Der Einfluss des technischen Fortschritts und der Globalisierung auf Einkommen und Beschäftigung


Bachelorarbeit, 2015

87 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

I. INHALTSVERZEICHNIS

II. Abbildungsverzeichnis

III. Tabellenverzeichnis

IV. Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Einführung: Veränderungen der Arbeitsmarktposition von geringqualifizierten Arbeitskräften
2.1 Konsequenzen für geringqualifizierte Arbeitskräfte
2.2 Auswirkungen der sinkenden Nachfrage nach geringqualifizierter Arbeit am Arbeitsmarkt

3 Auswirkungen der Globalisierung auf Einkommensverteilung und Beschäftigung ...
3.1 Allgemeine Definitionen zur Globalisierung
3.2 Zunehmender Handel der Industrienationen mit Entwicklungs- und Schwellenländern
3.3 Ökonomische Theorien zur Globalisierungsthese
3.3.1 Das Heckscher-Ohlin-Theorem
3.3.2 Das Stolper-Samuelson-Theorem
3.3.3 Die Kuznets-Kurve
3.4 Beschäftigungswirkungen der Globalisierung: Factor Content-Analysen
3.4.1 Factor Content-Analyse nach Sachs & Shatz (1994)
3.4.1.1 Methodik
3.4.1.2 Ergebnisse
3.4.2 Factor Content-Analyse nach Wood (1995)
3.4.2.1 Methodik und Anpassungen
3.4.2.2 Ergebnisse
3.4.2.3 Kritik
3.5 Preiseffekte
3.6 Outsourcing

4 Auswirkungen des Technischen Fortschritts auf Einkommensverteilung und Beschäftigung
4.1 Zum Begriff des technischen Fortschritts
4.2 New Economy
4.2.1 Veränderung von Arbeitsproduktivität und Output
4.2.2 Entwicklung in den USA
4.2.3 Entwicklung in Deutschland
4.3 Empirische Analysen zur Messung des Beitrags des technischen Fortschritts zum Produktivitätswachstum in den USA
4.3.1 Empirische Analyse von Jorgenson, Ho & Stiroh (2008)
4.3.2 Empirische Analysen von Gordon
4.4 Beschäftigungswirkungen des technischen Fortschritts
4.4.1 Skill-biased technological change
4.4.2 Skill-premium
4.4.3 Analyse zum „skill-biased technological change“ von Berman, Bound & Machin (1998)
4.4.4 Analyse zum „skill-biased technological change“ von Berman, Bound & Griliches (1993)

5 Beiträge von Globalisierung und technischem Fortschritt zu Veränderungen der Einkommensverteilung und Beschäftigung

6 Schlussbemerkungen

7 Literaturverzeichnis

8 Anhang

II. ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1: Entwicklung der qualifikationsspezifischen Arbeitslosenquote in Deutschland 1975 bis 2011, angegeben in Prozent aller zivilen Erwerbspersonen gleicher Qualifikation. Quelle: http://www.iab.de/UserFiles/Image/Publikationen/kb0413_teasergrafik_gross.png, abgerufen am 24.5.2015

Abbildung 2: Entwicklung der Einkommensungleichheit in den USA und in Europa

zwischen den Jahren 1900 und 2010. Quelle: http://blog.zeit.de/herdentrieb/files/2014/01/Einkommensungleichheit_USA_Europa_1900 -2010.gif, abgerufen am 24.05.2015

Abbildung 3: Entwicklung der Bedeutung der Importe der USA im verarbeitenden Gewerbe, veranschaulicht als Anteil am BIP und Anteil an der gesamten Wertschöpfung des verarbeitenden Gewerbes. Quelle: Sachs & Shatz (1994), S.10

Abbildung 4: Ausgangsgleichgewicht einer Volkswirtschaft im Stolper-Samuelson-Modell, bei dem die Volkswirtschaft Software und Textilien produziert. Quelle: Lawrence & Slaughter (1993), S. 186

Abbildung 5: Neues Gleichgewicht im Stolper-Samuelson-Modell nach Anstieg des Preises für Software. Quelle: Lawrence & Slaughter (1993), S. 186

Abbildung 6: Entwicklung der Einkommensungleichheit, dargestellt am Verlauf der Kuznets-Kurve. Quelle: Eigene Darstellung

Abbildung 7: Prognosen der Entwicklung von Output und Arbeitsproduktivität von 2006- 2016. Quelle: Jorgenson, Ho & Stiroh (2008), S. 18

Abbildung 8: Wachstumsraten der Arbeitsproduktivität zwischen 1891-2013. Quelle: In Anlehnung an Gordon (2014), S. 20

Abbildung 9: Entwicklung des durch die schulische Ausbildung bedingten wöchentlichen "wage premium" in den USA von 1963 bis 2005; abgebildet wird das wöchentliche Mehr an Einkommen von College-Absolventen gegenüber High-School-Absolventen. Quelle: http://voices.washingtonpost.com/ezra-klein/collegepremium.jpg, abgerufen am 24.5.2015. .

Abbildung 10: Prozentuale Veränderungen des steigenden Beschäftigungsanteils der Hochqualifizierten innerhalb verschiedener Industrien. Quelle: Berman, Bound & Machin (1998), S. 1257

Abbildung 11: Korrelationen der veränderten Einsätze hochqualifizierter Arbeit innerhalb derselben Sektoren in den USA und den 12 produktivsten Volkswirtschaften, Zeitraum 1980-1990. Quelle: Berman, Bound & Machin (1998), S. 1265

Abbildung 12: Prozentuale Veränderung der relativen Löhne und der relativen Beschäftigung verschiedener Industriezweige im verarbeitenden Gewerbe in den USA zwischen 1979 und 1989. Quelle: Lawrence & Slaughter (1993), S. 194

Abbildung A 1: Wahrscheinlichkeit der niedrigsten Bildungsebene, arbeitslos zu werden; Daten für Europa im Jahr 2014. Quelle: http://ec.europa.eu/eurostat/tgm/graph.do?tab=graph&plugin=1&pcode=tps00066&langua ge=en&toolbox=data, abgerufen am 24.05.2015

Abbildung A 2: Wahrscheinlichkeit der höchsten Bildungsebene, arbeitslos zu werden; Daten für Europa im Jahr 2014. Quelle: http://ec.europa.eu/eurostat/tgm/graph.do?tab=graph&plugin=1&pcode=tps00066&langua ge=en&toolbox=data, abgerufen am 24.05.2015

Abbildung A 3: Vergleich der Arbeitslosen- und Beschäftigungsquoten Geringqualifizierter innerhalb der OECD für das Jahr 2007. Quelle: OECD, 2009, S. 126

III. TABELLENVERZEICHNIS

Tabelle 1: Beschäftigungswirkungen des Handels mit verschiedenen Ländergruppen im Produktionssektor, Veränderungen angegeben in Prozent. Quelle: In Anlehnung an Sachs/Shatz (1994), S. 29

Tabelle 2: Vergleich der Ergebnisse von Sachs/Shatz (1994) und Wood (1995) bezüglich der Beschäftigungsveränderungen in Industrienationen durch steigenden Handel, Veränderungen der Beschäftigung angegeben in Prozent. In Anlehnung an Wood (1995), S 66

