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Die "Power-Control-Theorie". Wie Geschlechtsunterschiede in der Jugenddelinquenz erklärt werden können

Title: Die "Power-Control-Theorie". Wie Geschlechtsunterschiede in der Jugenddelinquenz erklärt werden können

Seminar Paper , 2011 , 15 Pages , Grade: 1

Autor:in: Wolfgang Daspelgruber (Author), Carina Lackner (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Die leichte Jugenddelinquenz (Devianz) in unserer Gesellschaft nimmt stetig zu. Die "Power-Control-Theorie" zeigt einen Ansatz auf, mit Hilfe dessen die Ursachen der Geschlechtsunterschiede in der Jugenddelinquenz erklärt werden können.

Im Jahr 1979 entwickelten die Kriminologen John Hagan, John Simpson und A.R. Gillis eine Theorie mittlerer Reichweite, die beweisen soll, dass Geschlechtsunterschiede in der Jugenddelinquenz soziologisch erklärt werden können. Damit widerlegten sie biologistische oder genetische Erklärungen von Devianz.

In dieser Arbeit stellen die Autoren die "Power-Control Theorie" von John Hagan et al., sowie deren Erweiterungen, vor. Zusätzlich zu den Originaltexten wurde versucht, die gesamte deutschsprachige Literatur zu diesem Thema zu verwenden. Dabei wurde klar, dass die „Macht-Kontroll-Theorie“ im deutschsprachigen Raum kaum anzutreffen ist. Den Abschluss der Arbeit bildet die Vorstellung zweier empirischer Untersuchungen, die die "Power-Control-Theorie" verwenden und interessante Ergebnisse liefern.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Frühe Wurzeln der Power-Control Theorie

2.1 Die Kontrolltheorie Hirschis

3 Die Power-Control Theorie

3.1 Die ursprüngliche Power-Control Theorie

3.2 Die modifizierte Power-Control Theorie

3.3 Die erweiterte Power-Control Theorie

4 Empirische Überprüfungen der Power-Control Theorie

4.1 Empirische Überprüfung von Hadjar et al.

4.1.1 Hypothesen

4.1.2 Information zur Fragestellung

4.1.3 Ergebnisse

4.1.4 Diskussion der Ergebnisse

4.2 Empirische Überprüfung von Stefan Schmitt

4.2.1 Hypothesen

4.2.2 Information zur Fragestellung

4.2.3 Ergebnisse

4.2.4 Diskussion der Ergebnisse

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die Power-Control Theorie von John Hagan et al. in ihrer Entwicklung von der ursprünglichen über die modifizierte bis hin zur erweiterten Form darzustellen und anhand ausgewählter empirischer Studien kritisch zu hinterfragen.

  • Entwicklung der Power-Control Theorie
  • Theoretische Grundlagen (Kontrolltheorie von Hirschi)
  • Strukturelle Komponenten: Macht, Klasse und Geschlecht
  • Empirische Validität und Relevanz der Theorie
  • Analyse von Geschlechtsunterschieden bei Jugenddelinquenz

Auszug aus dem Buch

3.1 Die ursprüngliche Power-Control Theorie

Der Kriminologe John Hagan führte in den 1980er Jahren des letzten Jahrhunderts mit seinen Kollegen John Simpson und A.R. Gillis ein Jugendforschungsprojekt durch. Bei dieser, in den USA durchgeführten empirischen Studie, wurde die Power-Control Theorie erarbeitet. Ihr Ziel war es einen strukturellen Rahmen für die Untersuchung der Beziehungen zwischen Geschlecht und leichter Jugenddelinquenz (Devianz) zu schaffen (Schmitt, 2001, S. 84f). Die klassische Theorie wird vor allem durch die Ausdrücke „power“ und „control“ dominiert. Später floss die Variable „class“, also die soziale Klasse, in sein Erklärungsmodell ein, wobei zu beachten ist, dass der amerikanische Begriff „class“ in der deutschen Übersetzung sowohl Klassen als auch Schichten bedeutet (Hadjar et al, S.176).

