so weit entfernt wie Afrika.“[1]

Deutschland und Afrika, das war und ist ein komplexes Verhältnis zwischen Attraktion, Abwehr und Aggression.[2] Seit Deutschland im 19. Jahrhundert durch Expansion und Kolonialpolitik seinen Platz an der Sonne[3] suchte, fand und wieder verlor, bleibt das Verhältnis zwischen den Deutschen und Afrika schwierig. Der von Rassismus und Unterdrückung gekennzeichnete, kolonialistische Blick auf Afrika hat sich im 20. Jahrhundert – auch nach dem Ende des Kolonialismus – weitgehend erhalten und bleibt bis heute in Form von klischeehaften Bildern in Kultur, Literatur und kollektivem Erinnern erhalten.[4] Afrika gilt inzwischen jedoch als vergessener Kontinent.[5] Das politische Interesse der wichtigsten Industrienationen der Welt an Afrika hat indes innerhalb des 20. Jahrhunderts und bis heute immer stärker nachgelassen. Afrika ist in der heutigen populären Wahrnehmung entweder Paradies für wilde Tiere oder die Hölle für Menschen: Armut, Hunger, Seuchen, Staatszerfall und Kriege sowie die damit verbundenen, bedrohlich erscheinenden Flüchtlingsströme und Tragödien im Mittelmeer, das alles und sonst nichts ist Afrika für viele Europäer, für viele Deutsche.[6]

Seit den 90er Jahren gab es – und gibt es bis heute – immer wieder Einsätze der Bundeswehr in Afrika oder im Zusammenhang mit Afrika. So fand einer der ersten großen Auslandseinsätze der Bundeswehr 1993 bis 1995 in Somalia statt. Die moderne Einsatzarmee Bundeswehr erinnert aber auch an deutsche Soldaten, die in anderem Zusammenhang in Afrika waren: Nach den von der NS-Kriegspropaganda geschaffenen Heldenfiguren des Dritten Reiches Generalfeldmarschall Erwin Rommel (genannt: Der Wüstenfuchs) und dem Fliegerass Hauptmann Hans-Joachim Marseille (genannt: Der Stern von Afrika) sind Kasernen der Bundeswehr benannt. Was führt dazu, dass ein deutscher Jagdflieger als Stern von Afrika bezeichnet wird und was bedeutet das für unseren Blick auf Afrika, wenn wir heute an diesen Flieger erinnert werden? Die vorliegende Arbeit soll der Frage nachgehen, welche Afrikabilder sich bei der Erinnerung an den deutschen Jagdflieger Hans-Joachim Marseille identifizieren lassen und ob es in diesem Zusammenhang eine kolonialistisch geprägte Erinnerungskultur gibt? Hierzu soll zunächst ein historischer Abriss als Einführung gegeben werden und im Anschluss für die vorliegende Untersuchung insbesondere die beiden populären Marseille-Darstellungen

- Film „Der Stern von Afrika“, BRD, 1957
- Biografischer Bildband „Hans-Joachim Marseille“ von Walter Wübbe, 2001

auf die enthaltenen Afrikabilder und deren kolonialistische Prägung untersucht.

Daneben werden noch weitere Darstellungen Marseilles analysiert, u.a. ein vor wenigen Jahren erschienener Artikel in der Zeitschrift Flugzeug Classic und ein Roman von 1985. Schließlich wird in einem Exkurs zur Traditionspflege der Bundeswehr aufgezeigt werden, ob und wie die Bundeswehr Symbole des Afrikakorps übernommen hat und wie an damalige NS-Idole wie Marseille und Rommel heute in den Streitkräften erinnert wird.