Tabelle 3: Quellen des Wachstums von Output und Produktivität zwischen 1959 und 2006 Quelle: In Anlehnung an Jorgenson, Ho & Stiroh (2008), S.13

Tabelle 4: Wachstumsraten von Output, Arbeitsproduktivität und MFP, angegeben in Prozentpunkten. In Anlehnung an Gordon (2000), S. 53

Tabelle 5: Jährlicher zyklischer Beitrag zu den Wachstumsraten der Arbeitsproduktivität von 1995 bis 1999, angegeben in Prozentpunkten. In Anlehnung an Gordon (2000), S. 55

Tabelle 6: Entwicklung der F+E-Ausgaben und des Einsatzes von IKT-Kapitalgütern im Zeitraum von 1959 bis 1987. In Anlehnung an: Berman, Bound & Griliches (1993), Tabelle 5, Anhang

IV. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 EINLEITUNG

Spätestens seit Anfang der 1990er Jahre hat die zunehmend schlechter werdende Position der geringqualifizierten Arbeitskräfte in Industrienationen am Arbeitsmarkt und die daraus resultierende wachsende Einkommensungleichheit eine Debatte unter Ökonomen über die Gründe dieser Entwicklung ausgelöst. Es haben zwei sich gegenüberstehende Argumentationsrichtungen etabliert, die von unterschiedlichen Einflussfaktoren auf die Arbeitsmarktentwicklungen ausgehen. Auf der einen Seite stehen die Vertreter der Globalisierungsthese, die der Meinung sind, dass der zunehmende Handel von Industrienationen mit Entwicklungs- und Schwellenländern Hauptgrund für die Schlechterstellung der Geringqualifizierten am Arbeitsmarkt ist. Demgegenüber stehen Ökonomen, die die Arbeitsmarktentwicklungen mit einem technischen Fortschritt in Beziehung setzen, der eine stärkere Komplementarität zu hochqualifizierter Arbeit aufweist und in Zuge dessen die Qualifikationsanforderungen erhöht werden und geringqualifizierte Arbeit freigesetzt wird.

Das Ziel dieser Arbeit ist, diese zwei Erklärungsansätze zu beleuchten und deren Gewicht für die Arbeitsmarktentwicklungen zu bewerten. Dabei werden in Kapitel 2 die Konsequenzen der Entwicklungen für die Gruppe der geringqualifizierten Arbeitskräfte anhand von empirischen Daten verdeutlicht. Darauf folgend wird in Kapitel 3 die Globalisierungsthese anhand der Factor-Content-Analysen von Sachs & Shatz (1994) und Wood (1994) und den damit in Verbindung stehenden ökonomischen Theorien verdeutlicht. Anschließend wird der Globalisierungsthese in Kapitel 4 der Erklärungsansatz des technischen Fortschritts gegenüber gestellt, wobei ein enger Zusammenhang mit dem Zeitalter der New Economy besteht. Abschließend werden die Ergebnisse in Kapitel 5 zusammengefasst und die Frage geklärt, welcher Einflussfaktor letztendlich von größerer Bedeutung für die Veränderungen am Arbeitsmarkt und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für geringqualifizierte Arbeitskräfte ist.

Es folgen einige Anmerkungen, die die Bearbeitung dieser Arbeit betreffen. Zunächst ist hervorzuheben, dass sich die meisten empirischen Analysen zur Thematik auf die USA beschränken. Aus diesem Grund konzentrieren sich die meisten in dieser Arbeit vorgestellten Studien und Statistiken auf die Veränderungen des US-amerikanischen Arbeitsmarkts. An relevanten Stellen wird jedoch ein Bezug zu Europa bzw. Deutschland hergestellt. Daneben behandeln die meisten Studien den Produktionssektor, da die Effekte aufgrund des verhältnismäßig hohen Beschäftigungsanteils geringqualifizierter Arbeitskräfte in diesem Sektor besonders deutlich wurden. In den verschiedenen Studien wurden die Klassifizierungen der Arbeiter nach Qualifikation unterschiedlich benannt. Diese Arbeit erlaubt sich aus Gründen des Leseflusses und der Übersichtlichkeit, sowohl „production worker“ bzw. „non-production worker“ als auch „skilled worker“ bzw. „unskilled worker“ allgemein als hoch- bzw. geringqualifizierte Arbeiter zu bezeichnen. Dabei wird der Klassifikation von Edwards & Lawrence (2010) gefolgt, die „production worker“ und „non-production worker“ als geeigneten Proxy für gering- bzw. hochqualifizierte Arbeit betrachten (Edwards & Lawrence, 2010, S. 19).

2 EINFÜHRUNG: VERÄNDERUNGEN DER ARBEITSMARKTPOSITION VON GERINGQUALIFIZIERTEN ARBEITSKRÄFTEN

Seit den 1960er Jahren ist in den USA und in den weiteren Ländern der Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD) ein Trend der wachsenden Einkommensungleichheit zu erkennen. Seit den 1980er Jahren ist die Thematik unter Ökonomen Gegenstand von Diskussionen geworden und hat zu einer Fülle an Studien geführt (Ryu & Slottje, 1998, S. 1). Dabei haben sich der zunehmende Handel der Industrienationen mit Niedriglohnländern und ein technischer Fortschritt, der die Nachfrage nach Arbeit zugunsten der hochqualifizierten Arbeitskräfte verschiebt, als allgemein akzeptierte Erklärungsansätze etabliert. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der „Trade vs. Technology“-Debatte, die klären soll, welches die wesentliche Einflussgröße für die Arbeitsmarktentwicklungen ist (Ryscavage, 1999, S. 121)

Die Konsequenzen der Globalisierung und des voranschreitenden technischen Fortschritts haben sich vor allem auf die Positionen von geringqualifizierten Arbeitskräften am Arbeitsmarkt ausgewirkt. Im Folgenden sollen diese Wirkungen beschrieben werden, um die in den folgenden Kapiteln behandelte Thematik in einen Kontext zu bringen und die Relevanz der Thematik zu verdeutlichen.

2.1 KONSEQUENZEN FÜR GERINGQUALIFIZIERTE ARBEITSKRÄFTE

Die Auswirkungen der Globalisierung und des technischen Fortschritts werden meist anhand der Konsequenzen für geringqualifizierten Arbeitskräfte in Industrienationen verdeutlicht. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass die Gruppe der Geringqualifizierten in diesen Ländern am stärksten von den Effekten betroffen war und ist. Seit Mitte der 1970er Jahre ist eine zunehmende Tendenz des steigenden Bedarfs an qualifizierten Arbeitskräften zu erkennen. Die Nachfrage nach hochqualifizierten Arbeitskräften ist von 1970 bis 1996 stärker gestiegen als in den drei vorherigen Dekaden (Autor, Katz, & Krueger, 1998, S. 1171). Exemplarisch sind Arbeitskräfte ohne Universitätsabschluss in den USA seit diesem Zeitraum stärker vom Risiko der Arbeitslosigkeit sowie von fallenden Reallöhnen betroffen als Arbeitskräfte, die mindestens einen Universitätsabschluss vorweisen können. Diese Entwicklung hat sich in einer wachsenden Einkommensungleichheit zwischen geringqualifizierten und hochqualifizierten Arbeitskräften in den USA niedergeschlagen. Seit 1995 sind die realen Stundenlöhne beider Gruppen zwar gestiegen, jedoch die Löhne der Hochqualifizierten in stärkerem Maße als die der Geringqualifizierten, was die Problematik der Einkommensungleichheit verstärkt hat und auf das Vorliegen eines „skill premium“ (Hagemann, Schreyer, & Seiter, 2001, S. 300), d.h. eines Wettbewerbsvorteils der Hochqualifizierten gegenüber den Geringqualifizierten am Arbeitsmarkt, hindeutet.