Das grundlegende Konzept von Hagan et al. (1979) enthielt folgende Annahmen (ebd., S.176):

- Informal control (z.B. innerfamiliäre Kontrolle): Mädchen/Frauen werden stärker von dieser Art der Kontrolle beeinflusst

- Formal control (z.B. staatliche Kontrolle): Buben/Männer sind Objekte von formaler Kontrolle

Wie oben erwähnt fügten Hagan et al. 1985 zusätzlich die soziale Klasse zu ihrer Theorie hinzu. Sie kamen zu folgendem Schluss (ebd., S.176f):

- Kinder, deren Eltern eine leitende Funktion am Arbeitsplatz haben, neigen eher zu delinquenten Handlungen als Kinder deren Eltern eine untergebene Position haben

- In höheren/dominanteren Klassen gibt es – im Gegesatz zu untergebenen Klassen - eher Geschlechtsunterschiede in der leichten Jugenddeliquenz

- Die Klasse (Vier Klassen bei Hagan) leitet sich von der Position des Haushaltsvorstandes ab.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Power-Control Theorie ein und benennt das Ziel der Arbeit, die Theorie sowie deren Erweiterungen und empirische Prüfungen vorzustellen.

2 Frühe Wurzeln der Power-Control Theorie: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen, insbesondere die Kontrolltheorie von Hirschi, die maßgeblich für die Entwicklung der Power-Control Theorie war.

3 Die Power-Control Theorie: Hier wird die historische Entwicklung der Theorie von der ursprünglichen Form über die Modifikationen bis hin zur erweiterten Theorie dargelegt.

4 Empirische Überprüfungen der Power-Control Theorie: Das Hauptkapitel präsentiert zwei spezifische Studien von Hadjar et al. sowie Stefan Schmitt, um die empirische Belastbarkeit der theoretischen Annahmen zu untersuchen.

Schlüsselwörter

Power-Control Theorie, Kriminologie, Jugenddelinquenz, Soziale Kontrolle, Hirschi, Geschlechtsunterschiede, Machtverhältnisse, Familienstruktur, Risikoverhalten, Sozialisation, Patriarchat, Empirische Untersuchung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Power-Control Theorie von John Hagan, welche Zusammenhänge zwischen Familienstrukturen, elterlicher Kontrolle und delinquenter Verhaltensweisen von Jugendlichen untersucht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit fokussiert auf die Konzepte von Macht und Kontrolle, die Rolle der sozialen Schicht sowie die Auswirkungen von Geschlechterrollen innerhalb der Familie auf das Abweichungsverhalten von Jugendlichen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die theoretische Aufarbeitung der Entwicklung der Power-Control Theorie sowie die kritische Prüfung ihrer Aussagen durch den Vergleich mit empirischen Forschungsergebnissen.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung und Diskussion bestehender empirischer Studien (Panel-Stichproben und Kausalanalysen mittels Strukturgleichungsmodellen).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Power-Control Theorie und die detaillierte Präsentation und Diskussion zweier empirischer Studien, die verschiedene Aspekte der Theorie validieren oder hinterfragen.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Power-Control Theorie, Jugenddelinquenz, soziale Kontrolle, Geschlechterrollen, Patriarchat, Risikoverhalten und Familiensoziologie.

Wie unterscheidet sich die modifizierte von der ursprünglichen Theorie?

Die modifizierte Theorie berücksichtigt nicht mehr nur den Haushaltsvorstand für die Bestimmung der sozialen Klasse, sondern bezieht beide Elternteile gleichberechtigt in die Machtanalyse am Arbeitsplatz ein.

Welche zentrale Kritik äußert die Studie von Schmitt an der Theorie?

Schmitt stellt fest, dass in seiner Studie entgegen der Theorieannahme die Delinquenzbelastung bei Frauen höher ausfiel als bei Männern und kein signifikanter Zusammenhang zwischen Risikoeinstellung und Familienstruktur gefunden werden konnte.

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Details

Title
Die "Power-Control-Theorie". Wie Geschlechtsunterschiede in der Jugenddelinquenz erklärt werden können
College
University of Linz  (Rechtspsychologie und Kriminilogie)
Course
Vertiefung in der speziellen Soziologie, abweichendes Verhalten
Grade
1
Authors
Wolfgang Daspelgruber (Author), Carina Lackner (Author)
Publication Year
2011
Pages
15
Catalog Number
V303663
ISBN (eBook)
9783668022232
ISBN (Book)
9783668022249
Language
German
Tags
power-control-theorie geschlechtsunterschiede jugenddelinquenz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Wolfgang Daspelgruber (Author), Carina Lackner (Author), 2011, Die "Power-Control-Theorie". Wie Geschlechtsunterschiede in der Jugenddelinquenz erklärt werden können, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303663
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