2 Historischer Abriss

2.1 Deutschland und Afrika

2.1.1 Deutsches Reich

Das Deutsche Reich war eine verspätete Nation.[7] Auch auf der Bühne der imperialistischen Staaten hatte Deutschland einen späten Auftritt gehabt – der von einem frühen Abgang gefolgt wurde. 1871 aus der Taufe gehoben, errichtete das Deutsche Reich ab 1884 Kolonien in Übersee; insbesondere in Afrika. Bereits zu Beginn des 1. Weltkrieges im Winter 1914/1915 gingen die meisten Kolonien direkt verloren, lediglich in Deutsch-Ostafrika (heute Tansania, Burundi und Ruanda) wurde bis 1918 gekämpft. Mit dem Versailler Vertrag von 1919 gab das Deutsche Reich seine Kolonien, welche es kaum 30 Jahre beherrscht hatte, auf.[8]

Die wirtschaftliche Bilanz des deutschen Kolonialismus fällt desillusionierend aus: Zwar hatten zahlreiche Privatunternehmer und Investoren an den Infrastrukturinvestitionen in den Kolonien und dem Kolonialwarenhandel gut verdient, allerdings war der Anteil der Kolonien am deutschen Außenhandel stets verschwindend gering.[9] Das, was zunächst investiert werden musste, hatte sich nach dem etwa dreißigjährigem Engagement noch nicht amortisiert. Aber nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch darf man das Ergebnis des deutschen Kolonialengagements als fehlgeschlagen bezeichnen. Die soziale Frage wurde durch die Kolonien nicht gelöst: Das, was die Kolonien zu bieten hatten, war nicht das, wonach die Masse der deutschen Auswanderer gestrebt hatte. So blieben die Kolonien auch dahingehend unbedeutend.[10] Darüber hinaus kamen fielen in den sogenannten Deutschen Schutzgebieten hunderttausende Menschen dem deutschen Kolonialstreben zum Opfer. Zunächst, um die mit unter durch List und Betrug errungenen Gebiete gegen den Widerstand der unterdrückten Einheimischen zu halten und zu sichern, dann um Sie gegen die Kriegsgegner zu verteidigen. Das vergossene Blut bildet den bis heute schändlichsten Bilanzposten des deutschen Kolonialismus. Der Völkermord[11] an der autochthonen Bevölkerung Herero und Nama wird bis heute nicht von der Bundesrepublik Deutschland als Genozid anerkannt und eine offizielle Entschuldigung für das, was im Namen Deutschlands geschah, hat es bisher nicht gegeben.[12]

Nach dem Ende des deutschen Kolonialreichs war der deutsche Kolonialismus indes noch nicht am Ende. Insbesondere bei den nationalen und konservativen Parteien und gesellschaftlichen Strömungen bestanden die Forderung nach einer Wiedererlangung deutscher Kolonien und die Überzeugung von der Notwendigkeit deutscher Überseegebiete ungebrochen fort.[13] Selbst die Nationalsozialisten, die zunächst in ihrer Weltanschauung, dann auch in praktischer Umsetzung per Eroberungskrieg, die territoriale Expansion Deutschlands nach Osten forciert hatten, rückten nicht von der Kolonialidee ab und ließen erst nach dem Angriff auf die Sowjetunion 1941 die kolonialen Bestrebungen Deutschlands im Bezug auf Afrika einstellen.[14] Dennoch waren im Zuge des Afrikafeldzuges von 1940 bis 1943 erneut deutsche Soldaten auf afrikanischem Boden im Einsatz. Der gesamtstrategisch wenig bedeutende und für Deutschland und Italien schließlich bereits Anfang 1943 verlorene Militäreinsatz gegen die Alliierten in Ägypten, Tunesien und Libyen wurde propagandistisch intensiv genutzt. Es sollte demonstriert werden, dass deutsche Soldaten auch jenseits des europäischen Kriegsschauplatzes in der sprichwörtlichen afrikanischen Fremde siegreich und erfolgreich waren. Hierbei spielten alte, kolonial geprägte Bilder und Denkmuster eine wichtige Rolle.

Der Afrikafeldzug und seine propagandistische Nutzung brachten zwei mythische Heroen hervor: Das Flieger-As Hans-Joachim Marseille als Der Stern von Afrika und den Befehlshaber der deutschen Afrikatruppen, Erwin Rommel als Der Wüstenfuchs.