Dieser „skill-premium“ ist im Zusammenhang mit der steigenden Diffusion und Adoption von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) seit den 1970er Jahren in den USA zu betrachten (Autor, Katz, & Krueger, 1998, S. 1172). Die Einführung neuer und komplexer Technologien bevorzugt hochqualifizierte Arbeitskräfte, da hochqualifizierte Arbeit eine stärkere Komplementarität zu neuen Technologien aufweist als geringqualifizierte Arbeit (Mokyr, 1997, S. 5). Aus diesem Grund erhöht sich die Nachfrage nach hochqualifizierter Arbeit, während die Nachfrage nach geringqualifizierter Arbeit sinkt (Hagemann & Rukwid, 2007, S. 1). Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einem „skill-biased technological change“ (SBTC), den Grossmann als eine „Veränderung der relativen Grenzproduktivität zwischen beiden Produktionsfaktoren zuungunsten der Unqualifizierten“ (Grossmann, 1999, S. 425) definiert. Dabei ist zu beachten, dass Arbeitskräfte mittleren Qualifikationsniveaus weitaus weniger von den Konsequenzen der Globalisierung und des technischen Fortschritts betroffen sind als die obere und untere Qualifikationsgruppe (Albers, 2005, S. 394).

Neben den Auswirkungen des technischen Fortschritts werden zur Erklärung der verschlechterten ökonomischen Position der Geringqualifizierten häufig die Effekte der Globalisierung herangezogen. Diese Argumentationslinie sieht einen direkten Zusammenhang zwischen der sinkenden Nachfrage nach geringqualifizierten Arbeitskräften und der Ausweitung der Handelsbeziehungen zwischen Industrienationen mit Entwicklungs- und Schwellenländern. Sie versucht, die Antwort auf die Frage zu finden, ob die Löhne der Geringqualifizierten in den Industrienationen von dem aufgrund der Globalisierung zur Verfügung stehenden wachsenden Angebot an geringqualifizierter Arbeit bestimmt werden (Freeman, 1995, S. 15-16).

2.2 AUSWIRKUNGEN DER SINKENDEN NACHFRAGE NACH GERINGQUALIFIZIERTER ARBEIT AM ARBEITSMARKT

Der beschriebene ökonomische Niedergang der Gruppe der Geringqualifizierten lässt sich anhand verschiedener Statistiken verdeutlichen:

Abbildung A 1 zeigt die Wahrscheinlichkeit bzw. die Höhe des Risikos der geringqualifizierten Arbeitskräfte in Europa, arbeitslos zu werden, für das Jahr 2014. Geringqualifiziert ist dabei von Eurostat mit „Less than primary education“ definiert. Wie zu sehen ist, liegt der EU-Durchschnitt für die Wahrscheinlichkeit dieser Gruppe, arbeitslos zu werden, abhängig von der Eingrenzung der Eurozone ca. zwischen 17 und 20 Prozent. Abbildung A 2 zeigt die Wahrscheinlichkeit für die Gruppe der Hochqualifizierten in Europa, arbeitslos zu werden. Auch diese Daten liegen für das Jahr 2014 vor. Hochqualifiziert wird von Eurostat mit „Tertiary Education“ definiert. Für diese Gruppe liegt die Durchschnittswahrscheinlichkeit der Arbeitslosigkeit in der EU nur zwischen 5 und 7 Prozent.

Den Abbildungen ist ebenfalls zu entnehmen, dass die Wahrscheinlichkeit der Arbeitslosigkeit für die Gruppe der Geringqualifizierten in jedem der ausgewiesenen Länder höher ist. Das Beispiel der Slowakei, in der Abbildung mit SK abgekürzt, zeigt, dass der Unterschied der Arbeitslosigkeitswahrscheinlichkeit zwischen den beiden Qualifikationsgruppen bei über 30 Prozentpunkten liegen kann.

Die Abbildungen deuten an, dass Geringqualifizierte einem weitaus höheren Risiko der Arbeitslosigkeit ausgesetzt sind als Angehörige der höheren Bildungsebenen. Dieser Sachverhalt hebt die Bedeutung des Bildungssystems zur Vermeidung eines hohen Arbeitslosigkeitsrisikos hervor.

Abbildung 1 zeigt die Entwicklung der qualifikationsspezifischen Arbeitslosenquoten zwischen 1975 und 2011 in Deutschland:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Entwicklung der qualifikationsspezifischen Arbeitslosenquote in Deutschland 1975 bis 2011, angegeben in Prozent aller zivilen Erwerbspersonen gleicher Qualifikation. Quelle: http://www.iab.de/UserFiles/Image/Publikationen/kb0413_teasergrafik_gross.png, abgerufen am 24.5.2015.

Dabei werden geringqualifizierte Arbeitskräfte in der Grafik des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) als „ohne Berufsabschluss“ definiert, während Hochqualifizierte mit „Hochschule/Fachhochschule“ und Arbeitskräfte mittleren Qualifikationsniveaus mit „Lehre/Fachschule“ bezeichnet werden. Abbildung 1 macht die Verschlechterung der Position der Geringqualifizierten deutlich. Die Arbeitslosenquote dieser Gruppe ist im betrachteten Zeitraum um deutlich über 10 Prozentpunkte gestiegen, während das Niveau der Arbeitslosigkeit der Gruppe der Hochqualifizierten kaum Fluktuationen unterworfen gewesen ist. Seit Anfang der 1990er Jahre ist die Arbeitslosenquote der Hochqualifizierten konstant und auf einem niedrigen Niveau verblieben, während die Arbeitslosigkeit der Geringqualifizierten im selben Zeitraum deutlich zunahm (Hagemann & Rukwid, 2007, S. 5). Besonders der Vergleich der Veränderung der Arbeitslosenquote der gesamten Erwerbspersonen in Deutschland mit der Arbeitslosenquote der Geringqualifizierten veranschaulicht die Verschärfung der Problematik im betrachteten Zeitraum und verdeutlicht die erheblich schlechtere Position der Gruppe der Geringqualifizierten.

Die Folgen für Geringqualifizierte am Arbeitsmarkt haben in Deutschland besonders großes Gewicht. Dies wird deutlich, wenn man einen Vergleich zwischen der Arbeitslosenquote der Geringqualifizierten in Deutschland und anderen OECD-Ländern zieht.

Abbildung A 3 lässt einen Vergleich der Arbeitslosenquoten der Gruppe der Geringqualifizierten zwischen den Mitgliedsstaaten der OECD zu. Die Arbeitslosigkeit der Geringqualifizierten in Deutschland liegt auf dem Niveau von Tschechien und Ungarn, aber deutlich über dem OECD-Durchschnitt oder den USA. Als Erklärung dieses aufgrund der Wirtschaftskraft Deutschlands paradox anmutenden Sachverhalts wird immer wieder das in besonderem Maße inflexible deutsche Lohnsystem angeführt, welches in den letzten Jahrzehnten trotz sinkender Nachfrage nach geringqualifizierter Arbeit keine Anpassungen erfahren hat (Hagemann & Rukwid, 2007, S. 9ff.).

Abbildung A 3 ist auch zu entnehmen, dass die Arbeitslosenquoten der größten Volkswirtschaften der EU höher sind als die der USA. Dieser Trend hat erst in den 1970er Jahren begonnen. In den 1960er Jahren waren die Arbeitslosenquoten in Europa für gewöhnlich niedriger als in den USA (Krugman, 1994). Im Jahr 1973 betrug die Arbeitslosenquote in der damaligen EU 2,9 Prozent, in den USA 4,8 Prozent. Danach begann sich das Verhältnis umzukehren: Zwischen 1983 und 1991 betrug die Arbeitslosenquote der damaligen EU durchschnittlich 9,3 Prozent, in den USA waren es im selben Zeitraum vergleichsweise niedrige 6,7 Prozent. Daneben existieren in Europa wesentlich längere Zeiträume, in denen Arbeitssuchende ohne Beschäftigung bleiben. In der EU bleibt knapp die Hälfte der Arbeitslosen über ein Jahr ohne Beschäftigung, in den USA sind es weniger als 10 Prozent (Freeman, 1995, S. 18). Bedingt durch diese Entwicklung wurden die hohen Arbeitslosenzahlen in Europa von Ökonomen als „Nebenprodukt des sozialen Wohlfahrtsstaats“ (Krugman, 1994) bezeichnet: Das System bietet weder Anreize für Firmen, Jobs anzubieten, noch für Arbeitnehmer, diese anzunehmen. Die sozialen Sicherungssysteme in Europa gestehen Arbeitslosen, unabhängig von der Dauer ihrer Arbeitslosigkeit, ein Mindesteinkommen zu, weshalb nur geringer Druck auf den Arbeitslosen lastet, eine Beschäftigung im Niedriglohnsektor anzunehmen. Gleichzeitig sind die Kosten der Arbeitsbereitstellung sehr hoch. Insgesamt ist es, auch aufgrund der Gewerkschaftsmacht in der EU, für Unternehmen ungleich schwerer, Arbeitskräfte zu entlassen, weshalb sie grundsätzlich weniger Arbeiter einstellen. Folge dieser Zusammenhänge sind a priori höhere Arbeitslosenquoten in Europa (Krugman, 1994).

Demgegenüber steht das Lohnsystem der USA, welches durch seine außerordentliche Flexibilität gekennzeichnet ist. Der US-amerikanische Arbeitsmarkt ist sehr nah dran am ökonomischen Ideal eines Wettbewerbs, der Angebot und Nachfrage selbst reguliert. Durch die geringe Organisation der Arbeitnehmer in Gewerkschaften spielen in den USA tarifliche Regelungen bei der Lohnsetzung nur eine untergeordnete Rolle. Daneben erhalten Arbeitslose in den USA, im Vergleich zu Arbeitslosen in Europa, sowohl was Umfang, als auch was Dauer betrifft, nur geringe finanzielle Unterstützung von staatlicher Seite. Hieraus entsteht großer Druck auf die Arbeitnehmer, Beschäftigungen auch zu Niedriglöhnen anzunehmen. Zwischen 1970 und 1990 ist das Durchschnittseinkommen aller amerikanischen Arbeiter, je nach verwendetem Preisindex, zwischen 1 und 6 Prozent angestiegen. Das Einkommen geringqualifizierter Arbeitskräfte ist im gleichen Zeitraum jedoch um mindestens 15 Prozent gefallen, während Hochqualifizierte einen Anstieg ihrer Reallöhne um mindestens 50 Prozent erfahren haben. Die Besonderheiten des US- amerikanischen Arbeitsmarkts sorgen dafür, dass sich die Nachteile der Geringqualifizierten nicht in steigenden Arbeitslosenquoten, sondern in einer wachsenden Einkommensungleichheit äußern. Die Zahl der „working poor“1 ist von 12 Prozent im Jahr 1979 auf 18 Prozent im Jahr 1990 gestiegen (Krugman, 1994). Besonders sinkende Reallöhne haben entscheidend zur größer werdenden Einkommensungleichheit in den USA beigetragen (Freeman, 1995, S. 17f.). Abbildung 2 illustriert die Entwicklung der Einkommensungleichheit in den USA und in Europa:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Entwicklung der Einkommensungleichheit in den USA und in Europa zwischen den Jahren 1900 und 2010. Quelle: http://blog.zeit.de/herdentrieb/files/2014/01/Einkommensungleichheit_USA_Europa_1900-2010.gif, abgerufen am 24.05.2015.

Es ist zu sehen, dass die Einkommensschere in den USA seit Anfang der 1970er Jahre stark auseinander gegangen ist. während die Ungleichheit in Europa nur leicht angestiegen ist. Nicht wenige Studien deuten darauf hin, dass die Einkommensungleichheit in den USA heute im Vergleich mit anderen Industrienationen am größten ist (Ryscavage, 1999, S. 157). Bis in die 1970er Jahre wurde der Lebensstandard in den Industrienationen deutlich angehoben. Gegenüber früheren Generationen verdoppelte sich der Lebensstandard in den USA und in Großbritannien, in Westdeutschland und Italien vervierfachte er sich sogar. Zu dieser Zeit herrschte auf beiden Seiten des Atlantiks eine historisch niedrige Arbeitslosigkeit, die in Westdeutschland beispielsweise bei unter einem Prozent der verfügbaren Arbeitskraft lag. Folge waren eine Abnahme der Einkommensungleichheit sowie weitreichender Wohlstand der gesamten Gesellschaft (Krugman, 1994).

Rückblickend sollte es nicht verwundern, dass sich diese Entwicklung kein langfristig anhaltender Trend sein konnte. In den USA war die Armut im Jahr 1973 auf dem Minimum, seitdem ist sie bis zum Jahr 1994 von 11 auf 14 Prozent gestiegen. Die Kinderarmut nahm im selben Zeitraum sogar um 50 Prozent zu. In der EU lag die durchschnittliche Arbeitslosigkeit im Jahr 1970 bei weniger als 3 Prozent, bis zum Jahr 1993 betrug sie 11 Prozent. Sowohl in den USA als auch in Europa hat sich die ökonomische Position der Geringqualifizierten erheblich verschlechtert. Diese Entwicklung ist umso bemerkenswerter, da die Länder der westlichen Welt aufgrund beträchtlicher technologischer Fortschritte und anhaltendem Wirtschaftswachstum deutlich reicher sind, als sie es Anfang der 1970er Jahre waren (Krugman, 1994).

Es bleibt festzuhalten, dass der freie Wettbewerb am Arbeitsmarkt in den USA niedrige Arbeitslosenzahlen ermöglicht, jedoch die Zunahme der Einkommensungleichheit fördert, während die sozialen Sicherungssysteme in Europa die Bedingungen für hohe Arbeitslosigkeit schaffen, dafür die Lohnstreuung aber geringer ist (Ryscavage, 1999, S. 157). Krugman (1994) hat diesen Zusammenhang unter dem Ausdruck „two sides of the same coin“ berühmt gemacht. Die metaphorische Münze ist dabei die Verschlechterung der Arbeitsmarktposition der Geringqualifizierten in den Industrienationen, die zwei Seiten dieser Münze sind die von der Flexibilität des Lohnsystems abhängigen Folgen dieser Entwicklung.