2.1.2 Bundesrepublik Deutschland und Deutsche Demokratische Republik

In der Bundesrepublik Deutschland kam es früh zur kolonialen Amnesie – das koloniale Erbe und die Erinnerung daran wurden aktiv verdrängt.[15] Zwar geriet nach zwei verlorenen Weltkriegen und nach dem, was zwischen 1933 und 1945 geschehen war das deutsche Großmachtstreben schließlich auch bei den Deutschen in Verruf;[16] doch wurden mit der sukzessiven Integration der beiden 1949 geschaffenen deutschen Teilstaaten in die sich gegenüberstehenden Machtblöcke des beginnenden Kalten Krieges zumindest deren außenpolitische Handlungsfähigkeit hergestellt und relevant. Die Haltung der westdeutschen Außenpolitik zum Kontinent Afrika war indes uneinig;[17] einerseits wurde Afrika als „Europas Gemeinschaftsaufgabe Nr.1“[18] betrachtet, andererseits blickten viele mit gemischten Gefühlen auf die von den Europäern angestoßenen Wandlungsprozesse.[19] Die deutsche Afrikapolitik war bis zum Ende des Kalten Krieges stets von gegenseitigen Vorwürfen begleitet; westdeutsches Engagement in Form von Entwicklungshilfe wurde jenseits des Eisernen Vorhangs als Neokolonialismus gebrandmarkt wohingegen andererseits ostdeutsches Engagement als Vordringen des Ostblocks gewertet wurde.[20]

Seit dem welthistorischen Umbruch von 1989/1990 verzeichnen Geopolitik und Geostrategie eine Renaissance – die Neuordnung Europas ist bis heute nicht abgeschlossen und die europäischen Mächte reduzierten ihr Engagement in Afrika immer mehr.[21]

2.2 Hans-Joachim Marseille

2.2.1 Fliegerkarriere

Der Stern von Afrika [22] wurde am 13. Dezember 1919 als Hans-Joachim Walter Rudolf Siegfried Marseille in Berlin-Charlottenburg geboren. Nach dem Abitur meldete er sich 1938 in die 1935 aufgestellte Luftwaffe der Wehrmacht und wurde, seinem Verwendungswunsch entsprechend, zum Jagdflugzeugführer ausgebildet. Früh zeigte sich sein offenbar außergewöhnlich ausgeprägtes fliegerisches Talent, doch auch sein eher nonkonformistisches Wesen und sein Hang zur Disziplinlosigkeit blieben weder unbemerkt noch ohne Folgen. Marseille erhielt mehrere Disziplinarstrafen und ihm wurde auch später immer wieder attestiert, dass er wenn er nicht fliegerisch in Erscheinung trete, eher negativ auffalle. Seiner militärischen Karriere tat dies dennoch keinen Abbruch: Zwar war er verhältnismäßig spät zum Leutnant ernannt worden, dennoch konnte er durch seine außergewöhnlichen Erfolge im Luftkampf schnell punkten und wurde hoch dekoriert und später, auf der Höhe seines Erfolges, zum jüngsten Hauptmann der Luftwaffe befördert. Nachdem er zunächst an der Kanalküste während der Luftschlacht um England eingesetzt und nach seinen ersten erfolgreichen Einsätzen ausgezeichnet worden war, verlegte sein Geschwader an den afrikanischen Kriegsschauplatz, wo er seine größten Erfolge gegen die Royal Air Force erzielen konnte. Marseille war mehrfach selbst abgeschossen worden, schoss bei seinen 388 Einsätzen insgesamt 158 Gegner ab und wurde als vierter Soldat (nach Mölders[23], Galland[24] und Gollob[25] ) mit dem Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes dekoriert. Nachdem seine Maschine in Folge eines Motorschadens am 30. September 1942 Feuer gefangen hatte, versuchte er abzuspringen und wurde beim Verlassen des Flugzeuges vom Leitwerk getroffen und konnte die Reißleine zum Auslösen des Fallschirmes nicht mehr ziehen. Jochen Marseille wurde, wie viele seiner Kameraden und Gegner, nicht mehr als 22 Jahre alt.

An der Absturzstelle errichteten deutsche und italienische Luftwaffensoldaten eine kleine Steinpyramide mit einer Bronzetafel.