Im Folgenden sollen die bisher ausgeführten Themenkomplexe genauer betrachtet sowie weitere Gedankengänge zur Thematik dargestellt werden. Dabei wird im ersten Teil detailliert auf die Globalisierungsthese eingegangen, um in einem zweiten Teil die Wirkungsweisen des technischen Fortschritts näher zu beleuchten. Abschließend soll versucht werden, zu klären, in welchem Verhältnis die beiden Effekte zu den beschriebenen Entwicklungen am Arbeitsmarkt beigetragen haben.

3 AUSWIRKUNGEN DER GLOBALISIERUNG AUF EINKOMMENSVERTEILUNG UND BESCHÄFTIGUNG

3.1 ALLGEMEINE DEFINITIONEN ZUR GLOBALISIERUNG

Die Auswirkungen der Globalisierung auf Einkommensverteilung und Beschäftigung werden meist vor dem Hintergrund der Konsequenzen für die Gruppe der Geringqualifizierten durch zunehmenden Handel der Industrienationen mit Entwicklungs- und Schwellenländern diskutiert. Allgemein wird angenommen, dass die Importe aus den Niedriglohnländern in Industrienationen in der Produktion überwiegend geringqualifizierte Arbeit einsetzen. Diese Importe führen dazu, dass die Güter in den Industrienationen nicht mehr produziert werden, was Beschäftigungsverluste der Gruppe der Geringqualifizierten mit sich bringt (Ryscavage, 1999, S. 121-122). Bevor detailliert auf diese Thematik eingegangen wird, sollen zunächst die wichtigsten Begrifflichkeiten der Diskussion definiert werden.

Die OECD definiert Globalisierung als Integration von nationalen Volkswirtschaften in eine globale Wirtschaft. Die Integration umfasst sowohl Prozesse als auch Ergebnisse: Prozesse werden zum einen als politische Maßnahmen definiert, die vor allem auf die Liberalisierung des Handels und des Kapitalverkehrs abzielen. Zum anderen beinhalten Prozesse technologische Veränderungen, wie beispielsweise schnellere und bessere Informations- und Kommunikationstechnologien. Ergebnisse sind als Folgen der politischen Maßnahmen zu verstehen. Dabei geht es vor allem um den Abbau von Schranken bezüglich des Flusses von Gütern, Kapital, Arbeit, Technologien und Ideen. Resultat ist eine stärkere Vernetzung der Volkswirtschaften und damit verbunden die Integration der Volkswirtschaften in einen Weltmarkt (OECD, 2003, S. 11).

Stiglitz (2003) definiert Globalisierung als Zusammenspiel dieser Elemente: Handel, Direktinvestitionen aus dem Ausland und im Ausland, die Möglichkeit kurzfristiger Kapitalbewegung, Wissen und Mobilität von Arbeit. Dabei kann die Globalisierung verschiedene Dimensionen betreffen: Zum einen ist die Wissensdimension zu nennen, die durch sinkende Kommunikationskosten und stärkere Vernetzung von Gesellschaften an Bedeutung gewonnen hat. Stiglitz äußert die Vermutung, dass die Wissensdimension einer der stärksten Wachstumsmotoren der Zukunft in Entwicklungs- und Schwellenländern werden könnte. Die Wissensdimension beschränkt sich nicht nur auf das technologische Wissen, sondern beinhaltet auch Ideen, die eine Gesellschaft verändern und voranbringen können, z.B. eine demokratische politische Ordnung (Stiglitz, 2003, S. 510). Die zweite wichtige Dimension der Globalisierung ist die Handelsdimension. Es existieren verschiedene Studien, die auf einen positiven Zusammenhang zwischen Handel und Wachstum hindeuten. Demnach profitieren Länder vom Abbau der eigenen Handelsbarrieren auch dann, wenn die Handelspartner es ihnen nicht gleichtun (Stiglitz, 2003, S. 510-511). Wichtige Implikationen lassen sich von der Arbeitsdimension der Globalisierung ableiten. Die Mobilität von Arbeit ist für die Entwicklung einer effizienten Volkswirtschaft genauso wichtig wie die Mobilität von Kapital. Genau genommen sollten sich von Arbeitsmobilität größere Gewinne realisieren lassen, da die Differenzialgewinne vom Faktor Arbeit größer sind als die vom Faktor Kapital. In den Industrienationen würde freie Arbeitsmobilität zu einer Erhöhung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und gleichzeitig zu sinkenden Einkommen bestimmter Gruppen in diesen Ländern führen. In den Entwicklungs- und Schwellenländern überwiegen die positiven Effekte der Mobilität von Arbeit. In vielen dieser Länder sind die Überweisungen von Auswanderern in ihr Heimatland eine wichtige Einkommensquelle. Des Weiteren kann die Wirtschaft in diesen Ländern von Rückkehrern profitieren, die in den Industrienationen wertvolles Wissen erworben haben und dieses nun, beispielsweise in Form von Unternehmensgründungen, gewinnbringend in ihrem Heimatland einsetzen (Stiglitz, 2003, S. 511). Kapitalmobilität kann sich auf zwei Arten äußern: Direktinvestitionen aus dem Ausland oder Aktienanlagen, die mit kurz- oder langfristiger Planung erfolgen können. Direktinvestitionen ermöglichen den Zugang zu Märkten, Technologien und Humankapital und sind weniger zyklischen Schwankungen unterworfen, als es Aktienanlagen sind (Stiglitz, 2003, S. 512). Die letzte Dimension der Globalisierung zielt auf die Liberalisierung der Kapitalmärkte ab. Dabei steht der Versuch der Industrienationen im Mittelpunkt, Kapitalmarktregulierungen in Entwicklungs- und Schwellenländern durchzusetzen, auch wenn dies häufig mit nicht zu bewältigenden Risiken für diese Länder verbunden ist (Stiglitz, 2003, S. 512).

Ungleichheit und Armut werden von der OECD als „multidimensional“ (OECD, 2003, S. 12) bezeichnet. Die Begriffe sind nicht nur auf das Einkommen beschränkt, sondern umfassen auch Gesundheit, Ernährung, Grundrechte und politische Freiheit (OECD, 2003, S. 12).

Diese detaillierten Definitionen der Begriffe machen die Komplexität der Globalisierungsdiskussion deutlich. In dieser Arbeit soll sich der Begriff „Globalisierung“ jedoch auf die Gedanken, die mit der Globalisierungsthese in Verbindung stehen, beschränken. Insbesondere die Möglichkeit, aufgrund niedriger Zölle und sinkender Technologie- und Handelsbarrieren weltweit in den Wirtschaftskreislauf einzugreifen und die damit verbundenen Konsequenzen sind von Bedeutung. Es wird versucht, folgende Frage zu beantworten: Steht die Verschlechterung der ökonomischen Position der geringqualifizierten Arbeitskräfte in den Industrienationen in direktem Zusammenhang mit der Ausweitung des Handels der Industrienationen mit Niedriglohnländern und dem daraus resultierenden steigenden Angebot an geringqualifizierter Arbeit? Daneben beschränkt sich die Diskussion um wachsende Ungleichheit auf die Entwicklung der Einkommensverteilung zwischen gering- und hochqualifizierten Arbeitskräften.