2.2.2 Nachwirkung

Hans-Joachim Marseille war, wie viele seiner Jagdflieger-Kameraden mit ähnlichen Erfolgen, zu einem zu Lebzeiten durch die Kriegspropaganda emporgehobenen Idol mit enormer Popularität geworden. Die Wirkmächtigkeit dieser Propaganda ging nicht nur über Marseilles Tod, sondern auch über den 8. Mai 1945, die Stunde Null, den Zusammenbruch und den Untergang des Dritten Reiches hinaus. Zehn Jahre nach Kriegsende, im Jahr der Heimkehr der letzten Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion, wurde Deutschland wiederbewaffnet – im November 1955 wurde die Bundeswehr aufgestellt.[26] Im gleichen Monat wurde in Tobruk das monumentale Ehrenmal des deutschen Afrikakorps[27] eingeweiht,[28] wo wenig später der zuvor in Derna (auch: Darna, Hafenstadt im Norden Libyens) exhumierte Leichnam von Hans-Joachim Marseille beigesetzt wurde. Der Eichenlaubkranz auf dem Boden im Zentrum des Ehrenmals umringt die Inschrift:

[...]


[1] van Laak, “Deutschland in Afrika - Der Kolonialismus Und Seine Nachwirkungen | Bpb” accessed March 14, 2015, http://www.bpb.de/internationales/afrika/afrika/58870/deutschland-in-afrika?p=all.

[2] Vgl. Michael Hofmann and Rita Morrien, Deutsch-afrikanische Diskurse in Geschichte und Gegenwart.: Literatur- und kulturwissenschaftliche Perspektiven. (New York: Editions Rodopi, 2012), S. 7.

[3] Bernhard von Bülow hat in einer Reichstagsrede vom 6. Dezember 1897 hinsichtlich der dt. Kolonialpolitik den Ausspruch geprägt, Deutschland verlange auch nach seinem Platz an der Sonne. Bülow war später (von 1900 bis 1909) Reichskanzler.

[4] Vgl. Michael Hofmann and Rita Morrien, Deutsch-afrikanische Diskurse in Geschichte und Gegenwart.: Literatur- und kulturwissenschaftliche Perspektiven. (New York: Editions Rodopi, 2012), S. 7.

[5] Vgl. van Laak, “Deutschland in Afrika - Der Kolonialismus Und Seine Nachwirkungen | Bpb.”

[6] Vgl. Ibid., S. 1.

[7] Vgl. hierzu Helmuth Plessner, Die Verspätete Nation, 2., erw. Aufl. (Kohlhammer, 1959). Über Plessners These von der deutschen Großmacht ohne Staatsidee und den Folgen wurde kontrovers diskutiert, vgl. hierzu auch “Zeitzeichen - Verspätete Nation?,” accessed March 15, 2015, http://zeitzeichen.net/archiv/geschichte-politik-gesellschaft/verspaetete-nation/.

[8] Vgl. hierzu Dirk van Laak, Über alles in der Welt. Deutscher Imperialismus im 19. und 20. Jahrhundert, Auflage: 1 (München: C.H.Beck, 2005), S. 104.

[9] Vgl. Ibid., S. 70 ff.

[10] Vgl. Ibid., S. 95 bis 101.

[11] Dirk van Laak spricht in diesem Zusammenhang von “einem versuchten Genozid”, ibid., S. 85. Vgl. hierzu auch die Haltung der Bundesregierung: “Deutscher Bundestag: Bundesregierung: Deutschland Hat Keinen Völkermord an Herero Und Nama Begangen,” accessed March 15, 2015, http://webarchiv.bundestag.de/archive/2013/1212/presse/hib/2012_08/2012_367/05.html.

[12] Vgl. hierzu “Januar 1904: Herero-Aufstand in Deutsch-Südwestafrika | Bpb,” accessed March 15, 2015, http://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/176142/herero-aufstand.

[13] Vgl. van Laak, Über alles in der Welt. Deutscher Imperialismus im 19. und 20. Jahrhundert, S. 114 bis 120.

[14] Vgl. van Laak, “Deutschland in Afrika - Der Kolonialismus Und Seine Nachwirkungen | Bpb.”

[15] Vgl. Monika Albrecht, Europa ist nicht die Welt: (Post)Kolonialismus in Literatur und Geschichte der westdeutschen Nachkriegszeit, Auflage: 1., Aufl. (Bielefeld: Aisthesis, 2008), S. 34 ff.

[16] Vgl. van Laak, Über alles in der Welt. Deutscher Imperialismus im 19. und 20. Jahrhundert, S. 157.

[17] Vgl. Ulf Engel, Die Afrikapolitik der Bonner Republik 1949-1999: Rollen und Identitäten (Münster: LIT, 2001), S. 7 ff.

[18] “Januar 1904: Herero-Aufstand in Deutsch-Südwestafrika | Bpb.”

[19] Vgl. Anton Zischka, Afrika - Europas Gemeinschaftsaufgabe Nr. 1 (Stalling, 1951).

[20] Vgl. van Laak, “Deutschland in Afrika - Der Kolonialismus Und Seine Nachwirkungen | Bpb.”

[21] Vgl. van Laak, Über alles in der Welt. Deutscher Imperialismus im 19. und 20. Jahrhundert, 173.

[22] Marseille erhielt diesen Beinamen wohl zuerst durch einen unbekannten Berichterstatter einer Propagandakompanie (vgl. Alexander Rost, “Stern von Afrika,” Die Zeit, Oktober 1967, http://www.zeit.de/1967/41/stern-von-afrika.); er ist eine Anspielung auf den Cullinan-Diamanten, welcher 1905 in Südafrika gefunden wurde und der größte jemals gefundene Diamant ist; aus ihm wurden neun Diamanten geschliffen, von denen die beiden Größten (Cullinan I und II) als Teil der britischen (!) Kronjuwelen die Namen Great Star of Africa und Lesser Star of Africa tragen.

[23] Werner Mölders (1913-1941) war der früheste Fliegerheld der Wehrmacht, als erfolgreichster Jagdflieger der Legion Condor und brillanter Luftkampftaktiker wurde dem 28jährigen Oberst 1941 als erstem Soldaten die seinerzeit höchste Militärauszeichnung des dt. Reiches verliehen (Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes), er starb am 22.11.1941 bei einem Flugunfall.

[24] Adolf Galland (1912-1996) folgte Werner Mölders auf den Posten des Inspekteurs der Jagdflieger und war ebenfalls Angehöriger der Legion Condor gewesen und im Luftkrieg ähnlich erfolgreich wie Mölders. 1945 kam es zum Zerwürfnis mit Göring und er wurde vom Posten des Inspekteurs der Jagdflieger abgelöst.

[25] Grodon Max Gollob (1912-1987) war der erste Flieger, der 150 Abschüsse erzielte.

[26] Am 12. November 1955 erhielten die ersten Freiwilligen der Bundeswehr ihre Ernennungsurkunden.

[27] Das Ehrenmal wird auf der Internetpräsenz des Volksbundes deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. mit folgenden Worten beschrieben: „ Der Reisende, der sich vom Osten her der Stadt Tobruk nähert, wird schon von weither auf der Höhe oberhalb der Stadt einen Bau erkennen, der in den Formen und der Farbe seines Mauerwerkes mit dem Charakter der libyschen Landschaft harmoniert. Es ist ein Gebäude von 40 mal 40 Metern Grundfläche und einer Höhe, die – je nach dem Geländeverlauf – zwischen zwölf und 14 Metern beträgt. Die Ecken werden von vier Rundtürmen – mit einem Durchmesser von sechs Metern – flankiert. Hinter den Seitenmauern ruhen in einer Gruft in einzelnen Sarkophagen 6.026 Gefallene des libyschen Kampfraumes. (...)“ Quelle: “Kriegsgräberstätte Tobruk - Bau, Pflege Und Instandsetzung | Volksbund.de,” accessed March 15, 2015, http://www.volksbund.de/kriegsgraeberstaette/tobruk.html.

[28] Am 20. November 1955.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Der Stern von Afrika? Die kolonialistische Prägung des Gedenkens an den deutschen Jagdflieger Hans-Joachim Marseille
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt  (Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte)
Veranstaltung
Hauptseminar "Deutsche Afrikabilder im 20. Jahrhundert"
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
26
Katalognummer
V303634
ISBN (eBook)
9783668021402
ISBN (Buch)
9783668021419
Dateigröße
630 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
stern, afrika, prägung, gedenkens, jagdflieger, hans-joachim, marseille
Arbeit zitieren
Alexander Würth (Autor), 2015, Der Stern von Afrika? Die kolonialistische Prägung des Gedenkens an den deutschen Jagdflieger Hans-Joachim Marseille, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303634

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