3.2 ZUNEHMENDER HANDEL DER INDUSTRIENATIONEN MIT ENTWICKLUNGS- UND SCHWELLENLÄNDERN

Nicht wenige Studien, die sich die Analyse der Globalisierungseffekte zum Ziel gesetzt haben, kommen zu dem Ergebnis, dass der zunehmende Handel der Industrienationen mit Entwicklungs- und Schwellenländern ein wichtiger Grund für die sinkende Nachfrage nach geringqualifizierter Arbeit in den Industrienationen ist (z.B. Wood, 1994). Man kann von einer Intensivierung der internationalen Arbeitsteilung in Verbindung mit zunehmendem interindustriellem Handel sprechen. Dabei hat sich das relative Knappheitsverhältnis der Produktionsfaktoren zum Vorteil von Kapital und hochqualifizierter Arbeit und zum Nachteil der Geringqualifizierten verändert (Hagemann & Rukwid, 2007, S. 2).

Im Jahr 1970 machte der Handel mit Entwicklungs- und Schwellenländern in den USA 0,4 Prozent des Bruttosozialprodukts aus, in der EU waren es 0,5 Prozent. Bis zum Jahr 1990 ist dieser Anteil in den USA auf 2,5 Prozent gestiegen, in der EU auf 2,1 Prozent (Freeman, 1995, S. 16). Besonders seit den 1980er Jahren nahm der Handel rasant zu. Für Entwicklungs- und Schwellenländer ergeben sich aus der Internationalisierung des Wettbewerbs größere Möglichkeiten, da sie von den neuen Marktgegebenheiten profitieren können (OECD, 2003, S. 12). In den 1960er und 1970er Jahren herrschte in den Ländern der Dritten Welt noch Angst, wirtschaftlich marginalisiert zu werden. Demgegenüber wurden die Gefahren der Ausweitung des Handels mit Niedriglohnländern in den Industrienationen kaum diskutiert. Seit den 1980er Jahren nahm die Sorge der Industrienationen über die Konsequenzen des weltweiten Handels zu, während die Entwicklungsländer begannen, Vorteile aufgrund der globalen Wirtschaft zu realisieren (Freeman, 1995, S. 15-16).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 zeigt die zunehmende Bedeutung des Imports der Industrienationen aus Entwicklungs- und Schwellenländern, exemplarisch für die USA, auf:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Entwicklung der Bedeutung der Importe der USA im verarbeitenden Gewerbe, veranschaulicht als Anteil am BIP und Anteil an der gesamten Wertschöpfung des verarbeitenden Gewerbes. Quelle: Sachs & Shatz (1994), S.10.

Der Fall des Importanteils der USA aus Niedriglohnländern zwischen 1960 und 1978 ist mit der Klassifikationsgrundlage nach „low-wage countries“ und „high-wage countries“ zu erklären. Die Autoren definieren ein Land als „low-wage“, wenn die im Land durchschnittlich gezahlten Fertigungslöhne 50 Prozent oder weniger der in den USA gezahlten Löhne betragen. 1960 fand fast der ganze Handel der USA mit Handelspartnern statt, die nach dieser Klassifikation als Niedriglohnland gegolten haben2. Bis zum Jahr 1978 ist die Zahl der Hochlohnländer gemäß der Klassifikation stark angestiegen. Da fast alle verbliebenden Niedriglohnländer auch Entwicklungsländer waren, erklärt sich der Anstieg der Zahlen zwischen 1978 und 1990 (Sachs & Shatz, 1994, S. 10).

Unabhängig von diesen klassifikationsbedingten Unregelmäßigkeiten ist zu erkennen, dass der Handel der USA mit den Niedriglohn- bzw. Entwicklungsländern3 zwischen 1960 und 1990 insgesamt stark angestiegen ist. Sowohl der Anteil der Importe des verarbeitenden Gewerbes am BIP als auch der Importanteil an der gesamten Wertschöpfung des verarbeitenden Gewerbes deutet durch wachsende Zahlen im betrachteten Zeitraum an, dass die Handelsbeziehungen der USA mit den Entwicklungsländern im Zeitablauf immer intensiver wurden.

Ein Indikator zur Messung des Ausmaßes der Globalisierung ist das Verhältnis von Exporten und Importen zum BIP. In den USA ist dieses Verhältnis von 0,12 im Jahr 1970 auf 0,22 im Jahr 1990 gestiegen. Auch eine Kennzahl zur Messung des Handels zwischen Industrienationen und Entwicklungs- und Schwellenländern ist in diesem Zeitraum gewachsen. Betrug der Prozentsatz der Importe der USA aus Entwicklungs- und Schwellenländern im Jahr 1970 noch 14 Prozent, ist die Zahl bis 1990 auf 35 Prozent gestiegen. Für die EU zeichnete sich ein ähnliches Bild ab: 1990 waren 12 Prozent aller Importe aus Niedriglohnländern, im Jahr 1970 waren es noch 5 Prozent. Der große Unterschied zwischen den Prozentzahlen der Importe ist dadurch zu erklären, dass Handel zwischen den US-Bundesstaaten nicht in die Statistik zählt, während Handel zwischen den EU-Staaten berücksichtigt wird und so insgesamt ein größeres Handelsvolumen für die EU zur Berechnung herangezogen wird (Freeman, 1995, S. 19).

Es gibt mehrere Gründe für die Ausdehnung des Handels zwischen Industrienationen und Entwicklungs- und Schwellenländern seit den 1980er Jahren. Zum einen haben sinkende Handelsbarrieren einen wesentlichen Einfluss auf den steigenden Handel. Der Abbau wurde von Handelsabkommen4 und sinkenden Zöllen begünstigt und vorangetrieben. Zum anderen haben die Entwicklungs- und Schwellenländer einen Strategiewechsel hin zu mehr Export vollzogen. Dieser Zuwachs an Export könnte auf Druck der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF) geschehen sein, die sich so einen raschen Schuldenabbau dieser Länder erhofften. Daneben spielen auch die gestiegenen Investitionen der Industrienationen eine Rolle, die in den Entwicklungs- und Schwellenländern billiger produzieren können. Größere Kapitalmobilität und schnelle Diffusion neuer Technologien zwischen Ländern sind ebenfalls ein nicht zu unterschätzender Faktor (Freeman, 1995, S. 19-20).

Auch Veränderungen des Arbeitsmarkts in Entwicklungs- und Schwellenländern haben zum Entstehen eines globalen Handels und einen weltweit wachsenden Angebots an geringqualifizierter Arbeit beigetragen. Der Anteil dieser Länder an der weltweiten Arbeitskraft ist von 69 Prozent im Jahr 1965 auf 75 Prozent im Jahr 1990 gestiegen. Entscheidend für die wachsende Bedeutung der Entwicklungsländer für den internationalen Handel war auch eine wesentliche Verbesserung der Bildungssysteme (Sachs & Shatz, 1994, S. 12). Die durchschnittliche Dauer der Schulausbildung betrug 1960 2,4 Jahre, 1986 dagegen 5,3 Jahre (Freeman, 1995, S. 20). Der Anteil der Niedriglohnländer an der weltweiten Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe ist von 40 Prozent (1960) auf 53 Prozent (1986) angewachsen. Ebenso war die Technologiediffusion in diese Länder eine bedeutende Entwicklung, die die Vorteile der Industrienationen bei der Produktion von Gütern weitestgehend zunichte gemacht hat. Die komparativen Vorteile der Industrienationen sind in erster Linie nicht mehr technologischer Natur, sondern setzen sich aus Fähigkeiten, Infrastruktur des Humankapitals und politischer Stabilität zusammen (Freeman, 1995, S. 20).5

3.3 ÖKONOMISCHE THEORIEN ZUR GLOBALISIERUNGSTHESE

3.3.1 Das Heckscher-Ohlin-Theorem

Eine der bedeutendsten Theorien bezüglich der Auswirkungen des Handels ist das Heckscher-Ohlin-Theorem. Das Theorem geht von der Annahme aus, dass Volkswirtschaften Güter exportieren, die in der Herstellung Produktionsfaktoren intensiv nutzen, mit denen sie reichhaltig ausgestattet sind und Güter importieren, die mit Produktionsfaktoren hergestellt werden, die im eigenen Land nur beschränkt vorhanden sind (Wood, 1995, S. 58). Im Ausgangspunkt haben beide Volkswirtschaften dieselben technologischen Voraussetzungen. Die Handelsströme werden von der jeweiligen Produktionsfaktorausstattung der Volkswirtschaften bestimmt (Freeman, 1995, S. 20). Bei dieser Art von Handel zweier Volkswirtschaften mit unterschiedlicher Faktorausstattung passen sich die Faktorpreise so lange an, bis sie in beiden Volkswirtschaften identisch sind (Brücker, 2004, S. 279). Man spricht im Zusammenhang mit dem Heckscher-Ohlin- Theorem auch von einem Faktorpreisausgleich (Freeman, 1995, S. 20).

Führt man die Idee des Heckscher-Ohlin-Theorems weiter, so ist davon auszugehen, dass Industrienationen Güter importieren, die von geringqualifizierten Arbeitskräften in Entwicklungs- und Schwellenländern hergestellt werden. Die Entwicklungs- und Schwellenländer hingegen importieren Güter, die von hochqualifizierten Arbeitskräften in den Industrienationen produziert werden. Durch Handel entsteht auf dem Weltmarkt ein einheitlicher Preis für ein Gut. Handel macht geringqualifizierte Arbeit in den Industrienationen und hochqualifizierte Arbeit in den Entwicklungs- und Schwellenländern weniger knapp, was zu jeweils sinkenden Löhnen führen wird. Ebenfalls wird die Produktion von Gütern, die in den Industrienationen mit hochqualifizierter Arbeit und in den Entwicklungsländern mit geringqualifizierter Arbeit hergestellt werden, aufgrund des Handels zunehmen, was steigende Löhne für die jeweiligen Gruppen zur Folge hat. Langfristig wird sich ein Gleichgewicht einstellen, in dem die Faktorpreise identisch sind und Geringqualifizierte und Hochqualifizierte auf der ganzen Welt denselben Lohn erzielen (Freeman, 1995, S. 20-21). Sachs und Shatz (1994) merken an, dass der Handel zwischen Industrienationen und Entwicklungsländern die Theorie des Modells am besten in der Praxis umsetzt6 (Sachs & Shatz, 1994, S. 14).

Die Ausführungen hätten in der Realität zur Folge, dass die Einkommensungleichheit zwischen geringqualifizierten und hochqualifizierten Arbeitskräften innerhalb eines Landes zunimmt, während die Einkommensunterschiede zwischen Ländern geringer werden (Sachs & Shatz, 1994, S. 2). In der Realität steigende Ungleichheit zwischen Ländern scheinen dem Heckscher-Ohlin-Modell zu widersprechen. Das Modell trifft einige Annahmen, die die Aussagekraft und Relevanz des Theorems in Frage stellen. Zum einen verlangt das Theorem identische Technologieausstattungen der Handelspartner. Jedoch besteht trotz identischer technologischen Voraussetzungen die Möglichkeit, dass die Löhne der Geringqualifizierten auf der ganzen Welt steigen. Möglich ist dies durch unterschiedliche Faktorintensitäten in der Produktionsfunktion, d.h. dass ein identisches Gut, das zum selben Preis angeboten wird, in Industrienationen und Entwicklungs- und Schwellenländern verschiedene Faktorintensitäten aufweist. Ebenso sind andere als vom Modell prognostizierte Ergebnisse möglich, wenn Skaleneffekte berücksichtigt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob Skaleneffekte zu perfektem oder unvollständigem Wettbewerb führen. Ihre Existenz ist entscheidend und kann zu weltweit steigenden Reallöhnen führen (Bhagwati & Dehejia, 1993, S. 10). Außerdem besteht die Möglichkeit, dass Warenhandel alleine nicht ausreicht, um einen Faktorpreisausgleich herbeizuführen. Der freie Fluss von Kapital und Arbeit ist ebenfalls notwendig (Norman & Venables, 1995, S. 1502).7

3.3.2 Das Stolper-Samuelson-Theorem

Das Stolper-Samuelson-Theorem ist ein zentrales Modell der Außenhandelstheorie und eng mit dem Heckscher-Ohlin-Modell verbunden. In seiner einfachsten Form besagt es, dass ein Anstieg des relativen Preises eines Gutes zu einem Anstieg der realen Entlohnung des Produktionsfaktors führt, der in der Produktion des Gutes intensiv genutzt wird. Diese Form des Theorems beschreibt die Effekte einer Preisänderung innerhalb eines Landes. Weitet man das Modell auf Handel zwischen Ländern aus, wird der Zusammenhang zum Heckscher-Ohlin-Modell deutlich: Durch Aufnahme von Handel steigt der relative Preis des exportierten Gutes. Im Heckscher-Ohlin-Modell nutzt das exportierte Gut den im Land reichlich vorhandenen Produktionsfaktor intensiv. Dieser Zusammenhang legt die Folgerung nahe, dass Handel die reale Entlohnung des reichlich vorhandenen Faktors innerhalb eines Landes erhöht, während die reale Entlohnung des beschränkt vorhandenen Faktors sinkt (Deardorff, 1994, S. 13).

Wie das Heckscher-Ohlin-Theorem ist das Stolper-Samuelsson-Modell auf die Annahme identischer Technologien und Nichtberücksichtigung potenziell möglicher Unterschiede bezüglich der Faktorintensitäten gestützt (Deardorff, 1994, S. 14). Des Weiteren ist das Modell auf die Situation beschränkt, in der es nur zwei Produktionsfaktoren und zwei handelbare Güter am Markt gibt (Wood, 1995, S. 58-59). Liegen mehr als zwei Produktionsfaktoren bzw. Güter vor, kommt es unter anderem zu Problemen der Definition von Faktorseltenheit und Faktorintensität (Deardorff, 1994, S. 14). Zudem unterliegt das Modell der Annahme, dass dieselben Güter, die importiert werden, auch in der heimischen Volkswirtschaft produziert werden. Man spricht in einem solchen Fall von Nichtspezialisierung (Edwards & Lawrence, 2010, S. 6).

Der Effekt des Stolper-Samuelson-Modells auf die Löhne innerhalb einer Volkswirtschaft lässt sich an einem einfachen Beispiel verdeutlichen. Man geht von einer kleinen, offenen8 Volkswirtschaft aus, die zwei Güter produziert. Mithilfe von hochqualifizierter Arbeit wird das Gut Software hergestellt, während geringqualifizierte Arbeit eingesetzt wird, um das Gut Textilien herzustellen. Die relativen Preise der Produktionsfaktoren werden dabei vom Weltmarkt bestimmt. Im Ausgangspunkt legt die Volkswirtschaft einen Outputmix zwischen Software und Textilien fest. Zur Produktion dieses Outputmix wird sowohl gering- als auch hochqualifizierte Arbeit benötigt. Der Arbeitsmarkt legt dann einen Gleichgewichtslohn für beide Produktionsfaktoren fest. Bei diesem Gleichgewichtslohn stimmt die Nachfrage nach Arbeit der Unternehmen mit dem Angebot an Arbeit in der Volkswirtschaft überein (Lawrence & Slaughter, 1993, S. 187). Die Ausgangssituation ist in Abbildung 4 dargestellt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Ausgangsgleichgewicht einer Volkswirtschaft im Stolper-Samuelson-Modell, bei dem die Volkswirtschaft Software und Textilien produziert. Quelle: Lawrence & Slaughter (1993), S. 186.

SS und TT sind die Produktionsisoquanten für Software und Textilien im Ausgangspunkt. Der Grafik ist zu entnehmen, dass Software hochqualifizierte Arbeit bei der Produktion intensiver nutzt als Textilien. Dies wird durch die höhere, linkslastigere Lage von SS verdeutlicht. Beide Isoquanten bilden Tangenten mit der Geraden - ( ୳/ ୱ), die das negative relative Lohnverhältnis im Ausgangsgleichgewicht angibt. Die Tangentialpunkte[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] geben das Verhältnis von hoch- zu geringqualifizierter Arbeit an, das benötigt wird, um Software bzw. Textilien herzustellen (Lawrence & Slaughter, 1993, S. 187).

Nun wird angenommen, dass der Weltmarktpreis für Software steigt. Die sich ergebenden Prozesse in der Volkswirtschaft sind in Abbildung 5 dargestellt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Neues Gleichgewicht im Stolper-Samuelson-Modell nach Anstieg des Preises für Software. Quelle: Lawrence & Slaughter (1993), S. 186.

Der steigende Softwarepreis hat zur Folge, dass die Volkswirtschaft mehr Software herstellt. Im Gegenzug wird auf einen Teil der Textilproduktion verzichtet. Die Isoquante der Textilproduktion verschiebt sich nach rechts. Durch die reduzierte Produktion von Textilien werden sowohl gering- als auch hochqualifizierte Arbeitskräfte freigesetzt. Der steigende Softwareoutput erfordert mehr Einsatz beider Faktoren. Da zur Softwareherstellung relativ mehr hochqualifizierte Arbeit benötigt wird, steigt die Gesamtnachfrage der Volkswirtschaft nach hochqualifizierter Arbeit. Bei konstanten Faktorentlohnungen werden durch die Einsparungen in der Textilproduktion jedoch nicht genug hochqualifizierte Arbeitskräfte freigesetzt, um den gestiegenen Bedarf in der Softwareproduktion decken zu können. Demnach müssen sich die Löhne verändern. Das relative Lohnverhältnis im neuen Gleichgewicht wird durch - (Wu/Ws) ' angegeben. Dieses Verhältnis liegt über dem Verhältnis im Ausgangspunkt. Die flachere Gerade des neuen Faktorpreisverhältnisses impliziert, dass der Lohn für hochqualifizierte Arbeit relativ zu geringqualifizierter Arbeit gestiegen ist. Die Firmen werden weniger hochqualifizierte und mehr geringqualifizierte Arbeit einsetzen. Diese Substitution senkt das Verhältnis von hoch- zu geringqualifizierter Arbeit, in der Abbildung durch die flacheren [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] gekennzeichnet (Lawrence &Slaughter, 1993, S. 187-188).

[...]


1 „Working poor“ sind Menschen, die arbeiten und gleichzeitig in armen Haushalten leben. Diese Definition verwendet zwei Ebenen als Armutsindikator: Zum einen die individuelle Arbeitsmarktaktivität, zum anderen die Ebene der privaten Haushalte (Kalugina, 2013). Beim Begriff der „working poor“ ist hervorzuheben, dass Armut mit einem festen Standard gemessen wird, d.h. das Realeinkommen, das nötig ist, um über der Armutsgrenze zu liegen, ist im Jahr 1990 dasselbe wie im Jahr 1970. Aufgrund der durchschnittlich gestiegenen Realeinkommen der Amerikaner in diesem Zeitraum ist der Anstieg der Armut umso erstaunlicher (Krugman, 1994).

2 Nach der verwendeten Klassifikation galt nur Kanada im Jahr 1960 nicht als “low-wage country” (Sachs & Shatz, 1994, S. 10).

3 Als “developing countries” gelten gemäß den Autoren alle Länder, die von der Weltbank im Jahr 1979 als Land niedrigen oder mittleren Einkommens definiert wurden (Sachs & Shatz, 1994, S. 61).

4 Z.B.: General Agreement on Tariffs and Trade (GATT), North American Free Trade Agreement (NAFTA). 14

5 Benannt nach den schwedischen Ökonomen Eli Filip Heckscher und Bertil Gotthard Ohlin.

6 Die Autoren stellen die These für die USA auf, sie dürfte jedoch allgemeine Gültigkeit besitzen.

7 Benannt nach den US-amerikanischen Ökonomen Wolfgang F. Stolper und Paul A. Samuelson.

8 Klein bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Produktions- und Konsumentscheidungen keinen Einfluss auf die Handelsbedingungen haben. Offen meint, dass die Volkswirtschaft beide von ihr produzierten Güter am Weltmarkt handelt (Lawrence & Slaughter, 1993, S. 187).

Ende der Leseprobe aus 87 Seiten

Details

Titel
Der Einfluss des technischen Fortschritts und der Globalisierung auf Einkommen und Beschäftigung
Hochschule
Universität Hohenheim  (Wirtschaftstheorie)
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
87
Katalognummer
V303947
ISBN (eBook)
9783668022218
ISBN (Buch)
9783668022225
Dateigröße
1546 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
geringqualifiziert, geringqualifizierte, Arbeitskräfte, sinkende, Nachfrage, Globalisierung, technischer Fortschritt, technologischer Fortschritt, Arbeit, Komplementarität, Handel, Industrienation, Industrienationen, Entwicklungsland, Schwellenland, Niedriglohnland, Heckscher, Ohlin, Stolper, Samuelson, Kuznets, Factor Content, Sachs, Shatz, Wood, Preiseffekte, Outsourcing, New Economy, Einkommensverteilung, Beschäftigung, Arbeitsproduktivität, Produktivität, Output, Jorgenson, Ho, Stiroh, Gordon, skill, biased, technological, change, Berman, Bound, Machin, Griliches, Beschäftigungswirkung, empirische, Analyse
Arbeit zitieren
Baris Mola (Autor), 2015, Der Einfluss des technischen Fortschritts und der Globalisierung auf Einkommen und Beschäftigung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303947

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